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Kultur

Das „Freilich”-Magazin tritt an die Öffentlichkeit

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

Symbolbild Bibliothek (CC0) / Titelcover "Freilich" / Collage: Die Tagesstimme

Die „Freilich Medien GmbH” geht mit dem zweimonatlichen Politikmagazin „Freilich“ an die Öffentlichkeit. „Wir wollen das Spektrum der bisher erscheinenden Publikationen des freiheitlichen Lagers und seiner Sympathisanten ergänzen und den Kreis in gewisser Hinsicht mit dieser Art von Zeitschrift schließen”, so Geschäftsführer DI Heinrich Sickl in einem Interview auf der eigenen Homepage.

Graz. – Das Rätselraten um das neue Magazin des Freiheitlichen Akademikerverbandes hat nun ein Ende. Die neue Zeitschrift trägt den Namen „Freilich – Das Magazin für Selbstdenker”, umfasst rund 100 Seiten und wird alle zwei Monate erscheinen. Eigentümer der „Freilich Medien GmbH” ist der Freiheitliche Akademikerverband der Steiermark. Die Startauflage liegt laut eigenen Angaben bei 10.000 Stück.

Neue Redaktion und neue Inhalte

Neu am Magazin ist aber nicht nur der Name, sondern auch Redaktion und Autorenteam wurden neu aufgestellt. Chefredakteur ist der gebürtige Niedersachse Ulrich Novak, ein ehemaliger TV-Produzent und Sachbuchautor. Thematisch befasst sich „Freilich” mit österreichischer Innenpolitik, europäischen Lageanalysen sowie sozialen und kulturellen Entwicklungen in Österreich und den Nachbarländern. Besonderes Augenmerk legt das Magazin dabei auf Reportagen und Interviews. „Freilich” sieht sich weder als Theorie-Zeitschrift noch als „politische Agitationsplattform”.

Wir sind diskursneugierig”

Wir sind ein unabhängiges Magazin, das freilich eine inhaltliche Nähe zur FPÖ hat. Man muss nicht raten, welchem politischen Lager wir uns nahe fühlen. Gleichzeitig sehen wir das als kritische Nähe”, betont DI Heinrich Sickl, Obmann des FAV Steiermark und FPÖ-Politiker, gegenüber der Tagesstimme.

Mit dem Magazin will man nicht nur klassische Mitglieder der Freiheitlichen Akademikerverbände ansprechen, sondern auch darüber hinaus Leser erreichen. „Lesen sollten ‚Freilich‘ vor allem allerdings diejenigen, die alters- und geschlechterunabhängig an politisch freiheitlichen Positionen und realpolitischer Umsetzbarkeit derselben interessiert sind. Bei uns sind alle gut aufgehoben, die ihren geistig-politischen Horizont auf gehobenem Niveau nach erweitern und da und dort faktensicher verfestigen wollen”, so Chefredakteur Novak. Und auch Sickl hält fest:

Lesen soll und kann uns eigentlich jeder, egal welcher politischen Couleur. Wir sind diskursneugierig, wenn man so will.”

Neugründung war notwendig

Anfang Juni hatte FAV-Obmann Sickl das Aus für die davor medial scharf kritisierte Zeitschrift „Aula” erklärt und gleichzeitig ein neues Magazin angekündigt. „Die Neugründung war eben notwendig, weil das, was davor war, sich überlebt hatte. Heute sind rund ein Drittel der Wähler in Österreich freiheitlich, von den Werten her dürfte der Bereich noch größer sein. Wer sich da im Ghetto fühlt, ist fehl am Platz. Wir kommen als professionelle, kritische Stimme aus der Mitte der Gesellschaft und wollen professionellen Journalismus bieten”, erklärt der „Freilich”-Geschäftsführer im Gespräch mit der Tagesstimme.

Interview mit Salvini

In der ersten Ausgabe von „Freilich” liegt der Schwerpunkt beim Thema „Migration”. Besonders freut Sickl, dass man Italiens Innenminister Matteo Salvini für ein Interview gewinnen konnte.

