Verbinde Dich mit uns

Gesellschaft

Fall Relotius: Als sich ein Spiegel‐Redakteur die Welt rührend zurechtlegte

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild (Spiegel-Haus in Hamburg): Pixabay [CC0]

Eine Enthüllung über unlautere Arbeitsmethoden eines Spiegel‐Redakteurs schockiert die gesamte Medienlandschaft. Auch wenn die transparente Aufarbeitung des Skandals vorbildlich geschieht, wirft die Causa Relotius Fragen auf. Das Ganze konnte wohl auch deshalb passieren, weil die getürkten Reportagen stets das erwünschte Narrativ befeuerten. 

Kommentar von Julian Schernthaner

Seine lebendigen Reportagen wurden weithin bejubelt und mit zahlreichen Medienpreisen überhäuft. Ein junger Journalist, der stets den Schritt weiter zu gehen schien, keine Mühen scheute. Öfters gab er einzelnen Migranten und ihnen wohlgesonnenen Akteuren ein Gesicht. Für den Zirkel einer abgehobenen Clique von Tugendjournalisten lieferte er allzu oft jene Stücke, welche den vermeintlich Abgehängten und Vergessenen eine Stimme verlieh. Claas Relotius galt lange als Kronprinz des Haltungsjournalismus, fing all jene Geschichten ein, welche nachhaltig die Meinungsbildung beeinflussten.

Lebendige Reportagen über erfundene Menschen

Und so war der Aufstieg vom freien Journalisten auf Honorarbasis zum Redakteur eines anerkannten Leitmediums ein rasanter. Und zwar nicht irgendeines – sondern genau jenes, welches seit Jahrzehnten große Stücke auf seine interne Überprüfung hält. Relotius erschuf handwerklich wunderschöne, bewegende Reportagen über einfache Menschen aus aller Herren Länder – die es allerdings tatsächlich nicht gab. Erzählte Geschichten, die zu schön und rührselig waren, um wahr zu sein. Und er tat es mit einer Methode, perfider und ungenierter als frühere Betrüger im medialen Sektor.

Aber man hielt sie für wahr – wohl weil man das so wollte. Die Volkslieder pfeifenden syrischen Kinder, denen Angela Merkel im Traum erscheint, sind wie edle Wilde, ein rohes Ei. Ganz unverderbt, als ein weiterer 1.000 Euro findet und selbstlos der Polizei übergibt, keinen Finderlohn möchte. Geschmähte Menschen, die immer nur im Kollektiv und nie als Einzelperson rezipiert wird – und doch so nobel sind. Quasi ein Gegenentwurf zur verkorksten, egoistischen, westlichen Konsumgesellschaft. Wie grandios konnte man diese Geschichten verkaufen, den ‚ewigen Hetzern’ ins Gesicht klatschen! Und so legte er sich die Welt zurecht, wie sie ihm gefiel – und das hungrige Publikum fraß aus seiner Hand.

Meinungsbildung mit erfundenen Geschichten

Und es waren eben nicht irgendwelche Geschichten. Die jüngste Geschichte, bei welcher der Schwindel aufgrund der unermüdlichen Recherche seines aufmerksamen Co‐Autoren aufflog, zählt auch dazu. Er handelt von einer Bürgerwehr, die an der mexikanischen Grenze Migranten jagt. Sie hätte zum neuerlichen vermeintlichen Beleg für die Menschenfeindlichkeit besorgter Bürger werden können. Quasi eine zweite Chemnitzer Hetzjagd, die zwar auch ein Mythos ist, aber dank einer anderweitigen Deutungshoheit eben ständige Wiederholung erfährt.

Die Frage stellt sich nun: Entsprach irgendetwas, das Relotius herbei schrieb, jemals der Wahrheit? Oder ist gar auch die Story des weinenden Kapitäns der „Mission Lifeline” zumindest in Teilen erfunden? Diese eine Geschichte, deren herzzerreißende Moral eine breite Welle der Solidarität für den ‚Schlepperkapitän’ Claus‐Peter Reisch hervorbrachte. Diese Geschichte, die wohl auch die christliche Nächstenliebe zweier katholischer Bischöfe befeuerte, jeweils fünfstellige finanzielle Mittel an die umstrittene Mission zu überweisen.

