Gesellschaft

Moscheen in Graz: „Gefährlichster Hotspot Europas für Fundamentalisten”

Symbolbild Graz & Symbolbild Koran: Pixabay [CC0] / Collage: Die Tagesstimme.

Eine Undercover‐Recherche des renommierten Journalisten Shams Ul Haq stellte fest, dass Österreichs Moscheen ein großes Radikalisierungspotenzial besitzen. Besonders betroffen ist die steirische Landeshauptstadt Graz. 

Graz. – Über zwei Jahre lang recherchierte Ul Haq verdeckt in hunderten Moscheen im deutschsprachigen Raum. Seine schockierenden Feststellungen brachte der gebürtige Pakistaner vor wenigen Wochen in Buchform in die Öffentlichkeit. Bereits vor zwei Jahren erweckte er mit einem Werk einiges Aufsehen, als er die Hintergründe zur Beliebtheit des politischen Islam in Flüchtlingsunterkünften beleuchtete.

Graz: Hohe Konzentration radikaler Moscheen

In Österreich fand Ul Haq in allen Großstädten – Wien, Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt – islamistische Prediger. Eine besondere Konzentration musste er dabei in Graz feststellen. Im Gespräch mit Imamen und Gläubigen untersuchte er Sympathien für den politischen Islam in allen Moscheen der Grazer Landeshauptstadt. Diese sei der „gefährlichste Hotspot für radikale Fundamentalisten” in ganz Europa.

Besonderes Augenmerk legte er auf drei Moscheen, in denen er auf Salafisten stieß: Die tschetschenische Tawhid‐Moschee in der Herrgottwiesgasse, eine afghanische Moschee in der Ungergasse und die Subul‐El‐Salam‐Moschee in der Großmarktstraße. Letztere ist seiner Ansicht nach die radikalste.

Radikale Imame verwenden psychologische Finten

Besonders perfide ist einem OE24-Artikel zufolge hierbei, dass die Hassprediger offenbar genau wissen, wie sie vorzugehen haben. Mittlerweile brülle niemand mehr „mit heiserer Stimme, dass alle Ungläubigen abgeschlachtet” werden müssten. Mit psychologischen Finten würden sie das „Gift in die Köpfe der Menschen” predigen. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch antiwestliche Hetze. Dieser Grundtenor stand schließlich auf Pate für seinen Buchtitel: „Eure Gesetze interessieren uns nicht!”

Jugendliche Afghanen mit „Gefährderpotenzial”

Nicht alle Gotteshäuser sind offiziell – manche agieren verdeckt, quasi im Hinterzimmer. Besonders überraschend fand er den großen Anteil an jugendlichen in der afghanischen Moschee in der Ungergasse. Er halte dies gesellschaftspolitisch für eine „Art leicht entzündlichen Molotow‐Cocktail”:

Männer, die ihr Geld mit Drogenhandel und Prostitution verdienen, die allein schon durch ihre Lebensumstände und Lebensgeschichten ein hohes Gefährderpotenzial darstellen und in engem Kontakt zur afghanischen Moschee stehen.”

Die Haltung der türkis‐blauen Bundesregierung – diese schloss im August mehrere radikale Moscheen (Die Tagesstimme berichtete) – begrüßt der Autor prinzipiell. Gleichzeitig fordert er eine vorsichtige Vorgehensweise, um die Situation nicht noch zu verschlimmern.

Integrationstadtrat nimmt Regierung in die Pflicht

Die Grazer Stadtpolitik dementierte indes, dass es sich um einen aktuellen Befund handle. Laut Bericht der Kleinen Zeitung geht diese, ebenso wie der Verfassungsschutz, von 15 Moscheen in Graz aus. Ul Haq hingegen erwähnte über 20. Gleichzeitig fordert Integrationsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) die Bundesregierung zum Handeln auf. Er habe bereits „öfters von solchen Tendenzen gehört”. Allfällige Gesetzeslücken müsse man schließen, so Hohensinner.

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