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Technik

Datenskandal: Facebook gab Netflix und Spotify Zugang zu Privatchats

Stefan Juritz

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am

Symbolbild (CC0)

Nach den neuesten Enthüllungen schlittert Facebook in den nächsten Datenskandal. Der US-Konzern soll anderen Firmen zum Teil Zugriff auf Privatchats von Nutzern ermöglicht haben.

Laut eines Berichts der New York Times (NYT) hat der US-Social-Media-Riese über 150 Partnerunternehmen (darunter etwa Amazon, Apple, Yahoo, Netflix usw.) Zugang zu privaten Daten von Nutzern gewährt – und das selbst wenn die User keinen direkten Kontakt zu den Unternehmen hatten. Für die Recherche wertete die New York Times interne Facebook-Unterlagen und Gespräche mit ehemaligen Angestellten aus.

Zugriff auf Privatchats

Demnach konnte beispielsweise die Microsoft-Suchmaschine Bing die Freundeslisten von Nutzern einsehen. Besonders brisant waren allerdings die Zugriffsrechte für Netflix und Spotify. Beide Unternehmen konnten Privatnachrichten von Facebook-Nutzern nicht nur lesen, sondern sogar verändern. Die beiden Streaming-Dienste erklärten jedoch, nichts von diesen weitreichenden Zugriffsrechten gewusst zu haben. “Zu keinem Zeitpunkt haben wir auf private Nachrichten von Personen auf Facebook zugegriffen oder zum Möglichkeiten dazu gebeten”, heißt es in einer Stellungnahme von Netflix.

Rechtliche Konsequenzen möglich

Facebook reagierte mittlerweile auf die NYT-Recherche und betonte, ihre Partnerunternehmen hätten nur dann Zugriff auf Daten gehabt, wenn die Nutzer “sich vor ihrer Verwendung explizit bei Facebook anmelden”. Zudem seien fast alle Kooperationen bis auf Apple und Amazon bereits beendet, heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns.

Medienberichten zufolge machten Experten darauf aufmerksam, dass Facebook mit dem Umgang von Nutzerdaten gegen eine Abmachung mit der US-Aufsichtsbehörde “Federal Trade Commission” (FTC) verstoßen habe. Diese sieht vor, dass Nutzer informiert werden müssen, wenn auf ihre Daten zugegriffen wird.

Nicht der erste Datenskandal

Erst im März sorgte Facebook für einen riesigen Datenskandal, als bekanntgeworden worden war, dass Facebook über eine Umfrage-App Daten von Millionen Nutzern gesammelt und an die britische Analysefirma Cambridge Analytica weitergegeben hatte. Nach einem weltweiten Sturm der Entrüstung entschuldigte sich das Online-Unternehmen und versprach Konsequenzen.

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Technik

“Inside IB”: YouTube löscht investigative Reportage über Identitäre

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

ASDF Die Reportage 'Inside IB' der Jungen Freiheit lässt auch identitäre Aktivisten wie deren österreichischen Leiter Martin Sellner zu Wort kommen. Bildzitat: YouTube [@17:21 min]

Die Video-Reportage der Jungen Freiheit über die Identitäre Bewegung wurde vonseiten des Videoportals YouTube offenbar bereits am Freitagabend vom Netz genommen.

San Bruno/Berlin. – Wie das Onlineportal der konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit berichtet, hätten die Verantwortlichen des Videodienstes die Reportage aufgrund eines nicht eindeutig geklärten Verstoßes gegen seine Richtlinien entfernt. Das Medium kritisiert den Vorfall scharf und äußert sein Unverständnis für diese Vorgehensweise.

Reportage über Identitäre: Über 70.000 Aufrufe

Es war eine Reportage, welche sich einer großen Reichweite erfreute. In etwas mehr als einer Woche sahen über 70.000 Menschen den 25-minütigen Beitrag, welcher die Identitären und die gegenwärtigen Vorwürfe gegen deren Österreich-Leiter Martin Sellner näher beleuchtet.

Dieser sowie seine Bewegung befand sich nach dem passiven Empfang einer Spende vom späteren Christchurch-Atttentäter im Jänner 2018 im Zentrum der weltweiten Berichterstattung. Dabei lässt die Reportage auch Aktivisten der patriotischen Protestgruppe zu Wort kommen – und kritisiert eine als einseitig empfundene Berichterstattung über diese.

“Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten”

Nun löschte YouTube das Stück, angeblich ohne nähere Begründung. Lediglich generell sei befunden worden, dass „Videos mit gewalttätigen oder grausamen Inhalten, die sensationslüstern präsentiert oder in ausbeuterischer Absicht erstellt werden“, verboten wären.

Dazu würden nach Ansicht des Videoportals insbesondere Inhalte mit “Kriegsszenen, Folgen von Terroranschlägen oder ähnlichen Szenarien, die Zuschauer schockieren oder Ekel hervorrufen sollen“ zählen. Aufgrund dessen ist die Reportage derzeit nur über einen Mirror eines anderen Nutzers anzusehen.

Kurze Christchurch-Sequenz als Auslöser für Löschung?

Bei der Jungen Freiheit kann man diese Begründung nicht abschließend nachvollziehen. Man munkelt in der Redaktion, dass ein kurzes, verpixeltes Bildzitat des Christchurch-Attentats und dem dafür tatverdächtigen Australier Brenton T. als Stein des Anstoßes gedient haben könnte. Allerdings habe man hier “bewusst aus Respekt vor den Opfer und ihren Angehörigen” auf eine graphische Darstellung verzichtet.

