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Kultur

Rauhnächte: Sagenumwobene Zeit ‚zwischen den Jahren’

Julian Schernthaner

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am

Die Tage rund um Weihnachten gelten als besonders sagenumwobene Zeit. Was hat es mit den sogenannten Rauhnächten und ihrem reichen Brauchtum auf sich? 

Während die Dauer der Rauhnächte – zwölf Stück sind es – bekannt ist, scheiden sich über deren genaue Lage im Jahreskreis die Geister. Eine Tradition ordnet die Zeit zwischen Weihnachtstag und dem Fest der Heiligen Drei Könige zu. Einer anderen Auffassung nach beginnen die Rauhnächte bereits mit der auf die Wintersonnwende folgende Thomasnacht am 21. Dezember. In diesem Fall dauern sie nur bis Neujahr.

Der Name der Rauhnächte

Als Etymologie kommt insbesondere das mittelhochdeutsche rûch „haarig, pelzig” infrage. In diesem Fall würde sich die Bezeichnung direkt auf das Brauchtum regionaler Perchtenläufe beziehen. Einige Volkskundler hielten es im Laufe der Jahrhunderte aber ebenso für möglich, dass der häusliche Schutz vor der Heimsuchung durch Unholde durch Weihraucherzeugnisse den Namen bedingte.

Beiden Interpretationen ist gemein, dass der jeweilig andere Brauch als volksetymologische Deutung zu verstehen wäre. Als wahrscheinlichere Deutung gilt jedoch wohlweislich die Bezugnahme auf die mythischen Gestalten. Denn in zahlreichen europäischen Kulturen trieben schon in vorchristlicher Zeit nach der Vorstellung der Menschen sagenhafte Unwesen ihren Schabernack. In Südosteuropa hält sich etwa die Sage von Kobolden, die in diesem Zeitraum am Weltenbaum sägen.

Zwischen den Jahren

Dass die Zeit zwischen direkt nach der Wintersonnwende als besonders übersinnliche Zeit gilt, dürfte kein Zufall sein. Denn so beträgt der Unterschied zwischen einem Sonnenjahr und einem Mondjahr in etwa elf Tage und zwölf Nächte. Somit befänden sich abseits eines interkalierten Schaltmonats diese Tage wortwörtlich „zwischen den Jahren”. Weiters scheint sich der Sonnenstand in der Zeit nach der Sonnenwende kaum zu verändern.

Es musste unseren Vorfahren also so vorkommen, als stünde tatsächlich die Zeit still. In dieser Zeit, so der uralte Volksglaube, gelten die Naturgesetze kaum, die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits verschwimmen. Kein Wunder also, dass man sich vorstellte, dass der Schleier zur Unterwelt besonders dünn war und das Auftreten von Wiedergängern drohte. Unerklärliche meteorologische Phänomene wie plötzlich auftretende winterliche Nebelschwaden könnten diesen Eindruck zusätzlich bestärkt haben.

Wilde Jagd als heidnisches Relikt

Das schaurige Treiben, für welches sich im deutschen Sprachraum seit dem Standardwerk Deutsche Mythologie (1835) von Jakob Grimm der Begriff ‚Wilde Jagd’ einbürgerte, ist vermutlich besonders nah mit einem heidnischen Überbleibsel verbunden. Im Volksglauben erhielt sich lange die Vorstellung, dass der Zug der vor ihrer Zeit verstorbenen direkt im Gefolge des germanischen Gottes Odin/Wodan auftraten. Davon zeugen sowohl der Name der skandinavischen Odensjakt und des ostschweizerischen Wüetisheeres.

Selbst in Brauchtum und Benennung der im Alpenraum beliebten Perchtenläufe findet sich diese Wurzel. Die Gestalt der Perchta gilt als Nebenerscheinung der Frigg/Holda als Frau des germanischen Hauptgottes, die dort an seiner Stelle das Totenheer der wilden Jagd anführt. Möglicherweise flossen hier auch keltische Vorstellungen ein: In Mittelengland etwa steht der wilden Jagd die Lokalgottheit Herne vor – etymologisch ident mit dem Hörner tragenden inselkeltischen Hauptgott Cernunnos. In einigen Gegenden laufen Perchten weiterhin erst in den Rauhnächten und nicht gemeinsam mit Krampussen und Tuiflern in der Zeit vor dem Nikolausfest.

