Verbinde Dich mit uns

Gesellschaft

Spiegel‐Skandal: Das sind die Highlights der Relotius‐Fälschungen

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild Kiosk (CC0) / Logo "Der Spiegel": SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG [Public domain], von Wikimedia Commons / Collage: Die Tagesstimme

Auch zwei Tage nach den Enthüllungen rund um einen ehemaligen Spiegel‐Redakteur, der mit getürkten und gänzlich erfundenen Geschichten aufwartete, kehrt keine Ruhe ein. Immer mehr Ungereimtheiten kommen ans Tageslicht. 

Hamburg. – Seit Mittwoch bleibt in der Medienlandschaft kein Stein auf dem anderen. Der Spiegel machte den jahrelangen, mutmaßlich systematischen Betrug seines preisgekrönten Journalisten Claas Relotius öffentlich. Seitdem folgte eine Welle weiterer Enthüllungen, teilweise auch im Bezug auf seine Artikel für andere Zeitungen. Wir haben uns die pikantesten Fälle angesehen – und hinterfragen auch solche, denen der Makel der Fälschung noch nicht offiziell anhaftet.

Spiegel bestätigt vorerst sieben Fälle

Der Spiegel bestätigt mittlerweile sieben Fälle, in welchen eine Manipulation als sicher gilt. Der betroffene Relotius soll zudem geständig sein, mindestens 14 Artikel geschönigt zu haben. Darunter befinden sich ‚Die letzte Zeugin’ über eine Amerikanerin, die angeblich einer Hinrichtung beiwohnt und ‚Löwenjungen’ über zwei in die Fänge des IS geratene irakische Kinder. Auch ‚Nummer 440’ über einen vermeintlichen Gefangenen im umstrittenen US‐Gefängnislager Guantanamo handelt von einer erfundenen Person. ‚Touchdown’ über den Footballer Colin Kaepernick soll ebenfalls unwahre Details enthalten.

Besonders pikant ist allerdings die Bestätigung über zwei Aufsehen erregende Artikel – darunter auch ‚In einer kleinen Stadt’, welche ein Bild einer angeblich einwanderungsfeindlichen und waffennärrischen Kleinstadt namens Fergus Falls im amerikanischen mittleren Westen zeichnen soll. Und auch bei einem Gespräch mit Traute Lafrenz, der letzten Überlebenden der Widerstandsgruppe ‚Weiße Rose’, legte Relotius der Zeitzeugin suggestive Antworten in den Mund – mit weitreichender Resonanz. Beim siebten Artikel handelt es sich um ‚Jaegers Grenze’ – jene Kollaboration mit seinem Kollegen Juan Moreno, der den ganzen Schwindel auffliegen ließ.

Erfundene Biographien in US‐Kleinstadt

Die Fälschungen im Fall der Kleinstadt erfuhren eine besonders detailreiche Dokumentation – und zwar durch zwei Bewohner. In mindestens elf Fällen soll es sich bei Relotius’ Behauptungen um einen Schwindel handeln. Die Palette reicht von gefälschten Biographien über erfundene Personen bis hin zu Veranstaltungen im Dorfleben, die niemals stattfanden. Selbst geographische Details, welche der Spiegel-Dokumentation hätten auffallen müssen, stimmen nicht mit der Realität überein.

Der Spiegel überprüfte daraufhin stichprobenartig den gesamten Artikel und fand weitere leicht zu erörternde Ungereimtheiten. Diese betrafen in zwei Fällen die regionale Fauna, einmal ein politisches Ergebnis, sowie eine weitere geographische Ungenauigkeit.  Für einiges Aufsehen sorgt gleichzeitig ein österreichischer Twitter‐Nutzer, dem die Schilderungen nicht unbekannt sind. Er unterstellt in seinem Thread einer FAZ-Reporterin ähnliche Falschdarstellungen in einer vier Jahre alten Reportage über das niederösterreichische Marchegg.

(Zum Lesen des gesamten Threads klicken Sie bitte auf das Twitter‐Symbol im rechten Eck)

Chemnitz: Erfundene Äußerung von NS‐Widerstandskämpferin

Einen besonders fragwürdigen Streich erlaubte sich Relotius auch bei seiner vermeintlich authentischen Wiedergabe des Interviews mit der Widerstandskämpferin. Denn ausgerechnet eines der Details, welche die Leserschaft am meisten bewegte, ist eine glatte Lüge. Dabei handelt es sich um Bilder, welche der Journalist der betagten Dame von den Trauermärschen in Chemnitz gezeigt haben soll. Diese hätte sich daraufhin geäußert, dass es sie an die Zeit des dritten Reichs erinnern würde.

