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Nach Islam-Buch

SPD startet neues Ausschlussverfahren gegen Sarrazin

Die SPD startet den mittlerweile den dritten Anlauf, um ihren als Islamkritiker bekannten Querdenker Thilo Sarrazin loszuwerden. 

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Bild (Thilo Sarrazin 2014): User ‚Lesekreis‘ via Wikimedia Commons [CC0]

Berlin. – Wie die Welt am Montag berichtet, hat der SPD-Bundesvorstand beschlossen, neuerlich ein Ausschlussverfahren gegen den 73-jährigen Sarrazin zu bemühen. Eine Untersuchungskommission kam zuvor zum Schluss, dass dessen Thesen „nicht mit den Grundsätzen der SPD vereinbar“ seien. Generalsekretär Lars Klingbeil zufolge ist der Parteivorstand der Ansicht, dass Sarrazin der Partei „schweren Schaden“ zufüge.

Islamkritischer Bestseller als Auslöser

Den Anlass für die neuerliche Kontroverse um die Mitgliedschaft Sarrazins in der Sozialdemokratie bietet erneut ein Bestseller aus seiner Feder. Das im Sommer erschienene Werk „Feindliche Übernahme“ kritisiert den Islam intensiv und beschäftigt sich außerdem mit dem Phänomen einer Islamisierung des Abendlandes. Bereits sein voriger Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ führte zu einem Ausschlussverfahren – letztlich erfolglos.

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Nach dem Erscheinen seines neuen Sachbuches legte die Partei ihrem langjährigen Spitzenfunktionär zunächst einen freiwilligen Austritt nahe. Weil er die SPD jedoch weiterhin als seine politische Heimat sah, kam Sarrazin dieser Aufforderung nicht nach. Daraufhin beauftragte man eine Arbeitsgruppe, welche das Werk sowie sein sonstiges Verhalten bewerten sollte. Diese kam zum Ergebnis, erneut dessen Ausschluss zu prüfen.

Jusos begrüßen Ausschlussverfahren

Positive Resonanz für den Vorstoß, Sarrazin auszuschließen kam von der Parteijugend. Juso-Chef Kevin Kühnert, der kürzlich mit einer Solidarisierung mit der linksextremen Roten Hilfe in die Schlagzeilen geriet – Die Tagesstimme berichtete – äußerte sich dementsprechend. Seiner Meinung nach habe Sarrazin mit den Werten der SPD „lange nichts mehr am Hut“. Ohne sein Parteibuch wäre dieser ohnehin nur „ein Hetzer unter vielen“.

Sarrazin sieht „innerparteilichen Machtkampf“

Der betroffene Sarrazin selbst sieht die Vorgänge gelassen. Er selbst sieht die Vorgänge als Teil eines „innerparteilichen Machtkampfes um die künftige Linie“ der SPD. Entsprechend hätte ihn die Entscheidung der Parteispitze nicht überrascht. Er selbst wisse, dass er mit keinem seiner Bücher irgendwelche sozialdemokratischen Grundsätze verletzt hätte. Er möchte nun auf das Schreiben des Vorstands warten und behält sich den Rechtsweg vor. Bereits im August ließ ihn die Vorstellung eines neuerlichen Ausschlussverfahren kalt.


Weiterlesen: 

Wegen Islam‐Buch: SPD will Thilo Sarrazin erneut loswerden (13.8.2018)

Verlag will neues Islam‐Buch von Thilo Sarrazin nicht veröffentlichen (7.7.2018)

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