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Gesellschaft

EU-Studie: Muslimischer Antisemitismus als Bedrohung in Deutschland

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Die Feststellungen einer europaweiten Studie belegen einen Anstieg antisemitischer Ressentiments – allerdings zeichnen dafür nach Selbsteinschätzung der Befragten in Deutschland vor allem Muslime dafür verantwortlich. 

Berlin. – Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) befragte im Mai und Juni 2018 insgesamt 16.395 Juden in europäischen Ländern zu ihren Erfahrungen, davon mehr als 1.000 aus Deutschland. Was letztere dabei im Bezug auf muslimischen Antisemitismus zu Protokoll gaben, wirft auch Fragen auf. Denn: die Selbsteinschätzung unterscheidet sich gravierend von der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).

Eklatante Diskrepanz zu Polizeistatistik

Denn die PKS ordnet der Bild zufolge gleich 94 Prozent der 1.506 so erfassten Straftaten dem rechten Spektrum zu. Nur fünf Prozent der Täter hätten einen muslimischen Hintergrund. Völlig unterschiedlich allerdings die Empfindungen der Juden in Deutschland in der Umfrage. 41 Prozent der Befragten nannten nämlich Erfahrungen mit Antisemitismus vonseiten muslimischer Täter. Rechte wurden in 20 Prozent der Fälle erwähnt – und in immerhin 16 Prozent der Fälle nanntenn die Teilnehmer der Umfrage sogar Täter aus dem linken Spektrum.

Frankreich: 95 Prozent sehen Antisemitismus

Diese Erfahrung deckt sich einem Artikel von Tichys Einblick zufolge auch mit einem Ländervergleich: Je höher der muslimische Bevölkerungsanteil in einem europäischen Land, desto eher hielten die ansässigen Juden einen Antisemitismus für ein großes Problem innerhalb ihrer Gesellschaft. Am häufigsten äußerten französische Juden entsprechende Sorgen (95 Prozent), wobei 65 Prozent dies als sehr großes Problem sahen.

Deutschland kommt hier nach Belgien (86 Prozent) auf die dritte Stelle (85 Prozent; 43 Prozent „sehr groß”), und liegt somit direkt im EU-Schnitt. Am seltensten hat man in Dänemark entsprechende Bedenken – nur 56 Prozent. Auch Österreich befindet sich dem ORF zufolge mit 73 Prozent (24 Prozent „sehr groß”) an drittletzter Stelle, dazwischen liegt Italien (71 Prozent).

Anstieg in Frankreich und Deutschland hoch

Auch bei der Frage nach einem allfälligen Anstieg des Antisemitismus im Land befand sich Österreich an drittletzter Stelle (75 Prozent, davon 33 Prozent „stark”), nur in Spanien (73 Prozent) und Ungarn (71 Prozent) ist dieser Befund schwächer. Erneuter Spitzenreiter ist Frankreich mit 93 Prozent, wobei 77 Prozent davon einen starken Anstieg sehen.

Deutschland findet sich auch hier an dritter Stelle wieder und trifft erneut exakt den EU-Schnitt von 89 Prozent. Besonders stark ist der Anstieg überraschend auch in den Niederlanden, welche hier mit 90 Prozent auf den zweiten Rang kommen. Zum Vergleich: Bei der generellen Sorge teilte man sich mit Österreich den drittletzten Platz.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    10. Dezember 2018 at 20:53

    Und im Bayerischen Rundfunk konnte man heute mal wieder die pauschale Meldung hören, Antisemtismus wäre in Europa stärker geworden. Kein Wort dazu über die Ursachen. Qualitätsjournalismus sieht anders aus.

    Kann die Jüdische Gemeinde in Deutschland wirklich nicht ihrem Vorsitzenden, Dr. Schuster, begreiflich machen, dass seine ständigen Forderungen nach Aufbahme aller „Schutzsuchenden” genau dieses Problem total verstärkt?