Tatsächlich kannte sie allerdings keine solchen Aufnahmen – weder von Relotius noch aus der US‐Presse. Auch in weiteren Details bestätigte die 99‐Jährige Lafrenz, dass das fertige Interview nicht ihre Worte wiedergebe. In einem Fall bediente sich Relotius immerhin an ihren eigenen Worten – allerdings aus einem Gespräch mit der Bild. Auch die Erinnerung an die Hinrichtung eines Weggefährten erwähnte sie offenbar nie gegenüber dem Spiegel‐Reporter.

Artikel über Mission Lifeline bewegt Zivilgesellschaft

In mindestens zwei weiteren Fällen wäre eine baldige Aufklärung des Spiegel ebenfalls höchst wünschenswert. Denn Relotius gehörte etwa auch zum Autorenteam, welches eine Reportage über die umstrittene NGO Mission Lifeline schrieb. Der emotionale Text beeinflusste im Sommer die Debatte über vermeintliche Seenotrettung von Migranten maßgeblich. Zahlreiche Prominente solidarisierten sich mit ‚Lifeline’ und deren Kapitän Claus‐Peter Reisch.

Die katholischen Bischöfe von München‐Freising und Paderborn spendeten sogar 50.000 Euro aus Kirchenmitteln an die Gruppe – Die Tagesstimme berichtete. Sollte sich herausstellen, dass auch Teile dieser Geschichte hinzugedichtet wurden, wäre dies aufgrund der potenziellen Tragweite fatal. Dass hier mehrere Autoren gemeinsam arbeiteten, kann ein Indiz für saubere Arbeit sein – muss es aber nicht. Denn auch die Geschichte über die Bürgerwehr an der Grenze zu Mexiko hielt der Überprüfung nicht stand, dank der unerbittlichen Recherche seines Kollegen Juan Moreno.

Der ehrliche Flüchtling und sein Finderlohn

Der zweite ursprünglich unklare, aber interessante Fall stammt aus der Reihe ‚Eine Meldung und ihre Geschichte’. Hier kontaktierte Relotius angeblich die Personen hinter aufsehenerregenden kurzen Nachrichtenmeldungen. In einem dieser Fälle – ‚Verlust’ – sprach er demnach mit einem syrischen Flüchtling aus Aleppo, welcher sich als außerordentlich ehrlicher Finder von Bargeld entpuppte. In seiner Story stellt er den Protagonisten als selbstlosen Menschen dar, der sogar auf den Finderlohn verzichtete.

Bereits als die wiederkehrenden Meldungen über Geldfunde von Asylwerbern in den Medien zunahmen, zweifelten Kritiker am Wahrheitsgehalt solcher Nachrichten. Mehrere etablierte Medien wie der österreichische Standard und das deutsche Onlineportal Der Westen vermeldeten diese aber stets als authentisch. Sogar die Faktencheck‐Plattform Mimikama hielt diese Nachrichten für denkbar. Relotius’ angebliche Tiefenrecherche schien dieses Narrativ letztendlich zu untermauern. Sollte auch diese Geschichte eine reine oder teilweise Erfindung sein, würde dies entsprechend auch ein fahles Licht auf die Glaubwürdigkeit der gesamten deutschsprachigen Medienlandschaft werfen.

Der Spiegel bezeichnete diese Geschichte in seiner Aufarbeitung später als wahr, räumte allerdings ein, dass Relotius auch hier einige Details verzerrend darstellte.


Weiterlesen: 

Fall Relotius: Als sich ein Spiegel‐Redakteur die Welt rührend zurechtlegte (20.12.2018)

 


Aktualisiert (24.12.2018 16:10 Uhr): Der Spiegel hat den Text ‚Verlust’ mittlerweile aufgearbeitet. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst. 

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    21. Dezember 2018 at 14:35

    So ein Mist. Als gestern hinter mir zwei Asylforderer gingen, ließ ich absichtlich einen 100€ Schein fallen. Natürlich in der sicheren Erwartung, dass sie mir diesen – verbunden mit einem unschuldigen Lächeln – gleich wieder in die Hand drücken und zudem jeglichen Finderlohn energisch ablehnen würden. Allerdings wollte ich ihnen mit 10€ zum Fest eine kleine Freude bescheren.