Hier die erste Ausgabe von „Freilich” ansehen:

„Freilich” kann man hier bestellen: http://www.freilich-magazin.at/abonnieren/
Ein Abonnement kostet 76 Euro (Österreich) bzw. 85 Euro (Deutschland) pro Jahr.

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Kultur

Wegen Gleichbehandlung: Autobahnmeisterei bekommt Christbaumverbot

Julian Schernthaner

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am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Das Regierungspräsidium in Freiburg untersagte einer Autobahnmeisterei die Fortführung der Tradition, einen Weihnachtsbaum an der Schweizer Grenze aufzustellen.

Freiburg im Breisgau. – Es galt seit vielen Jahren als nette Tradition bei der Autobahnmeisterei Efringen-Kirchen: Alljährlich stellte man nahe des Grenzüberganges auf der A5 einen Weihnachtsbaum auf, um zur besinnlichen Zeit aus der Schweiz ankommende Autofahrer zu begrüßen. Nun folgte die Unterbindung von offizieller Stelle.

Ende der Tradition wegen „Gleichbehandlung”

Wie die Junge Freiheit am Freitag berichtet, sei der Behörde „bewusst geworden, dass es solche Wünsche von Religionsgemeinschaften auch zu anderen Feiertagen geben könnte“. Dies wäre nach Ansicht des Regierungspräsidiums allerdings mit der Verkehrssicherungspflicht nicht vereinbar.

Daher, so ein Sprecher der Behörde, habe man entschieden, „aus Gründen der Gleichbehandlung” keinen Baum mehr aufstellen zu lassen. Die Verordnung beträfe dabei nicht nur nur das aktuelle Jahr. Auch künftig soll es keine Weihnachtsbäume bei der Gemeinschaftszollanlage im Dreiländereck geben.

Bürger wollte zusätzlichen Chanukka-Leuchter

Auslöser der nunmehrigen Entscheidung war dabei die Anfrage eines Bürgers, welcher beantragt hatte, einen Chanukka-Leuchter neben dem Baum aufzustellen. Bereits im Vorjahr gab es einen ähnlichen Antrag, der aber zu kurzfristig eintraf. Da er diesmal aber mit entsprechendem Vorlauf eintraf, musste sich die Behörde damit befassen.

Das jüdische Fest, das an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im zweiten vorchristlichen Jahrhundert erinnert, fällt diesmal zeitlich mit Weihnachten zusammen (22.–30. Dezember). Beide Feste teilen sich einen familiären Charakter, die Darbietung von Liedern, gemeinsamen Verzehr von Köstlichkeiten und den Austausch von Geschenken.

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Kultur

Nach Zensurwunsch: Nuhr wirft Sonneborn totalitäre Tendenzen vor

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild (Nuhr 2017): Euku via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Dieter Nuhr reagierte auf die Forderungen von Martin Sonneborn (Die PARTEI), den beliebten Kabarettisten aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verbannen mit einem gepfefferten Konter.

Hannover. – Die Wurzeln der Fehde gehen auf den Europawahlkampf des früheren Herausgebers des Satiremagazins Titanic zurück. Damals bezeichnete Sonneborn seinen Branchenkollegen als „Scheinkabarettisten”. Nach den Witzen Nuhrs über Greta Thunberg legte er dann nach und sagte in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen, er würde Nuhrs Auftritte im Rundfunk verbieten, wenn er etwas zu sagen hätte.

Nuhr: „Der Deutsche neigt zum Totalitären”

Nun, zweieinhalb Wochen später, nützt Nuhr die Gelegenheit, ebenfalls in einem HAZ-Interview, für einen Konter. Er nehme die Aussage von Sonneborn als „sehr ehrlich” wahr. Denn sie sage viel über das Verhältnis des seit 2014 im Europaparlament sitzenden Satirikers zur Meinungsfreiheit aus. „Der Deutsche neigt ja immer mal wieder zum Totalitären, das ist ja nichts Neues”, so Nuhr.

Auch Sonneborns früherer Aussage, er sei nur ein „Schein-Kabarettist”, hielt er eine direkte Gegenbewertung entgegen. Er habe nämlich „zahlreiche Therapiestunden benötigt”, um zu erkennen, dass es sich bei Sonneborn auch nur um einen „Scheinpolitiker” handle. Dadurch sei für sein Dafürkönnen nun „alles wieder gut”, so der vielfach preisgekrönte Nuhr.