Der Volksglaube und seine Traditionen

Damit diese Unholde nicht in die heimische Stube einkehren, überlegten sich die Menschen allerhand Bräuche und Gebote in diesem Zeitraum. So gilt es etwa als verpönt, während den Rauhnächten weiße Wäsche aufzuhängen – die Geister könnten sich darin verfangen. Viele Menschen hängten sich Zweige vor die Tür, manch ein Bauer urinierte angeblich sogar vor seinen Stall, um die Geister fernzuhalten.

Gehalten hat sich aber insbesondere die Tradition des Ausräucherns. Möglicherweise auch, weil es einfach war, dies mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren. Denn Räucherbräuche zur Reinigung und zum Schutze erwähnt dort bereits das alte Testament. Ob Harze wie Weihrauch, Hölzer wie Wacholder und Zirbe, oder Kräuter wie Johanniskraut oder Lavendel – es scheint den Menschen den Glauben an den Schutz vor bösen Geistern in der dunklen und kalten Jahreszeit genommen zu haben.

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Gesellschaft

Sachsen: Sprachschützer üben Kritik an Gender-Beschluss für Gesetze

Julian Schernthaner

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Die schwarz-rot-grüne Regierung in Dresden beschloss am Dienstag, künftig all seine Gesetze und Verordnungen zu gendern. Dies ruft den renommierten Sprachverein Deutsche Sprache (VDS) auf den Plan. 

Berlin/Dresden. – Eigentlich ist es ein Entschluss, den man dem ebenso konservativen wie widerständigen Sachsen nicht unbedingt hätte zugetraut. Aber seit die Kenia-Koalition im Amt ist, ticken die Uhren anders. Die grüne Justizministerin Katja Meier (Grüne) freute sich über den Beschluss: Die Sprache der Gesetze stammte aus einer Zeit, in der Frauen und Männer nicht dieselben Rechte hätten, die sprachliche Sichtbarmachung dieser Gleichberechtigung sei ihr ein „besonderes Anliegen”.

Sprachverein äußert scharfe Kritik am Vorstoß

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) sieht dies ganz anders: „Wer die Sprache so entstellen muss, ist weit von der Lösung echter Geschlechterprobleme entfernt”. Nach Ansicht seines Vorsitzenden Walter Krämer sei Deutsch bereits geschlechtergerecht, das biologische und grammatikalische Geschlecht stünden in keinem Zusammenhang. Und: „Wer so etwas glaubt, sollte sich mit der deutschen Sprache und Grammatik beschäftigen”, zitiert die Junge Freiheit den obersten Sprachschützer.

Dass ausgerechnet ein Justizministerium sich über „Regeln der amtlichen Rechtschreibung hinwegsetzt”, hält Krämer für ein „starkes Stück”. Dabei müsse gerade ein solches Ressort wissen, „dass man sich Regelungen nicht zurechtbiegen kann, wen sie einem nicht gefallen”. Bislang führte der Freistaat Sachsen in Gesetzestexten das sogenannte generische Maskulinum, Frauen waren mitgemeint.

Junge Freiheit startete Petition gegen „Gender-Sprech”

Mit der verstärkten Berichterstattung über Stimmen, welche sich gegen Gendersprache aussprechen, will die Junge Freiheit als Wochenzeitung auch eine eigene Petition in diese Richtung bewerben. Wie die Tagesstimme in der Vorwoche berichtete, sehen die Initiatoren im ‚Gender-Sprech’ eine „Gefahr für die deutsche Sprache”, alles im Sinne eines „ideologischen Umerziehungsauftrags”. Man richtete sich damit an öffentlich-rechtliche Redaktionen, Kirchen, Bildungseinrichtungen und Behörden.

All diese Einrichtungen sollen nach Ansicht der Petenten „zum altbewährten Deutsch zurückkehren”. Bis Mittwochnachmittag waren beinahe 15.000 Bürger dem Aufruf gefolgt und unterzeichneten den Appell gegen die umstrittenen, vermeintlich geschlechtergerechten Sprachvarianten.


