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Gesellschaft

Bonn: Zahlreiche Patrioten demonstrieren gegen Migrationspakt

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Bild: Hauptredner Edwin Hintsteiner bei seiner Rede in Bonn am 18.11.2018: Identitäre Bewegung NRW auf Twitter.

Am Sonntag fanden in der früheren Bundesstadt Bonn zwei Demonstrationen statt. Eine patriotische Kundgebung forderte die Bundesregierung auf, den umstrittenen UN-Migrationspakt nicht zu unterzeichnen. Dagegen formierte sich auch eine Gegenveranstaltung.

Bonn. – Zur Hauptkundgebung mobilisierte vor allem die patriotische Identitäre Bewegung, die sich mit dem ‚Platz der Vereinten Nationen’ einen symbolträchtigen Ort ausgesucht hatte. Dagegen protestierte das Bündnis Bonn stellt sich quer (BSSQ), welches bereits in der Vergangenheit zu Gegendemonstrationen gegen patriotische und rechte Akteure aufrief. Laut Polizeiangaben befanden sich in beiden Lagern etwa je 300 Personen, der Ablauf war weitestgehend friedlich.

Veranstalter: „Starkes Zeichen” gegen UN-Pläne

Die Kundgebung der Identitären schaffte es dem regionalen General-Anzeiger Bonn zufolge, vor allem auch Personen von außerhalb der Stadt zu mobilisieren. Als Hauptredner trat mit Edwin Hintsteiner ein bekannter Aktivist aus Österreich auf. Er erinnerte auch an den Vorstoß des CDU-Vorsitzkandidaten Jens Spahn, der unlängst eine Abstimmung über den Pakt im Bundestag forderte.

Dies zeige, so Hintsteiner in seiner Rede, dass die langjährige identitäre Forderung nach einer „Festung Europa” mittlerweile „in der Mitte der Gesellschaft angekommen” sei. In seinem Heimatland Österreich lehnte die patriotisch-konservative Regierung eine Zustimmung zum Migrationspakt bereits Ende Oktober ab – Die Tagesstimme berichtete. Insgesamt zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. Man habe ein „starkes Zeichen” setzen und damit den „souveränen Völkern Europas eine Stimme geben” können.

Lautstarke Gegenproteste mit linken Parolen

Die Gegenkundgebung machte unterdessen mit einschlägig bekannten linken Parolen auf sich aufmerksam. Sie skandierten dabei Schlachtrufe wie „Nazis vertreiben, Flüchtlinge bleiben” und „Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall”. Außerdem hielt offenbar ein Mitglied der Bonner Antifa einen Vortrag über die Identitäre Bewegung. Eine Pressesprecherin des Bündnisses BSSQ unterstellte den Patrioten außerdem, die Gesellschaft zu spalten und „gezielt Politik” gegen Migranten zu schüren.


Weiterlesen: 

Identitäre Bewegung demonstriert in Bonn gegen den Migrationspakt (14.11.2018)

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Moritz Helgath

    21. November 2018 at 8:47

    Nazis vertreiben, Flüchtlinge bleiben” und „Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall”

    Sehr nettes Detail, die beiden Parolen gegenüber zu stellen 🙂

    • Avatar

      Saure Gurke

      22. November 2018 at 15:08

      Auf gesalbte aalglatte Worte folgt häufig der Tritt in den Hintern.

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Gesellschaft

Wort zum Sonntag: Wer glaubt, lebt länger

Gastautor

Veröffentlicht

am

von

ASDF Symbolbild (CC0)

Studien belegen: Je häufiger der Gang in die Kirche, umso länger das Leben. Der regelmäßige Besuch von Gottesdiensten scheint mit zusätzlichen Lebensjahren belohnt zu werden. Er schützt vor kardiovaskulären Erkrankungen als auch vor Krebs.

Kolumne von Raphanus

Forscher fanden heraus, dass regelmäßige Kirchgänger 27 Prozent geringer von kardiovaskulär bedingten und 21 Prozent geringer von krebsverursachten Todesfällen betroffen sind. Gleichzeitig wiesen sie aber bei Menschen, die nichts von Gottesdiensten hielten, eine höhere Sterberate nach (hier zum Bericht der Ärzte Zeitung).

Religiöse Beteiligung und Lebensdauer

Eine andere Studie zum selben Thema kam zum Ergebnis, dass religiöse Menschen um 5,64 Jahre länger als Nichtgläubige lebten. Der Forscher Baldwin Way ist sich sicher: „Die Studie liefert überzeugende Beweise, dass es eine Beziehung zwischen religiöser Beteiligung und der Lebensdauer eines Menschen gibt.“

Wissenschaftler vermuten, dass der starke Zusammenhalt in religiösen Gemeinschaften die psychosoziale Resilienz erhöht und einen günstigen Einfluss auf die Lebensweise ausübt, da stark gesundheitsschädliches Verhalten bei frommen Menschen eher weniger zu erwarten sei.

