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Gesellschaft

Fall Relotius: Als sich ein Spiegel-Redakteur die Welt rührend zurechtlegte

Julian Schernthaner

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Eine Enthüllung über unlautere Arbeitsmethoden eines Spiegel-Redakteurs schockiert die gesamte Medienlandschaft. Auch wenn die transparente Aufarbeitung des Skandals vorbildlich geschieht, wirft die Causa Relotius Fragen auf. Das Ganze konnte wohl auch deshalb passieren, weil die getürkten Reportagen stets das erwünschte Narrativ befeuerten. 

Kommentar von Julian Schernthaner

Seine lebendigen Reportagen wurden weithin bejubelt und mit zahlreichen Medienpreisen überhäuft. Ein junger Journalist, der stets den Schritt weiter zu gehen schien, keine Mühen scheute. Öfters gab er einzelnen Migranten und ihnen wohlgesonnenen Akteuren ein Gesicht. Für den Zirkel einer abgehobenen Clique von Tugendjournalisten lieferte er allzu oft jene Stücke, welche den vermeintlich Abgehängten und Vergessenen eine Stimme verlieh. Claas Relotius galt lange als Kronprinz des Haltungsjournalismus, fing all jene Geschichten ein, welche nachhaltig die Meinungsbildung beeinflussten.

Lebendige Reportagen über erfundene Menschen

Und so war der Aufstieg vom freien Journalisten auf Honorarbasis zum Redakteur eines anerkannten Leitmediums ein rasanter. Und zwar nicht irgendeines – sondern genau jenes, welches seit Jahrzehnten große Stücke auf seine interne Überprüfung hält. Relotius erschuf handwerklich wunderschöne, bewegende Reportagen über einfache Menschen aus aller Herren Länder – die es allerdings tatsächlich nicht gab. Erzählte Geschichten, die zu schön und rührselig waren, um wahr zu sein. Und er tat es mit einer Methode, perfider und ungenierter als frühere Betrüger im medialen Sektor.

Aber man hielt sie für wahr – wohl weil man das so wollte. Die Volkslieder pfeifenden syrischen Kinder, denen Angela Merkel im Traum erscheint, sind wie edle Wilde, ein rohes Ei. Ganz unverderbt, als ein weiterer 1.000 Euro findet und selbstlos der Polizei übergibt, keinen Finderlohn möchte. Geschmähte Menschen, die immer nur im Kollektiv und nie als Einzelperson rezipiert wird – und doch so nobel sind. Quasi ein Gegenentwurf zur verkorksten, egoistischen, westlichen Konsumgesellschaft. Wie grandios konnte man diese Geschichten verkaufen, den ‚ewigen Hetzern’ ins Gesicht klatschen! Und so legte er sich die Welt zurecht, wie sie ihm gefiel – und das hungrige Publikum fraß aus seiner Hand.

Meinungsbildung mit erfundenen Geschichten

Und es waren eben nicht irgendwelche Geschichten. Die jüngste Geschichte, bei welcher der Schwindel aufgrund der unermüdlichen Recherche seines aufmerksamen Co-Autoren aufflog, zählt auch dazu. Er handelt von einer Bürgerwehr, die an der mexikanischen Grenze Migranten jagt. Sie hätte zum neuerlichen vermeintlichen Beleg für die Menschenfeindlichkeit besorgter Bürger werden können. Quasi eine zweite Chemnitzer Hetzjagd, die zwar auch ein Mythos ist, aber dank einer anderweitigen Deutungshoheit eben ständige Wiederholung erfährt.

Die Frage stellt sich nun: Entsprach irgendetwas, das Relotius herbei schrieb, jemals der Wahrheit? Oder ist gar auch die Story des weinenden Kapitäns der „Mission Lifeline” zumindest in Teilen erfunden? Diese eine Geschichte, deren herzzerreißende Moral eine breite Welle der Solidarität für den ‚Schlepperkapitän’ Claus-Peter Reisch hervorbrachte. Diese Geschichte, die wohl auch die christliche Nächstenliebe zweier katholischer Bischöfe befeuerte, jeweils fünfstellige finanzielle Mittel an die umstrittene Mission zu überweisen.

