In eigener Sache Interview Meinung

Lenart übernimmt Nautilus‐Leitung: „Wir brauchen eine kulturelle Offensive”

Bild: Leiter des AK Nautilus, Patrick Lenart

Patrick Lenart hat im November die Leitung des Arbeitskreises Nautilus – zu dem auch Die Tagesstimme gehört – offiziell übernommen. Der Aktivist, Philosoph und Weltreisende ist gegenwärtig am Weg von Laos nach Kambodscha. Wir fragten ihn, warum er die Leitung übernommen hat, welche Ziele er verfolgt und wie unabhängig der Arbeitskreis wirklich ist.

Die Tagesstimme: Seit November hast Du offiziell die Leitung des AK Nautilus übernommen. Manche Leute kennen Dich ja bereits durch Deine Social‐Media‐Präsenz und Deinen politischen Aktivismus. Erzähl uns doch kurz etwas über Dich persönlich.

Patrick Lenart: Ich versuche es kurz und knapp: Ich bin 30 Jahre alt und habe in Graz Philosophie, Geschichte und Rechtswissenschaften studiert, wo ich auch einer Studentenverbindung beigetreten und eine Mensur geschlagen habe. Sechs Jahre war ich führend am Aufbau der Identitären Bewegung beteiligt und stand deswegen diesen Sommer – als einer der zwei Hauptangeklagten – vor Gericht. Ich wurde allerdings von allen Vorwürfen in der ersten Instanz freigesprochen. Der Vernichtungswunsch der Staatsanwaltschaft und anderer Akteure ging so weit, dass auch das patriotische Unternehmen Phalanx Europa, das ich mit Martin Sellner 2013 gründete, zerstört werden sollte. Noch ist ungewiss, ob das gelingen wird.

In all den Jahren habe ich mit vielen Erfolgen und Rückschlägen Unglaubliches erlebt und viele Erfahrungen gesammelt, die für eine gewisse Reife gesorgt haben. Dennoch – oder gerade deswegen – bin ich von ganzem Herzen Aktivist. Und das soll sich auch künftig nicht ändern, wenngleich sich der Schwerpunkt meiner Arbeit verlagert hat. Neben der Arbeit an meinem persönlichen Blog, wo es um Kultur, Politik und Philosophie geht, reise ich seit Oktober um die Welt. Oder zumindest ist das mein Vorhaben. Gegenwärtig bin ich übrigens in Kambodscha, dem zweiten Land auf meiner Route.

Die Tagesstimme: Wieso engagierst Du Dich jetzt ausgerechnet beim Arbeitskreis Nautilus? Es gibt ja genügend Projekte, bei denen Du mitwirken könntest?

Patrick Lenart: Ich habe in den letzten Jahren feststellen müssen, dass es schmerzhafte Lücken in der entstehenden patriotischen Zivilgesellschaft gibt. Lücken, die dringend geschlossen werden müssen. Wer einmal erkannt hat, wie die meisten Journalisten und andere Meinungsmacher arbeiten, den lässt das nicht mehr los. Das Schlüsselereignis hatte ich bei einer Demonstration im Jahr 2016: Neben mir stand ein Journalist mitsamt Kamera, dem ein Böller der Antifa fast auf dem Kopf explodierte. Er schimpfte gegen die Linksextremisten so heftig, dass selbst ich überrascht war. Einer unserer Demo‐Teilnehmer wäre damals wegen der Heftigkeit der Antifa‐Ausschreitungen fast gestorben.

Obwohl es dieser Journalist besser wissen musste, sollte ich wenig später die Wahrheit ins Gegenteil verdreht lesen: Die friedliche Demonstration wurde medial beschimpft und die Opfer der Gewalt zu Tätern erklärt. Obwohl die Journalisten sogar Videomaterial von den Ausschreitungen haben mussten. An diesem Tag beschloss ich, alles dafür zu tun, um dieser unglücklichen Situation entgegenzutreten. Ich war froh, dass auch andere diese Probleme sahen und wir zu Beginn des Jahres den AK Nautilus gründen konnten. Da ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch Leiter der IBÖ war, verzichtete ich auf die Leitung des Arbeitskreises. Denn Unabhängigkeit soll nicht nur eine billige Floskel sein, sondern wir wollen es wirklich besser machen. Wo beginnt man eher, als bei sich selbst.

Die Tagesstimme: Du sagst, dass Du dich gegenwärtig in Südostasien befindest. Wie sieht eigentlich Deine Arbeit für den Arbeitskreis konkret aus – was ist dein Aufgabenbereich?

