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Kultur

Innsbruck: Van der Bellen ernennt Chef von linkem Kulturtreff zu Professor

Julian Schernthaner

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Bild van der Bellen (2017): Manfred Werner (Tsui) via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten) / Bild Treibhaus-Eingang: Pimpinellus via Wikimedia Commons (umrandet) [beide CC BY-SA 4.0] / Collage: Die Tagesstimme.

Der Leiter des Innsbrucker Kultur‐ und Szenetreffs Treibhaus darf sich mit Beschluss von Bundespräsident Alexander van der Bellen ab 30. November ‚Professor’ nennen. 

Innsbruck. – Die Ehrung des Treibhaus-Chefs Norbert Pleifer findet an diesem Tag um 11 Uhr im Landhaus statt. Verleihen wird die Ehrenprofessur der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Der erstmalige Vorschlag kam vom Dramatiker Alois Schöpf. Dieser hat sich selbst, besonders im Bereich der Rejuvenation der Blasmusik, als Konzertveranstalter und Dirigent einen Namen in der heimischen Musikszene gemacht. Das Salzburger Mozarteum leitete die Empfehlung schließlich weiter.

Treibhaus als Herzstück der linken Kulturszene

Seit 1981 betreibt Pleifer das Kulturzentrum, welches fünf Jahre später an seinen derzeitigen Standort in der Angerzellgasse in der Innenstadt umzog. Das als Nachfolger des KOMM als erstes autonomes Kulturhauses Westösterreichs gegründete Lokal wurde seitdem zur Fixgröße im Vergnügungsleben der Tiroler Landeshauptstadt. Unter seiner Ägide etablierte sich die Einrichtung als angesagte Anlaufstelle für Musik, Theater und Kabarett alter Art.

Gleichzeitig versteht sich das Treibhaus aus dezidiert linkes Etablissement. Unter seinen Grundsätzen begreift es auch einen kulturpolitischen Ansatz. Hier ist man gemäß Eigenverständnis auch darauf ausgerichtet, die „Interessen Benachteiligter politisch zu vertreten” und „solidarisches Handeln einzuüben”. Auf diese Art und Weise wurde es über die Jahre zu einem Herzstück der prononciert linken Kulturszene an Inn und Sill.

Ex‐Grüner Präsident macht „Fan” zum Professor

So war es auch das Treibhaus, welches im Spätherbst 2016 die Chorproben des „Singen für VdB” abhielt. Unter Schirmherrschaft des linksgerichteten Kabarettisten Markus Koschuh trafen sich hierbei Bürger, um gemeinsam umgedichtete Weihnachtslieder zum Besten zu geben. Diese sollten – auch mit teilweise nicht unumstrittenen Liedstellen – für eine Wahl des früheren grünen Bundessprecher in das höchste Amt im Staat werben.

Und so macht Pleifer auch keinen Eck, dass für ihn – einem TT-Artikel zufolge – die Professorwürde aus dem richtigen politischen Eck kommt. Deren Annahme hänge bei ihm nämlich auch von der Gesinnung des Staatsoberhaupts ab. Pleifer wörtlich:  „Von einem Hofer oder Waldheim hätte ich den nie angenommen”. Er freut sich, mit einem Augenzwinkern, demnach auch mit dem früheren Wirtschaftsprofessor van der Bellen nun „auf Augenhöhe” zu sein.

Ehrenprofessuren als rechtliche Besonderheit

Dass es möglich ist, dass der mehrfache Studienabbrecher Pleifer dennoch zu einer Professur kommt, hängt mit einer Besonderheit des österreichischen Rechts zusammen.  Ein Bundesverfassungsgesetz ermöglicht die diesbezügliche Auszeichnung von Personen, welche sich in „langjähriger Ausübung ihres Berufes Verdienst um die Republik Österreich” erworben haben – und zwar auf dem Gebiet der Kunst oder Wissenschaft.

