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Gesellschaft

Wien: Öffentliche Gelder für verstörende Videos über weibliche Sexualität

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Drei der Protagonistinnen bei der Erörterung der Frage, ob "alle Mädchen eine Scheide" haben. Screenshot: YouTube [@ 00:47]

In der Bundeshauptstadt Wien sorgt derzeit eine Reihe von YouTube-Videos für Stirnrunzeln. Unter dem Namen „Liebe, Sex und Klartext” machen mehrere 15 bis 19-jährige Mädchen einen vermeintlichen ‚Faktencheck’ über die weibliche Sexualität.

Wien. – In insgesamt 14 Infovideos des „Wiener Mädchen Channel” rätseln mehrere weibliche Jugendliche verschiedener sozialer und ethnischer Herkünfte über weit verbreitete Thesen im Bereich weiblicher Sexualität. Neben einigen Videos, welche aufklärerischen Charakter haben, beziehen andere etwa klare Stellung zu Themen wie Homo- und Transsexualität. Finanziert wird die Reihe aus Mitteln der Wiener Gesundheitsförderung im Rahmen des Projekts „Gesunder Bezirk”.

Alternative Jugendliche mit ‚Mythencheck’

Die etwa zwei Minuten langen Videos verlaufen stets nach demselben Schema. Zuerst deklarieren die elf Jugendlichen einen Denksatz als ‚Falsch’, darauf folgt ein Intro, das leger wirken soll. Eine der zumeist alternativ gestylten Protagonistinnen liest anschließend den zu erörternden Satz vor. Daraufhin ergründen die Damen ihre Meinung zu diesem Thema und loten Einwände gegen den angeblichen ‚Mythos’ aus. Danach wird die vermeintlich berichtigende Antwort eingeblendet. Vor dem Abspann stimmen die jungen Damen dieser Erkenntnis dann ganz selbstverständlich zu.

Einführung in die Gender-Ideologie

Besonders sticht hier der vorerst letzte Teil der Reihe hervor. Der hier zu erörternde Mythos ist: „Alle Mädchen haben eine Scheide”. Eine der Mädchen beginnt zunächst damit, diesen Satz „früher” für richtig gehalten zu haben. Nun wisse allerdings, dass dies nicht stimme. Eine weitere Protagonistin führt intersexuelle Menschen ins Feld, diese könnten eine Vagina haben – „oder auch nicht”.

Eine junge Frau mit kurzen, gefärbten Haaren verweist daraufhin auf „Trans-People”, eine Kollegin führt aus, es gäbe einen Unterschied zwischen „Sex” (biologisches Geschlecht) und „Gender” (soziales Geschlecht). Die nächste Dame meint: „Auch wenn ich eine Vagina habe, kann ich mich genauso als Mann fühlen – und genauso umgekehrt.” Als nächstes schneidet eine Schauspielerin den Terminus „non-binary” an, also Menschen mit undefinierter oder wechselnder Genderidentität.

Person mit Penis kann Mädchen sein”

Zuletzt kommt die ‚Auflösung’. Auf einer Antwortkarte steht: „Falsch. Nicht jede Person fühlt sich dem biologischen Geschlecht zugehörig, in dem sie geboren wurde. Somit kommt es vor, dass auch eine Person mit Penis ein Mädchen sein kann.” Detail am Rande: Sämtliche Protagonistinnen sind tatsächlich biologisch weiblich.

Sexuelle Orientierung angeblich wandelbar

Auch andere Videos vermitteln einen ähnlichen Spin, wobei das Video „Richtiger Sex geht nur mit Penis” mit durchgängig ordinärer Sprache auffällt. Ein weiteres Stück („Einmal hetero, immer hetero?”) bezeichnet die sexuelle Orientierung als veränderbar. Eine der Protagonistinnen wirft dabei die angebliche Annahme in den Raum, dass 85 Prozent aller Frauen bisexuell seien. Ein anderes Mädchen zweifelt sogar an, dass Heterosexualität „die Norm” sei.

Auch die ‚Aufklärung’ bestärkt dieses Narrativ: „Falsch. Emotionen und sexuelle Anziehung lassen sich nicht einteilen. Sie können sich im Laufe des Lebens auch verändern, genauso wie Interessen und Bedürfnisse. Und nicht selten haben Menschen, die sich als hetero definieren, auch mal gleichgeschlechtlichen Sex und umgekehrt”. Dem jugendlichen Zuschauer wird also eine wandelbare sexuelle Orientierung als Norm statt als Ausnahme verkauft.

