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Gesellschaft

Chemnitz: Offenbar neue Erkenntnisse zu angeblichem „Hetzjagd”-Video’

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Jüngste Feststellungen klären offenbar die Umstände der Aufnahme eines Videos mit vermeintlichen Hetzjagden im August in Chemnitz. Die Erkenntnisse sind zudem dazu geeignet, herauszustellen, dass der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, wohl zu Unrecht ins Kreuzfeuer geriet. 

Chemnitz. – Beinahe drei Monate nach dem Beginn der Debatte rund um die berüchtigte Videosequenz von „Antifa Zeckenbiss” stellt sich offenbar Unglaubliches heraus. Durch eine Recherche des liberal-konservativen Meinungsmagazins Tichys Einblick könnte die Debatte rund um die Urheberschaft des 19-Sekunden-Ausschnitts eine neue Wendung nehmen.

Video offenbar von Trauerzug-Teilnehmern

Denn dem Magazin gelang es, mit zwei Personen zu sprechen, welche Licht ins Dunkel bringen können – der wahrscheinlichen Urheberin und ihrem Ehemann. Beide waren Teilnehmer des spontanen Trauerzuges am 26. August. Dieser fand am Tag nach der Tötung eines Deutsch-Kubaners im Rahmen eines Stadtfestes in Chemnitz mutmaßlich durch die Hand ausreisepflichtiger Migranten statt.

Die 35-jährige Kathrin B. (Name geändert) klärte in einem Gespräch mit einem Journalisten des Monatsmagazins über den Zeitpunkt der Entstehung auf:

Das 19 Sekunden lange Video ist um 16.52 Uhr am Tatsonntag in der letzten Etappe unseres Trauerzugs kurz vor dem Erreichen des Daniel-Tatortes aufgenommen worden.”

Es sei zu diesem Zeitpunkt „sehr eng” geworden, weshalb der Trauerzug die Frauen in seine Mitte nahm. Es sei zu „keinen ausländerfeindlichen Rufen” und „nichts Rechtsradikalem” gekommen. Dann kamen anscheinend zwei Migranten zu den Trauerenden und provozierten die Gruppe.

Aggressives Auftreten durch Migranten

Die Frau schildert weiter, dass die beiden Migranten ein aggressives Auftreten an den Tag gelegt hätten:

»Sie waren aggressiv auf uns zugekommen und hatten uns angepöbelt und wohl auch, aber eben schwer verständlich, ‚Verpisst euch‘ gerufen. So haben wir das in Erinnerung.«

In der Folge sei es zu „einem körperlichen Kontakt” mit den beiden Personen gekommen. Einer der Begleiter hätte dabei auch den Inhalt eines Bierbechers abbekommen. Zu diesem Zeitpunkt begann sie die Situation mit der Handy-Kamera zu filmen. Aus Sorge um die drohende Eskalation wies sie ihren Ehemann hörbar an, sich nicht zu beteiligen („Hase, du bleibst hier!”).

Video stellt nicht gesamte Situation dar

Der dabei Angesprochene Thomas B. (Name geändert) erklärte außerdem, dass das filmische Dokument nicht die gesamte Lage darstelle. Er begründete dies mit der zu langsamen Reaktion seiner Frau:

Kathrin hatte zu spät das Handy aus der Tasche gezogen, weshalb die 19 Sekunden tatsächlich nicht authentisch das gesamte Geschehen nahe der Bushaltestelle darstellen. Denn vorausgegangen war der Videoaufzeichnung eine böse Provokation gegenüber uns Trauernden. Durch zwei junge Migranten, die zunächst an der Bushaltestelle gestanden hatten und eigentlich aussahen wie wir.«

Spätere lud man das Video dann in eine eigentlich geschlossene WhatsApp-Gruppe. Wie es von dort zu „Antifa Zeckenbiss” gelangte, um dann offenbar mit verzerrter Darstellung an die Öffentlichkeit zu gelangen, konnte sich das Ehepaar nicht erklären.

Keine Hetzjagden: Hatte Maaßen recht?

Sollten sich die Schilderungen bewahrheiten, würde dies ein fahles Licht auch auf die Bundesregierung werfen. Denn in diesem Fall wäre der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, zu Unrecht ins Kreuzfeuer gehalten. Dieser zweifelte nämlich öffentlich an der Authentizität des Videos als Beleg für vermeintliche Hetzjagden – Die Tagesstimme berichtete.

Im Oktober wiederholte er diese Einschätzung schließlich in einem Treffen mit den europäischen Kollegen in Warschau. Außerdem bekrittelte er dabei das Wirken „linksradikaler Kräfte” innerhalb der Bundesregierung, welche seine Ablöse gewünscht hätten. Daraufhin wurde Maaßen tatsächlich von Innenminister Horst Seehofer (CSU) in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Möglicherweise letztendlich aufgrund einer Bewertung, die sich immer mehr zu bewahrheiten scheint.


