Österreich Politik

Innsbruck: Sicherheitsdebatte nach Bluttat in Asylunterkunft

Bild: Im Innsbrucker Stadtteil Reichenau befindet sich die Asylunterkunft, in der es zur Bluttat gekommen ist. / Hafelekar [CC BY-SA 3.0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Die Bluttat in einer Innsbrucker Asylunterkunft hat eine Debatte rund um die Sicherheit in Asylwerbeheimen angestoßen.

Innsbruck. In der Nacht auf Mittwoch kam es in einer Innsbrucker Asylunterkunft zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 37‐jährigen Syrer und seiner 23‐jährigen Ehefrau. Der Mann dürfte seiner Frau lebensbedrohliche Kopfverletzungen zugefügt haben, welchen sie im Krankenhaus letztlich erlag (Die Tagesstimme berichtete). Bei der Einvernahme am Mittwochvormittag zeigte sich der Festgenommene geständig. Das Motiv dürfte Eifersucht gewesen sein. Die Tat stieß gestern noch eine Sicherheitsdebatte an. So fordert etwa die FPÖ mehr Sicherheitspersonal, die Grünen lehnen jedoch ab.

Grünen‐Politikerin gegen schärfere Sicherheitsvorkehrungen

Die Asylunterkunft, in der es zu der Bluttat kam, wird im Auftrag des Landes von der Soziale Dienste GmbH (TSD) betrieben. Auch für die Sicherheit sorgt TSD selbst. Politisch ist Soziallandesrätin Gabi Fischer von den Grünen für die TSD verantwortlich. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, sieht Fischer keinen Handlungsbedarf, die Sicherheitsvorkehrungen in den Asylwerbeheimen zu verschärfen. „In jeder fünften Familie passiert Gewalt. Ich möchte das nicht auf Flüchtlinge reduzieren. Gewalttaten passieren, egal wo der Täter wohnt, ob nun im O‐Dorf oder im Asylwerberheim”, so Fischer. Um Weihnachten komme es österreichweit zu vielen Gewalttaten. „Alle machen mich tief betroffen”, sagt Fischer. Sie sieht Handlungsbedarf bei der Gewaltprävention.

FPÖ sieht „massiven Nachholbedarf”

Die FPÖ sieht jedoch Fischer und die schwarz‐grüne Landesregierung gefordert. „Es braucht strengere Sicherheitsvorkehrungen“, so FPÖ‐Landtagsabgeordneter Patrick Haslwanter. „Es ist leider zu wenig, dass nur im Bezirk Innsbruck und nur in Unterkünften mit mehr als 150 Personen Taschenkontrollen bezüglich Waffen durchgeführt werden, da besteht massiver Nachholbedarf.“ Messer und andere Waffen hätten in Asylwerberheimen nichts verloren,meint Haslwanter.

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