Möglicherweise kein Einzelfall

Dass der Spiegel nun ausführlich Licht ins Dunkel bringt und jeden Beitrag unter Relotius-Beteiligung erst einmal mit dem Stand der Dinge versieht, ist jedenfalls vorbildlich. Es gehört zu einer gewissen menschlichen Größe, Fehler ungefragt eingestehen zu können. Manchmal würde man sich eine ähnliche Aufrichtigkeit auch von Spitzenpolitikern erwarten. Besser wäre aber natürlich, man vermeidet von vornherein, dass die eigene Gutgläubigkeit dazu führt, auch die hanebüchensten Geschichten abzukaufen, während man ‚Fake News’ immer bei den ‚Anderen’ verortet.

Gleichzeitig stellt sich nämlich die Frage: Wie viele Relotiusse – Relotien? Relotii? – bleiben auch in Zukunft unentdeckt?Bereits jetzt fürchten die ersten Journalisten wieder, dass diese Enthüllung ‚den Falschen’ hilft. Die ‚Falschen’ sind jene, denen man wegen des Wortes ‚Lügenpresse’ in den vergangenen Jahren eine gedankliche Nähe zu totalitärem Gedankengut unterstellte. Als sie erinnern, dass sie damit recht hatten, sind sie erneut die Bösen. Das erste solche Bonmot lieferte der FAZ-Journalist Hendrik Wieduwilt:

Die menschliche Leichtgläubigkeit

Am Ende des Tages sagt die Causa Relotius allerdings mehr über diejenigen, welche dem Herrn seine Münchhausen-Erzählungen glaubten, als über den hochgejubelten Mann selbst. Der Konkurrenzkampf in etablierten Medienhäusern ist dementsprechend groß, dass man ihm die Sehnsucht, aus dem Einheitsbrei hervorzustechen, kaum verdenken kann. Und der Erfolg gab ihm Recht. Das Talent kann man ihm nicht absprechen, aber er wäre wohl besser Romanutor geworden.

Apropos: Mich selbst erinnert die Farce kurioserweise tatsächlich an eine Weisheit aus einem Fantasy-Roman. Der amerikanische Autor Terry Goodkind, selbst Anhänger objektivistischer Philosophie, postulierte in seinem Erstlingswerk von 1994 einen zeitlosen Satz. Dort lautet das ‚erste Gesetz der Magie’ wie folgt: „Menschen sind dumm. Sie glauben Dinge hauptsächlich weil sie entweder möchten, dass sie wahr sind, oder weil sie fürchten, dass sie wahr sind.” Quod erat demonstrandum.


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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Erika Wagner

    21. Dezember 2018 at 10:56

    Es ist weder ein Wunder noch neu, dass solche Geschichten erfunden werden. Wo Kritik und Kritiker derartig verunglimpft werden wie es in diesem Land seit geraumer Zeit passiert, darf sich über sowas nicht wundern. Man erntet was man sät. Wenn Wahrheit und Kritik zu Feinden einer Regierung werden, wenn Journalisten nur noch erfolgreich sein können wenn sie blind und kritiklos dem folgen was die Regierung ihnen gebetsmühlenartig vorbetet, dann kann man nichts anderes mehr erwarten. Wer ehrliche Arbeit in diesem Land macht, ist am Ende immer der Dumme, wer betrügt und lügt ist eben im Vorteil. Dumm nur das die Wahrheit Flügel hat und die Lüge hinkt. Deshalb wird sie immer irgendwie von der Wahrheit eingeholt.

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Gesellschaft

Nicht mit Veilchensträußen werfen geht nicht – Krieg gegen die Polizei

Gastautor

Veröffentlicht

am

In der letzten Kolumne ging es um ein Phänomen, das in westlichen Staaten auf dem Vormarsch sein dürfte: um die neue Qualität von Gewalt und Hass gegen die Polizei, und vor allem um die meist bestenfalls lauen Reaktionen in den deutschen Medien.