    Was soll ich sagen? Da bin ich doch ausgerechnet an die beiden einzigen Unehrlichen unser vielen Gäste geraten.
    Möglich ist natürlich auch, dass sie den Fund als Gabe der unterlegenen Rasse und als Ehrerbietung an sie ansahen.

    Merke: man muss kein Journalist sein um Märchen zu schreiben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gesellschaft

Außenminister Schallenberg lobt Grönemeyers Aufruf „gegen Rechts”

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg / Bild: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Von FPÖ‐Generalsekretär Harald Vilimsky hieß es indes, dass es besser gewesen wäre, Grönemeyer hätte sich bei seinem Konzert in Wien lieber ausschließlich auf seine Musik konzentriert, „anstatt die Konzertbesucher mit linksradikalen Parolen zu malträtieren”.

Wien. Im Rahmen seiner aktuellen Tour spielte der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer auch ein Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle. Sein Auftritt am vergangenen Donnerstag sorgte jedoch für Aufregung, weil er diesen für politische Zwecke nutzte und Stellung gegen „Rechts” bezog (Die Tagesstimme berichtete). Lob gab es dafür vom österreichischen Außenminister Alexander Schallenberg.

Österreichs Außenminister lobt Grönemeyer

Ich finde die Äußerung von Grönemeyer vom Inhalt her völlig zutreffend”, sagte Schallenberg vor einem Treffen der EU‐Außen‐ und Europaminister am Montag in Brüssel. Es stehe Künstlern natürlich frei, zu sagen, was sie wollen, so der Diplomat, dem jedoch „eigentlich unklar” sei, „wen oder was Grönemeyer eigentlich gemeint haben könnte”.

Konzertbesucher mit „linksradikalen Parolen” malträtiert

Kritik an Grönemeyers Äußerungen gab es hingegen von FPÖ‐Generalsekretär Harald Vilimsky. In einer Aussendung erklärte er, dass es besser gewesen wäre, wenn sich Grönemeyer bei seinem Wien‐Konzert ausschließlich auf seine Musik konzentriert hätte, „anstatt die Konzertbesucher mit linksradikalen Parolen zu malträtieren”. Denn wir würden selbst „frei und demokratisch über unsere Politik” entscheiden, so der FPÖ‐Politiker.

Den Vogel abgeschossen habe aber der deutsche Verteidigungsminister Heiko Maaks (SPD) mit seinem Unterstützungstweet für „die Polemik Grönemeyers”. „Offenbar versuchen SPD‐Politiker in Deutschland im Kielwasser Grönemeyers Einfluss auf den Wahlkampf in Österreich zu nehmen. Erfahrungsgemäß bewirkt eine solche Moralkeule aus Deutschland bei den Österreichern aber genau das Gegenteil, indem Angriffe dieser Art bei den Wahlen abgewehrt werden“, so Vilimsky abschließend.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Neues von rechts: Höcke, FPÖ‐Parteitag & Sellner bei Fellner

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: FPÖ-Bundesparteitag 2019 in Graz / Bild: Die Tagesstimme

Thüringens AfD‐Landeschef Björn Höcke brach ein Interview mit dem ZDF vorzeitig ab. Am Samstag fand in Graz der FPÖ‐Bundesparteitag statt. Und zu Beginn der Woche war Identitären‐Chef Martin Sellner einmal mehr bei „Fellner! Live” geladen.

Am Wochenende fand in Graz nicht nur das „Aufsteirern”, sondern auch der 33. FPÖ‐Bundesparteitag statt. Norbert Hofer wurde dort mit 98,25 Prozent der Stimmen offiziell zum FPÖ‐Bundesparteiobmann gewählt – Die Tagesstimme berichtete. Hofers Stellvertreter sind ab sofort Herbert Kickl, Manfred Haimbuchner, Marlene Svazek, Harald Stefan, Mario Kunasek und Gernot Darmann.