Vergeben kann dieser nur an Personen werden, die mindestens das fünfzigste Lebensjahr vollendet haben und je nach Betätigungsfeld mindestens fünfzehn bis fünfundzwanzig Jahre außerordentliche Leistung in ihrem Gebiet erbracht haben. Es steht außer Zweifel, dass diese Ehre mit Pleifer einem wichtigen Akteur der heimischen Kunst‐ und Kulturszene zuteil wird. Ob es dieselben medialen Lobeshymnen gegeben hätte, wenn ein Präsident Hofer einen ausgewiesen patriotischen Künstler derart geehrt hätte, sei dennoch dahingestellt.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    23. November 2018 at 16:50

    Da haben unsere deutschen grünen „Expertinnen” ja Pech, dass es nicht so etwas auch bei uns gibt. Göring Eckardt mit abgebrochenem Theologiestudium wurde von Dunja Hayali in einer Sendung über Chemnitz mit den Worten bedacht: „Sie haben ja dort studiert.” Bei einem Politike rder AfD hätte dieser Satz ganz anders, aber dann wenigstens wahrheitsgemäßer, geklungen.

    Besonders könnte sich unsere bei Deutschlandhassern mitgelaufene Bundestagsvize Roth freuen. Immerhin schaffte sie es im Leben, eine band zu ruinieren. Weitere „Erfolge” sind weitgehend unbekannt.

  2. Avatar

    Dr. JWBraun

    23. November 2018 at 18:19

    Doch, sowas Ähnliches gibt es auch in Baden‐Württemberg: den „Reitzenstein‐Professor”, der vom Ministerpräsidenten (dessen Amtssitz in Stuttgart die Villa Reitzenstein ist) verliehen wird. Lothar Späth amüsierte sich seinerzeit darüber, dass er „ohne Abitur” sogar Professoren machen konnte.

  3. Avatar

    Zickenschulze

    24. November 2018 at 10:35

    Der Schritt von Treibhaus zum Tollhaus ist nur mehr eine Stufe
    Mahlzeit.

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Gesellschaft

Wegen Frauenbild: Künstlergruppe bewirft Goethe‐Gartenhaus mit Klopapier

Julian Schernthaner

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ASDF Screenshot: YouTube [@ca. 01:25]

Weil sie mit dem vermeintlichen Frauenbild des großen deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe nicht konform gehen, machte sich eine linksgerichtete „Künstlergruppe” an seinem Gartenhaus zu schaffen.

Weimar. – Wie die Aktivisten von „Frankfurter Hauptschule” sich auf Twitter bekennen, haben diese – auch nach Eigenbeschreibung – das Haus, welches der Schriftsteller nach seiner Rückkehr nach Weimar zu Wohn‐ und Arbeitszwecken verwendete, „geschändet”. Ihre Nachricht schmückten sie mit den Hashtags #LOLita und #MeToo. Das Haus gehört als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar” zum UNESCO‐Weltkulturerbe.

Groteske Kunstperformance an Goethe‐Haus

Darin verlinken sie außerdem ein Video, welches die Herangehensweise der verstörenden Aktion dokumentiert. Man sieht darin die Mitglieder des Kollektivs zunächst in verschiedenen Posen und Figuren mit Klopapierrollen vor der Heckenbegrenzung herumtanzen. Immer wieder spielen sie dabei Abwandlungen von Zitaten aus Goethe‐Stücken ein.

Diese geben sie aber nicht im Original wieder, sondern adaptieren sie an Fäkalsprache. Einzig der Abgesang referenziert den Film „Fack ju Göhte”. Nach anderthalb Minuten der kuriosen Performance werfen die mit von Grimassen geschmückten Mundschutz ausgestatteten Personen dann die Klorollen auf das Grundstück. Untermalt wird das groteske Schauspiel von einer Vertonung des berühmten Goethe‐Gedichts „Heidenröslein”.