Weiterlesen:

Junge Freiheit startet Petition gegen Gender-Sprache (04.07.2020)


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Gesellschaft

Spotify löscht alle Lieder des rechten Rappers Chris Ares

Stefan Juritz

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Die Streaming-Plattform Spotify beugt sich dem Druck von Antifa und Medien.

Vor wenigen Tagen erschien das erste Album des patriotischen Rappers Chris Ares, mit dem er auch umgehend auf Platz drei der iTunes-Albumcharts einstieg (Die Tagesstimme berichtete). Neben iTunes konnte man das Album „Ares” auch auf der Streaming-Plattform Spotify hören. Doch damit ist nun vorerst Schluss. Das schwedische Unternehmen löschte am Montag alle Lieder des Rappers.

Antifa und Medien

Zuvor hatten Antifa-Aktivisten und Linke auf Twitter eine Kampagne gestartet, damit Spotify die Musik von Chris Ares von der Seite nimmt. Auch die Bild-Zeitung skandalisierte diesen Umstand. „Spotify hat ein Nazi-Problem”, lautete der wenig subtile Angriff der Zeitung.

Doch Chris Ares hat nicht nur Probleme mit dem Spotify. Nur einen Tag vor Erscheinen des Albums hatte Amazon mitgeteilt, die neue CD doch nicht zu vertreiben. Mittlerweile hat der US-Konzern alle Produkte des Rappers aus dem Sortiment gestrichen.


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Kultur

iTunes: Rechter Rapper Chris Ares auf Platz 3 der deutschen Albumcharts

Stefan Juritz

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Mit seinem ersten Album schafft es Chris Ares auf Anhieb auf Platz drei der deutschen iTunes-Charts. Probleme gibt es aber mit Amazon: Der US-Konzern hat sämtliche Produkte des Rappers aus seinem Sortiment gestrichen.

Es sind gerade turbulente Tage für den patriotischen Rapper Chris Ares. Nach seiner Ankündigung, eine Art „patriotisches Jugendzentrum” im sächsischen Bischofswerda aufbauen zu wollen, kam es zum Streit mit der dortigen AfD-Regionalgruppe. Doch auch musikalisch macht der Rapper von sich reden. Seit gestern ist nämlich sein neues Album „Ares” offiziell erschienen und umgehend auf Platz drei der deutschen iTunes-Albumcharts eingestiegen.

Amazon boykottiert Chris Ares

Einen Rückschlag musste Chris Ares dennoch hinnehmen: Wie er in einem Video bekannt gab, habe Amazon am Tag vor der Veröffentlichung mitgeteilt, das neue Album nicht zu vertreiben. Dabei handle es sich um über 1.000 CD-Boxen, alle bisherigen Bestellungen seien vom US-Versandriesen storniert worden. Die Boxen kann man aber noch direkt beim Label Arcadi Musik bestellen.

Die Stornierung von Amazon hat auch Konsequenzen für die Listung in den offiziellen deutschen Charts, da die CD-Verkäufe über das eigene Arcadi-Label nicht zählen. Anders sieht es jedoch bei den iTunes-Downloads aus – und das ist die Hoffnung des Rappers: „Die Chancen stehen nicht schlecht, dass wir ohne die tausenden, physischen CDs und Boxen charten…Wer aus Trotz jetzt unterstützen möchte, sollte bei iTunes einkaufen, da die zu den Charts zählen”, so Ares in seinem Telegram-Kanal.

Zweiter Chartsturm

Erst im vergangenen Jahr hatte Ares Ares mit seiner EP „2014–2018” die Spitze der Hip-Hop-Charts auf iTunes erklommen. Jedoch löschte die Plattform Ares nur einen Tag später, eine schriftliche Anfrage der Tagesstimme an die deutsche Pressestelle der iTunes-Mutter, den Apple-Konzern, blieb damals unbeantwortet. Mittlerweile ist die EP aber wieder auf iTunes abrufbar.

Ares auf Spotify

Das neue Album „Ares” kann man aktuell auf Spotify hören.


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