Verbinde Dich mit uns

Gesellschaft

Umstrittene Broschüre sorgt für Aufregung

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Symbolbild: CC0 / Logo Amadeu Antonio Stiftung: UnbekanntUnknown author [Public domain], via Wikimedia Commons / Collage: Die Tagesstimme

Die Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung, in der gleich mehrere Stellen für Aufregung sorgten, gehe es laut der Stiftung um den Umgang mit Eltern, die „durch rechtsextremes oder rassistisches Verhalten auffallen”.

Berlin. Seit mehreren Tagen sorgt eine Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung für Aufregung. In der Broschüre „Ene, mene, muh – und raus bist du!” geht es um frühkindliche Bildung und den Umgang mit Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit in Kindertagesstätten. Während Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) die Unterstützung besagter Broschüre verteidigt, kommt seitens einiger Unionspolitiker Kritik. Die Stiftung selbst wehrt sich gegen diese Kritik.

Gleich mehrere Stellen sorgen für Aufregung

Für Diskussion sorgten gleich mehrere Stellen in der Broschüre. Unter anderem solle man mithilfe der Broschüre „rechtspopulistische” Eltern von Kita‐Kindern enttarnen und ihnen Einhalt gebieten. Laut der Broschüre würden „Rechtspopulistische, neurechte oder religiös‐fundamentalistische Gruppierungen” mit „diffamierenden Wörtern wie ‚Genderismus’, ‚Genderwahn’, oder eben ‚Frühsexualisierung’ ” gegen die Vermittlung von Vielfalt hetzen. In der Broschüre werden außerdem mehrere „Fallanalysen und Handlungsmöglichkeiten in der Praxis” beschrieben. Darunter auch der Fall einer Mutter, die mit den Mitarbeitern der Kindertagesstätte das Gespräch sucht, weil sich ihr Sohn am Vortag in der Einrichtung die Fingernägel lackieren ließ. Das hätte einen schlechten Einfluss auf ihr Kind. Jungen seien Jungen und Mädchen seien Mädchen. In dem konkreten Fall wird die Frau aufgrund ihrer Haltung in der Broschüre als „besorgte Mutter” bezeichnet.

Kinder aus „völkischen Elternhäusern”

In einem weiteren Fallbeispiel geht es um „Kinder aus völkischen Elternhäusern”. Beschrieben werden zwei Geschwister, die „besonders zurückhaltend sind und wenig von zu Hause (…) erzählen”. Sie verhalten sich im Morgenkreis zum Wochenbeginn „schweigsam und passiv”. Probleme mit Disziplin hätten die Kinder aus diesem Beispiel jedoch keine. Weiters seien „traditionelle Geschlechterrollen in den Erziehungsstilen erkennbar: Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus‐ und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt.”

Mehrere Unionspolitiker kritisierten die Broschüre scharf. Diese würde einer „staatlichen Handlungsanweisung zur Elternspionage” gleich kommen. Vize‐Unionsfraktionsvorsitzende Nadine Schön (CDU) erklärte, dass die Broschüre möglichst sofort „eingestampft” werden solle.

Kritik kommt von Unionspolitikern

Auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Flako Liecke (CDU), empfahl am Freitag allen Kitas in seinem Zuständigkeitsbereich, die Broschüre nicht zu verwenden. In einer Pressemitteilung hieß es diesbezüglich: „Die Broschüre will Vorurteile bekämpfen, vermittelt sie aber selbst. Es ist nicht Aufgabe von Erziehern, die politische Gesinnung der Eltern zu überprüfen. Auch die einseitige Fixierung auf rechtsradikale Elernhäuser ist ein Problem. Gefahren für unsere Demokratie gehen von allen Rändern aus.” In Neukölln gäbe es eher ein Problem mit religiösem Extremismus und auch die Indoktrination durch Linksextremismus sei eine Gefahr.