 „Über den Zaun”-Kolumne von Bettina Gruber

In vielen Fällen heizt die Berichterstattung diese Gewalt indirekt an, indem sie suggeriert, Polizisten wären gewaltaffine Schläger, denen der Bürger besser prinzipiell misstraut. „Toujours dans les coulisses“ ist allerdings nicht, wie in dem Stehsatz des französischen Philosophen Michel Foucault „la police“, sondern im Gegenteil der Generalverdacht gegen diese. (Foucault meinte freilich etwas anderes. Es ging ihm um die Sprachregeln für „Diskurse“, aber dass der einflussreiche Denker dafür ausgerechnet die Metapher von der Polizei wählte, sagt viel über sein Verhältnis zur Staatsmacht aus.)

In den Studiengängen, aus denen Journalisten meist hervorgehen, sind anarchistische oder linksradikale Haltungen jahrzehntelang mit viel Sympathie bedacht worden. Es gehört zum guten Ton, allergisch auf die Ausübung von Staatsgewalt zu sein, sofern dieser Staat fad genug ist, der zu sein, in dem man zufällig aufgewachsen ist – und nicht die sonnigen und vor allem weit entfernten Nicaragua, Kuba oder Venezuela mit all ihren humanistischen Errungenschaften. Ein fruchtbares Forschungsprojekt wäre sicherlich die Untersuchung der Presseberichterstattung über Polizeiarbeit für den Zeitraum der, sagen wir, letzten dreißig Jahre. Die Ergebnisse sind allerdings ziemlich vorhersehbar…

Neue Gewaltbereitschaft gegen Polizisten

Trotzdem kann sich auch ein notorisch vorurteilsbehafteter Medienbetrieb der Realität nicht mehr gänzlich entziehen: „Bei Einsätzen sei es inzwischen häufig, dass Beamte aus einer Menschenmenge heraus verbal oder körperlich angegangen werden. Neu sei eine Inszenierung in den sozialen Medien. Das aggressive Verhalten gegen die Polizei werde dort dokumentiert und gefeiert“, zitiert der „Faktenfinder“ der deutschen Tagesschau den Polizeipräsidenten von Stuttgart. Der ORF berichtete aus Melbourne, dass die Gewalt gegen die Polizei dort im Zuge der Corona-Maßnahmen zunehme. „In einem Fall habe eine Frau wiederholt den Kopf einer Polizistin gegen den Boden gerammt (!).“ Neu ist offenbar vor allem der barbarische und enthemmte Charakter sowie die Selbstsicherheit, mit der gegen eine offenbar reaktionsgehemmte Staatsgewalt vorgegangen wird. In Österreich sieht es nicht anders aus: Bei den Ausschreitungen anlässlich der Auseinandersetzungen zwischen linksextremen Kurden und Antifa auf der einen, rechtsextremen Grauen Wölfen auf der anderen Seite habe sich, so Innenminister Nehammer, eine neue Gewaltbereitschaft gezeigt. „Selbst Polizeihunde seien mit Steinen attackiert worden.“

Was die unermüdlichen „ACAB“-Polizistenhasser und andere Dauerempörte betrifft: Hier wie überall verlangen interessierte Gruppen, von der Polizei, die man straflos beschimpfen und körperlich attackieren können will, mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Es geht darum auszutesten, welche Handlungsspielräume eine medial unablässig unter Verdacht gestellte Staatsmacht überhaupt noch hat. Wie diese de facto agiert, spielt dabei fast keine Rolle. Denn geben wir uns keinen Illusionen hin: Die Abneigung gegen die Polizei wurde über Jahrzehnte geschürt und würde sich auch nicht geben, wenn Besoffene auf Händen nach Hause getragen und die Beamten mit Veilchensträußen werfen würden.

Digitaler Pranger

In dieser Lage wird jeder Huster einer Berufsgruppe, die auch für aggressive Demonstranten, Journalisten und Gesetzesbrecher den Schädel hinhält, an den digitalen Pranger gestellt. So teilte Falter-Chefredakteur Florian Klenk am 18. Juli auf Twitter ein Video, in dem zu sehen ist – wie ein Polizist eine Gruppe Jugendlicher in etwas weniger freundlicher Form adressiert. Aber wirklich nicht mehr. Der Dialog ging so: „Is irgendwos? Wann’S eich deppert spülts sads olle eingsperrt.“ Hochdeutsche Piepsstimme aus dem Hintergrund: „Sie können sich nicht so benehmen.“ – „Ich benimm mi so wie es geht. Des is mei Land.“ Was man dem Beamten schon rein akustisch nicht absprechen kann.