Insgesamt wundert sich ein Journalist des JF-Kollektivs: “Wie
soll man über einen Anschlag berichten, wenn man keine Bilder des Täters zeigen kann?” Außerdem verweist man darauf, dass YouTube nach dieser Logik wohl auch jede Dokumentation über den 11. September oder die Anschläge vom Breitscheidplatz von Netz nehmen müsste. Man habe jedenfalls Einspruch gegen die Entfernung eingelegt.


Weiterlesen:

‘Inside IB’: Reportage entlarvt einseitige Berichterstattung über Identitäre (10.5.2019)

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Gesellschaft

Microsoft Word soll politisch korrekt werden

Monika Šimić

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am

ASDF Bild: Microsoft Zentrale in Redmont, Washington / Coolcaesar [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Damit wolle man den Nutzern helfen, “effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren”.

Seattle. Nach dem Willen des Softwareherstellers Microsoft soll im Schreibprogramm Word die politische Korrektheit Einzug halten. Die neue Funktion, die sich “Ideas in Word” (Ideen in Word) nennt, wird von künstlicher Intelligenz angetrieben und wurde von Microsoft auf seiner jährlichen “Build Developer Conference” vorgestellt.

“Mailperson” statt “Mailman”

Die neue Funktion soll unter anderem Wörter unterstreichen, die von Microsoft als diskriminierend angesehen werden. Laut einem Bericht des Fachmagazins Fast Company werden Ausdrücke wie “Mailman” (Briefträger) oder “Congressman” (Kongressabgeordneter) angestrichen. Stattdessen empfiehlt das Programm die Nutzung genderneutraler Formulierungen wie etwa “Mailperson” oder “Congressperson”. Um das Wort “Policeman” (Polizist) zu vermeiden, kann man sich für das vom Programm vorgeschlagene “Police Officer” entscheiden.

“Person-Zuerst-Ansatz”

Microsoft geht allerdings weiter und nimmt sich auch feststehende Phrasen wie “gentlemen’s agreement” vor, aus dem “unspoken agreement” wird. Außerdem ermuntert das Programm den Schreiber zu einem “Person-Zuerst-Ansatz”. Statt “Disabled person” (behinderte Person) soll es etwa “Person with disability” (Person mit Behinderung) heißen. Formulierungen wie diese sollen zeigen, dass der Mensch selbst wichtiger ist als die Behinderung.

Das Programm, dessen Entwicklung unter anderem durch Linguisten unterstützt wird, soll zudem auch auf “sensible geopolitische Bezeichnungen” hinweisen, ohne dass es hierzu schon konkrete Beispiele gibt. „Wir wollen Ihnen helfen, effizienter, effektiver und inklusiver zu kommunizieren“, erklärte der hochrangige Marketingmanager des Unternehmens, Malavika Rewari, die Ziele des Programms. Den Nutzern steht es allerdings frei, gleich wie bei der Rechtschreibprüfung auch, die Hilfe auszuschalten.

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Technik

Kampf gegen Terroristen: Neue Software “goTravel” vorgestellt

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: UNO-Generalsekretär Antonio Guterres / U.S. Mission Photo by Eric Bridiers [Public domain], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die Software kann Bewegungsdaten von Personen analysieren und daraus ein Gefährdungspotenzial ableiten.

New York. Die Vereinten Nationen wollen stärker gegen reisende Terroristen vorgehen. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres stellte gestern in New York eine neue Software vor, mit der sich Länder besser über die Bewegungen von Extremisten austauschen sollen. Nach der Niederlage der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wollen nun viele IS-Kämpfer aus dem Nahen Osten in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren. Diese stellen jedoch eine “große transnationale Bedrohung” dar, sagte Guterres.

“goTravel” gegen Terror

“Viele sind gut ausgebildet und könnten künftige Terroranschläge ausüben. Andere hoffen darauf, zu radikalisieren und neue Anhänger zu gewinnen”. UNO-Schätzungen zufolge hatten sich etwa 40.000 Menschen aus 110 Ländern in den vergangenen Jahren dem Kampf des IS in Syrien und dem Irak angeschlossen.

Nun hat man die neue Software “goTravel” vorgestellt. Dadurch wollen die Vereinten Nationen nun sicherstellen, dass die Terroristen identifiziert und gefasst werden können, bevor sie Gewalttaten verüben können. Das Programm soll vor allem solchen Ländern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, die bisher keine ausreichende Ausstattung zur Verfolgung von Terrorverdächtigen hatten.

Gefährdungspotenzial erkennen

Die Software kann künftig Bewegungsdaten von Personen analysieren und daraus ein Gefährdungspotenzial ableiten. Weiters soll die Software einen schnellerer Informationsaustausch mit anderen betroffenen Ländern und Behörden wie zum Beispiel Interpol ermöglichen. Der Irak und Sri Lanka, wo es am Ostersonntag zu einer Reihe schwerer Selbstmordanschläge gekommen ist, sind die ersten Länder, die die Software bestellt haben.


Weiterlesen:

Radikalislamische Gruppe offenbar für Anschläge verantwortlich (22.04.2019)

Sri Lanka: Anschläge auf Kirchen und Hotels am Ostersonntag (21.04.2019)

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