Theologe sieht Studien kritisch

Der katholische Theologe Manfred Lütz hält aber nichts von Studien, wonach religiöse und betende Menschen länger leben. „Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre herausgekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?“, so seine Frage, bei der er gleichzeitig vor einem Trend der „Gesundheit als Religion“ warnte.

Ob Beten zum längeren oder zum kürzeren Leben führt, sei völlig egal“, so der Theologe. „Wir sind nicht Christen, weil wir gesund sein wollen, sondern beten, um unsere Beziehung zu Gott erhalten“. Lütz wies weiter darauf hin, dass Jesus bereits mit 33 Jahren am Kreuz gestorben ist. „Das war nicht besonders gesund.“

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Gesellschaft

Nach Urteil im Fall Künast: Juristinnenbund zeigt sich empört

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Renate Künast 2013): Stephan Röhl / Heinrich-Böll-Stiftung via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Der Juristinnenbund fordert einen verbesserten Schutz für Frauen im Internet.

Berlin. – Unlängst entschied das Landgericht Berlin, dass die Politikerin der Grünen, Renate Künast, diverse Beschimpfungen auf Facebook hinnehmen muss. Im Internet empörten sich viele Privatpersonen sowie Politiker über das Urteil, nun schaltet sich auch der Juristinnenbund ein.

Meinungsäußerungen legitim

Vor einigen Tagen entschied das Landgericht in Berlin, dass Renate Künast einige Beschimpfungen unter bestimmten Umständen hinnehmen muss. Sie wurde auf Facebook von einem Kommentator unter anderem als „altes grünes Drecksschwein“ bezeichnet, worauf die Politikerin vor Gericht zog, um an die personenbezogenen Daten des Users zu kommen. Dies berichtete der „Spiegel“.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der User einen Link zu einem Artikel kommentierte, in welchem die Frage aufgeworfen wurde, ob Künast im Jahr 1986 sexuelle Handlungen mit Minderjährigen bagatellisierte. Von verschiedenen Seiten kam umgehend Kritik am Urteil auf.

Juristinnenbund empört

Der Deutsche Juristinnenbund (DJB) zeigte sich empört über das Gerichtsurteil. Die DJB-Präsidentin Maria Wersig erklärte laut „n‑tv“: „Wir brauchen eine zügige Weiterentwicklung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes“. Es käme zu häufig vor, dass sich Frauen, welche sich öffentlich äußerten, von einer „zum Teil organisierten Meute attackiert“ würden. 

Es dürfe nicht passieren, dass Frauen im Netz dazu gezwungen werden, den öffentlichen Diskurs zu meiden. Künast selbst erklärte, das Urteil, wonach die Kommentare „haarscharf an der Grenze des von der Antragstellerin noch Hinnehmbaren“ seien, anfechten zu wollen.

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Deutschland

Hessische Landesregierung will Meldesystem für „Hass-Kommentare“ etablieren

Joshua Hahn

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ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Das System solle dabei helfen, „Hetze“ öffentlich zu „ächten“, so der Ministerpräsident Hessens, Volker Bouffier (CDU).

Wiesbaden. – Die hessische Landesregierung hat bekannt gegeben, ein Meldeportal für die Bekämpfung von „Hass-Kommentaren“ einführen zu wollen.

Hass gehört nicht zur Meinungsfreiheit“

Am Donnerstag erklärte Bouffier gemeinsam mit seinem Vertreter von den Grünen, Tarek Al-Wazir, dass „Hass-Kommentare“ nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt seien. Bouffier sagte laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Auch im Netz ist die Würde des Menschen zu bewahren.“

Nun soll ein Portal etabliert werden, auf welchem Nutzer vermeintliche „Hass-Postings“ und Gewaltaufrufe melden können. Das Netzwerk solle die strafrechtliche Verfolgung der Kommentatoren erleichtern. Beide forderten die „Ächtung“ solcher Kommentare. Al-Wazir betonte, dass er die Menschen generell dazu ermutigen wolle, „für ein weltoffenes und vielfältiges Hessen aufzustehen“. Die Meldung von Kommentaren sei dabei ein „klares Stopp-Signal“ gegenüber den Kommentatoren.

Konferenz für Demokratie geplant

Des Weiteren ist laut Angaben der beiden Politiker eine „Konferenz für Demokratie und Respekt, gegen Gewalt und Hetze“ in Planung. Dies berichtet unter anderem die „Junge Freiheit“. Neben der Polizei und verschiedenen Medienvertretern soll auch das hessische „Demokratiezentrum“ bei der Veranstaltung mitwirken. Mitglied des Zentrums ist unter anderem ein Antifa-Verband, die „Antifaschistische Bildungsinitiative“.

Zu den genauen Maßstäben äußerte sich der Ministerpräsident nicht. So ließ er die Frage, ab wann ein „Hass-Kommentar“ ein solcher ist, unbeantwortet. 

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