Stiftung wehrt sich gegen Kritik

Die Stiftung selbst wehrt sich gegen die Anschuldigungen und die Kritik. Auf ihrer Internetseite schrieben sie: „Durch gezielte Auslassungen, falsche Zitierungen und gewollte Missinterpretationen haben rechtspopulistische ‚Alternativmedien’ den Eindruck erweckt, eine Handreichung zum Umgang mit konkreten Fällen von Rassismus und Rechtsextremismus wolle dazu anregen, die politische Einstellung der Eltern zu erfassen und zu kontrollieren.“ Vielmehr gehe es darum, „Kindern Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen – jenseits von Klischees.” Es gehe auch um den Umgang mit Eltern oder Erziehern, die „selbst aktiv durch rechtsextremes oder rassistisches Verhalten auffallen oder bekannt ist, dass sie rechtsextremen Gruppierungen angehören.”

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze

    1. Dezember 2018 at 14:01

    Eigenes Unrechtsbewusstsein seitens der Amadeus Stiftung Zero, aber anderen in deren Persönlichkeitsrechte eingreifen für selbstverständlich halten.
    Wenn das so fortfährt sage ich die Hölle auf Erden voraus.
    Die Irren führen Regie.

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    1. Dezember 2018 at 17:01

    Mich macht so eine Sauerei fassungslos. Wir dachten, mit dem Untergang der DDR wäre auch die Zeit sozialistischer Kinderbeeinflussung vorüber.

    Eigenes Erleben in den 70er Jahren. Meine Frau und ich als Westbesuch in Dresden. Die Familie kirchlich eingebunden. Der Junge ca 5 Jahre alt. In der Prager Straße Begegnung des Jungen mit einer „Tante”. Eindringliches Gespräch beobachtet.

    Mutter fragt, was sie gesagt hat. Der Junge antwortet: ” Ach nichts”. Es braucht keine Glaskugel um zu wissen was sie wollte: Ohren spitzen und berichten.

    Und heutzutage darf man als Bürger Steuergelder abdrücken, mit denen Ex Stasi Spitzel Kahane und Konsorten nun wieder unsere Kinder mit ihren irre kranken Ideen beeinflussen. Widerlich und abartig.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deutschland

Mikrozensus: Jede vierte Person in Deutschland hat Migrationshintergrund

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Der aktuelle Mikrozensus des Statistischen Bundesamts ergab, dass rund jede vierte in Deutschland lebende Person einen Migrationshintergrund aufweist.

Berlin. – Für die Erhebung wurde rund ein Prozent der deutschen Bevölkerung befragt und anschließend das Ergebnis hochgerechnet.

20,8 Millionen haben Migrationshintergrund

Insgesamt haben laut der Befragung des Statistischen Bundesamts rund 20,8 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dies entspricht etwa 25 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Von diesem Prozentsatz besitzt wiederum etwa die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit. Zu der Gruppe mit Migrationshintergrund wurden all jene gezählt, welche entweder selbst nicht mit der deutschen Staatsangehörigkeit geworden wurden, oder wenn dies bei mindestens einem Elternteil der Fall ist.

Wachstum gegenüber Vorjahr

Für das Jahr 2018 lässt sich gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund von 2,5 Prozent verzeichnen, wie unter anderem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. Gefragt wurde außerdem nach den Motiven für die Migration. Als Hauptgrund wurden „familiäre Gründe“ angegeben. 

Dies gaben 48 Prozent der Befragten an. Absteigend folgen die Gründe „Suche nach einer Beschäftigung“ (19 Prozent), „Flucht und Asyl“ (15 Prozent) sowie das Studium oder eine Aus‐ beziehungsweise Weiterbildung in der BRD (fünf Prozent).

Etwa 72 Prozent der Migranten „aus familiären Gründen“ emigrierten aus europäischen Ländern. Der Mikrozensus wird einmal im Jahr vom Statistischen Bundesamt durchgeführt.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Justizbeschluss: „Open Arms” legte in Lampedusa an

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Das Schiff der spanischen NGO Proavtica Open Arms / flickr (CC BY-ND 2.0)

Italiens Innenminister Matteo Salvini reagierte empört auf den Beschluss und warf der sizilianischen Justiz vor, gegen den Willen der Regierung zu handeln.