Patrick Lenart: Im November habe ich ehrenamtlich die Leitung des AK Nautilus übernommen. In der Position setze ich nicht nur wichtige Impulse in allen Bereichen, sondern arbeite auch am Aufbau stabiler Strukturen und ihrer Weiterentwicklung. Dass ich mich in den letzten Jahren sehr viel mit Organisation und Management sowohl in NGOs als auch Unternehmen beschäftigt habe, kann ich hier produktiv einbringen. Dank der technischen Entwicklung ist auch die große Entfernung kein Problem: Ob ich in Österreich oder Kambodscha sitze, fast alles kann über das Internet organisiert werden. Notwendig ist nur ein absolutes Vertrauen unter allen Beteiligten. Abgesehen davon erledige ich neben der Projektentwicklung auch das Designen und Programmieren und helfe überall mit, wo es geht.

Die Tagesstimme: Wohin möchtest du mit dem Arbeitskreis, was sind deine langfristigen Ziele? Gibt es auch schon größeren Gegenwind?

Patrick Lenart: Ich hoffe, dass wir den Grundstein für eine qualitativ hochwertige Informationsarbeit gelegt haben, die einen Vergleich mit den etablieren Institutionen nicht zu scheuen braucht. Auch wenn unsere Arbeit noch in den Kinderschuhen steckt und ein steiler Weg vor uns liegt, ist das Potential unserer Arbeit bereits jetzt erkennbar. Wir wollen die Informationslücken im politischen, theoretischen und kulturellen Bereich schließen, indem wir Synergien zwischen Recherche, Schulung und einer umfassenden Medienarbeit schaffen. Denn wir brauchen eine kulturelle Offensive. Dafür wollen wir den Resonanzraum genauso bieten wie das geistige Fundament.

Zwar betrachten wir die Dinge aus einer patriotischen Perspektive, doch es ist ein Irrglaube, dass dies „politisch“ sei. Denn Patriotismus ist etwas, das sich jenseits aller politischer Achsen und Parteien abspielen sollte – Patriotismus sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Weder schreiben wir aus politischen Gründen schlecht gegen eine Gruppe, noch positiv. Inhaltliche Fehler konnten uns selbst nach acht Monaten intensiver Arbeit niemand nachweisen und das ist die einzige Kritik, die uns interessiert. Unsere Arbeit ist schlicht qualitativ hochwertig und was wir sagen, ist korrekt.

Die Tagesstimme: Was planst Du mit dem AK‐Nautilus für die Zukunft, auf welche Projekte dürfen wir uns freuen?

Patrick Lenart: Im Fokus der nächsten Monate werden auch weiterhin die Flaggschiffe Kulturmagazin Anbruch und Die Tagesstimme stehen. Bei beiden gibt es noch viel zu tun, aber insbesondere bereiten wir gerade die nächsten großen Schritte für das Kulturmagazin vor. Diese sind allerdings noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Diesen November haben wir außerdem mit dem Aufbau einer Bibliothek und einem Schulungsbetrieb in Graz begonnen. Ein Ausbau der Schulungen ist bereits geplant.

Das wäre eigentlich schon genug, aber wir arbeiten auch an einem dritten großen Projekt. Bisher geben wir nur den Namen „Patronaut“ bekannt. Vorgestellt wird es im Frühjahr 2019 und soll dann im Laufe des nächsten Jahres in Betrieb gehen. Wie schnell wir die nächsten Schritte umsetzen können, wird daran liegen, ob wir weitere Unterstützer von unserer Arbeit überzeugen können. Zwar arbeitet der Großteil unserer Mitarbeiter – inklusive mir – ehrenamtlich, aber einige der Projekte verursachen dennoch hohe Kosten.

Die Tagestimme: Kritiker meinen, als ehemaliger Leiter der Identitären Bewegung könne man keinen unabhängigen Journalismus und keine Recherchearbeit beitreiben, warum funktioniert das doch?

Patrick Lenart: Diese Kritiker haben in den meisten Fällen eine politische Agenda. Sie kritisieren uns, weil wir Patriotismus zur Normalität erklären und ihnen einen Spiegel vorhalten. Insofern ist ihre Kritik ein Erfolg für uns. Grundsätzlich gilt: Weder irgendeine Partei, noch die Regierung oder sonstige externe Akteure werden jemals eine Wunsch‐Berichterstattung von uns bekommen. Alle unsere Mitarbeiter sind Idealisten, ihnen geht es um die Sache: Aufklärung über die aktuelle Lage und die Arbeit an einer kulturellen Erneuerung. Hier muss Jeder unser Motto akzeptieren: Die Wahrheit ist zumutbar!

Was mich persönlich betrifft: Auch wenn ich nun unabhängig bin, bleibe ich selbstverständlich identitär. Denn ich betrachte unsere regionale, nationale und europäische Identität als wertvollen Teil einer Welt der Vielfalt – genauso wie ich es als notwendig erachte, mit den verstaubten Ideologien der Moderne Schluss zu machen. Ich bin übrigens auch nicht abhängig von GreenPeace, vom VgT oder von Amnesty International, obwohl ich Umweltschutz, Tier‐ und Grundrechte für wichtig halte.

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