Öffentliche Gelder der Stadt Wien

Bei der Videoreihe handelt es sich laut Beschreibung unter den Videos um ein Projekt des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch (MUVS). Die weltweit einzigartige Einrichtung im 15. Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus arbeitet hier mit dem Wiener Programm für Frauengesundheit zusammen. Wien selbst fördert das ganze mit Mitteln aus der städtischen Gesundheitsförderung.

Einer Aussendung der MA24 (Frauengesundheit) zufolge richten sich die Videos vor allem an Jugendliche. Dabei streicht man die „altersgerechte” Konzipierung hervor, welche sich „an den Lebensrealitäten” orientiere. Kristina Hametner, die Leiterin des Programms für Frauengesundheit möchte hier mit „faktenbasierter Aufklärung und Wissen” die Unsicherheiten und Ängste von Jugendlichen reduzieren. Erklärtes Ziel des MUVS-Formats ist die „sexuelle Selbstbestimmung” von Mädchen.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    18. Dezember 2018 at 21:08

    Darauf hat die ganze Welt seit nunmehr über 2000 Jahren gewartet. Ob diese Personen (Geschlecht ist ja nicht eindeutig erkennbar) auch mal eine Serie über Ernährungsberatung machen?

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Gesellschaft

Aiman Mazyek fordert erneut Islambeauftragten

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Aiman Mazyek): Christliches Medienmagazin pro [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Hanau hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, erneut einen Islambeauftragten gefordert.

Berlin. – Die Bundesregierung solle außerdem vermehrt auf den laut ihm vorherrschenden „antimuslimischen Rassismus“ reagieren.  Bei der Bundespressekonferenz in Berlin forderte Mazyek am Freitag, dass die Bundesregierung „antimuslimischen Rassismus“ anerkennen müsse. Dies wolle er auch Horst Seehofer (CSU) persönlich bei einem Treffen mitteilen. 

Wiederholte Mazyek-Forderung

Laut Mazyek habe die aktuelle Situation bereits „Vorboten“ gehabt. Der Anschlag in Halle habe beispielsweise auch stattgefunden, weil sich deutsche Behörden zu stark auf islamischen Extremismus fokussiert hätten. Seiner Meinung nach brauche es aus diesen Gründen einen eigenen Islambeauftragten, welcher sich mit dem vermeintlichen Hass auf Muslime befasst.

Schon in der Vergangenheit äußerte der Zentralrat der Muslime diese Forderung mehrfach – unter anderem auch nach dem Attentat in Christchurch in Neuseeland im vergangenen Jahr. Im Laufe des Donnerstags gab Bundesinnenminister Seehofer bereits an, die Polizeipräsenz beispielsweise vor Moscheen erhöhen zu wollen – Die Tagesstimme berichtete.

Altuğ spricht von „verpasster Chance“

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, beklagte Zekeriya Altuğ vom Koordinationsrat der Muslime bei der Pressekonferenz unter anderem die Rolle von Bundespräsident Steinmeier (SPD) direkt. Dieser habe die „Chance verpasst“, die Mordopfer beim Namen zu nennen. Bereits vor einigen Tagen forderte Altuğ, dass die „Zeit der Worte endlich vorbei“ sein müsse – man solle „endlich handeln“.


Weiterlesen:

Nach Amoklauf in Hanau: Seehofer will Polizeipräsenz erhöhen (22.2.2020)

Zentralrat der Muslime fordert Beauftragten gegen ‚Muslimfeindlichkeit’ (4.4.2019)

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Gesellschaft

Marine will Einrichtungen mit „historisch belasteten Namen“ umbenennen

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Tirpitzhafen in Kiel): U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Joshua M. Tolbert / Public domain (Bild zugeschnitten)

Die Dauerdebatte um angeblich historisch umstrittene Persönlichkeiten, nach denen Straßen und Einrichtungen benannt sind, nimmt nun auch in der deutschen Marine konkrete Formen an.

Kiel. –  Aufgrund des von Ursula von der Leyen (CDU) überarbeiteten Traditionserlasses hat die Marine nun beschlossen, mehrere Einrichtungen umzubenennen, deren Namen als „historisch belastet“ eingestuft werden.  Unter anderem soll der Tirpitzhafen in Kiel umbenannt werden.

Tirpitzhafen künftig Oskar Kusch Hafen

Wie unter anderem die Welt berichtete, gab ein Sprecher des Marinekommandos Rostock gegenüber den Kieler Nachrichten an, dass noch im Jahr 2020 mehrere Einrichtungen umbenannt werden sollen. So solle zum Beispiel der Tirpitzhafen künftig den Namen „Oskar Kusch Hafen” tragen.