Rom. Am Dienstag hat der Streit um das NGO‐Schiff „Open Arms” eine überraschende Wende genommen. Die italienische Justiz ordnete am Abend die Beschlagnahmung des vor der Insel Lampedusa liegenden Schiffes an. Noch in der Nacht wurden die Migranten von Bord und an Land gebracht. Die spanische NGO Proactiva Open Arms twitterte, dass nach 19 Tagen „in Gefangenschaft auf dem Deck eines Schiffes” nun alle 83 Migranten von Bord gehen dürften.

Alle Migranten von Bord gebracht

Der Beschluss wurde zuvor nach einer Inspektion des sizilianischen Staatsanwalts Luigi Patronaggio an Bord des Schiffes gefasst, wie der ORF berichtet. Aufgrund einer Anzeige der spanischen NGO hatte die sizilianische Justiz Untersuchungen eingeleitet. Mehreren Medienberichten zufolge soll die Situation am Schiff sehr angespannt gewesen sein. Nun seien aber alle Migranten nach Lampedus gebracht worden, wie Proactiva mitteilte. An Land seien sie umgehend von Ärzten betreut worden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Salvini empört

Auf den Gerichtsbeschluss reagierte Italiens Innenminister Matteo Salvini empört und beklagte eine Strategie, um die Häfen seines Landes wieder zu öffnen. Er erwarte auch eine Klage wegen Amtsmissbrauchs, weil er eine Genehmigung für ein Einlaufen der „Open Arms” verweigerte. Der sizilianischen Justiz warf er vor, gegen den Willen der Regierung zu handeln, die den privaten NGO‐Schiffen die italienischen Häfen versperrt habe.

Frage nach Umverteilung offen

Unklar ist noch, ob die Migranten nach Eintreffen auf Lampedusa nun in Europa umverteilt werden sollen. Sechs EU‐Länder hatten sich in den vergangenen Tagen zur Aufnahme der Migranten bereit erklärt. Frankreich erklärte aber, dass es sich bei den Migranten um Flüchtlinge oder Menschen, die „internationalen Schutz” benötigen, handeln müsse. Nur dann wäre eine Aufnahme gerechtfertigt (Die Tagesstimme berichtete). Die EU‐Kommission hatte am Dienstag jedenfalls Druck auf die EU‐Mitgliedsstaaten für eine Lösung im Fall „Open Arms” ausgeübt. „Wir rufen alle EU‐Mitgliedsstaaten und NGOs zur Zusammenarbeit auf, um den Migranten so rasch wie möglich die Landung zu ermöglichen”, so EU‐Kommissionssprecherin Natasha Bertaud.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Fußball: RB Leipzig startet neue Kampagne für „Vielfalt und Toleranz”

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild (Mannschaft von RB Leipzig im Spiel gg. Zenit St. Petersnburg, 2018): Вячеслав Евдокимов (Wjatscheslaw Jewdokimow) / fc-zenit.ru via Wikimedia Commons/a> [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Kurz vor der sächsischen Landtagswahl, bei welcher die patriotische AfD gute Chancen hat, stimmenstärkste Partei zu werden, lanciert RB Leipzig seine neue Kampagne.

Leipzig. – Wie die Junge Freiheit am Dienstag berichtet, polarisiert der Fußball‐Bundesligist RasenBallsport Leipzig mit seiner Kampagne „Unser Ball ist bunt”. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) pries das „starke Zeichen” so kurz vor der Landtagswahl. Der Verein mache deutlich, dass es „dieselben Werte” seien, welche den Erfolg einer Mannschaft ausmachten und „ein gutes Zusammenleben unserer Gesellschaft ermöglichen“.