Im Folgetweet leitet Klenk die kleine Szene an die Landespolizeidirektion Wien weiter, offenbar, um dem Beamten ein Disziplinarverfahren einzubrocken. Über meine Einschätzung der moralischen Wertigkeit dieses Verhaltens breite ich den Mantel des Schweigens. Man kann allenfalls eine kurze Überlegung anstellen, was Polizeibeamte verdienen, was Chefredakteure verdienen, wer welches Berufsrisiko eingeht, wer für das Funktionieren eines Staates (un)verzichtbar ist – und wer eher nicht.

Übrigens: Kaum habe ich diese Kolumne beendet, entdecke ich den Tweet, mit dem Herr Klenk den neuen Falter ankündigt: „Gewalt, Rassismus, Corpsgeist: die Polizei steht in der Kritik. In den USA, in Deutschland und in Wien.“ Was?! Nein! Doch! „Corpsgeist“ ist natürlich inakzeptabel für Menschen, die in riskanten Situationen für einander und den Bürger mit ihrem Leben einstehen müssen. Die Polizei wird ihren Ruf nur retten können, wenn es dort künftig zugeht wie in den Redaktionen politisch korrekter Magazine. Immerhin hat Herr Klenk mit „12 Exekutivbeamten“ gesprochen. Und sie bewegt sich doch (ein paar Millimeter) die linke Medienlandschaft…?


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Gesellschaft

Moschee auf Trikot: Breite Welle der Kritik trifft „Effzeh”

Julian Schernthaner

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Das neue Auswärtstrikot des deutschen Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln sorgt derzeit für mächtig Wirbel. Grund ist eine darauf abgebildete Silhouette, die auch die DITIB-Moschee in der Domstadt abbildet.

Köln. –  Der Traditionsverein entschied beim Design für das neue Trikot, durch die Abbildung der Kölner Skyline einen „Bezug zur Heimat” herzustellen. Dass auch die Moschee im Stadtteil Ehrenfeld dort sichtbar ist, soll laut Verein ein deutliches Zeichen der „Weltoffenheit” sein. Daran stieß sich ein Vereinsmitglied, der sich durch die Darstellung einer Moschee nicht repräsentiert fühlte – und kündigte umgehend seine Mitgliedschaft.

Moschee als Dankeschön für türkische „Effzeh”-Fans

Der 1. FC Köln teilte daraufhin das Schreiben des Fans in einem süffisanten Tweet, in dem sie die Kündigung „gerne” bestätigten. Eine folgenschwere Entscheidung – denn damit war die Debatte eröffnet. Innerhalb von zwei Tagen gab es über 1.000 Antworten auf den polarisierenden Tweet.

In einem Folge-Tweet erklärte sich der Verein dann. Man wolle den „vielen eingefleischten Effzeh-Fans” in der türkischen Community Rechnung tragen. Zudem sei die Moschee ein Teil der Kölner Skyline – und zwar „unabhängig davon, wie man politisch zum Betreiber der Moschee steht” – und befeuerte damit erst recht die Diskussionen.

Erdogan-Nähe von DITIB als Stein des Anstoßes

Denn nun wächst die Kritik an der Kommunikation des 1. FC Köln. Das abgebildete Gotteshaus ist nämlich die Zentralmoschee der DITIB. Die islamische Glaubensorganisation untersteht dem Diyanet, dem türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten. Nach Ansicht vieler Kritiker sind DITIB-Moscheen somit im mittelbarem Einflussbereich des umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Dass die auch im Visier des Verfassungsschutz stehende Organisation als stellvertretend für „die türkische Community” stehen soll, stößt daher vielen auf. Unter den Stimmen, die sich kritisch äußerten, befand sich Seyran Ates, Begründerin einer liberalen Moschee in Berlin. „Beim 1. FC Köln meint man, die #Ditib-Moschee stünde symbolisch für die türkische Community der Stadt. Wenn das so ist, stehen Ultras ab jetzt stellvertretend für den #effzeh”, schrieb sie auf Twitter.

