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Gesellschaft

Online‐Pranger für Patrioten: Firma erkennt ihren Mitarbeiter

Monika Šimić

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am

Symboldbild: Demonstration in Chemnitz / Bild: privat

Laut Berliner Kurier wurden aufgrund der jüngsten Aktion des „Künstlerkollektivs” Zentrum für Politische Schönheit bereits mehrere mutmaßliche Rechte erkannt. Kritik zu der Aktion kommt von mehreren Seiten.

Berlin/Chemitz. Ein in Berlin ansässiges Unternehmen hat sich in einem offenen Brief an das „Künstlerkollektiv” Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) gewandt, das aktuell mit einem Online‐Pranger für Patrioten für Kopfschütteln sorgt (Die Tagesstimme berichtete). Wie es in dem offenen Brief heißt, erweckt die Aktion „SOKO‐Chemnitz” den Eindruck, dass sich ein Mitarbeiter des Unternehmens „daran beteilige, Ausländer durch Chemnitz zu treiben, Presse und Polizeibeamte zu attackieren und, wie Sie schreiben: Hitler zu grüßen”. Das von Gat Ramon geführt Unternehmen erwarte, dass diese Art von Hetze und Denunziation unterlassen wird.

Unternehmen will niemanden vorverurteilen

Eine öffentliche Denunziation ist für mich persönlich und auch für unser Unternehmen nicht die geeignete Antwort”. Das Unternehmen versuche „aktiv und verantwortungsbewusst” mit Mitarbeitern umzugehen, die andere Meinungen und andere Anschauungen haben. „Bis zu einem gewissen Punkt” müssten sie diese auch ertragen. Trotz der Anschuldigungen möchte man aber niemanden vorverurteilen, sondern zunächst noch das Gespräch mit dem beschuldigten Mitarbeiter suchen. „Sollte sich dabei aber herausstellen, dass der Mitarbeiter entgegen unserer Werte und vielleicht sogar strafbar gehandelt hat, stoßen wir zwangsläufig sofort an die Grenzen des Erträglichen”, so Ramon.

Jüdisches Forum kritisiert die Aktion

Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitisums (JFDA) hat sich zur provokanten Aktion des ZPS geäußert. Dieses würde für die genannte Aktion auch Fotos des Forums nutzen. „Eine Kooperationsanfrage zu dieser Aktion lehnten wir im Vorfeld ausdrücklich ab”, heißt es in dem Twitter‐Beitrag. Nun würden rechtliche Schritte wegen der Verwendung des Fotomaterials eingeleitet werden. JFDA‐Sprecher Levi Salomon kritisierte auch, dass durch die unerlaubte Verwendung der Bilder der Eindruck entsteht, dass sie der Veröffentlichung zugestimmt hätten, um die Aktion des ZPS zu unterstützen. „Das Gegenteil ist der Fall.”

Polizei entfernt Plakate

Unterdessen prüft die Polizei laut einer Presseaussendung eine mögliche strafrechtliche Relevanz der Inhalte und Abbildungen auf der Webseite, sowie die Plakatierung in einem Büro im Rosenhof. „Zur Rede steht der Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz beziehungsweise auch Beleidigung.” Die Polizei hat die Plakate entfernt, nachdem in sozialen Netzwerken dazu aufgerufen wurde, unter anderem Sachbeschädigungen an den Büroräumen im Rosenhof zu verüben. Das ZPS hingegen wirft der Polzei diesbezüglich vor, „bedrohtes Eigentum” zu zerstören und vor dem „rechten Mob” zu kuschen.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Zickenschulze AT

    5. Dezember 2018 at 13:04

    Stimmt das schon?
    Welcher Rechter oder gar Patriot könnte das mit sich vereinbaren, würde es unter Linken aushalten?
    Danach ist er reif für die Klapsmühle.

  2. Avatar

    Walter Gräbeldinger

    5. Dezember 2018 at 15:28

    Meinung sagen nutzt nichts, liebe Monika! Solange man keine Antwort erhält ist’s nur ein blödes Brüllen in den leeren Raum. Jeder schreit, was er meint, man hört nicht voneinander, kann sich weder freundlich einig werden, sich abstimmen, voneinander lernen, eventuell sich korrigieren, wenn man dadurch zu einer zutreffenderen Wahrheit kommen kann. Alles bleibt wie es ist. Also bleibt es wie es ist. Soll’s so bleiben wie es ist, o Monika? Oder ist dies ein Blatt zur allgemeinen Unterhaltung, oder hetzen wir mal gegen dies, dann gegen das? Regt euch alle auf, o Bürger! Ohne Chance, zu einer einheitlich vernünftigen Richtung zu kommen. Alle wollen etwas Gutes, aber es kann nicht erreicht werden, da nur alle aufgeregt sind, ohne gemeinsam hochvernünftigem Sinn! Produzieren wir Wutgeschrei, adieu o Vernunft und bessere Welt! … Hierauf erhalte ich wiederum keine Antwort, wetten ? Soll ich mich freuen, daß ich was sagen darf‚? Nun, das wird mir ohnehin niemand verbieten. Ich warte nur, das der erste maßlose Spinner es versucht. Lehren, wenn man mehr weiß, und lernen, wenn man weniger weiß! Oder etwa nicht?!

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Gesellschaft

Theaterverband erfand Meuthen‐Zitat

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Meuthen beim Bundesparteitag der AfD im Jahr 2017): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit der „dpa“ führte der Bühnenvereinspräsident ein Zitat an, welches angeblich von Jörg Meuthen (AfD) getätigt wurde. Nun stellte sich heraus, dass die Worte so nie benutzt wurden.