Kritik an „politischer Angepasstheit” im Kabarett

Auch zur breiten Aufregung – Die Tagesstimme berichtete – über seine Witzeleien auf Kosten der schwedischen Klimaaktivistin Thunberg äußerte sich Nuhr. Diese habe ihn nicht überrascht: „Da ich den geistigen Horizont der Kollegen ganz gut einschätzen kann, bin ich selten verwundert“, so die gelassene Antwort des Humor-Urgesteins. Früher hingegen sei es im Kabarett ganz üblich gewesen, den Zeitgeist infrage zu stellen.

Heute würden dies allerdings nur mehr wenige Komiker tun. Vielmehr wäre „politische Angepasstheit und Ausgrenzung von Andersdenkenden” heutzutage ein „gutes Geschäftsmodell” unter seinen Kollegen. Seiner Ansicht nach seien abweichende Meinungen hingegen lediglich eine „Herausforderung” – und kein „auszumerzendes Übel”.


Weiterlesen:

Komiker Nuhr erntet Kritik von Twitter-Nutzern wegen Thunberg-Witzen (1.10.2019)

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Kultur

Innviertler Künstlergilde schließt patriotischen Künstler Wiesinger aus

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Wiesinger 2013): Franz Johann Morgenbesser via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Der Maler und Bildhauer Odin Wiesinger verliert nach über 30 Jahren seine Mitgliedschaft in der Innviertler Künstlergilde (IKG).

Ried im Innkreis. – Wie die OÖN am Dienstag berichten, fällte der als Verein organisierte Zusammenschluss seine Entscheidung bei einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung bereits am 30. Oktober. Bei nur fünf Gegenstimmen votierten gleich 61 Mitglieder für diese drastische Maßnahme. Während die Verantwortlichen von einem „notwendigen Schritt” sprechen, übt der Betroffene in sozialen Medien scharfe Kritik.

Sechs Vorwürfe gegen patriotischen Künstler

Die Causa reicht bereits einige Monate zurück. Wie ein der Tagesstimme vorliegendes, vom gesamten Gildenausschuss unterfertigtes, Schreiben aus dem Juli dokumentiert, fand bereits am 29. Juni eine außerordentliche Jahreshauptversammlung statt, bei der die Mehrzahl der Mitglieder für eine Einleitung eines Ausschlussverfahrens stimmten. Dabei führte man nicht weniger als sechs Gründe dafür an.

Neben vermeintlich frauenfeindlicher Äußerungen und angeblicher Diffamierung anderer Kunstschaffender, warf man Wiesinger auch vor, den Holocaust zu relativieren. Außerdem würde er die gesamte Gemeinschaft „in untragbarer Weise” diffamieren, deren Außenwirkung und anhand von mit seiner Person begründeter Austritte auch deren wirtschaftliche Interessen beeinträchtigen.

Wiesinger konterte Unterstellungen

Wiesinger selbst ließ die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen, leistete der Aufforderung zur Stellungnahme Folge. Er sei der früheren Rektorin der Akademie der bildenden Künste lediglich mit „überspitzt vorgenommener Kritik […] ausdrücklich im Sinne der Kunst” begegnet. Seine Distanzierung von der Formulierung („dummes Stück Fleisch”) sei hinlänglich bekannt. Eine ebenfalls skandalisierten Äußerung gegenüber einer ORF-Moderatorin habe er seinerzeit wiederum erkennbar als „Satire” gekennzeichnet.

Besonders verwundert zeigte er sich über die Beanstandung von Aussagen über den Zustand der Kunstszene aus dem Jahr 1998: „Außerdem hat damals niemand widersprochen, dass zum überwiegenden Teil Farbe verschüttet, auf den Bühnen gestammelt, etc. wurde!” Er habe vielmehr sogar 2016 in einem profil-Interview klargestellt, dass in der Kunstszene „viel akzeptiert sein” könne „ohne, dass es der Einzelne akzeptieren muss”.