Scharfe Kritik aus Reihen der AfD

Scharfe Worte der Kritik fanden auch Oppositionspolitiker wie der Brandenburger AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré. Durch Inklusion der DITIB-Moschee zeige der Traditionsverein, dass er „Desintegration, die Einführung der Scharia und islamistische Tendenzen” unterstütze. Entweder ermangele es den Club-Verantwortlichen an Intelligenz oder sie wollten die Gesellschaft weiter spalten. Die Moschee sei „ein religiöses Symbol des problematischen Islams”, so Kotré weiter.

Auch mediale Debatte über Sinnhaftigkeit

Auch diverse Stimmen im medialen Bereich kritisierten an der Entscheidung. Alexander Wallasch warnte für das liberal-konservative Meinungsmagazin Tichys Einblick etwa vor einer drohenden „Slalomfahrt durch den Raubtierkäfig des politisch Korrekten”. Den Bild-Journalisten Alexander von Schönburg sprach von einem „klassischen Eigentor”, weil der Eindruck entstehe, dass der Verein „für Vielfalt und gleichzeitig Erdogans verlängerten Arm steht”.

Seinen Kollegen Daniel Cremer, Redaktionsleiter beim bayerischen Bild-Ableger, verwundert indes die Auswahl der Bauwerke auf dem Trikot. Er kann etwa nicht nachvollziehen, weshalb die DITIB-Moschee auf dem Trikot ihren Platz findet, nicht aber die traditionsreiche Kölner Synagoge.

Der Publizist Dushan Wegner wiederum sah eine „rassistische Logik” des Vereins. Er spielte auch auf eine berüchtigte Rede aus dem Jahr 1998 an, in der Erdogan ein Gedicht rezitiert hatte, in dem Moscheen als Kasernen und Gläubige als Soldaten bezeichnet werden.

 


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Berlin: Brandanschlag auf Fahrzeug von AfD-Politiker

Stefan Juritz

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Schon wieder wurde das Auto eines AfD-Politikers in Brand gesetzt. Der Staatsschutz ermittelt.

Berlin. – In der Nacht auf Donnerstag haben bisher unbekannte Täter das Auto des stellvertretenden AfD-Vorsitzenden im Berliner Abgeordnetenhaus, Ronald Gläser, angezündet. Ein Bild des völlig ausgebrannten PKWs und eines weiteren beschädigten Fahrzeugs veröffentlichte Gläser auf Twitter. Laut Bericht der Jungen Freiheit schließt die Polizei einen politischen Hintergrund nicht aus, weshalb nun der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen aufgenommen hat.

Pazderski: „Einfach nur niederträchtig”

Der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski verurteilte den „feigen Anschlag“ auf das Fahrzeug seines Parteikollegen. „Nachts das Auto einer Familie anzuzünden ist einfach nur niederträchtig. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Duldung linker Gewalt durch den rot-rot-grünen Senat ist es ein Skandal“, kritisierte er gegenüber der Jungen Freiheit.

Zu Wort meldete sich auch AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla: „Die Altparteien verharmlosen die Gewalt des Linksextremismus und gefährden so die Sicherheit in unserem Land!”, teilte er auf Twitter mit.

Serie von Anschlägen gegen die AfD

Der Brandanschlag auf das Fahrzeug des AfD-Politikers ist kein Einzelfall. Erst im April hatten unbekannte Täter das Auto des Berliner AfD-Politikers Frank-Christian Hansel angezündet. Nur einen Monat davor hatte es bereits den PKW des Berliner AfD-Landesvorsitzenden Nicolaus Fest getroffen. Und kurz davor war wiederum der Wagen des AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla in Sachsen zerstört worden.


Buchempfehlung zum Thema:

K. Schroeder, M. Deutz-Schroeder: „Der Kampf ist nicht zu Ende. Geschichte und Aktualität linker Gewalt” (Hier im Freilich-Buchladen bestellen)

Berlin: Auto von AfD-Politiker Frank-Christian Hansel angezündet (07.04.2020)

Berlin: Brandanschlag auf Auto von AfD-Chef Fest (11.03.2020)


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