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Gesellschaft

Zentrum für Politische Schönheit” stellt Patrioten an den Online‐Pranger

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Symboldbild: Demonstration in Chemnitz / Bild: privat

Der umstrittene Zusammenschluss „Zentrum für Politische Schönheit” ruft dazu auf, Teilnehmer der Chemnitzer Demonstrationen Ende des Sommers zu denunzieren. Bereits in den vergangenen Jahren sorgte das „Künstlerkollektiv” mit Aktionen für Aufregung. 

Chemnitz. Das „Künstlerkollektiv” Zentrum für Politische Schönheit irritiert aktuell mit einer neuen Aktion, die Unternehmern die Gelegenheit bieten soll, „Haltung zu zeigen und sich darüber zu informieren, ob die eigenen Angestellten an den Ausschreitungen von Chemnitz beteiligt waren”. Außerdem sollen Personen für Hinweise, die zur Identifikation möglicher Demonstrationsteilnehmer führen, finanziell belohnt werden.

Erfundene Hetzjagden

Im September gingen tausende Bürger auf die Straße, um ihrem Unmut über die Ermordung eines deutsch‐kubanischen Familienvaters durch mutmaßlich zwei abgelehnte Asylwerber, Luft zu verleihen. Der Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans‐Georg Maaßen, kam dabei ins Kreuzfeuer, weil er der Schilderung einer angeblichen Hetzjagd widersprach. Ein Video der „Hetzjagd”, das von einem Twitter‐Nutzer namens „Antifa Zeckenbiss” veröffentlicht wurde, sei vorsätzlich mit der falschen Überschrift „Menschenjagd in Chemnitz“ versehen worden, „um eine bestimmte Wirkung zu erzielen“. Erst vor zwei Wochen kamen neue Erkenntnisse ans Tageslicht, die Maaßen in seinen Aussagen bestätigten.

Online‐Pranger

Dennoch heißt es auf der eigens eingerichteten Website „SOKO – Chemnitz” dazu wörtlich: „Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten und kassieren Sie Sofort‐Bargeld. Helfen Sie uns, die entsprechenden Problemdeutschen aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu entfernen.” Laut eigener Angaben hat das Kollektiv drei Millionen Bilder von 7.000 „Verdächtigen” ausgewertet. Damit möchte man „den Rechtsextremismus 2018 systematisch erfassen, identifizieren und unschädlich machen”.

Katalog der Gesinnungskranken”

Weiter unten auf der Webseite sind bereits steckbriefartige Fotos mutmaßlicher Demonstrationsteilnehmer zu sehen, die namentlich genannt und kurz vorgestellt werden. Besuchern der Seite wird die Gelegenheit geboten, weitere Aktionen durchzuführen. So kann man etwa „weitere Hinweise senden”, „weitere Fotos senden” und auch den Chef der dargestellten Person kontaktieren.

Belohnung für Hinweise

Unter dem genannten Katalog finden sich weitere Bilder von Personen, die noch nicht identifiziert wurden. Für Hinweise, die zur Feststellung der Identität führen, sind Belohnungen zwischen 5 Euro bis 90 Euro ausgesetzt. Das Melden weiterer „Straftäter” ist ebenfalls eine Option. Dabei werden Informationen wie der Name des „Straftäters”, Beweise wie Facebooklinks oder Zeugenberichte und ein Bild der beschuldigten Person verlangt.

Formulare für Kündigungsschreiben

Die Webseite bietet neben dem „Katalog der Gesinnungskranken” und dem Bereich mit den noch zu identifizierenden Personen auch ein „Angebot an die Wirtschaft”. In diesem Bereich wird zum Beispiel eine Kündigungsvollmacht zum Download angeboten. Diese soll es dem Arbeitgeber ermöglichen, jemanden damit zu beauftragen, „einen antidemokratischen Feigling” aus dem Unternehmen zu werfen und eine gerichtsfeste Entlassung zu garantieren. Außerdem stellt das Kollektiv auf der Webseite zwei Formulare für Kündigungsschreiben bereit. Zum einen für die „Kündigung aufgrund charakterlicher Eignung” und zum anderen für die „Kündigung wegen Rufschädigung”.

Das Zentrum für Politische Schönheit, das seit 2008 besteht, sorgte bereits mit anderen Aktionen für Kopfschütteln. So wollten die Künstler 2016 mit der Aktion „Flüchtlinge fressen” die Bundesregierung unter Druck setzen. Im Jahr 2017 bauten die Aktivisten eine Nachbildung des Berliner Holocaust‐Denkmals vor dem Haus des AfD‐Politikers Björn Höcke in Thüringen.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Gerard Frederick

    3. Dezember 2018 at 21:49

    Der grösste Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant.

    • Avatar

      Zickenschulze

      4. Dezember 2018 at 10:48

      Der Deutschen Feind sitzt im selben Klassenzimmer.

  2. Avatar

    DieParty

    4. Dezember 2018 at 14:52

    Wenn die IBÖ das gemacht hätte…

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Gesellschaft

Theaterverband erfand Meuthen‐Zitat

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Meuthen beim Bundesparteitag der AfD im Jahr 2017): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit der „dpa“ führte der Bühnenvereinspräsident ein Zitat an, welches angeblich von Jörg Meuthen (AfD) getätigt wurde. Nun stellte sich heraus, dass die Worte so nie benutzt wurden.

Berlin. – Trotz des falschen Zitats wurden die Leser zum Großteil nicht auf den Fehler hingewiesen.

