Gesellschaft

Online‐Pranger für Patrioten: Firma erkennt ihren Mitarbeiter

Symboldbild: Demonstration in Chemnitz / Bild: privat

Laut Berliner Kurier wurden aufgrund der jüngsten Aktion des „Künstlerkollektivs” Zentrum für Politische Schönheit bereits mehrere mutmaßliche Rechte erkannt. Kritik zu der Aktion kommt von mehreren Seiten.

Berlin/Chemitz. Ein in Berlin ansässiges Unternehmen hat sich in einem offenen Brief an das „Künstlerkollektiv” Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) gewandt, das aktuell mit einem Online‐Pranger für Patrioten für Kopfschütteln sorgt (Die Tagesstimme berichtete). Wie es in dem offenen Brief heißt, erweckt die Aktion „SOKO‐Chemnitz” den Eindruck, dass sich ein Mitarbeiter des Unternehmens „daran beteilige, Ausländer durch Chemnitz zu treiben, Presse und Polizeibeamte zu attackieren und, wie Sie schreiben: Hitler zu grüßen”. Das von Gat Ramon geführt Unternehmen erwarte, dass diese Art von Hetze und Denunziation unterlassen wird.

Unternehmen will niemanden vorverurteilen

Eine öffentliche Denunziation ist für mich persönlich und auch für unser Unternehmen nicht die geeignete Antwort”. Das Unternehmen versuche „aktiv und verantwortungsbewusst” mit Mitarbeitern umzugehen, die andere Meinungen und andere Anschauungen haben. „Bis zu einem gewissen Punkt” müssten sie diese auch ertragen. Trotz der Anschuldigungen möchte man aber niemanden vorverurteilen, sondern zunächst noch das Gespräch mit dem beschuldigten Mitarbeiter suchen. „Sollte sich dabei aber herausstellen, dass der Mitarbeiter entgegen unserer Werte und vielleicht sogar strafbar gehandelt hat, stoßen wir zwangsläufig sofort an die Grenzen des Erträglichen”, so Ramon.

Jüdisches Forum kritisiert die Aktion

Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitisums (JFDA) hat sich zur provokanten Aktion des ZPS geäußert. Dieses würde für die genannte Aktion auch Fotos des Forums nutzen. „Eine Kooperationsanfrage zu dieser Aktion lehnten wir im Vorfeld ausdrücklich ab”, heißt es in dem Twitter‐Beitrag. Nun würden rechtliche Schritte wegen der Verwendung des Fotomaterials eingeleitet werden. JFDA‐Sprecher Levi Salomon kritisierte auch, dass durch die unerlaubte Verwendung der Bilder der Eindruck entsteht, dass sie der Veröffentlichung zugestimmt hätten, um die Aktion des ZPS zu unterstützen. „Das Gegenteil ist der Fall.”

Polizei entfernt Plakate

Unterdessen prüft die Polizei laut einer Presseaussendung eine mögliche strafrechtliche Relevanz der Inhalte und Abbildungen auf der Webseite, sowie die Plakatierung in einem Büro im Rosenhof. „Zur Rede steht der Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz beziehungsweise auch Beleidigung.” Die Polizei hat die Plakate entfernt, nachdem in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen wurde, unter anderem Sachbeschädigungen an den Büroräumen im Rosenhof zu verüben. Das ZPS hingegen wirft der Polzei diesbezüglich vor, „bedrohtes Eigentum” zu zerstören und vor dem „rechten Mob” zu kuschen.

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2 Kommentare

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  • Stimmt das schon?
    Welcher Rechter oder gar Patriot könnte das mit sich vereinbaren, würde es unter Linken aushalten?
    Danach ist er reif für die Klapsmühle.

  • Meinung sagen nutzt nichts, liebe Monika! Solange man keine Antwort erhält ist’s nur ein blödes Brüllen in den leeren Raum. Jeder schreit, was er meint, man hört nicht voneinander, kann sich weder freundlich einig werden, sich abstimmen, voneinander lernen, eventuell sich korrigieren, wenn man dadurch zu einer zutreffenderen Wahrheit kommen kann. Alles bleibt wie es ist. Also bleibt es wie es ist. Soll’s so bleiben wie es ist, o Monika? Oder ist dies ein Blatt zur allgemeinen Unterhaltung, oder hetzen wir mal gegen dies, dann gegen das? Regt euch alle auf, o Bürger! Ohne Chance, zu einer einheitlich vernünftigen Richtung zu kommen. Alle wollen etwas Gutes, aber es kann nicht erreicht werden, da nur alle aufgeregt sind, ohne gemeinsam hochvernünftigem Sinn! Produzieren wir Wutgeschrei, adieu o Vernunft und bessere Welt! … Hierauf erhalte ich wiederum keine Antwort, wetten ? Soll ich mich freuen, daß ich was sagen darf‚? Nun, das wird mir ohnehin niemand verbieten. Ich warte nur, das der erste maßlose Spinner es versucht. Lehren, wenn man mehr weiß, und lernen, wenn man weniger weiß! Oder etwa nicht?!

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