Goethes vermeintliches Frauenbild als Auslöser

Wie 3Sat Kulturzeit unter Berufung auf ein Schreiben, welches der dpa vorliege, beschreibt, stoßen sich die selbsterklärten Künstler an Goethes Frauenbild. Tatsächlich sind die Äußerungen einiger seiner Charaktere über ihre weiblichen Gegenparts heutzutage häufig Gegenstand der wissenschaftlichen Debatte. Im Großen und Ganzen sind sie allerdings ein Abbild ihrer Zeit, welche eher ein traditionelles Frauenbild vermittelte.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass „Frankfurter Hauptschule” mit einer umstrittenen, feministisch inspirierten Aktion für Schlagzeilen sorgt. Im Jahr 2016 etwa knackten sie in Frankfurt am Main nicht weniger als 3,000 Liebesschlösser. Ihr Kritikpunkt an der romantischen Tradition damals: „Hier geht es nicht um Liebe, sondern um Besitz. Es ist ein massenhafter Ausdruck von Zwangsliebe und Liebeszwang.“

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Kultur

Keine NS‐Symbolik: Öllinger blitzt mit Anzeige gegen Künstler Wiesinger ab

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Wiesinger 2013): Franz Johann Morgenbesser via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Die Staatsanwaltschaft Ried stellte die Ermittlungen, ob es sich beim Steinmetzzeichen des patriotischen Künstlers Odin Wiesinger um ein verbotenes Symbol handelt, ein.

Ried i. I. /Schärding. – Linker Innviertler ex‐Politiker zeigt bekannten Innviertler Künstler an und scheitert grandios: Die von Karl Öllinger, früher Nationalratsabgeordneter der Grünen, initiierte Plattform „Stoppt die Rechten” sah in der Künstlersignatur des Malers Odin Wiesinger eine Odal‐Rune. Das altgermanische Schriftzeichen hätte in einer Abart als Abzeichen der 7. SS‐Freiwilligen‐Gebirgs‐Division „Prinz Eugen” fungiert, und Wiesingers Emblem zeige dazu angeblich eine große Ähnlichkeit, so die Ansicht der Einrichtung.

Anzeige ursprünglich bei falscher Behörde

Auf Basis dieser gewagten Argumentationsschiene erstattete man deshalb eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Schärding – in deren Gebiet befindet sich Wiesingers Atelier in Andorf – nach dem Abzeichengesetz. Die Behörde erklärte sich allerdings für nicht zuständig und leitete die Anzeige weiter an die Staatsanwaltschaft Ried. Diese prüfte in der Folge wegen eines möglichen Verstoßes gegen §3g des NS‐Verbotsgesetzes.

Nun kam die Staatsanwaltschaft aber zum Schluss, die Ermittlungen einzustellen, wie der Blog Unzensuriert am Dienstag berichtete. Von der Tagesstimme darauf angesprochen zeigte sich Wiesinger erleichtert. Er wunderte sich auch über die formellen Fehler Öllingers, dieser hätte wissen müssen, dass eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft „nichts bringt”.

Anzeige sollte „einfach Aufmerksamkeit erregen”

Er sieht das Vorgehen insgesamt als taktisches Manöver, man habe damit wohl „einfach Aufmerksamkeit erregen” wollen. Diese Bewertung ist wohl nicht völlig aus der Luft gegriffen – denn die Anzeige geschah wenige Wochen, nachdem die FPÖ Wiesinger für den Landeskulturbeirat in Oberösterreich nominierte – Die Tagesstimme berichtete.

Nach einer Welle der Empörung vor allem von linker Seite, entschied der Künstler dann in der Folge von sich aus, dafür nicht zur Verfügung zu stehen. Im Tagesstimme-Interview im Juni erzählte Wiesinger von „Unterstellungen und ungustiösen Beschimpfungen”, welche ein Ausmaß angenommen hätten, dass sie sein Familienleben beeinträchtigten.

