Technik Wirtschaft

Teuerste Unternehmen: US‐Technologieriesen dominieren Markt weiterhin

Symbolbild Börse: Pixabay [CC0]

In der jährlichen Rangliste der Unternehmen mit der höchsten weltweiten Marktkapitalisierung verlor Apple seine mehrjährige Spitzenposition – ausgerechnet an Microsoft.

London. – Das britische Beratungs‐ und Prüfungsunternehmen Ernst & Young (EY) ermittelt regelmäßig den Börsenwert der 100 wichtigsten börsennotierten Firmen weltweit. Neuer Spitzenreiter ist dabei der Software‐ und Hardware‐Hersteller Microsoft. Das Unternehmen des IT‐Pioniers Bill Gates konnte seinen Wert im vergangenen Geschäftsjahr um 14 Prozent auf 754 Mrd. Dollar steigern. Damit zog man an den direkten Konkurrenten Apple (715 Mrd. Dollar), minus 17 Prozent) und der Google‐Mutter Alphabet (685 Mrd. Dollar, minus 6 Prozent) vorbei.

US‐Unternehmen weiterhin dominant

Trotz der Veränderungen an vorderster Front ist zweierlei weiterhin auffällig. Die obersten Plätze der Rangliste nehmen weiterhin insbesondere Firmen aus der Technikbranche ein, dies gilt für sieben der ersten Zehn. Traditionell stark sind erneut US‐Unternehmen. Mit Amazon nimmt eine weitere amerikanische Firma mit digitalem Geschäftsmodell den vierten Platz ein.

Bestplatziertes Unternehmen aus einem anderen Gebiet ist mit dem Konglomerat Berkshire Hathaway des Milliardärs Warren Buffett ebenfalls eine US‐Firma. Gemeinsam sind die 57 in den Top‐100 vertretenen US‐Amerikaner 11,5 Billionen Dollar wert. Dies bedeutet einen Zuwachs von sieben Prozent – und insgesamt 63 Prozent der Marktkapitalisierung in den Top‐100

Europa fällt weiter zurück

Erst am sechsten Platz kommt mit dem chinesischen Internetriesen Tencent ein Unternehmen aus einem anderen Land. Mit der ebenfalls aus China stammenden Handelsplattform Alibaba durchbricht nur eine weitere Firma die Phalanx der Amerikaner in den Top‐10. Beide sind zum zweiten Mal in diesem illustren Kreis vertreten. Erst auf Platz 15 folgt mit dem Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestlé der bestplatzierte europäische Konzern.

Aus Deutschland sind nach sechs Unternehmen im Vorjahr nur mehr zwei in den obersten hundert vertreten, Österreich glänzt weiterhin mit Abwesenheit. Der heimische Marktführer Red Bull kommt im Gegensatz zu anderen Ranglisten wie jener des European Brand Institute (Platz 78) nicht vor – denn das Getränkeunternehmen ist nicht börsennotiert.

Digitaler Sektor in Europa untergeordnet

Bereits im Vorjahr gab die Dominanz aus Übersee europäischen Vertretern zu denken. Gerhard Schwartz, Bereichsleiter bei EY Österreich monierte damals die „untergeordnete Rolle” europäischer Unternehmen an den Weltbörsen. Insbesondere angesichts der „hohen Wertzuwächse” im digitalen Sektor würde einen Handlungsbedarf andeuten, der digitale Wandel gehe in Europa „zu langsam voran”.

Dieser Befund bestätigt sich bei einem Blick auf die Rangliste: Der wertvollste europäische IT‐Konzern konnte seine Position zwar geringfügig verbessern – liegt allerdings weiterhin nur auf Platz 61. Diesmal führt Schwartz den weiteren Bedeutungsverlust Europas zugunsten der US‐Unternehmen auf zwei Hauptgründe zurück: die positive Konjunkturentwicklung in den USA auch infolge der Steuersenkungen von Präsident Donald Trump, sowie ein hartes Geschäftsjahr in der für Europa wichtigen Automobilbranche.

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