RB Leipzig will „Haltung zeigen”

Seit dieser Woche wirbt der Verein an 300 Orten mit Plakaten in Sachsen für Weltoffenheit und Toleranz. Trainer Julian Nagelsmann strich den multikulturellen Charakter seiner Mannschaft hervor: „In meiner Mannschaft spielen Profis aus 14 unterschiedlichen Nationen – und es funktioniert. Der Fußball vereint und verbindet.” Als Klub stehe man jedenfalls für „Vielfalt, Toleranz, Offenheit und Respekt”.

In einem Instagram‐Post meldet sich außerdem Marketing‐ und Medienchef Florian Scholz zu Wort. Man betreibe zwar „keine parteipolitik” – stehe aber „gerade auch in diesen Tagen für die Grundwerte unserer Gesellschaft” ein. „Haltung zu zeigen”, sei dem Klub „sehr wichtig”. Man wolle deshalb auch weiterhin seiner „gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden”.

Unser Ball bleibt Bunt”: Bei Pokalauftakt auf Trikot

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der von seinen Kritikern oft als ‚Retortenverein’ verschriene Bundesligist in jüngerer Vergangenheit derart äußert. Bereits in der ersten Pokalrunde gegen den VfL Osnabrück präsentierte man sich auf den Trikots mit dem Logo der neuen Kampagne. Im Gegenzug verzichtete man auf Einnahmen aus der Vermietung der Werbefläche.

Damals begründete man die Aktion wie folgt: „Wir möchten zeigen, daß bei uns jeder willkommen ist – unabhängig von Glaube, Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Identität“. Um letzteren Punkt zu unterstreichen unterschrieb man auch die „Berliner Erklärung” der Magnus‐Hirschfeld‐Stiftung, welche sich gegen Diskriminierung im LGBT‐Bereich einsetzt.

Linksgerichtete Fraktionen applaudieren Aktion

Neben dem CDU‐Ministerpräsidenten applaudierten auch die drei linksgerichteten Parteien der Kampagne. Nach Ansicht von Henning Homann (SPD) handle es sich um „genau den richtigen Zeitpunkt […] sich zu unseren demokratischen Werten zu bekennen”, die Plakataktion sei „richtig klasse”. Der Verein seinerseits steht für das „große Potenzial Sachsen: weltoffen und erfolgreich”.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katja Meier, sprach ebenfalls von einem „deutlichen Signal für einen weltoffenen und vielfältigen Fußball”. Luise Neuhaus‐Wartenberg (Die Linke) begrüßt das Zeichen ebenfalls: „Politische Debatten gehen uns alle an, nicht nur Politikerinnen und Politiker”.

AfD‐Kritik an „zunehmender Politisierung in Vereinen”

Deutlich kritischer bewertete AfD‐Landeschef Jörg Urban die Aktion. Man halte grundsätzlich den erfolg des sächsischen Fußball wichtig. Auch begrüße man, wenn „ausländische Spieler mit legalem Aufenthaltstitel” dazu beitragen würden. Gleichzeitig sehe man eine „zunehmende Politisierung in den Fußballvereinen […] kritisch”. Dabei erwähnte er auch den jüngsten Fall beim Chemnitzer FC.

Der Drittligist feuerte unlängst seinen Kapitän Daniel Frahn aufgrund angeblicher Nähe zu rechten Fangruppen – Die Tagesstimme berichtete. Beim darauffolgenden Pokalspiel gegen den HSV erklärte sich die Kurve dann solidarisch mit ihrem entlassenen Idol. Unter anderem skandierten sie „Daniel Frahn, Fußball‐Gott”. Kurioses Detail am Rande: Frahn spielte selbst fünf Jahre für Leipzig und ist immer noch deren Rekordtorschütze.


Weiterlesen:

Wegen Nähe zu rechter Fangruppe: Chemnitzer FC wirft Kapitän raus (6.8.2019)

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings deine Hilfe.

Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Beliebt