Wiesinger-Ärger über unvollständige Zitate

Wiesinger ärgert sich in seiner Antwort zudem über die unvollständige Wiedergabe von Zitaten. Dies gelte sowohl für einen Kommentar zum „Shitstorm” gegen seine angedachte Bestellung zum Kulturbeirat – Die Tagesstimme berichtete – als auch für die Behauptung, er habe mit der Feststellung, dass sich unter den KZ-Häftlingen nicht „nur feine Menschen, angenehme Zeitgenossen” befunden hätten, den Holocaust relativiert.

Gerade in letzterem Fall habe er in einem Interview seine Meinung zu einem damals kontrovers diskutierten – und laut Gerichtsurteil von der Meinungsfreiheit gedeckten – Zeitungsartikel bekundet. Er habe dabei auf den Hinweis des Autors auf zeitgenössische Berichterstattung verwiesen. Keinesfalls halte er alle KZ-Häftlinge für eine „Landplage”. Die unterstellte NS-Ideologie verlange zudem einen „dogmatischen Absolutheitsanpruch, welchen [er] gerade als Künstler strikt” ablehne.

Plädoyer für künstlerisches Recht auf Provokation

Dass zudem sogar ihn verteidigende Leserbriefzuschriften, auf die Überlegung eines Ausschlusses bezogen, „als statutenwidrig zuzurechnen” seien, erschließe sich ihm nicht. Die Behauptung der Beeinträchtigung wirtschaftlicher Interessen sei überhaupt ein Versuch eines „juristischen Kunstgriffs”, da der Verein nicht auf Gewinn ausgelegt sei. Schlicht „nicht verantwortlich” sieht er sich für die Außendarstellung der Gilde.

Verständnis äußerte er abschließend, dass manche seiner Äußerungen „vielleicht nicht jedem passen”. Als Privatmensch und vor allem als Künstler müsse man kritisch sein und auch provozieren dürfen. Dabei handle es sich um ein demokratisches Recht, welches er in Anspruch nehme. Dadurch würden Ansehen und Zweck des Vereins nicht beschädigt.

IKG-Vorsitzender: „Trauriger, aber notwendiger Schritt”

Einzig alles Wohlwollen und alle Erklärungen stießen auf taube Ohren. IKG-Vorsitzender Walter Holzinger sprach im Anschluss laut OÖN von einem „traurigen, aber notwendigen Schritt im Sinne der Grundidee” der Gilde. Ein „wertschätzendes Menschenbild” sei eine „unverrückbare Säule davon”, bei Wiesinger herrsche dieses nicht vor. Dem Ausschluss attestiert er einen vermeintlich selbstreinigenden Charakter: „Unsere Gemeinschaft war eine eingetrübte Suppe, jetzt ist sie wieder klarer”.

Politische Hintergründe”: Wiesinger rechnet ab

Ganz anders Wiesinger, der „politische Hintergründe” hinter seinem Ausschluss wittert. Man wolle wohl keinen Burschenschafter und kein FPÖ-Mitglied in der Gilde. Er sieht allerdings als „Individualist und Freidenker auch positive Seiten in der Entscheidung. Die einst „altehrwürdige IKG” sei von einer Künstlervereinigung „zur politisierenden Vorfeldorganisation von ‚Verbotsparteien’ verkommen.

Dies zeige sich, indem diese „in den letzten Jahren spürbar auf Gesinnung statt auf die künstlerische Arbeit wert” gelegt habe. Die verbleibenden Mitglieder sollten sich nun dazu bekennen, dass sie von der Freiheit der Kunst weniger hielten als von „Mimosenhaftigkeit, Scheinmoral und politisch korrektem Aktionismus”.


Mehr über Odin Wiesinger bei der „Tagesstimme”:

Keine NS-Symbolik: Öllinger blitzt mit Anzeige gegen Künstler Wiesinger ab (21.8.2019)

Wiesinger: „Brauchen mehr Ehrlichkeit in der Kunst!” (Interview, 21.6.2019)

Oberösterreich: FPÖ nominiert Maler Wiesinger für Landeskulturbeirat (13.5.2019)

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