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Gesellschaft

#120dB: Symbolaktion vor Augsburger Außenstelle des Ankerzentrums Donauwörth

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Bild: #120dB-Symbolaktion in Donauwörth / Bild privat

Weil es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Übergriffen an jungen Frauen gekommen ist, fand gestern eine Aktion der Initiative #120dB vor der Augsburger Außenstelle des Ankerzentrums Donauwörth statt.

Augsburg. Mehrere Aktivistinnen der Initiative #120Dezibel führte gestern vor der Augsburger Außenstelle des Ankerzentrums Donauwörth eine Symbolaktion durch. Bei der Aktion wurde ein Tatort mit zwei jungen Frauen als Mordopfer nachgestellt, wie auf den Bildern zu sehen ist. Zwei weitere Personen stehen daneben und halten ein Transparent mit der Aufschrift „Augsburg, deine Zukunft?” in die Höhe.

Bild: Transparent „Augsburg, deine Zukunft?” / Bild privat

Mit dieser Aktion will man womöglich auf den Doppelmord hinweisen, der sich in Marokko ereignet hat und bei dem von einem Terrorakt auszugehen ist. Die Aktivistinnen haben den Ort der Symbolaktion offenbar nicht zufällig gewählt. Wie sie in einem der Beiträge auf ihrer Seite des Kurznachrichtendienstes Twitter schreiben, soll es dort in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt zu sexuellen Übergriffen auf junge Frauen gekommen sein. Auch laut verschiedener Medienberichte kam es in der Stadt in den vergangenen Monaten häufiger zu sexuellen Übergriffen an Frauen.

Bild: Nachgestellter Tatort vor Ankerzentrum in Donauwörth / Bild privat

Erneuter Übergriff

Erst am Mittwochmorgen kam es zu einem Übergriff, bei dem eine 28-jährige Frau von einem unbekannten Mann attackiert wurde, wie die Lokalzeitung Augsburger Allgemeine berichtet. Der Mann habe die Frau „über der Kleidung im Schritt unsittlich betatscht”, so der Bericht der Polizei. Durch einen Tritt in dessen Genitalien konnte sie sich letztlich befreien und der Täter flüchtete. Die Frau beschrieb den Täter später als einen rund 1,80 Meter großen, dunkelhäutigen Mann, der etwa 30 Jahre alt ist.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben laut der Augsburger Allgemeinen erst am Dienstag einen Bericht der Redaktion bestätigt, wonach einem 29-jährigen Gambier eine Serie von sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Innenstadt zugerechnet wird. Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass sie ihm fünf weitere, sexuell motivierte Übergriffe auf Frauen nachweisen können. Der Beschuldigte hatte in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Donauwörth gelebt. Mitte November kam er dann in der neuen Außenstelle des Ankerzentrums im Augsburger Kobelweg unter. Laut einem Bericht der Stadtzeitung Augsburg hat das Amtsgericht Augsburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg den Haftbefehl gegen den Mann erweitert und in Vollzug gesetzt. Der Mann saß bereits seit dem 19. November wegen Raubes in Untersuchungshaft. Der erweiterte Haftbefehl umfasst nun auch versuchte Vergewaltigung, versuchte schwere sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung, vorsätzliche Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung.

Polizeigroßeinsatz im Ankerzentrum

Das Ankerzentrum in Donauwörth war schon häufiger in den Schlagzeilen. Im März dieses Jahres kam es in der Ankereinrichtung für Asylbewerber zu einem Polizeigroßeinsatz, weil etwa 50 der Bewohner die Rückführung eines Gambiers verhindern wollten. Insgesamt wurden damals 32 Männer festgenommen. Einer der Asylbewerber ist vor dem Amtsgericht Augsburg nun wegen Landfriedensbruchs zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    29. Dezember 2018 at 17:03

    Aha, eine Geldstrafe. Die wird den Typen ja schwer beeindruckt haben.