Möglicherweise kein Einzelfall

Dass der Spiegel nun ausführlich Licht ins Dunkel bringt und jeden Beitrag unter Relotius‐Beteiligung erst einmal mit dem Stand der Dinge versieht, ist jedenfalls vorbildlich. Es gehört zu einer gewissen menschlichen Größe, Fehler ungefragt eingestehen zu können. Manchmal würde man sich eine ähnliche Aufrichtigkeit auch von Spitzenpolitikern erwarten. Besser wäre aber natürlich, man vermeidet von vornherein, dass die eigene Gutgläubigkeit dazu führt, auch die hanebüchensten Geschichten abzukaufen, während man ‚Fake News’ immer bei den ‚Anderen’ verortet.

Gleichzeitig stellt sich nämlich die Frage: Wie viele Relotiusse – Relotien? Relotii? – bleiben auch in Zukunft unentdeckt?Bereits jetzt fürchten die ersten Journalisten wieder, dass diese Enthüllung ‚den Falschen’ hilft. Die ‚Falschen’ sind jene, denen man wegen des Wortes ‚Lügenpresse’ in den vergangenen Jahren eine gedankliche Nähe zu totalitärem Gedankengut unterstellte. Als sie erinnern, dass sie damit recht hatten, sind sie erneut die Bösen. Das erste solche Bonmot lieferte der FAZ-Journalist Hendrik Wieduwilt:

Die menschliche Leichtgläubigkeit

Am Ende des Tages sagt die Causa Relotius allerdings mehr über diejenigen, welche dem Herrn seine Münchhausen‐Erzählungen glaubten, als über den hochgejubelten Mann selbst. Der Konkurrenzkampf in etablierten Medienhäusern ist dementsprechend groß, dass man ihm die Sehnsucht, aus dem Einheitsbrei hervorzustechen, kaum verdenken kann. Und der Erfolg gab ihm Recht. Das Talent kann man ihm nicht absprechen, aber er wäre wohl besser Romanutor geworden.

Apropos: Mich selbst erinnert die Farce kurioserweise tatsächlich an eine Weisheit aus einem Fantasy‐Roman. Der amerikanische Autor Terry Goodkind, selbst Anhänger objektivistischer Philosophie, postulierte in seinem Erstlingswerk von 1994 einen zeitlosen Satz. Dort lautet das ‚erste Gesetz der Magie’ wie folgt: „Menschen sind dumm. Sie glauben Dinge hauptsächlich weil sie entweder möchten, dass sie wahr sind, oder weil sie fürchten, dass sie wahr sind.” Quod erat demonstrandum.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Erika Wagner

    21. Dezember 2018 at 10:56

    Es ist weder ein Wunder noch neu, dass solche Geschichten erfunden werden. Wo Kritik und Kritiker derartig verunglimpft werden wie es in diesem Land seit geraumer Zeit passiert, darf sich über sowas nicht wundern. Man erntet was man sät. Wenn Wahrheit und Kritik zu Feinden einer Regierung werden, wenn Journalisten nur noch erfolgreich sein können wenn sie blind und kritiklos dem folgen was die Regierung ihnen gebetsmühlenartig vorbetet, dann kann man nichts anderes mehr erwarten. Wer ehrliche Arbeit in diesem Land macht, ist am Ende immer der Dumme, wer betrügt und lügt ist eben im Vorteil. Dumm nur das die Wahrheit Flügel hat und die Lüge hinkt. Deshalb wird sie immer irgendwie von der Wahrheit eingeholt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gesellschaft

Außenminister Schallenberg lobt Grönemeyers Aufruf „gegen Rechts”

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg / Bild: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Von FPÖ‐Generalsekretär Harald Vilimsky hieß es indes, dass es besser gewesen wäre, Grönemeyer hätte sich bei seinem Konzert in Wien lieber ausschließlich auf seine Musik konzentriert, „anstatt die Konzertbesucher mit linksradikalen Parolen zu malträtieren”.

