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Kultur

Guten Rutsch” und Feuerwerk: Woher kommen die Silvesterbräuche?

Julian Schernthaner

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Rund um den Jahresausklang an Silvester etablierten sich im Laufe der Zeit einige Bräuche, Wunschfloskeln und einiges mehr. Den allerwenigsten sind die Wurzeln ihrer alljährlichen Rituale allerdings bekannt. 

Im deutschen Sprachraum nimmt das Fest zum Jahreswechsel seinen Namen vom Gedenktag des heiligen Silvester, einem frühchristlichen Papst. Dass das alte Jahr tatsächlich an diesem Datum ausklingt, war über Jahrhunderte nicht selbstverständlich – erst die Kalenderreform von Papst Gregor XIII. klärt dies endgültig. Und: Trotz des päpstlichen Namensgebers, ist der Tag im Kirchenjahr weiterhin kein Umbruch – dieses endet bereits mit dem vierten Advent.

Warum „rutschen” wir zu Silvester eigentlich?

In Verbindung mit dem neuen Jahr bürgerte sich die Wunschfloskel eines „guten Rutsches” ein – die Wurzeln finden sich allerdings im Dunkeln. Die geläufigste Deutung führt dies auf jiddisch rosch ha schana (‚einen guten Kopf des Jahres’) zurück – auch kirchliche Gelehrte berufen sich teils auf diese Herleitung. Demgegenüber steht die Ansicht der Gebrüder Grimm, welche darunter eine ‚gute Reise’ verstehen wollten. In mitteldeutschen Dialekten ist ‚Rutsche’ als Synonym für ‚Reise’ ebenfalls im 19. Jahrhundert bezeugt.

In jüngeren Jahren fanden sich neuerlich Einwände gegen die traditionelle Deutung aus dem Jiddischen. Auch weil das jüdische und das christliche Neujahrsfest selten zusammenfallen – und ha schana/haschone nur ersteres bezeichnet, während Juden ihren christlichen Mitbürgern lieber schone chadosche (‚ein gutes Jahr’) wünschten. Der Philologe Walter Röll schlug mit einem Kollegen deshalb ein Bildmotiv aus dem späten 19. Jahrhundert als Ursprung vor. Damals verbreiteten sich allmählich Grußkarten zum Anlass im deutschsprachigen Raum.

Heidenlärm’: Feuerwerke und Chläuse

Ebenso kurios wie der Glückwunsch mögen die Tagesbräuche gelten – einschließlich der weit verbreiteten Feuerwerke. Einige Volkskundler sehen darin das Überbleibsel aus heidnischen Feuerbräuchen. Rund um die Rauhnächte, zu denen auch der Silvesterabend zählt, fürchtet der Volksglauben die Heimsuchung durch Wiedergänger und böse Geister.

Eine Brücke könnte hier ein Brauch aus dem ostschweizerischen Appenzeller Land liefern. Die Chläuse, welche optisch eher alpenländischen Fasnachtsfiguren ähneln, laufen dort vornehmlich am Silvestertag. Beiden Traditionen scheint die Absicht gemein, mit möglichst viel Lärm die Unholde der kalten Jahreszeit von seiner Gemeinschaft fernzuhalten.

Bleigießen: Antikes Orakel, modernes Ratespiel

Einen wenig verwandten – aber ebenso alten Ursprung hat übrigens die Tradition des Bleigießens. Bereits bei den alten Römern und Griechen sind Weissagungen von Orakeln mittels Bleistücken überliefert.  Die Verheißungen der geschmolzenen und abgelöschten Rohlinge haben heute freilich wenig ernsthaften Charakter.

Zumeist steht der gesellschaftliche Wert im Vordergrund, beim Versuch die oft undefinierbaren Formen zu deuten. Nach einem europaweiten Verbot der Bleigießsets müssen Anhänger des Brauchs seit diesem Jahr allerdings mit Zinn oder Wachs vorlieb nehmen.

Jüngere Silvestertraditionen

Mindestens ebenso zentral wie die althergebrachten Traditionen sind mittlerweile Silvesterrituale jüngeren Datums. Für viele Familien im deutschsprachigen Raum gehört die jährliche TV-Wiederholung des berühmten Sketches Dinner for One zum festen Silvesterprogramm. Ebenso bereits traditionsreich ist in Österreich mittlerweile der in Fernsehen und Hörfunk ausgestrahlte Glockenschlag der Pummerin im Wiener Stephansdom – samt anschließendem Donauwalzer.

Weitergabe des Feuers

Am Silvesterbrauchtum kann man – insbesondere durch eine völlige Loslösung seiner Bräuche von ihrem Ursprung – viel Kritik finden. Gerade beim Feuerwerk scheinen manche Zeitgenossen nicht nur finanziell etwas über die Stränge zu schlagen. Auch die ausschweifenden Trinkgelage insbesondere junger Menschen haben mit dem traditionellen feierlichen Glas Sekt zum Jahreswechsel abseits des Alkoholgenusses wenig gemein.