Weiterlesen:

Einstweiliger Ruhestand’: Seehofer wirft Maaßen raus (5.11.2018)

Maaßen: In der Bundesregierung gibt es „linksradikale Kräfte” (5.11.2018)

Keine Hetzjagd in Chemnitz: Maaßen verteidigt Einschätzung (12.9.2018)

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    17. November 2018 at 21:02

    Natürlich hat Herr Maaßen in vollem Umfang recht. Schließlich zeigt dieses kurze Video keinerlei Hetzjagd, nur so eine Art „Vertreibung” von Störenfrieden. Umgekejrt hätten die Linksradikalen ganz anders reagiert. Hetzjagden gab es anderswo zur Genüge, in Hamburg z.B. beim G20 Gipfel. So ein Komiker mit Migrationshintergrund hat beide Ereignisse in einer talk show gar miteinander verglichen.

    Wo bitte sind denn die beweisenden Videos der Hetzjagden? Herr Maaßen sollte nun aber Dinge beweisen, die gar nicht stattfanden. So hatte ich mir Demokratie eher nicht vorgestellt. Ich dachte bislang, so etwas läuft genau anders rum.

    Es gab ja außer den beiden armen „Hetzjagdopfern” auch noch eine Gruppe von rund einem Dutzend Migranten oder „Deutschen” mit Migrationshintergrund.

    Nun stelle ich mir mal das Folgende vor. In einem nordafrikanischem Land ist ein Einheimischer durch Europäer ermordet worden. Die Menschen dort sind wütend, auch weil dies bei weitem nicht der erste Mord ist, und versammeln sich zu einer Protestdemo. Jetzt stellen sich einige Europäer denen entgegen und provozieren sie mit Schmährufen, dass sie sich „raus scheren” sollen aus ihrer Heimat.

    Ist hier irgend jemand, der auch nur einen Cent auf Leben und Gesundheit dieser Provokateure setzen würde? Ich meine, die Angehörigen könnten in einem solchen Fall froh sein, deren Leichen einigermaßen beisammen übergeben zu kriegen.

  2. Avatar

    Jonathan Müller

    18. November 2018 at 7:46

    Und einer der beiden jungen Migranten sagte damals so ziemlich das Gegenteil und hat auch Anzeige bei der Polizei erstattet. Ich persönlich weiß, wessen Story ich glaubwürdiger finde, wenn ich nach dem gehe, was ich in Chemnitz erlebt habe.

  3. Avatar

    Tom Ba

    21. November 2018 at 18:59

    Zur Recherche des liberal-konservativen Meinungsmagazins „Tichys Einblick”, ebenfalls interessant:
    Tichys Einblick – Das Chemnitz-Video: „Hase” spricht
    https://www.youtube.com/watch?v=2VDfnW_L0dY

  4. Avatar

    Konrad Kugler

    8. Januar 2019 at 22:42

    Diese Bundesregierung!

    Ein größenwahnsinniger Beamter stellt seine Zukunft infrage????????

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Gesellschaft

Nächster Schlag: Martin Sellner jetzt auch auf YouTube gesperrt

Stefan Juritz

Veröffentlicht

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Erst vor wenigen Tagen sperrte ihn Twitter. Jetzt hat auch YouTube nachgezogen und die Konten von Martin Sellner geschlossen.

Am Montag hat die Social-Media-Plattform die Konten des identitären Aktivisten und Influencers Martin Sellner gesperrt, weil dieser mit seinen „Kontoaktivitäten” die YouTube-Nutzungsbedingungen verletzt habe. Sellner kündigte indes an, sich gegen diese „grundlosen Sperrungen” juristisch zu wehren. „Wieder einmal erweist sich, dass die sogenannte ‚Meinungsfreiheit’ im westlichen Staaten eine reine Farce ist”, kommentierte er auf seiner Homepage am Montagabend. Auf YouTube folgten dem Identitären über 140.000 Menschen.

Twitter sperrt Identitäre aus

Erst am Freitag hatte der Kurznachrichtendienst Twitter in einem großen Schlag mehr als 50 Konten gesperrt bzw. eingeschränkt. Die meisten der gesperrten Profile gehörten zur Identitären Bewegung – auch Sellner war betroffen.

Die Sperren erfolgten nur wenige Tage nachdem der US-Sender NBC News über ein Dossier mit dem Titel „Generation Identity – International White Nationalist Movement Spreading On Twitter And YouTube” berichtet hatte. Die linke NGO „Global Project Against Hate and Extremism” (GPAHE, Globales Projekt gegen Hass und Extremismus) habe insgesamt 67 Twitter-Accounts aus 14 Ländern identifiziert, die folglich vom Kurznachrichtendienst gesperrt bzw. eingeschränkt wurden, wie es in dem Bericht heißt.

Vor drei Jahren hatte bereits Facebook sämtliche Identitären-Seiten gelöscht.


Weiterlesen:

Die Hintergründe zur Twitter-Löschwelle gegen die Identitären (11.07.2020)

Aktion scharf: Twitter sperrt zahlreiche rechte Accounts (10.07.2020)


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Gesellschaft

Niedersachsen: Verfassungsschutz soll künftig Polizei-Anwärter überprüfen

Julian Schernthaner

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Ab sofort müssen sich alle Polizisten in Niedersachsen einem Check des Verfassungsschutz unterziehen, ehe sie in den Landesdienst eintreten.

