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Gesellschaft

Auf ÖH‐Einladung: Linksradikale schulen Studenten an Unis

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild (Karl-Franzens-Universität Graz): Pixabay [CC0]

Im Jänner findet auf Einladung der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ein Vortrag eines linksradikalen Referenten über Akteure des patriotischen Lagers statt. 

Graz/Salzburg. – Am 10. Jänner hält die ÖH an der Grazer Universität eine Veranstaltung mit dem Journalisten Michael Bonvalot ab. Der auch für FM4, das Jugendangebot des öffentlich‐rechtlichen ORF, tätige Wiener beobachtet seit Jahren Strukturen, die er für „rechtsextrem” hält. Regelmäßig bedient er sich in seinen Beschreibungen an Buzzwords der radikalen Linken. In der steirischen Landeshauptstadt referiert er nun zum Thema „Burschis Nazis Rechtsextreme” (sic!).

Bonvalot‐Auftritte bei linksradikalen Gruppen

Bonvalot ist nämlich auch sogenannter ‚Rechtsextremismusexperte’. In dieser Funktion tritt er regelmäßig zu diversen Vorträgen auf. Dabei scheut er auch den Kontakt zum äußersten linken Rand nicht. So hielt er z.B. auf Einladung der ‚Antifaschistischen Linken Münster’ im Frühjahr einen Vortrag über „Österreichs extreme Rechte am Zentrum der Macht”. Mit dieser Themensetzung unterstellt er den Freiheitlichen wohl bewusst eine Nähe zum Rechtsextremismus.

Der wichtigste Grundsatz des äußerst linken Journalisten: Man redet nur über Patrioten und Rechte aller Art – niemals suche man aber einen Dialog mit ihnen. Dieser Doktrin folgend maßregelte er nur wenige Tage nach seinem Vortrag der linksradikalen Antifa‐Gruppe einen heimischen Nachwuchsjournalisten. Dieser hatte sich eine Karte für den patriotischen „Kongress Verteidiger Europas” in Aistersheim gekauft – um sich ein eigenes Bild zu machen. In einem Tweet verunglimpfte Bonvalot damals die Teilnehmer der Tagung als „Faschisten”.

ÖH‐Akteure wollen Rechte offenbar aussperren

Dem nicht genug, überlegen Akteure der Grazer ÖH nun offenbar, wie sie eine Teilnahme durch rechtsgerichtete Personen verhindern können. Informierten Kreisen zufolge wollen die Studentenvertreter abklären, ob sie Studenten, welche sie als ‚Nazis’ oder ‚Rechtsextreme’ betrachten, den Zutritt zur Veranstaltung versagen können, etwa durch Personenkontrollen von Sicherheitspersonal. Wer mit dieser Bezeichnung gemeint sei, sei ebenso klar: „Idis und ähnliche Gruppen”.

Damit will man offenbar einer bekannten Situation vorbeugen. Im April 2014 kam es bei einer Buchvorstellung der Autorin Natascha Strobl zu einer Störaktion durch identitäre Aktivisten. Strobl selbst verfasste vor einigen Jahren mit zwei anderen Personen aus dem linken Milieu ein umstrittenes Buch über die patriotische Jugendbewegung und geriert sich seitdem regelmäßig als Expertin über die neurechte Gruppe. Wie Bonvalot vertritt sie allerdings den Standpunkt, keinesfalls den Dialog mit Rechten zu suchen.

Auch Strobl ist Expertin vom linken Rand

Apropos Strobl: Die Wienerin hielt erst diesen Montag erneut eine Referat über die Identitären an der Uni Salzburg. Auch dort stand die ÖH, welche von allen Studierenden unabhängig von ihrer ideellen Zustimmung zur Abhaltung solcher Veranstaltungen, mit einem verpflichtenden Beitrag gefördert wird, auf der Liste der Unterstützer. Auch Strobl ist dabei ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um Sympathien zum äußersten linken Rand geht.

Im Jänner 2014 beteiligte sich die SPÖ‐nahe Politikwissenschaftlerin als Sprecherin der ‚Offensive gegen Rechts’ federführend an Protesten gegen den Wiener Akademikerball. Bei jener Gruppierung handelt es sich um einen Zusammenschluss aus sozialdemokratischen Jugendstrukturen, sowie marxistischen und trotzkistischen Organisationen. Strobl selbst signierte in der Vergangenheit außerdem Exemplare ihres Werkes mit der Widmung: „Im Zweifelsfalls eignet sich dieses Buch zum Entglasen von Geschäften.”

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    5. Dezember 2018 at 20:29

    Seit langer, langer Zeit warte ich nun schon auf den ersten Linksextremismus Experten.

    Ob ich eine Belohnung aussetzen sollte?

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Gesellschaft

Theaterverband erfand Meuthen‐Zitat

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Meuthen beim Bundesparteitag der AfD im Jahr 2017): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit der „dpa“ führte der Bühnenvereinspräsident ein Zitat an, welches angeblich von Jörg Meuthen (AfD) getätigt wurde. Nun stellte sich heraus, dass die Worte so nie benutzt wurden.

Berlin. – Trotz des falschen Zitats wurden die Leser zum Großteil nicht auf den Fehler hingewiesen.