Berlin. – Trotz des falschen Zitats wurden die Leser zum Großteil nicht auf den Fehler hingewiesen.

Linksversiffter Kunstkadaver“

Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon gegenüber der „dpa“, dass die „Neue Rechte“ lediglich ein „Gesinnungstheater“ wünsche, welches ihren Idealen entspräche. So habe Jörg Meuthen beispielsweise die Worte „linksversiffter Kunstkadaver“ benutzt. Diese Wortwahl gleiche der der Nationalsozialisten und ähnele dem Propagandabegriff der „entarteten Kunst“.

Ein Pressesprecher der Alternative für Deutschland intervenierte damals und erklärte, dass das Zitat so nie getätigt wurde. 

Der Bühnenverein sagte daraufhin aus, Khuon habe sich „geirrt“.

Keine weitreichenden Richtigstellungen

Obwohl der Bühnenverein dem AfD‐Politiker mit dem falschen Zitat und dem daraus resultierenden Vorwurf, Meuthen würde dem Nationalsozialismus nahestehen, erheblich hätte schaden können, fand keine umfassende Richtigstellung statt.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ schickte zwar eine neue Fassung inklusive eines Korrekturhinweises an die Abonnenten und Kunden. 

Da allerdings nicht erwähnt wurde, dass ein inkorrektes Zitat gestrichen worden war, wurde zwar von den gängigen Medien die korrigierte Fassung übernommen, jedoch ohne den Hinweis, um welchen Fehler es sich handelte. 

Für den Leser war der Fehler also nicht ersichtlich. 

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Gesellschaft

Joachim Gauck fordert „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Ex-Bundespräsident Joachim Gauck):Tohma (Diskussion) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Ex‐Bundespräsident Joachim Gauck warnte in einem Interview mit dem „Spiegel“ vor dem Erstarken des Nationalismus. Trotzdem plädierte er für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“.

Berlin. – Gauck sprach sich außerdem gegen den laut ihm vorherrschenden „Antipluralismus“ aus.

Wir verlieren uns selbst“

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, sagte Gauck bereits in der Vergangenheit mehrmals, dass der Umgang mit der AfD nicht optimal gewesen sei. Es habe eine mediale Tendenz gegeben, „zu früh Stoppschilder zu setzen“. 

Zwar lehne er selbst die Positionen der Alternative vehement ab, trotzdem sei es ein Fehler, permanent „das Höllentor von Auschwitz“ ins Spiel zu bringen. 

In einem Interview kritisierte er nun erneut den Umgang mit dem rechts‐konservativen Lager. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“.

Regierung hat Themen nicht ausreichend versorgt“

Man müsse einräumen, dass die Regierung durchaus Versäumnisse bei bestimmten Themen zu verzeichnen habe. 

Gauck plädierte dafür, nicht jeden, der konservativ ist, „für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“. Generell solle es mehr Toleranz gegenüber dem rechten Lager geben.

Wie die „Zeit“ berichtet, erklärte Gauck jedoch im gleichen Interview, dass man ebenfalls lernen müsse, „mutiger intolerant zu sein“. Gegenüber Personen, welche das Gesetz missachten, dürfe keine falsche Toleranz gezeigt werden – egal, „ob sich diese politisch links oder rechts verorten oder dem islamischen Fundamentalismus angehören“.

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Gesellschaft

Abdullah‐Zentrum: Vertreter wirft Österreich „Heuchelei” vor

Monika Šimić

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ASDF Bild: Das umstrittene König-Abdullah-Zentrum am Wiener Schottenring / Thomas Ledl [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Rabbiner David Rosen kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen.

Wien. Erst vor wenigen Tagen stimmten im Angesicht der Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien alle Parteien außer der ÖVP für einen Entschließungsantrag, das maßgeblich vom arabischen Staat finanzierte und umstrittene Internationale König Abdullah bin Abdulahziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien sperren zu lassen (Die Tagesstimme berichtete). Nun wirft der britische Rabbiner David Rosen Österreich „unglaubliche Heuchelei” vor.

Kontroversen rund um das Zentrum

Das KAICIID‐Direktoriumsmitglied kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen. Doch das KAICIID sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. FPÖ‐Chef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Freiheitlichen dem saudischen Zentrum stets „mit großer Skepsis” begegnet seien.

Das im Herbst 2012 von Saudi‐Arabien, Österreich und Spanien eröffnete Zentrum wird größtenteils von Riad mit rund 15 Millonen Euro pro Jahr finanziert.

Zentrum hat zur „Öffnung der Gesellschaft” beigetragen

Seit Jahren steht die Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien in der Kritik – und diente bereits in der Vergangenheit als Katapult für Diskussionen über das König‐Abdullah‐Zentrum. Vorwürfe, wonach das KAICIID sich nicht zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi‐Arabien äußere und von saudischem Geld abhängig sei, wies der britische Rabbiner zurück. Man habe von den Gründungsstaaten nicht den Auftrag bekommen, sich zu politischen Fragen zu äußern, verteidigte sich Rosen. Das KAICIID habe seiner Ansicht nach zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi‐Arabien beigetragen.

Österreich keinen „Gefallen” tun

Mittlerweile zweifelt Rosen die Entscheidung, die internationale Organisation in Wien anzusiedeln, an. Er sprach sich für eine Umsiedelung etwa nach Spanien oder Saudi‐Arabien aus: „Wenn Österreich den Wert des Zentrums nicht erkennt, sollten wir dem Land nicht auch noch den Gefallen tun, zu bleiben”, so Rosen. Diese Entscheidung obliegt jedoch den Gründungsstaaten.

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