Wien. Im Rahmen seiner aktuellen Tour spielte der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer auch ein Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle. Sein Auftritt am vergangenen Donnerstag sorgte jedoch für Aufregung, weil er diesen für politische Zwecke nutzte und Stellung gegen „Rechts” bezog (Die Tagesstimme berichtete). Lob gab es dafür vom österreichischen Außenminister Alexander Schallenberg.

Österreichs Außenminister lobt Grönemeyer

Ich finde die Äußerung von Grönemeyer vom Inhalt her völlig zutreffend”, sagte Schallenberg vor einem Treffen der EU‐Außen‐ und Europaminister am Montag in Brüssel. Es stehe Künstlern natürlich frei, zu sagen, was sie wollen, so der Diplomat, dem jedoch „eigentlich unklar” sei, „wen oder was Grönemeyer eigentlich gemeint haben könnte”.

Konzertbesucher mit „linksradikalen Parolen” malträtiert

Kritik an Grönemeyers Äußerungen gab es hingegen von FPÖ‐Generalsekretär Harald Vilimsky. In einer Aussendung erklärte er, dass es besser gewesen wäre, wenn sich Grönemeyer bei seinem Wien‐Konzert ausschließlich auf seine Musik konzentriert hätte, „anstatt die Konzertbesucher mit linksradikalen Parolen zu malträtieren”. Denn wir würden selbst „frei und demokratisch über unsere Politik” entscheiden, so der FPÖ‐Politiker.

Den Vogel abgeschossen habe aber der deutsche Verteidigungsminister Heiko Maaks (SPD) mit seinem Unterstützungstweet für „die Polemik Grönemeyers”. „Offenbar versuchen SPD‐Politiker in Deutschland im Kielwasser Grönemeyers Einfluss auf den Wahlkampf in Österreich zu nehmen. Erfahrungsgemäß bewirkt eine solche Moralkeule aus Deutschland bei den Österreichern aber genau das Gegenteil, indem Angriffe dieser Art bei den Wahlen abgewehrt werden“, so Vilimsky abschließend.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Neues von rechts: Höcke, FPÖ‐Parteitag & Sellner bei Fellner

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: FPÖ-Bundesparteitag 2019 in Graz / Bild: Die Tagesstimme

Thüringens AfD‐Landeschef Björn Höcke brach ein Interview mit dem ZDF vorzeitig ab. Am Samstag fand in Graz der FPÖ‐Bundesparteitag statt. Und zu Beginn der Woche war Identitären‐Chef Martin Sellner einmal mehr bei „Fellner! Live” geladen.

Am Wochenende fand in Graz nicht nur das „Aufsteirern”, sondern auch der 33. FPÖ‐Bundesparteitag statt. Norbert Hofer wurde dort mit 98,25 Prozent der Stimmen offiziell zum FPÖ‐Bundesparteiobmann gewählt – Die Tagesstimme berichtete. Hofers Stellvertreter sind ab sofort Herbert Kickl, Manfred Haimbuchner, Marlene Svazek, Harald Stefan, Mario Kunasek und Gernot Darmann.

Kickl‐Rede

Für Jubelstimmung, aber anschließend auch mediale Aufregung sorgte beim Parteitag die scharfe und pointierte Rede von Herbert Kickl. Der Ex‐Innenminister teilte gegen ÖVP und SPÖ ordentlich aus, denen er unter anderem vorwarf, im Asylbereich für eine „Triple‐A‐Bewertung” Österreichs gesorgt zu haben. „Und diese drei A stehen für aggressive afghanische Asylwerber”, so Kickl. Er sprach weiters von den „faulen Früchten der Willkommenspolitik” und betonte, dass ein freiheitlicher Innenminister dafür sorgen würde, dass das Motto auch in Zukunft „Abschub statt Aufschub” laute. Weiters versicherte Kickl seinen Parteifreunden, dass die FPÖ „mit Sicherheit” zu keiner „Außenstelle des Sebastian‐Kurz‐Anbetungsvereins” werde.