    Seine Vorgängerin, Frau Knobloch, wandte sich 2015 noch total gegen die unkontrollierte Masseneinwanderung. Inzwischen muss eine seltsame Verwandlun g mit ihr vorgegangen sein. Beiden dürften die Probleme jüdischer Mitbürger, besonders in Frankreich mit seinem hohen Anteil von Nordafrikanern, doch wohl keineswegs entgangen sein.

    Überlegt man, warum eine derartige Denkweise trotzdem stattfindet, kommt man eigentlich nur auf eine plausible Erklärung. Nur sollten die Herrschaften bedenken, dass nicht alle aus den jüdischen Gemeinden so einfach wie sie nach Israel auswandern können.

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Gesellschaft

Nächster Schlag: Martin Sellner jetzt auch auf YouTube gesperrt

Stefan Juritz

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am

Erst vor wenigen Tagen sperrte ihn Twitter. Jetzt hat auch YouTube nachgezogen und die Konten von Martin Sellner geschlossen.

Am Montag hat die Social-Media-Plattform die Konten des identitären Aktivisten und Influencers Martin Sellner gesperrt, weil dieser mit seinen „Kontoaktivitäten” die YouTube-Nutzungsbedingungen verletzt habe. Sellner kündigte indes an, sich gegen diese „grundlosen Sperrungen” juristisch zu wehren. „Wieder einmal erweist sich, dass die sogenannte ‚Meinungsfreiheit’ im westlichen Staaten eine reine Farce ist”, kommentierte er auf seiner Homepage am Montagabend. Auf YouTube folgten dem Identitären über 140.000 Menschen.

Twitter sperrt Identitäre aus

Erst am Freitag hatte der Kurznachrichtendienst Twitter in einem großen Schlag mehr als 50 Konten gesperrt bzw. eingeschränkt. Die meisten der gesperrten Profile gehörten zur Identitären Bewegung – auch Sellner war betroffen.

Die Sperren erfolgten nur wenige Tage nachdem der US-Sender NBC News über ein Dossier mit dem Titel „Generation Identity – International White Nationalist Movement Spreading On Twitter And YouTube” berichtet hatte. Die linke NGO „Global Project Against Hate and Extremism” (GPAHE, Globales Projekt gegen Hass und Extremismus) habe insgesamt 67 Twitter-Accounts aus 14 Ländern identifiziert, die folglich vom Kurznachrichtendienst gesperrt bzw. eingeschränkt wurden, wie es in dem Bericht heißt.

Vor drei Jahren hatte bereits Facebook sämtliche Identitären-Seiten gelöscht.


Weiterlesen:

Die Hintergründe zur Twitter-Löschwelle gegen die Identitären (11.07.2020)

Aktion scharf: Twitter sperrt zahlreiche rechte Accounts (10.07.2020)


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Gesellschaft

Niedersachsen: Verfassungsschutz soll künftig Polizei-Anwärter überprüfen

Julian Schernthaner

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Ab sofort müssen sich alle Polizisten in Niedersachsen einem Check des Verfassungsschutz unterziehen, ehe sie in den Landesdienst eintreten.

Hannover. – Wie der Innenminister des Bundeslandes, Boris Pistorius (SPD), erklärte, habe dies mit der Sorge zu tun, dass „Extremisten oder Clanmitglieder unsere Polizei unterwandern”. Dies berichtet die Junge Freiheit unter Berufung auf die Neue Osnabrücker Zeitung. Bislang war eine solche Überprüfung nur dann möglich, wenn Bewerber dieser Maßnahme ausdrücklich zustimmten.

Charakterliche Anforderungen als Argument

Begründung für die neuen Pläne ist der Umstand der hohen charakterlichen Anforderungen der Polizeiarbeit sowie deren Waffentracht im Dienst. Das niedersächsische Innenministerium arbeitet deshalb an einem gesetzlichen Erlass, womit automatische Abfragen beim Verfassungsschutz vor jedem Neueintritt möglich werden.

