Gesellschaft Politik

Nigel Farage verlässt UKIP

Bild: Nigel Farage / Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Nigel Farage gründete 1993 die UKIP mit und war einer der Hauptinitiatoren des Referendums über den Austritt Großbritanniens aus der EU. Nun gab er seinen Austritt aus der Partei bekannt.

London. Laut einem aktuellen Bericht des Daily Telegraph verlässt Nigel Farage die Partei für die Unabhängigkeit des Vereinten Königreichs (UKIP). „Nach Jahren voller Hingabe” verlässt Farage die Partei nun „schweren Herzens”. Als Grund nannte er unter anderem die zunehmende Akzeptanz rechter Aktivisten in der Partei. Außerdem sei die UKIP „nicht die Brexit‐Partei, die unser Land so dringend benötigt.”

UKIP in der Krise

Farage schrieb im Daily Telegraph, der Erfolg der UKIP unter seiner Parteiführung hinge damit zusammen, dass sie „Extremisten ausschlossen” und sich auf einen „organisierten Wahlkampf” konzentrierten. Mitglieder der English Defence League (EDL) konnten der Partei somit nicht beitreten. Seit Farage 2016 nach dem erfolgreichen „Brexit”-Votum seinen Parteivorsitz abgegeben hatte, steckt die Partei in einer Krise. Bei den Parlamentswahlen im Juni 2017 verlor die UKIP ihren einzigen Sitz im Unterhaus. Nach einer Reihe von Wechseln an der Parteispitze übernahm im April der EU‐Abgeordnete Gerard Batten den Posten.

Tommy Robinson persönlicher Berater

Batten würde die Partei aber in eine ganz andere Richtung lenken, so Farage. Wöchentliche Analysen würden zeigen, dass die Partei über immer weniger Kandidaten verfüge. Außerdem hätten mehrere der besten „Organisatoren und Aktivisten” ihre Ämter niedergelegt. Die „Partei der Wahlen” würde zu einer „Partei des Straßenaktivismus” werden, die ihre Mitglieder auffordert, „an Märschen teilzunehmen, anstatt den Kampf an die Wahlurne zu bringen.” Farage kritisiert weiters, dass Batten den Gründer der EDL, Tommy Robinson, zu seinem persönlichen Berater ernannte.

Der britische Aktivist und Journalist Tommy Robinson steht immer wieder in den Schlagzeilen. So musste er vor etwa sechs Monaten ins Gefängnis, weil er über einen Prozess berichtete, bei dem 29 muslimischen Personen der Prozess gemacht wurde (Die Tagesstimme berichtete). Er befand sich während der Live‐Berichterstattung direkt vor dem Gerichtsgebäude, woraufhin ihn die Polizei wegen Störung der öffentlichen Ordnung verhaftete. Mittlerweile wurde Robinson aber wieder aus der Haft entlassen.

1 Kommentar

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  • Der engl. VS hat ganze Arbeit geleistet.
    Immer das gleiche Ende, mit allen Kleinparteien, die dem verfaulten Establishment Grips entgegen setzen.
    Sie werden unterwandert.

    Nigel Farage selbst hingegen hat es weit gebracht.
    Hätten nur wir solche Leute.
    Die wir haben, sind nicht auf der pol. Regierungsbühne,
    und die Jungen, müssen Prüfungen erst noch bestehen – und diese überleben.
    Für eine verläßliche Bewertung der AfD ist es auch noch zu früh.
    Alles kann wieder kippen.

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