    Notfalls stände sicher auch noch die Rote Hilfe bereit, damit der arme Kerl nicht unnötig in den Knast muss-

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Gesellschaft

Aiman Mazyek fordert erneut Islambeauftragten

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Aiman Mazyek): Christliches Medienmagazin pro [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Vor dem Hintergrund der Geschehnisse in Hanau hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, erneut einen Islambeauftragten gefordert.

Berlin. – Die Bundesregierung solle außerdem vermehrt auf den laut ihm vorherrschenden „antimuslimischen Rassismus“ reagieren.  Bei der Bundespressekonferenz in Berlin forderte Mazyek am Freitag, dass die Bundesregierung „antimuslimischen Rassismus“ anerkennen müsse. Dies wolle er auch Horst Seehofer (CSU) persönlich bei einem Treffen mitteilen. 

Wiederholte Mazyek-Forderung

Laut Mazyek habe die aktuelle Situation bereits „Vorboten“ gehabt. Der Anschlag in Halle habe beispielsweise auch stattgefunden, weil sich deutsche Behörden zu stark auf islamischen Extremismus fokussiert hätten. Seiner Meinung nach brauche es aus diesen Gründen einen eigenen Islambeauftragten, welcher sich mit dem vermeintlichen Hass auf Muslime befasst.

Schon in der Vergangenheit äußerte der Zentralrat der Muslime diese Forderung mehrfach – unter anderem auch nach dem Attentat in Christchurch in Neuseeland im vergangenen Jahr. Im Laufe des Donnerstags gab Bundesinnenminister Seehofer bereits an, die Polizeipräsenz beispielsweise vor Moscheen erhöhen zu wollen – Die Tagesstimme berichtete.

Altuğ spricht von „verpasster Chance“

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, beklagte Zekeriya Altuğ vom Koordinationsrat der Muslime bei der Pressekonferenz unter anderem die Rolle von Bundespräsident Steinmeier (SPD) direkt. Dieser habe die „Chance verpasst“, die Mordopfer beim Namen zu nennen. Bereits vor einigen Tagen forderte Altuğ, dass die „Zeit der Worte endlich vorbei“ sein müsse – man solle „endlich handeln“.


Weiterlesen:

Nach Amoklauf in Hanau: Seehofer will Polizeipräsenz erhöhen (22.2.2020)

Zentralrat der Muslime fordert Beauftragten gegen ‚Muslimfeindlichkeit’ (4.4.2019)

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Gesellschaft

Marine will Einrichtungen mit „historisch belasteten Namen“ umbenennen

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Tirpitzhafen in Kiel): U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Joshua M. Tolbert / Public domain (Bild zugeschnitten)

Die Dauerdebatte um angeblich historisch umstrittene Persönlichkeiten, nach denen Straßen und Einrichtungen benannt sind, nimmt nun auch in der deutschen Marine konkrete Formen an.

Kiel. –  Aufgrund des von Ursula von der Leyen (CDU) überarbeiteten Traditionserlasses hat die Marine nun beschlossen, mehrere Einrichtungen umzubenennen, deren Namen als „historisch belastet“ eingestuft werden.  Unter anderem soll der Tirpitzhafen in Kiel umbenannt werden.

Tirpitzhafen künftig Oskar Kusch Hafen

Wie unter anderem die Welt berichtete, gab ein Sprecher des Marinekommandos Rostock gegenüber den Kieler Nachrichten an, dass noch im Jahr 2020 mehrere Einrichtungen umbenannt werden sollen. So solle zum Beispiel der Tirpitzhafen künftig den Namen „Oskar Kusch Hafen” tragen.

Großadmiral Alfred von Tirpitz war im Ersten Weltkrieg ein Staatssekretär im Marineamt und war später Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Oskar Kusch wiederum war ein Marineoffizier im Zweiten Weltkrieg, der wegen regimekritischer Äußerungen zum Tode verurteilt wurde.

