Gesellschaft Welt

Paris: Zahlreiche Festnahmen schon vor „Gelbwesten”-Protesten

Die gelben Westen wurden zum Symbol des Widerstands gegen die französische Regierung. Übersetzung der Aufschrift (sinngemäß): "Macron, du Kasperl, gib uns unsere Kohle zurück!". Symbolbild: Thomas Bresson via Wikimedia Commons [CC BY 4.0 (Bild zugeschnitten).

Zehntausende Sicherheitskräfte sollen bei den heutigen „Gelbwesten”-Protesten eine Eskalation verhindern. Auch Ein Prozent ist heute in Paris, um sich ein Bild von der Lage zu machen und dort zu filmen.

Paris. Am Samstagmorgen haben sich bereits mehrere Hundert Demonstranten der „Gelbwesten” auf der Pariser Prachtstraße Champs‐Elysees versammelt. In Frankreich rechnet man mit schweren Ausschreitungen, insbesondere in der Hauptstadt. Die Polizei nahm heute bereits vor den Protesten einige Hunderte Menschen fest. Um für den heutigen Tag entsprechend vorbereitet zu sein, hat die Regierung landesweit 89.000 Sicherheitskräfte mobilisiert, davon 8.000 allein in Paris.

Gewaltbereite Teilnehmer festgenommen

Die Polizei bestätigte der Deutschen Presse‐Agentur, dass in Paris insgesamt 278 Personen festgenommen wurden. Grund dafür sei in vielen Fällen gewesen, dass die Menschen sich einer Gruppe angeschlossen hätten, die „Gewalt gegen Personen oder die Zerstörung von Gegenständen” vorbereitet habe. Bei diesen Personen handle es sich meist um Verdächtige im Alter von rund 30 Jahren, die aus dem Umland nach Paris gereist seien, sagte eine Quelle, die mit den Fällen vertraut ist, der Nachrichtenagentur AFP. Die Festgenommenen trugen demnach Masken, Steinschleudern, Hämmer und Pflastersteine bei sich.

Sehenswürdigkeiten geschlossen, Geschäfte verbarrikadiert

Die Regierung will durch den massiven Einsatz von Sicherheitskräften eine Eskalation verhindern. Bereits am vergangenen Wochenende war es bei den „Gelbwesten”-Protesten in Paris zu Krawallen und mehreren Hundert Festnahmen gekommen. Der Großteil der Demostranten protestierte jedoch friedlich. Aus Angst vor Chaos und Plünderungen bleiben dennoch zahlreiche Geschäfte im Zentrum der Stadt geschlossen. Schaufenster wurden verbarrikadiert. Auch beliebte Touristen‐Attraktionen wie Eiffelturm und Louvre bleiben geschlossen. Weiters wurden rund 50 Buslinien unterbrochen oder umgeleitet. Insgesamt 36 Stationen der U‐Bahn und der Vorortbahenn RER bleiben ebenfalls geschlossen.

Erste Eindrücke auf Twitter

Unter dem Hashtag „#8Decembre” finden sich auf Twitter bereits zahlreiche Meldungen und Videos, die die aktuelle Lage in Frankreich zeigen. Die patriotische Bürgerinitiative Ein Prozent meldet über Twitter, dass auch ihr Medienteam bei den Protesten in Paris anwesend sein wird, um dort zu filmen.

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1 Kommentar

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  • Kaum ein Politiker hat wie E. Macron erfahren müssen wie schnell man vom Hoffnungsträger zur Hassfigur werden kann. Die Handlungsfähigkeit ist ihm anscheinend entglitten. Trotz dem grossem Entgegenkommen den „Gelbwesten” gegenüber hat sich der Protest auf andere Bereiche ausgeweitet und jetzt die gesamte Gesellschaft erfasst. F. Hollande hatte bei Krisen wenigstens zu seinen Landsleuten gesprochen. E. Macron dagegen schweigt. Auch F. Hollande musste nach heftigen Protesten sein Reformprojekt zurückziehen. E. Macron will am Kurs festhalten, aber die Methode ändern. Seine erste Amtshandlung war die Abschaffung der Vermögensteuer, was ihm den Ruf des Präsidenten der Reichen einbrachte. Ein Kardinalfehler schlechthin. Er wurde zum roten Tuch für immer mehr Franzosen und weitere wenden sich jetzt auch noch von ihm ab.

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