Die gesamte Rede kann man hier auf YouTube anhören:

Der Wegscheider: „Die neue Ehrlichkeit”

Ebenfalls am Samstag meldete sich Der Wegscheider mit einem neuen Wochenkommentar aus der Sommerpause zurück. Dieses Mal widmete sich der ServusTV-Journalist der „neuen Ehrlichkeit” in der Politik. Thema sind dabei neben den Parteien auch die Identitären und das Magazin Info‐DIREKT.

Möseneder vs. Peter Pilz

Zwei Tage zuvor war der Jungjournalist und YouTuber Roman Möseneder, der auch für das Magazin Info‐DIREKT schreibt, zu Gast auf ServusTV. In der Sendung „Talk im Hangar‐7”, bei der in der Vergangenheit auch „Neurechte” wie Martin Sellner, Martin Lichtmesz, Caroline Sommerfeld und Götz Kubitschek eingeladen worden waren, diskutierte der Erstwähler Möseneder mit Liste‐JETZT‐Gründer Peter Pilz über das von ÖVP und JETZT geforderte Identitären‐Verbot. Wie sich der junge Patriot gegen das Politik‐Urgestein geschlagen hat, kann man hier sehen: „Wahltalk‐Spezial mit Peter Pilz”

Höcke & ZDF

Für einen medialen Eklat in Deutschland sorgt aktuell, dass Thüringens AfD‐Landesvorsitzender Björn Höcke ein Interview mit dem ZDF abbrach und ankündigte, künftig keine Interviews mehr zu geben. Der AfD‐Bundestagsabgeordnete Frank Pasemann bezeichnete das Interview als „inszenierte Farce des Staatsfunk” und sprach von einer „Medienhatz” auf Höcke.

Das Interview mit Höcke kann man sich hier ansehen: „ZDF‐Interview mit Björn Höcke in voller Länge”

Identitären‐Chef Sellner bei Ö24

Zu Wochenbeginn war Identitären‐Chef Martin Sellner einmal mehr bei „Fellner! Live” auf Ö24 geladen. Dort sprachen die beiden über die FPÖ‐Politikerin Ursula Stenzel und das Gedenken 1683, ein mögliches Verbot der Identitären und den aktuellen Wahlkampf in Österreich.

Konservative Erziehung

Am 29. August 2019 stellte die Philosophin und Autorin Caroline Sommerfeld ihr beim Antaios-Verlag erschienenes Buch „Wir erziehen – Zehn Grundsätze” in der Berliner Bibliothek des Konservatismus vor. Vergangene Woche wurde der Vortrag in voller Länge auf YouTube hochgeladen:

100 Jahre Vertrag von Saint‐Germain

Am 10. September 1919 unterzeichnete Österreich das „Friedensdiktat” von Saint‐Germain, mit dem der Erste Weltkrieg formal beendet wurde und der für Österreich auch das Ende der Monarchie besiegelte sowie mehrere Gebietsverluste zur Folge hatte. Zum 100. Jahrestag veranstaltete das Kulturforum Steiermark deshalb vergangenen Dienstag in Graz einen Vortrag mit dem Titel „Der Friedensvertrag von 1919 und die neue Südgrenze der Steiemark” – Die Tagesstimme berichtete.

Auf Facebook veröffentlichte das Kulturforum Steiermark auch einen eigenen Videobeitrag:

Finanzielle Lage des Bundesheers

Zum Thema Finanzierung des österreichischen Bundesheeres hat der FPÖ‐Nationalratsabgeordnete Volker Reifenberger mehrere Fragen an Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gestellt:

Kritik am Multikulturalismus

Mit dem Thema „Multikulturalismus” beschäftigt sich ein aktuelles Video des identitären Bloggers und ehemaligen IBÖ‐Leiters Patrick Lenart: „In diesem Video kritisiere ich die Ideologie des Multikulturalismus und gehe auf seine wichtigsten Argumente ein: Dass eine neue ‚Superkultur’ entstehen solle, dass die ethnische Fragmentierung einer Gesellschaft per se etwas Gutes sei und dass man in einem Land eben alle Kulturen als gleichberechtigt anerkennen müsse.”