Pistorius kritisierte einst AfD-Polizisten

Im Bezug auf den neuen „Radikalenerlass” in Niedersachsen fürchten Kritiker nun, dass dieser über kurz oder lang gegen politische Mitbewerber missbraucht werden könnte. Denn immerhin war es auch Pistorius, der sich erst im Vorjahr kritisch über Beamte wie Lehrer oder Polizisten geäußert hatte, die sich bei Wahlen für die AfD aufstellen lassen – insbesondere, wenn diese mit dem „Flügel” oder der „Jungen Alternative” sympathisierten.

Vorauseilender Charakter der Erlasses denkbar

Die Jugendorganisation der größten Oppositionspartei sowie der ehemalige Zusammenschluss der Nationalkonservativen in der Partei gelten seit Kurzem als „Verdachtsfälle” des Verfassungsschutzes. Beobachter sehen dies als Schritt der Behörde, irgendwann die Gesamtpartei ins Visier zu nehmen.

Dieser Eindruck verstärkte sich nicht zuletzt nach den jüngsten Beobachtung der beiden AfD-Landesgruppen in Brandenburg und Thüringen. Gut möglich also, dass Niedersachsen bereits vorauseilende Fakten schaffen will, wenn entweder die Bundespartei oder zumindest die Landespartei ins Visier gerät.

Pistorius für Studie zu Rassismus bei Polizei

Neben der neuen Einstellungspolitik bei der Polizei bezog Pistorius auch Stellung zur derzeit virulenten Debatte über angeblichen Rassismus bei der Polizei. Die Ansicht seiner Parteichefin Saskia Esken, wonach bei deutschen Ordnungskräften ein „latenter Rassismus” existiere, teilt er zwar nicht. Dennoch würde er eine – von Bundesinnenminister Seehofer (CSU) schließlich doch abgesagte –  Studie zu sogenanntem „racial profiling” befürworten. Sich diese Frage zu stellen sei seiner Ansicht nach „vernünftig und vertrauensbildend” und könne mittelfristig die Qualität der Polizeiarbeit verbessern.


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Gesellschaft

Systematischer Rassismus?”: Für Thomas Sowell nur linke „Propaganda”

Stefan Juritz

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Der schwarze US-Ökonom Thomas Sowell hat den Begriff des „systematischen Rassismus“ zurückgewiesen. In der Fox-News-Talkshow „Life, Liberty & Levin” erklärte der konservative Autor, der Begriff habe keine klare Bedeutung und könne empirisch nicht überprüft werden.

Moderator Mark Levin kam während des Gesprächs auf den Begriff „systematischer Rassismus“ zu sprechen: „Er ist an unseren Universitätsgeländen zu hören, er ist von wohlhabenden und berühmten Sportlern zu hören. Doch was bedeutet das? Und was auch immer das bedeutet, stimmt das denn?”

Für Sowell scheint die Antwort klar zu sein: Anders, als es bei Hypothesen der Fall ist, könne man diesen Begriff nicht näher spezifizieren und testen, da er im Grunde keine wirkliche Bedeutung habe. Die Verwendung der Phrase vom „systematischen Rassismus“ erinnere ihn sogar an die „Propaganda-Taktiken“ im Dritten Reich, wo Propagandaminister Joseph Goebbels gesagt haben soll, die Menschen würden jede Lüge glauben, wenn man sie nur „lange und laut genug” wiederhole.

Sowell: „Sie erreichen ihr Ziel, wenn andere einknicken”

„Ich glaube, dass nicht einmal jene Leute, die den Begriff verwenden, eine klare Vorstellung davon haben, was sie damit sagen. Sie erreichen ihr Ziel, wenn andere Leute einknicken und nachgeben”, sagte der 90-jährige Autor, der zu den wichtigsten konservativen Denkern in den USA zählt.

Zudem verwies Sowell darauf, dass linke Aktivisten lediglich behaupteten, Rassen- und Klassenunterschiede hinter sich zu lassen, während sie letzten Endes aber auch nur ihre eigene „Nomenklatur” und ihre eigenen Hierarchien schaffen würden.


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