Von der Leyen überarbeitete Traditionserlass

Außerdem sollen diverse andere Orte und Einrichtungen wie Brücken, welche nach vermeintlich kritisch anzusehenden historischen Persönlichkeiten benannt sind, umbenannt werden. Vizeadmiral Andreas Krause soll die Namensvorschläge nun prüfen und diese gegebenenfalls annehmen. 

Verantwortlich für die Änderungen ist zumindest in Teilen die ehemalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Diese überarbeitete im Jahr 2018 den Traditionserlass der Bundeswehr. Erweitert wurde der Erlass um die Worte: „Tradition und Identität der Bundeswehr nehmen […] die gesamte deutsche (Militär-) Geschichte in den Blick. Sie schließen aber jene Teile aus, die unvereinbar mit den Werten unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung sind.“

In der jüngeren Vergangenheit setzte sich vor allem die Partei Die Linke für Namensänderungen von mehreren Objekten ein, weil diese vermeintlich „belastet“ seien. 

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Gesellschaft

Hanau: Gauland (AfD) weist Schuldvorwürfe zurück

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Gauland 2014): blu-news.org via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Nachdem Politiker der verschiedensten Parteien nach dem Amoklauf in Hanau der AfD eine Mitschuld unterstellten, äußerte sich jetzt der Fraktionschef Alexander Gauland. 

Berlin. – Gauland wies die Vorwürfe zurück und sprach von der „Tat eines Verwirrten”. Am Donnerstag unterstellten diverse Politiker der AfD eine Mitschuld am Verbrechen von Hanau.

SPD fordert Beobachtung durch Verfassungsschutz

So bezeichnete die Sozialdemokratin Midyatli die Partei beispielsweise als „politische[n] Arm des Rechtsterrorismus“. Der SPD-Generalsekretär, Lars Klingbeil, legte sogar noch eine Schippe drauf. Im ARD-Morgenmagazin behauptete er, die AfD gehöre zu jenen, welche den Täter „munitioniert” hätten. Außerdem forderte er dem Spiegel zufolge die Beobachtung der patriotischen Partei durch den Verfassungsschutz.

Vorwürfe aus allen Richtungen

Aber auch führende Vertreter anderer Parteien sparten nicht mit scharfen Aussagen. Laut der scheidenden CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer dulde die AfD „Nazis in den eigenen Reihen“. Ulla Jelpke (Die Linke) unterstellte der Partei, dass diese „Stichwortgeber für solche rassistisch motivierten Terroranschläge“ sei. Politiker der AfD würden „ganze migrantische Bevölkerungsgruppen und Treffpunkte wie Shisha-Bars stigmatisieren“.

Auch Grünen-Politiker Cem Özdemir bezeichnete die Partei als „politischen Arm des Hasses” und forderte, den „rechten Sumpf mit aller Härte des Rechtstaates ein für alle Mal” trockenzulegen. Das gelte auch für diejenigen, welche das seiner Ansicht nach „ideologisch vorbereiten” würden. Konstantin Kuhle (FDP) behauptete am Freitagvormittag, das „Pamphlet des Täters von Hanau” lese sich „wie eine Rede von Gottfried Curio im Deutschen Bundestag”.

Meuthen und Gauland weisen Vorwürfe zurück

Der Fraktionschef Alexander Gauland gab laut n‑tv an, dass der Täter psychische Probleme gehabt habe. Er könne nicht erkennen, was die „Tat eines völlig geistig Verwirrten“ mit Bundestagsdebatten zu tun hätte. Die Instrumentalisierung der Tat bezeichnete Gauland als „schäbig“. Zuvor äußerte sich auch der Parteivorsitzende Jörg Meuthen zur Tat und den Vorwürfen der politischen Gegenseite. Das Verbrechen sei „weder rechter noch linker Terror, das ist die wahnhafte Tat eines Irren“. 

Am späten Mittwochabend erschoss Tobias R. (43) neun Menschen in zwei Shisha-Lokalen. Anschließend tötete er offenbar seine Mutter sowie sich selbst in seiner Wohnung – Die Tagesstimme berichtete. 

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