Linksversiffter Kunstkadaver“

Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon gegenüber der „dpa“, dass die „Neue Rechte“ lediglich ein „Gesinnungstheater“ wünsche, welches ihren Idealen entspräche. So habe Jörg Meuthen beispielsweise die Worte „linksversiffter Kunstkadaver“ benutzt. Diese Wortwahl gleiche der der Nationalsozialisten und ähnele dem Propagandabegriff der „entarteten Kunst“.

Ein Pressesprecher der Alternative für Deutschland intervenierte damals und erklärte, dass das Zitat so nie getätigt wurde. 

Der Bühnenverein sagte daraufhin aus, Khuon habe sich „geirrt“.

Keine weitreichenden Richtigstellungen

Obwohl der Bühnenverein dem AfD‐Politiker mit dem falschen Zitat und dem daraus resultierenden Vorwurf, Meuthen würde dem Nationalsozialismus nahestehen, erheblich hätte schaden können, fand keine umfassende Richtigstellung statt.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ schickte zwar eine neue Fassung inklusive eines Korrekturhinweises an die Abonnenten und Kunden. 

Da allerdings nicht erwähnt wurde, dass ein inkorrektes Zitat gestrichen worden war, wurde zwar von den gängigen Medien die korrigierte Fassung übernommen, jedoch ohne den Hinweis, um welchen Fehler es sich handelte. 

Für den Leser war der Fehler also nicht ersichtlich. 

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Gesellschaft

Joachim Gauck fordert „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Ex-Bundespräsident Joachim Gauck):Tohma (Diskussion) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Ex‐Bundespräsident Joachim Gauck warnte in einem Interview mit dem „Spiegel“ vor dem Erstarken des Nationalismus. Trotzdem plädierte er für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“.

Berlin. – Gauck sprach sich außerdem gegen den laut ihm vorherrschenden „Antipluralismus“ aus.

Wir verlieren uns selbst“

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, sagte Gauck bereits in der Vergangenheit mehrmals, dass der Umgang mit der AfD nicht optimal gewesen sei. Es habe eine mediale Tendenz gegeben, „zu früh Stoppschilder zu setzen“. 

Zwar lehne er selbst die Positionen der Alternative vehement ab, trotzdem sei es ein Fehler, permanent „das Höllentor von Auschwitz“ ins Spiel zu bringen. 

In einem Interview kritisierte er nun erneut den Umgang mit dem rechts‐konservativen Lager. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“.

Regierung hat Themen nicht ausreichend versorgt“

Man müsse einräumen, dass die Regierung durchaus Versäumnisse bei bestimmten Themen zu verzeichnen habe. 

Gauck plädierte dafür, nicht jeden, der konservativ ist, „für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“. Generell solle es mehr Toleranz gegenüber dem rechten Lager geben.

Wie die „Zeit“ berichtet, erklärte Gauck jedoch im gleichen Interview, dass man ebenfalls lernen müsse, „mutiger intolerant zu sein“. Gegenüber Personen, welche das Gesetz missachten, dürfe keine falsche Toleranz gezeigt werden – egal, „ob sich diese politisch links oder rechts verorten oder dem islamischen Fundamentalismus angehören“.

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Gesellschaft

Abdullah‐Zentrum: Vertreter wirft Österreich „Heuchelei” vor

Monika Šimić

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ASDF Bild: Das umstrittene König-Abdullah-Zentrum am Wiener Schottenring / Thomas Ledl [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Rabbiner David Rosen kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen.

Wien. Erst vor wenigen Tagen stimmten im Angesicht der Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien alle Parteien außer der ÖVP für einen Entschließungsantrag, das maßgeblich vom arabischen Staat finanzierte und umstrittene Internationale König Abdullah bin Abdulahziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien sperren zu lassen (Die Tagesstimme berichtete). Nun wirft der britische Rabbiner David Rosen Österreich „unglaubliche Heuchelei” vor.

Kontroversen rund um das Zentrum

Das KAICIID‐Direktoriumsmitglied kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen. Doch das KAICIID sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. FPÖ‐Chef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Freiheitlichen dem saudischen Zentrum stets „mit großer Skepsis” begegnet seien.

Das im Herbst 2012 von Saudi‐Arabien, Österreich und Spanien eröffnete Zentrum wird größtenteils von Riad mit rund 15 Millonen Euro pro Jahr finanziert.

Zentrum hat zur „Öffnung der Gesellschaft” beigetragen

Seit Jahren steht die Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien in der Kritik – und diente bereits in der Vergangenheit als Katapult für Diskussionen über das König‐Abdullah‐Zentrum. Vorwürfe, wonach das KAICIID sich nicht zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi‐Arabien äußere und von saudischem Geld abhängig sei, wies der britische Rabbiner zurück. Man habe von den Gründungsstaaten nicht den Auftrag bekommen, sich zu politischen Fragen zu äußern, verteidigte sich Rosen. Das KAICIID habe seiner Ansicht nach zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi‐Arabien beigetragen.

Österreich keinen „Gefallen” tun

Mittlerweile zweifelt Rosen die Entscheidung, die internationale Organisation in Wien anzusiedeln, an. Er sprach sich für eine Umsiedelung etwa nach Spanien oder Saudi‐Arabien aus: „Wenn Österreich den Wert des Zentrums nicht erkennt, sollten wir dem Land nicht auch noch den Gefallen tun, zu bleiben”, so Rosen. Diese Entscheidung obliegt jedoch den Gründungsstaaten.

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