Und doch bleibt es unerlässlich, das Feuer der Tradition des Altjahrfestes auch an künftige Generationen weiterzugeben. In diesem Sinne wünscht die gesamte Redaktion unseren treuen Lesern – unabhängig ihrer Feiertraditionen – einen angenehmen Jahreswechsel und ein erfolgreiches Jahr 2019. Für uns ändert sich wenig – wir werden Euch weiterhin mit unabhängigem, kritischem und patriotischem Journalismus zu Dienste sein.

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Kultur

Causa Eckhart: Ein Schuppentanz um den androgynen Regenbogenfisch

Julian Schernthaner

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Einige Tage lang blendete ich das Gezerre um die Absage eines Aufritts der steirischen Kabarettistin Lisa Eckhart aus. Dass die Revolution ihre zuvor hochgejazzten Kinder frisst, schien mir zu banal, um ein Wiederkäuen des üblichen Plädoyers für die Kunstfreiheit zu veranstalten. 

Kommentar von Julian Schernthaner.

Dann las ich eine Tirade eines bekannten neurechten Autoren. Er sah einen „konservativen Masochismus” als Grundlage dafür, dass sich „stolze Vollspastis regelrecht darin überbieten, für Lisa Eckhart zu simpen”. Eine überschießende Wertung in ähnlich elitärem Anspruch wie die gepachtete Rolle der Künstlerin als Stachel im politischen „Korrektum” – aber mit einem Funken Wahrheit.

Die Vereinnahmung geschieht rasch

Denn die Parteinahme für Eckhart entlarvt zweierlei: Während Linke einzelne kritische Stimmen als Feigenblatt hochkommen lassen, zeichnet sich die rechte Seite durch sträfliche Vernachlässigung einer Gegenkultur aus, die diesen Namen verdient hätte. Man klammert sich an den Strohhalm, künstlerische Abweichler von der verordneten Einheitsmeinung vorschnell als „our guy” oder „our girl” zu vereinnahmen. Wohl aus dem Bedürfnis der Notwendigkeit kultureller Angebote.

Dabei ist es egal, ob ein Quertreiber jetzt wie Dieter Nuhr sein Repertoire auf ausgelutschten Boomer-Witzen aufbaut. Oder sich im Fall von Eckhart die Unschuld von Lande zu einem ordinären zweiten Falco aufplustert, der zur Optik von Macaulay Culkin mit den Strapsen ihrer Uroma und dem Versace-Kleid von der Vorhangstange allerhand Kalauer zum Besten gibt. Böse Zungen würden sagen: Lisa Eckhart ist für manche Rechte das, was Milo Yiannopoulos mangels Talent nie sein konnte.

Linke Spiegelvorhalter mit Vorsicht genießen

Es geht hier nicht um künstlerisches Niveau. Ich mag meinen Humor dreckig, hundsgemein, kohlrabenschwarz und mit einer Mischung aus Subtilität, Postironie, Wortspielen und Vorschlaghammer. Entsprechend treffen Künstler wie Eckhart meinen Geschmack durchaus. So weit, ihrem auf nonchalante Art und Weise charmanten Auftritt eine groteske Form burschikoser Erotik anzuheften, wie das einst so manches Männermagazin tat, gehe ich allerdings nicht.

Vielmehr frage ich mich: Wieso berühren gerade solche Stimmen jeden Systemkritiker? Vermutlich weil sie den Anschein alles Kritischen haben. Generationen von heutigen Rechten sind schon mit politischen Kabarett von Volker Pispers aufgewachsen. Und im Gegensatz zur wohl wahrhaft kritischen Monika Gruber als unstürzbare Anomalie, hatte er die Eckhart-Aura. Nämlich allein den Dienst, der Linken, in der man selbst verhaftet ist, den Spiegel vorzuhalten. Folgendes Eckhart-Neuwerk illustriert diese Mechanik treffend:

Cancel Culture” um Regenbogenfisch Eckhart

Wer sich von Lisa Eckhart einen erfolgreichen Heckerzug erwartet, der wartet, bis er so schwarz wird wie der Humor der Kritisierten. Am Ende ist fast ihr eigenes Gleichnis des Regenbogenfisches, der seine Schuppen aufgeben muss, um so gleich zu sein, wie alle anderen, das die Antwort liefert. Denn egal wie schillernd er ist, seine Aufgabe der Schuppen macht alle bunt. Und davor war er es einfach selber, die eitle Sau. Sie hat den linksliberalen Kulturbetrieb aufgesogen wie Muttermilch.