Signatur laut Wiesinger ein „Steinmetzzeichen”

Bereits damals legte Wiesinger sein Unverständnis für die Anzeige dar. Diese zeige ein „Denunziantentum” nach Muster der DDR und „damit verbundener Stasi‐Methoden”. Er bezeichnete die Anzeige seitens Öllinger und seiner Plattform seinerzeit auch als „widerlichen Polit‐Aktivismus”. Auch am „leider immer mehr politisch agierende Kulturbetrieb”, welcher ein „Feindbild” brauche, ließ er dabei wenig gute Haare.

Das Symbol selbst wiederum habe er bereits vor 25 Jahren als „Steinmetzzeichen” im Stil der gotischen „Dombauhütten“ entworfen, um damit seine Skulpturen zu signieren. Es bestehe aus einem O, einem W und zwei I‐Punkten. „Irgendein Spinner” habe dann irgendwann versucht, einen Bezug zur Odalrune herzustellen, so der Künstler bereits 2016 gegenüber dem Szenemagazin Vice.

Kaum Ähnlichkeit zu historisch belasteter Form

Übrigens: Selbst, wenn es sich mit Bedacht um eine Runenform handeln würde, sähe Wiesingers Zeichen der altgermanischen Version ähnlicher als der zeitgeschichtlichen Variante. Erstere findet sich auf zahlreichen Kulturdenkmälern weltweit sowie weiterhin in heraldischem Gebrauch. Auch als Hausmarke kennt man sie vor allem im ländlichen Raum, aber sogar im kirchlichen Bereich, etwa im berühmten Straßburger Münster, findet sich das Symbol an Steinen und Skulpturen.

Außerdem sind beispielsweise in der neuheidnischen Szene, insbesondere im englischsprachigen Raum, beide Versionen – sowohl mit als auch ohne Serifen – heutzutage ohne politischen Hintergrund in Verwendung. Der Gebrauch auch weiterer Runen im NS‐Staat stößt in diesen Kreisen auf besonders große Ablehnung. Zum Vergleich der Symbole:


Weiterlesen:

Wiesinger: „Brauchen mehr Ehrlichkeit in der Kunst!” (Interview, 21.6.2019)

Oberösterreich: FPÖ nominiert Maler Wiesinger für Landeskulturbeirat (13.5.2019)

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Kultur

Frankenburger Würfelspiel: Geschichte als imposantes Freiluftspektakel

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Würfelspielszene am Haushamer Feld): © Würfelspielgemeinde Frankenburg [Pressefoto]

Alle zwei Jahre wird ein Feld der 5.000-Seelen-Marktgemeinde Frankenburg zur größten Naturfreilichtbühne Europas, um ein leidvolles Kapitel der heimischen Geschichte zu inszenieren.

Frankenburg am Hausruck. - Mitten im dreißigjährigen Krieg wurde das Haushamer Feld, heute in der Gemeinde Pfaffing zwischen Frankenburg und Vöcklamarkt, am 15. Mai 1625 zum Schauplatz eines grausamen Akts. Der bayerische Statthalter Adam Graf von Herberstorff ließ die Rädelsführer der aufständischen Bauern als Akt der ‚Gnade’ um ihr Leben würfeln. Seit 1925 stellen hunderte Laienschauspieler die damaligen Vorkommnisse nach.

Ein Markt erhebt sich gegen die Obrigkeit

Das Stück spielt in der Zeit der Gegenreformation. Im damaligen Oberösterreich fielen die lutherischen Lehren und die deutsche Messe auf fruchtbaren Boden, bis zu 80 Prozent der verarmten Landbevölkerung schlossen sich dem neuen Glauben an. Nachdem die Habsburger das ‚Landl’ an den bayerischen Herzog Maximilian I. verpfändeten, ließ dieser mittels katholischer Geistlicher das Rechtsprinzip cuius regio, eius religio (Wessen Land, dessen Glaube) knallhart durchsetzen.