Großadmiral Alfred von Tirpitz war im Ersten Weltkrieg ein Staatssekretär im Marineamt und war später Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Oskar Kusch wiederum war ein Marineoffizier im Zweiten Weltkrieg, der wegen regimekritischer Äußerungen zum Tode verurteilt wurde.

Von der Leyen überarbeitete Traditionserlass

Außerdem sollen diverse andere Orte und Einrichtungen wie Brücken, welche nach vermeintlich kritisch anzusehenden historischen Persönlichkeiten benannt sind, umbenannt werden. Vizeadmiral Andreas Krause soll die Namensvorschläge nun prüfen und diese gegebenenfalls annehmen. 

Verantwortlich für die Änderungen ist zumindest in Teilen die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Diese überarbeitete im Jahr 2018 den Traditionserlass der Bundeswehr. Erweitert wurde der Erlass um die Worte: „Tradition und Identität der Bundeswehr nehmen […] die gesamte deutsche (Militär-) Geschichte in den Blick. Sie schließen aber jene Teile aus, die unvereinbar mit den Werten unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung sind.“

In der jüngeren Vergangenheit setzte sich vor allem die Partei Die Linke für Namensänderungen von mehreren Objekten ein, weil diese vermeintlich „belastet“ seien. 

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Gesellschaft

Hanau: Gauland (AfD) weist Schuldvorwürfe zurück

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Gauland 2014): blu-news.org via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Nachdem Politiker der verschiedensten Parteien nach dem Amoklauf in Hanau der AfD eine Mitschuld unterstellten, äußerte sich jetzt der Fraktionschef Alexander Gauland. 

Berlin. – Gauland wies die Vorwürfe zurück und sprach von der „Tat eines Verwirrten”. Am Donnerstag unterstellten diverse Politiker der AfD eine Mitschuld am Verbrechen von Hanau.

SPD fordert Beobachtung durch Verfassungsschutz

So bezeichnete die Sozialdemokratin Midyatli die Partei beispielsweise als „politische[n] Arm des Rechtsterrorismus“. Der SPD-Generalsekretär, Lars Klingbeil, legte sogar noch eine Schippe drauf. Im ARD-Morgenmagazin behauptete er, die AfD gehöre zu jenen, welche den Täter „munitioniert” hätten. Außerdem forderte er dem Spiegel zufolge die Beobachtung der patriotischen Partei durch den Verfassungsschutz.

Vorwürfe aus allen Richtungen

Aber auch führende Vertreter anderer Parteien sparten nicht mit scharfen Aussagen. Laut der scheidenden CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer dulde die AfD „Nazis in den eigenen Reihen“. Ulla Jelpke (Die Linke) unterstellte der Partei, dass diese „Stichwortgeber für solche rassistisch motivierten Terroranschläge“ sei. Politiker der AfD würden „ganze migrantische Bevölkerungsgruppen und Treffpunkte wie Shisha-Bars stigmatisieren“.

Auch Grünen-Politiker Cem Özdemir bezeichnete die Partei als „politischen Arm des Hasses” und forderte, den „rechten Sumpf mit aller Härte des Rechtstaates ein für alle Mal” trockenzulegen. Das gelte auch für diejenigen, welche das seiner Ansicht nach „ideologisch vorbereiten” würden. Konstantin Kuhle (FDP) behauptete am Freitagvormittag, das „Pamphlet des Täters von Hanau” lese sich „wie eine Rede von Gottfried Curio im Deutschen Bundestag”.

Meuthen und Gauland weisen Vorwürfe zurück

Der Fraktionschef Alexander Gauland gab laut n‑tv an, dass der Täter psychische Probleme gehabt habe. Er könne nicht erkennen, was die „Tat eines völlig geistig Verwirrten“ mit Bundestagsdebatten zu tun hätte. Die Instrumentalisierung der Tat bezeichnete Gauland als „schäbig“. Zuvor äußerte sich auch der Parteivorsitzende Jörg Meuthen zur Tat und den Vorwürfen der politischen Gegenseite. Das Verbrechen sei „weder rechter noch linker Terror, das ist die wahnhafte Tat eines Irren“. 

Am späten Mittwochabend erschoss Tobias R. (43) neun Menschen in zwei Shisha-Lokalen. Anschließend tötete er offenbar seine Mutter sowie sich selbst in seiner Wohnung – Die Tagesstimme berichtete. 

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