Hannover. – Wie der Innenminister des Bundeslandes, Boris Pistorius (SPD), erklärte, habe dies mit der Sorge zu tun, dass „Extremisten oder Clanmitglieder unsere Polizei unterwandern”. Dies berichtet die Junge Freiheit unter Berufung auf die Neue Osnabrücker Zeitung. Bislang war eine solche Überprüfung nur dann möglich, wenn Bewerber dieser Maßnahme ausdrücklich zustimmten.

Charakterliche Anforderungen als Argument

Begründung für die neuen Pläne ist der Umstand der hohen charakterlichen Anforderungen der Polizeiarbeit sowie deren Waffentracht im Dienst. Das niedersächsische Innenministerium arbeitet deshalb an einem gesetzlichen Erlass, womit automatische Abfragen beim Verfassungsschutz vor jedem Neueintritt möglich werden.

Pistorius kritisierte einst AfD-Polizisten

Im Bezug auf den neuen „Radikalenerlass” in Niedersachsen fürchten Kritiker nun, dass dieser über kurz oder lang gegen politische Mitbewerber missbraucht werden könnte. Denn immerhin war es auch Pistorius, der sich erst im Vorjahr kritisch über Beamte wie Lehrer oder Polizisten geäußert hatte, die sich bei Wahlen für die AfD aufstellen lassen – insbesondere, wenn diese mit dem „Flügel” oder der „Jungen Alternative” sympathisierten.

Vorauseilender Charakter der Erlasses denkbar

Die Jugendorganisation der größten Oppositionspartei sowie der ehemalige Zusammenschluss der Nationalkonservativen in der Partei gelten seit Kurzem als „Verdachtsfälle” des Verfassungsschutzes. Beobachter sehen dies als Schritt der Behörde, irgendwann die Gesamtpartei ins Visier zu nehmen.

Dieser Eindruck verstärkte sich nicht zuletzt nach den jüngsten Beobachtung der beiden AfD-Landesgruppen in Brandenburg und Thüringen. Gut möglich also, dass Niedersachsen bereits vorauseilende Fakten schaffen will, wenn entweder die Bundespartei oder zumindest die Landespartei ins Visier gerät.

Pistorius für Studie zu Rassismus bei Polizei

Neben der neuen Einstellungspolitik bei der Polizei bezog Pistorius auch Stellung zur derzeit virulenten Debatte über angeblichen Rassismus bei der Polizei. Die Ansicht seiner Parteichefin Saskia Esken, wonach bei deutschen Ordnungskräften ein „latenter Rassismus” existiere, teilt er zwar nicht. Dennoch würde er eine – von Bundesinnenminister Seehofer (CSU) schließlich doch abgesagte –  Studie zu sogenanntem „racial profiling” befürworten. Sich diese Frage zu stellen sei seiner Ansicht nach „vernünftig und vertrauensbildend” und könne mittelfristig die Qualität der Polizeiarbeit verbessern.


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Systematischer Rassismus?”: Für Thomas Sowell nur linke „Propaganda”

Stefan Juritz

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Der schwarze US-Ökonom Thomas Sowell hat den Begriff des „systematischen Rassismus“ zurückgewiesen. In der Fox-News-Talkshow „Life, Liberty & Levin” erklärte der konservative Autor, der Begriff habe keine klare Bedeutung und könne empirisch nicht überprüft werden.

Moderator Mark Levin kam während des Gesprächs auf den Begriff „systematischer Rassismus“ zu sprechen: „Er ist an unseren Universitätsgeländen zu hören, er ist von wohlhabenden und berühmten Sportlern zu hören. Doch was bedeutet das? Und was auch immer das bedeutet, stimmt das denn?”

Für Sowell scheint die Antwort klar zu sein: Anders, als es bei Hypothesen der Fall ist, könne man diesen Begriff nicht näher spezifizieren und testen, da er im Grunde keine wirkliche Bedeutung habe. Die Verwendung der Phrase vom „systematischen Rassismus“ erinnere ihn sogar an die „Propaganda-Taktiken“ im Dritten Reich, wo Propagandaminister Joseph Goebbels gesagt haben soll, die Menschen würden jede Lüge glauben, wenn man sie nur „lange und laut genug” wiederhole.

Sowell: „Sie erreichen ihr Ziel, wenn andere einknicken”

„Ich glaube, dass nicht einmal jene Leute, die den Begriff verwenden, eine klare Vorstellung davon haben, was sie damit sagen. Sie erreichen ihr Ziel, wenn andere Leute einknicken und nachgeben”, sagte der 90-jährige Autor, der zu den wichtigsten konservativen Denkern in den USA zählt.

Zudem verwies Sowell darauf, dass linke Aktivisten lediglich behaupteten, Rassen- und Klassenunterschiede hinter sich zu lassen, während sie letzten Endes aber auch nur ihre eigene „Nomenklatur” und ihre eigenen Hierarchien schaffen würden.


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