Auch in Frankenburg sollte ein „römischer” Pfarrer aus Welschtirol den beliebten evangelischen Prediger ersetzen. Die bereits durch Hunger und Missernten geschundene Dorfbevölkerung ließ sich den Affront nicht bieten und etwa 5.000 Bauern aus Frankenburg und den umliegenden Gemeinden verjagten zuerst den ungebetenen Geistlichen, belagerten dann den Pfleger der Grafschaft im Frankenburger Schloss. Erst als man ihnen Gnade für ihren Aufstand versprach, legten sie die Waffen nieder.

Gewaltige Bilder bringen Lebensumstände näher

Das ursprünglich aus der Feder des Heimatschriftstellers Karl Itzinger stammende Stück erzählt in eindrucksvollen Bildern die Dramaturgie des sich zuspitzenden Widerstandes der Bevölkerung. Dabei sind es auch kleine Details, welche in den Bann der damaligen Not ziehen, wie bereits eine Eingangsszene zeigt, als sich ein Bauer anschickt, den Verwalter um einen Steuernachlass zu bitten. Erstmals rückt in der diesjährigen Inszenierung zudem auch das Leid der Frauen im Ort in den Mittelpunkt.

Der Gebrauch des bodenständige Dialekts lässt die Figuren noch näher erscheinen. Egal ob es der radikale Feldhauptmann ist, der dem Pfleger bei der Eskalation des Aufstandes wortwörtlich an die Gurgel geht oder der um Diplomatie bestrebte Dorfrichter ist, der am Ende dennoch zur Rechenschaft gezogen wird: es sind lebendige Charaktere, zum Angreifen nah. Es könnten unsere eigenen Vorfahren sein – und bei den Frankenburger Darstellern sind sie es in vielen Fällen sogar.

Ein Würfelspiel als gnadenloses Gnadengericht

Schauriger Abschluss ist das letzte Bild, wo die gesamte Dorfbevölkerung – es sind bis zu 700 Laiendarsteller – zusehen muss, wie die vermeintlichen Rädelsführer aus ihrer Mitte genommen werden und unter einem Baum paarweise um ihr Leben würfeln müssen. Jener mit dem niedrigeren Augenpaar wird am Kirchturm aufgeknüpft. Von 38 als leitend geltenden Aufständischen müssen 17 sterben – zwei genießen zusätzlich Begnadigung.

Aus historischer Sicht brachte dieses grausame – und nicht besonders christlich anmutende – Würfelgericht übrigens keine Kalmierung. Denn die Frankenburger Erhebung wurde zum Fanal, schon im darauffolgenden Jahr 1626 brach der Oberösterreichische Bauernkrieg los – diesmal mit sorgfältiger Planung. Monatelang hielten die aufständischen Bauern dabei wechselweise die bayerischen und kaiserlichen Truppen in Schach.

Kulturerbe mit zeitlosem Inhalt

Das dramaturgische Meisterstück, bei dem ein ganzes Dorf seine Erinnerung aufleben lässt, ist eine Art verborgenes immaterielles Kulturerbe. Und sein Inhalt – an den Menschen verschiedenster Couleur anknüpfen können – ist zeitlos. Die Verfolgung Andersdenkender bleibt ebenso aktuell wie der Wunsch nach Freiheit und nach einem würdevollen Leben in einem Stück Heimat, wo man sich nicht erklären muss.

Die übrigen Aufführungen 2019 finden am 9./10./11./14. und 15. August, jeweils ab 20:30, statt, die Dauer ist knapp zwei Stunden. Durch die exponierte Lage des Hausrucks sollte man sich durch die sommerlichen Temperaturen allerdings nicht trügen lassen – eine Jacke oder Decke schafft Abhilfe. Karten können auf der Homepage des Würfelspiels oder an der Abendkassa erworben werden, bei Schlechtwetter gelten sie auch an den übrigen Tagen.

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