Wegen ‚Hassrede‘

Facebook sperrt Islamkritiker Abdel-Samad

Der Politologe und Publizist Hamed Abdel-Samad gehört zu den wichtigsten Islamkritikern unserer Zeit. Nun sperrte ihn Facebook für drei Tage – offenbar wegen eines islamkritischen Kommentars. 

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<p>Bild (Abdel-Samad 2015): JCS via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Frankfurter_Buchmesse_2015_-_Hamed_Abdel-Samad_4.JPG">Wikimedia Commons</a> [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>] (Bild zugeschnitten)</p>

Bild (Abdel-Samad 2015): JCS via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Berlin. – Abdel-Samad weilt derzeit bei der Berliner Islamkonferenz, welche sich eine Öffnung und Demokratisierung der Islamverbände zum Ziel gesetzt hat. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er vor allem durch seinen islamkritischen Beststeller „Mohamed – eine Abrechnung“ bekannt, welcher 2015 für Furore sorgte. Regelmäßig tritt er im Fernsehen als Experte in Debatten und Talkshows zum Thema Islam auf.

Islamkritischer Tweet: Drei Tage Facebook-Sperre

Der gebürtige Ägypter Abdel-Samad gehört zu jenen Intellektuellen, welche die islamische Religion für unreformierbar halten – bei einzelnen Muslimen eine Änderung der Werte aber durchaus für möglich halten. In diese Richtung zielte vermutlich auch ein Posting auf Facebook, welches er am Dienstag absetzte. Darin kritisierte er die Einstellung junger Muslime in westlichen Ländern:

Enthüllungen über die ÖVP

Ates: Facebook ist „Erfüllungsgehilfe von Islamisten“

Daraufhin sperrte ihn die soziale Plattform für drei Tage – anscheinend, weil er die Gemeinschaftsstandards mittels „Hassrede“ verletzt hätte. Öffentlich machte dies via Twitter auch Seyran Ates – ebenfalls Teilnehmerin der Konferenz. Die Begründerin einer liberalen Moschee in Berlin erhielt selbst in der Vergangenheit für ihr Engagement Morddrohungen vonseiten radikaler Muslime. Angesichts der Sperre ihres Kollegen sah sie Facebook sogar als „Erfüllungsgehilfen“ des politischen Islams:

Kritik an Löschpolitik in sozialen Medien

Es ist nicht das erste Mal, dass Abdel-Samad solche Erfahrungen auf sozialen Medien macht. Auch die Plattform Twitter sperrte den prominenten Islamkritiker in der Vergangenheit. Laut seinen eigenen Aussagen war eine Fehde mit einem angeblichen algerischen Islamisten und einem Bekannten desselben vorausgegangen.

Danach kritisierte er die Löschpolitik des Unternehmens. Auch generell unterstellte er, dass die sozialen Medien von Extremisten unterwandert seien:

„Oft werden Konten von Islamkritikern auf Facebook und Twitter gesperrt und Videos von ihnen auf YouTube gelöscht, während islamistische, antiwestliche und antiisraelische Accounts, die Hass schüren, unangetastet bleiben.“

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