Linksversiffter Kunstkadaver“

Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon gegenüber der „dpa“, dass die „Neue Rechte“ lediglich ein „Gesinnungstheater“ wünsche, welches ihren Idealen entspräche. So habe Jörg Meuthen beispielsweise die Worte „linksversiffter Kunstkadaver“ benutzt. Diese Wortwahl gleiche der der Nationalsozialisten und ähnele dem Propagandabegriff der „entarteten Kunst“.

Ein Pressesprecher der Alternative für Deutschland intervenierte damals und erklärte, dass das Zitat so nie getätigt wurde. 

Der Bühnenverein sagte daraufhin aus, Khuon habe sich „geirrt“.

Keine weitreichenden Richtigstellungen

Obwohl der Bühnenverein dem AfD‐Politiker mit dem falschen Zitat und dem daraus resultierenden Vorwurf, Meuthen würde dem Nationalsozialismus nahestehen, erheblich hätte schaden können, fand keine umfassende Richtigstellung statt.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ schickte zwar eine neue Fassung inklusive eines Korrekturhinweises an die Abonnenten und Kunden. 

Da allerdings nicht erwähnt wurde, dass ein inkorrektes Zitat gestrichen worden war, wurde zwar von den gängigen Medien die korrigierte Fassung übernommen, jedoch ohne den Hinweis, um welchen Fehler es sich handelte. 

Für den Leser war der Fehler also nicht ersichtlich. 

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Gesellschaft

Joachim Gauck fordert „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Ex-Bundespräsident Joachim Gauck):Tohma (Diskussion) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Ex‐Bundespräsident Joachim Gauck warnte in einem Interview mit dem „Spiegel“ vor dem Erstarken des Nationalismus. Trotzdem plädierte er für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“.

Berlin. – Gauck sprach sich außerdem gegen den laut ihm vorherrschenden „Antipluralismus“ aus.

Wir verlieren uns selbst“

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, sagte Gauck bereits in der Vergangenheit mehrmals, dass der Umgang mit der AfD nicht optimal gewesen sei. Es habe eine mediale Tendenz gegeben, „zu früh Stoppschilder zu setzen“. 

Zwar lehne er selbst die Positionen der Alternative vehement ab, trotzdem sei es ein Fehler, permanent „das Höllentor von Auschwitz“ ins Spiel zu bringen. 

In einem Interview kritisierte er nun erneut den Umgang mit dem rechts‐konservativen Lager. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“.

Regierung hat Themen nicht ausreichend versorgt“

Man müsse einräumen, dass die Regierung durchaus Versäumnisse bei bestimmten Themen zu verzeichnen habe. 

Gauck plädierte dafür, nicht jeden, der konservativ ist, „für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“. Generell solle es mehr Toleranz gegenüber dem rechten Lager geben.

Wie die „Zeit“ berichtet, erklärte Gauck jedoch im gleichen Interview, dass man ebenfalls lernen müsse, „mutiger intolerant zu sein“. Gegenüber Personen, welche das Gesetz missachten, dürfe keine falsche Toleranz gezeigt werden – egal, „ob sich diese politisch links oder rechts verorten oder dem islamischen Fundamentalismus angehören“.

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Gesellschaft

Abdullah‐Zentrum: Vertreter wirft Österreich „Heuchelei” vor

Monika Šimić

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ASDF Bild: Das umstrittene König-Abdullah-Zentrum am Wiener Schottenring / Thomas Ledl [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Rabbiner David Rosen kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen.

Wien. Erst vor wenigen Tagen stimmten im Angesicht der Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien alle Parteien außer der ÖVP für einen Entschließungsantrag, das maßgeblich vom arabischen Staat finanzierte und umstrittene Internationale König Abdullah bin Abdulahziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien sperren zu lassen (Die Tagesstimme berichtete). Nun wirft der britische Rabbiner David Rosen Österreich „unglaubliche Heuchelei” vor.

Kontroversen rund um das Zentrum

Das KAICIID‐Direktoriumsmitglied kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen. Doch das KAICIID sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. FPÖ‐Chef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Freiheitlichen dem saudischen Zentrum stets „mit großer Skepsis” begegnet seien.

Das im Herbst 2012 von Saudi‐Arabien, Österreich und Spanien eröffnete Zentrum wird größtenteils von Riad mit rund 15 Millonen Euro pro Jahr finanziert.

Zentrum hat zur „Öffnung der Gesellschaft” beigetragen

Seit Jahren steht die Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien in der Kritik – und diente bereits in der Vergangenheit als Katapult für Diskussionen über das König‐Abdullah‐Zentrum. Vorwürfe, wonach das KAICIID sich nicht zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi‐Arabien äußere und von saudischem Geld abhängig sei, wies der britische Rabbiner zurück. Man habe von den Gründungsstaaten nicht den Auftrag bekommen, sich zu politischen Fragen zu äußern, verteidigte sich Rosen. Das KAICIID habe seiner Ansicht nach zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi‐Arabien beigetragen.

Österreich keinen „Gefallen” tun

Mittlerweile zweifelt Rosen die Entscheidung, die internationale Organisation in Wien anzusiedeln, an. Er sprach sich für eine Umsiedelung etwa nach Spanien oder Saudi‐Arabien aus: „Wenn Österreich den Wert des Zentrums nicht erkennt, sollten wir dem Land nicht auch noch den Gefallen tun, zu bleiben”, so Rosen. Diese Entscheidung obliegt jedoch den Gründungsstaaten.

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