FPÖ‐Podiumsdiskussion zum politischen Islam

Am morgigen Dienstag, den 17. September, veranstaltet die Freiheitliche Akademie Wien im Palais Ferstel (Strauchgasse 4, 1010 Wien) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Der politische Islam als Herausforderung für die innere Sicherheit”. Wie die FPÖ via Aussendung bekannt gab, sind als Gäste geladen: der Ex‐Jihadist, Autor und Berater Irfan Peci, die Journalistin und Islamkritikerin Laila Mirzo, FPÖ‐Klubobmann Herbert Kickl sowie der geschäftsführende Wiener FPÖ‐Landesparteiobmann und Vizebürgermeister Dominik Nepp. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Wien: Grönemeyer sorgt mit Aufruf „gegen Rechts” für Empörung

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Siebbi [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Herbert Grönemeyer will eine „offene Gesellschaft”, die „keinen Millimeter nach rechts” rückt. Das trichterte der Musiker seinen Fans in Wien auch lautstark ein.

Wien. – Der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer ist aktuell mit einem neuen Album auf Tour. Am vergangenen Donnerstag spielte der 63‐Jährige deshalb auch ein Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle. Der Musiker nutzte seinen Auftritt aber nicht nur musikalisch, sondern auch für politische Zwecke, indem er Stellung gegen „Rechts” bezog und sich dabei sichtlich in Rage redete.

Kein Millimeter nach rechts”

Wörtlich sagte Grönemeyer: „Ich kannte das nur vom Hörensagen, in Zeiten zu leben, die so zerbrechlich, so brüchig und so dünnes Eis sind. Und ich glaube, es muss uns klar sein, auch wenn Politiker schwächeln, das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland, dann liegt es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat!”

Wer „rechtes Geschwafel” für „Ausgrenzung, Rassismus und Hetze” nutze, der sei „fehl am Platze”, so Grönemeyer. „Diese Gesellschaft ist offen und humanistisch.” Schließlich brüllte er seinen Fans entgegen: „Kein Millimeter nach rechts! Keinen einzigen Millimeter nach rechts! Und das ist so. Und das bleibt so.” Und er bekam dafür auch Applaus von den Zuschauern.

Reaktionen auf die Rede

Ein Videoausschnitt, in dem die umstrittenen Worte zu hören sein, sorgt seitdem für große Aufregung und auch reichlich Empörung in den sozialen Medien. Die Reaktionen fielen dabei ganz unterschiedlich aus.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas (SPD) etwa bedankte sich wie viele andere Linke bei Grönemeyer für dessen Worte: „Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft einzutreten und die Demokratie gemeinsam zu verteidigen. Danke an Herbert Grönemeyer und allen anderen, die das jeden Tag tun”, schrieb er auf Twitter.

Der linke Autor Bernd Stegemann hingegen erklärte auf Twitter hingegen: „Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht mir ein wenig Angst. Ich sags ungern, aber er klingt wie ein Redner vor 1945.”

Und auch der deutsche Journalist Boris Reitschuster schlägt in eine ähnliche Kerbe:

Schockierend, aber nicht überraschend”

Schockiert zeigte sich unterdessen auch der konservative Publizist und Journalist Dushan Wegner darüber, dass Grönemeyer für seine Worte „von den üblichen ‚Guten’ in Parteien und Staatsfunk gepriesen” werde. „Schockierend, aber nicht überraschend. Immerhin ist nun Klarheit”, betonte Wegner in einem Tweet.

Scharfe Kritik übte die stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch. Grönemeyer und Maas wirft sie vor, eine Diktatur zu wollen. „Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe. Das ist Ton und Furor des neuen Terrors von links. Wer das unterstützt, ist – wie Heiko Maas – ein Fall für den Verfassungsschutz.”

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings deine Hilfe.

Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Beliebt