Kickl‐Rede

Für Jubelstimmung, aber anschließend auch mediale Aufregung sorgte beim Parteitag die scharfe und pointierte Rede von Herbert Kickl. Der Ex‐Innenminister teilte gegen ÖVP und SPÖ ordentlich aus, denen er unter anderem vorwarf, im Asylbereich für eine „Triple‐A‐Bewertung” Österreichs gesorgt zu haben. „Und diese drei A stehen für aggressive afghanische Asylwerber”, so Kickl. Er sprach weiters von den „faulen Früchten der Willkommenspolitik” und betonte, dass ein freiheitlicher Innenminister dafür sorgen würde, dass das Motto auch in Zukunft „Abschub statt Aufschub” laute. Weiters versicherte Kickl seinen Parteifreunden, dass die FPÖ „mit Sicherheit” zu keiner „Außenstelle des Sebastian‐Kurz‐Anbetungsvereins” werde.

Die gesamte Rede kann man hier auf YouTube anhören:

Der Wegscheider: „Die neue Ehrlichkeit”

Ebenfalls am Samstag meldete sich Der Wegscheider mit einem neuen Wochenkommentar aus der Sommerpause zurück. Dieses Mal widmete sich der ServusTV-Journalist der „neuen Ehrlichkeit” in der Politik. Thema sind dabei neben den Parteien auch die Identitären und das Magazin Info‐DIREKT.

Möseneder vs. Peter Pilz

Zwei Tage zuvor war der Jungjournalist und YouTuber Roman Möseneder, der auch für das Magazin Info‐DIREKT schreibt, zu Gast auf ServusTV. In der Sendung „Talk im Hangar‐7”, bei der in der Vergangenheit auch „Neurechte” wie Martin Sellner, Martin Lichtmesz, Caroline Sommerfeld und Götz Kubitschek eingeladen worden waren, diskutierte der Erstwähler Möseneder mit Liste‐JETZT‐Gründer Peter Pilz über das von ÖVP und JETZT geforderte Identitären‐Verbot. Wie sich der junge Patriot gegen das Politik‐Urgestein geschlagen hat, kann man hier sehen: „Wahltalk‐Spezial mit Peter Pilz”

Höcke & ZDF

Für einen medialen Eklat in Deutschland sorgt aktuell, dass Thüringens AfD‐Landesvorsitzender Björn Höcke ein Interview mit dem ZDF abbrach und ankündigte, künftig keine Interviews mehr zu geben. Der AfD‐Bundestagsabgeordnete Frank Pasemann bezeichnete das Interview als „inszenierte Farce des Staatsfunk” und sprach von einer „Medienhatz” auf Höcke.

Das Interview mit Höcke kann man sich hier ansehen: „ZDF‐Interview mit Björn Höcke in voller Länge”

Identitären‐Chef Sellner bei Ö24

Zu Wochenbeginn war Identitären‐Chef Martin Sellner einmal mehr bei „Fellner! Live” auf Ö24 geladen. Dort sprachen die beiden über die FPÖ‐Politikerin Ursula Stenzel und das Gedenken 1683, ein mögliches Verbot der Identitären und den aktuellen Wahlkampf in Österreich.

Konservative Erziehung

Am 29. August 2019 stellte die Philosophin und Autorin Caroline Sommerfeld ihr beim Antaios-Verlag erschienenes Buch „Wir erziehen – Zehn Grundsätze” in der Berliner Bibliothek des Konservatismus vor. Vergangene Woche wurde der Vortrag in voller Länge auf YouTube hochgeladen:

100 Jahre Vertrag von Saint‐Germain

Am 10. September 1919 unterzeichnete Österreich das „Friedensdiktat” von Saint‐Germain, mit dem der Erste Weltkrieg formal beendet wurde und der für Österreich auch das Ende der Monarchie besiegelte sowie mehrere Gebietsverluste zur Folge hatte. Zum 100. Jahrestag veranstaltete das Kulturforum Steiermark deshalb vergangenen Dienstag in Graz einen Vortrag mit dem Titel „Der Friedensvertrag von 1919 und die neue Südgrenze der Steiemark” – Die Tagesstimme berichtete.

