Deutschland Politik

Gauland: „Die AfD hat den Diskurs erst wieder hervorgebracht”

Symbolbild Alexander Gauland: By Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], from Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

In einem Interview mit der Neuen Züricher Zeitung spricht Alexander Gauland über das erste Jahr der AfD im Bundestag. Gauland konstatiert, dass durch die AfD „echte Debatten” zurückgekehrt sind. 

Wir bestreiten jede Debatte”

Der Parteivorsitzende der Alternative für Deutschland, Alexander Gauland, hebt hervor, dass sich bereits nach dem ersten Jahr der AfD im Bundestag einiges geändert hat. Im Bundestag werde endlich wieder gerungen und grundlegend diskutiert, so Gauland. Dies sei vor allem der AfD zu verdanken, da sie vieles „radikal in Frage” stelle. Dadurch würde die vergessene Debattenkultur wiederbelebt und ein „Interesse am Streit” gefördert. „Die AfD hat den Diskurs nicht verändert, sie hat den Diskurs erst wieder recht hervorgebracht”, meint Gauland. Demnach müssen sich die anderen Parteien auch dauern „mit unseren Argumenten auseinandersetzen.”

Brücken haben wir noch keine gebaut, wir schlagen Breschen in die Mauern”

Der Umgang mit seiner Partei hat sich jedoch nicht geändert. Anfeindungen und Ausschlussversuche gehören zum Alltag. Zugleich stellt Gauland fest, dass sie radikaler werden, umso mehr die entsprechende Partei links stehe. Zu der CDU und FDP pflege man vereinzelt normale, geschäftliche Beziehung. Auch die Beziehung zu den Medien sei nach wie vor angespannt. Gauland führt dies vordergründig darauf zurück, dass viele Medienvertreter Anhänger eines „linksliberalen” Denkens sind. Dementsprechend berichten sie auch, dennoch gäbe es natürlich Ausnahmen.

Hat die AfD nur ein Thema?

Der Interviewer der NZZ konfrontiert Gauland mit dem gängigen Vorwurf, die AfD habe nur ein Thema, nämlich die Migrationspolitik. Gauland verweist auf die Positionen seiner Partei bezüglich der Außen‐ oder Gesundheitspolitik. Ein Problem sei nur eben, dass wenn sich die AfD zur Gesundheitspolitik oder ähnlichen Themen äußere, das niemand interessiere. Berichtet werde nur, wenn es eben um das Thema Migration gehe. Gauland betont allerdings noch ein wichtiges Anliegen: die Deutsche Bundeswehr hat nichts in Afrika zu suchen und die Beziehungen zu Russland gehören gestärkt.

Ich finde, es wird in Deutschland zu viel mit dem Holocaust argumentiert”

Ein weiterer Vorwurf, der der Partei immer wieder gemacht wird ist der, des Geschichtsrevisionismus. Die AfD relativiere die Verbrechen der Deutschen im Zweiten Weltkrieg. Dies stimme so nicht, auch hier würden Aussagen bewusst verfälscht wiedergegeben werden. Dennoch sei klar, dass die Basis der Deutschen Nation nicht ein Verbrechen sein dürfe. Das Verbrechen des Holocaust als Grundlage zu nehmen, würde uns seelisch überfordern. „Sonst müssten wir ja ununterbrochen herumlaufen und uns schämen, Deutsche zu sein,” so Gauland. „Der Holocaust ist nicht die Basis unseres Selbstverständnisses; auch wenn dies in Reden gern gesagt wird. Man kann auf der Grundlage eines solchen Verbrechens kein Selbstverständnis aufbauen.”

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