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Gesellschaft

Migrationspakt: Experten zweifeln an einseitiger Beeinflussung durch Bots

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Bild: Twitter / Pxhere (CC0)

Anders als das Unternehmen, das eine Nähe zur CDU aufweist, sprechen Experten teilweise von einer „gezielt lancierten, unveröffentlichten Quatschstudie ohne belastbare Daten”.

Berlin. – Ein kleines Berliner Unternehmen behauptete unlängst, dass die Twitter-Diskussion über den Migrationspakt manipuliert wurde. Laut einer Analyse des Unternehmens Botswatch stammten rund 28 Prozent aller deutschsprachigen Tweets zum Migrationspakt von Social Bots. Bots sind automatisierte Programme, die sich in den sozialen Netzwerken als Menschen ausgeben und deren Verhalten imitieren. Bei zahlreichem Auftreten können solche Bots womöglich das Meinungsklima beeinflussen.

Bot-Analyse ist „Quatschstudie”

Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, meldeten sich nach der Publikation der Bot-Analyse mehrere Experten zu Wort und erhoben schwere Vorwürfe. „An der Studie stört mich, dass sie nicht einmal in Auszügen einsehbar ist. Dadurch sind die Ergebnisse wertlos”, sagte der Social-Media-Analyst Luca Hammer. Der Professor für Medieninformatik an der Technischen Hochschule Nürnberg, Florian Gallwitz, sprach gar von einer „gezielt lancierten, unveröffentlichten Quatschstudie ohne belastbare Daten”.

Anders als das Unternehmen Botswatch kam Luca Hammer bei einer stichprobenartigen Untersuchung zu dem Schluss, dass der Anteil von Bots in der Debatte um den Migrationspakt bei etwa 6 Prozent liege. Darunter seien allerdings auch automatisierte Accounts von Medienhäusern.

Unternehmen veröffentlicht Kriterienkatalog nicht

Nach Ansicht des Unternehmens hätten die Bots Stimmung gegen den UNO-Migrationspakt gemacht. Botswatch analysierte rund 800.000 Tweets, die zwischen 24. November und 2. Dezember verfasst wurden. Wer hinter der angeblichen Manipulation stecken könnte, wurde allerdings nichts gesagt. Auch auf die Frage, wie das Unternehmen Bots definiere, kam keine Antwort. Das zähle zu den Betriebsgeheimnissen ihres Unternehmens, so Geschäftsführerin Tabea Wilke.

Für Botswatch gelten bereits jene Nutzer als Bot, die mehr als 50 Tweets pro Tag absetzen. Diese Zahl ist allerdings leicht zu erreichen. Medienhäuser setzen teilweise mehr als 50 Tweets pro Tag ab. Andere nutzen Twitter wie ein Chat-Programm und erreichen die Grenze von 50 Tweets pro Tag damit auch sehr schnell.

Botswatch hat Nähe zur CDU

Die Bot-Analyse, die am Tag der Verabschiedung des Migrationspakts publik wurde, wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen und als Tatsache präsentiert. So rief die sozialdemokratische Justizministerin Katarina Barley Betreiber angesichts der Ergebnisse soziale Netzwerke dazu auf, gegen gefälschte Accounts vorzugehen. Wie der Bericht der NZZ zeigt, hat das Unternehmen Botswatch Verbindungen zur CDU. So war die Geschäftsführerin des Unternehmens im Mai zu einem nichtöffentlichen Gespräch über künstliche Intelligenz im Bundeskanzleramt.

Sie ist selbst CDU-Mitglied und im C‑Netz, einem Netpolitikverein, der CDU und CSU nahesteht. Außerdem sind zwei der fünf Mitglieder des „Advisory-Boards” von Botswatch ebenfalls CDU-Mitglieder. Auch der selbsternannte „Merkel-Fan” Axel Wallrabenstein gehört zu den Beratern des Unternehmens. Kai Whittaker, der Merkel-Kritiker mit „Säuen” verglich, die sich im Dreck suhlen, fungiert ebenfalls als Berater für Botswatch.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    14. Dezember 2018 at 17:17

    Jaja, diese verdammten fake news. Nach dem Nazi-Regime und der kommunistischen DDR Diktatur brauchen wir nun wirklich keine Lügen mehr von Seiten der heutigen regierenden.

    Zur Hitler Zeit mussten die Menschen bei Androhung der Todesstrafe ausländische Radiosender hören um wenigstebns einigermaßen offen informiert zu werden. Heute kann man sich deutlich leichter außerhalb des mainstreams informieren. Das kommt nicht immer gut bei den „Großkopferten” an.

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Gesellschaft

Personalmangel: Deutsche Bahn setzt weiter auf Migranten

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Bereits seit geraumer Zeit hat die deutsche Bahn mit einem Mangel an Personal zu kämpfen. Um diesem entgegenzuwirken, wird auf der Suche nach Lokführern künftig weiter verstärkt auf Migranten gesetzt. 

Stuttgart. – Die Maßnahme kostet über eine Million Euro und wird unter anderem von der Bundesagentur für Arbeit organisiert.  Das Projekt der deutschen Bahn in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit steht exklusiv Migranten mit Flüchtlingsstatus zur Verfügung.