Auf Facebook veröffentlichte das Kulturforum Steiermark auch einen eigenen Videobeitrag:

Finanzielle Lage des Bundesheers

Zum Thema Finanzierung des österreichischen Bundesheeres hat der FPÖ‐Nationalratsabgeordnete Volker Reifenberger mehrere Fragen an Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gestellt:

Kritik am Multikulturalismus

Mit dem Thema „Multikulturalismus” beschäftigt sich ein aktuelles Video des identitären Bloggers und ehemaligen IBÖ‐Leiters Patrick Lenart: „In diesem Video kritisiere ich die Ideologie des Multikulturalismus und gehe auf seine wichtigsten Argumente ein: Dass eine neue ‚Superkultur’ entstehen solle, dass die ethnische Fragmentierung einer Gesellschaft per se etwas Gutes sei und dass man in einem Land eben alle Kulturen als gleichberechtigt anerkennen müsse.”

FPÖ‐Podiumsdiskussion zum politischen Islam

Am morgigen Dienstag, den 17. September, veranstaltet die Freiheitliche Akademie Wien im Palais Ferstel (Strauchgasse 4, 1010 Wien) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Der politische Islam als Herausforderung für die innere Sicherheit”. Wie die FPÖ via Aussendung bekannt gab, sind als Gäste geladen: der Ex‐Jihadist, Autor und Berater Irfan Peci, die Journalistin und Islamkritikerin Laila Mirzo, FPÖ‐Klubobmann Herbert Kickl sowie der geschäftsführende Wiener FPÖ‐Landesparteiobmann und Vizebürgermeister Dominik Nepp. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Gesellschaft

Wien: Grönemeyer sorgt mit Aufruf „gegen Rechts” für Empörung

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Siebbi [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Herbert Grönemeyer will eine „offene Gesellschaft”, die „keinen Millimeter nach rechts” rückt. Das trichterte der Musiker seinen Fans in Wien auch lautstark ein.

Wien. – Der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer ist aktuell mit einem neuen Album auf Tour. Am vergangenen Donnerstag spielte der 63‐Jährige deshalb auch ein Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle. Der Musiker nutzte seinen Auftritt aber nicht nur musikalisch, sondern auch für politische Zwecke, indem er Stellung gegen „Rechts” bezog und sich dabei sichtlich in Rage redete.

Kein Millimeter nach rechts”

Wörtlich sagte Grönemeyer: „Ich kannte das nur vom Hörensagen, in Zeiten zu leben, die so zerbrechlich, so brüchig und so dünnes Eis sind. Und ich glaube, es muss uns klar sein, auch wenn Politiker schwächeln, das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland, dann liegt es an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat!”

Wer „rechtes Geschwafel” für „Ausgrenzung, Rassismus und Hetze” nutze, der sei „fehl am Platze”, so Grönemeyer. „Diese Gesellschaft ist offen und humanistisch.” Schließlich brüllte er seinen Fans entgegen: „Kein Millimeter nach rechts! Keinen einzigen Millimeter nach rechts! Und das ist so. Und das bleibt so.” Und er bekam dafür auch Applaus von den Zuschauern.

Reaktionen auf die Rede

Ein Videoausschnitt, in dem die umstrittenen Worte zu hören sein, sorgt seitdem für große Aufregung und auch reichlich Empörung in den sozialen Medien. Die Reaktionen fielen dabei ganz unterschiedlich aus.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas (SPD) etwa bedankte sich wie viele andere Linke bei Grönemeyer für dessen Worte: „Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft einzutreten und die Demokratie gemeinsam zu verteidigen. Danke an Herbert Grönemeyer und allen anderen, die das jeden Tag tun”, schrieb er auf Twitter.

Der linke Autor Bernd Stegemann hingegen erklärte auf Twitter hingegen: „Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht mir ein wenig Angst. Ich sags ungern, aber er klingt wie ein Redner vor 1945.”

Und auch der deutsche Journalist Boris Reitschuster schlägt in eine ähnliche Kerbe:

Schockierend, aber nicht überraschend”

Schockiert zeigte sich unterdessen auch der konservative Publizist und Journalist Dushan Wegner darüber, dass Grönemeyer für seine Worte „von den üblichen ‚Guten’ in Parteien und Staatsfunk gepriesen” werde. „Schockierend, aber nicht überraschend. Immerhin ist nun Klarheit”, betonte Wegner in einem Tweet.

Scharfe Kritik übte die stellvertretende Bundestagsfraktionsvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch. Grönemeyer und Maas wirft sie vor, eine Diktatur zu wollen. „Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe. Das ist Ton und Furor des neuen Terrors von links. Wer das unterstützt, ist – wie Heiko Maas – ein Fall für den Verfassungsschutz.”

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings deine Hilfe.

Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Beliebt