Check-up“ für Migranten

Im Rahmen eines „Check-ups“ können die Asylbewerber an einen Ausbildungsplatz gelangen. Der Kurs dauert acht Wochen und soll laut der Internetseite des Unternehmens dazu dienen, die Grundkenntnisse in verschiedenen Fächern wie Mathematik oder Naturwissenschaften und Technik „aufzufrischen“.

Nachdem sie außerdem berufsbezogenen Deutschunterricht erhalten haben, müssen die Migranten noch einen medizinisch-psychologischen Test absolvieren, um die Ausbildung antreten zu können. 

Perspektive für Geflüchtete“

Der Verkehrsminister Baden-Württembergs, Winfried Hermann (Grüne), sieht im Programm eine „neue Perspektive für Geflüchtete“. Wie der Focus berichtet, haben die ersten 15 Asylanten im Rahmen des Programms bereits eine Ausbildung in Mannheim begonnen. Die Gruppe besteht aus Syrern, Tunesiern und Marokkanern, welche teilweise bereits feste Verträge hätten. 

Auf der Internetseite der Deutschen Bahn heißt es, dass der neue „Check-up“ am 23. März 2020 starte. Das Unternehmen hadert bereits seit einiger Zeit mit ausbleibenden Bewerbungen, laut Eigenangaben fehlen ihm in Deutschland insgesamt 1.000 Triebwagenführer.

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Gesellschaft

Essen: Arabische Clans liefern sich Schlägerei in Gerichtssaal

Joshua Hahn

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am

ASDF Symbolbild (Landgericht Essen): Wikimedia Commons [CC0]

Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere aufgebrachte Migranten von Polizeibeamten niedergerungen werden.

Essen. –  Während einer Verhandlung kam es am Donnerstag in Essen zu wüsten Szenen, als zwei Clans sich nach der Urteilsverkündung im Gerichtssaal eine Schlägerei lieferten.

Acht Verurteilungen in vorangegangenem Prozess

Bei der Berichtsverhandlung zuvor gab es acht Verurteilungen im Fall einer Clan-Fehde. Nachdem zwei der Angeklagten Zuschauer der anderen Großfamilie provozierten, artete die Situation schnell aus: Auf einem im Internet kursierenden Video ist zu sehen, wie sich mehrere Personen in einem unübersichtlichen Gerichtssaal beschimpfen und schlagen. Die Polizei ist damit beschäftigt, die aufgebrachten arabischen Migranten voneinander zu trennen. 

Wie die Welt berichtet, ist der Grund für die Verurteilung, dass die Angeklagten ein Mitglied der verfeindeten Familie auf einem Schulhof zusammenschlugen. Das Opfer sitzt laut dem Sender RTL offenbar selber in Untersuchungshaft – wegen eines Sexualdelikts.

Staatanwaltschaft erwägt Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft gab an, prüfen zu wollen, ob es aufgrund der Schlägerei Ermittlungen geben wird. Bei den Auseinandersetzungen wurde ein Mann abgeführt, insgesamt waren über 20 Polizei- und Justizbeamte nötig, um die Situation zu beruhigen. 

Die Gerichtsverhandlung stand von Anfang an unter besonderem Schutz. So wurde beispielsweise die Verhandlungen von der Polizei gefilmt, außerdem waren präventiv Beamte vor dem Gerichtsaal zum Schutz aufgestellt. 

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Gesellschaft

Hessen führt zentrales Meldeportal gegen „Hass und Hetze“ ein

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Volker Bouffier, CDU): de:Benutzer: Viet2001 (Viet-Hoang Nguyen) [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten)

Das Bundesland Hessen hat am Donnerstag als erstes deutsches Bundesland ein zentrales Meldesystem gegen „Hass und Hetze“ eingeführt. 

Wiesbaden. – Das von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vorgestellte Portal trägt den Namen „Hessen gegen Hetze“. Auf der offiziellen Internetseite lassen sich ab sofort vermeintliche „Hasskommentare“ melden, wie die „Hessenschau“ berichtet. Zusätzlich muss man den Link zum Kommentar angeben. Alternativ können Screenshots angehängt werden, der Absender hingegen kann anonym bleiben. Anschließend sollen die Kommentare von „Experten“ geprüft werden. 

Der Ministerpräsident betonte, dass es das erste Portal dieser Art in Deutschland sei: „Das ist keine Alltagsfliege, sondern soll eine Dauereinrichtung sein.“ Es sei nun „eine breite gesellschaftliche Unterstützung“ nötig, um gegen „Hass und Hetze“ zu kämpfen. 

Al-Wazir: „Senkung der Hemmschwelle“

Der stellvertretende Regierungschef Hessens, Al-Wazir (Grüne), lobte das Projekt. Zwar sei Hessen ein sicheres Bundesland, trotzdem ließen sich Tendenzen erkennen, welche eine „Senkung der Hemmschwelle“ in Sachen „Hass und Hetze“ aufzeigten. Er betonte laut Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ dass auch online gelte, was offline der Fall ist. 

Erst im vergangenen Herbst stellte die hessische Regierung einen Aktionsplan vor, um das vermeintliche Problem „rechter Hetze“ besser eindämmen zu können. Die Justizministerin gab an, dass es nicht reiche, die Inhalte nur zu löschen, vielmehr müsse es auch zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommen. 

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