Freilich, man kann und muss die Kunstfreiheit der Dame verteidigen. Eine Gesellschaft, die sich an wirklich abartigen Darbietungen à la Nitsch nicht stößt, wird die Schnauze einer Lisa Eckhart vertragen. Wer Migranten-Rappern, die über Massaker auf einem Festival-Gelände singen, Musikpreise nachwirft, schon zweimal. Der Aufruf zum Ende der wehleidigen „Cancel culture” ist richtig und wichtig, mit einem großen Aber.

Schweigespirale bei patriotischen Künstlern

Dieses beginnt bei patriotischen Ausläufern des Mainstreams. Viele, die für Eckhart die Mauer machen, schwiegen, als es Andreas Gabalier oder Frei.Wild an den Kragen gehen sollte. Als ein kroatisches Heimatlied des Sängers Thompson im Mund von Manuel Neuer verdreht wurde, schwiegen sogar Liberale, Konservative und bürgerliche Rechte. Bei den „eigenen Leuten” verstummen die Stimmen, welche die Narrenfreiheit von Künstlern rauf- und runterbeten, dann besonders schnell.

Wo waren die Stimmen gegen Zensur und „Cancel Culture”, als sämtliche Streamingdienste den Rapper Chris Ares aus der Hitparade retuschierten? Möglicherweise in Bischofswerda, wo die AfD-Fraktion mit Altparteien gegen dessen Plan eines patriotischen Kulturzentrums stimmte. Beim ersten Gegenwind von links ließ man sich auch die Kulturbeirat-Nominierung von Odin Wiesinger madig machen, als wäre er wirklich der Gottseibeiuns, den Linke in ihm sahen.

Nachholbedarf bei patriotischer Kunst

Die Anzahl der Künstler, die mit beiden Beinen im patriotischen Lager stehen, ist dünn. Im Humor-Bereich findet sich bald nach grandiosen Dauerbrennern wie „Laut Gedacht” oder „Outdoor Illner” gähnende Leere. Selbst der Kopf hinter Ruhrpott Roulette tauschte die Straßencomedy für den Versuch, im Sog von Chris Ares mit Sprechgesang die Gegenkultur zu beackern. Die dann aber im Musiksektor wiederum keine Genre-Breite aufweist.

Dort verbleiben neben ebenso mit Provokation spielenden Bands im Neofolk und Black/Pagan Metal nur alternde, altrechte Rockrüpel, deren Anschlussfähigkeit für die Jugend heute gottlob gering ist. Das Vakuum ist da, und niederschwelliger Zugang zum Grundbedürfnis nach Kultur nur auf der linken Seite vorhanden. Und das ist auch Resultat verfehlter rechter Kulturpolitik, die sich an den Mainstream anbiedert, statt wie Linke auch eigene Kollektive und Künstler zu fördern.


Weiterlesen: 

Linker Druck: Kabarettistin Lisa Eckhart von Literaturfestival ausgeladen (06.08.2020)

Wiesinger: „Brauchen mehr Ehrlichkeit in der Kunst!” (Interview, 21.06.2019)


 

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Kultur

Nach Ausladung: Lisa Eckhart soll doch an Literaturwettbewerb teilnehmen dürfen

Stefan Juritz

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Die Kabarettistin Lisa Eckhart wurde vergangene Woche vom „Harbour Front Literaturfestival” ausgeladen. Jetzt soll sie aber doch auftreten.

Hamburg. – Die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart soll nun doch am Literaturwettbewerb um den Klaus-Michael Kühne-Preis teilnehmen dürfen. Das „Harbour Front Literaturfestival” habe dem Verlag und dem Management von Eckhart einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, teilten die Veranstalter auf Facebook mit: „Verlag und Management haben angekündigt, sich in der kommenden Woche zu diesem Vorschlag zu äußern.”

Bedrohliche „Cancel Culture”

Eigentlich sollte die Kabarettistin im Rahmen des Wettbewerbs aus ihrem Debütroman „Omama” lesen. Doch das Veranstaltungslokal „Nochtspeicher” machte einen Rückzieher und sagte die angekündigte Lesung ab. Man habe sich außerstande gesehen, die „Sicherheit der Besucher und der Künstlerin” zu gewährleisten. „Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind”, zitierte der Spiegel aus internen E‑Mails. Man habe aus der Nachbarschaft – „im bekanntlich höchst linken Viertel” – gehört, „dass sich der Protest schon formiert”.

Gegenüber der FAZ erklärte der Mitbegründer der Literaturveranstaltung, Nikolaus Hansen: „Aufgrund der Situation, die sich um Lisa Eckhart gebildet hat, können wir den Wettbewerb, wie wir ihn vorhatten und seit zehn Jahren gestalten, leider nicht mehr machen. Mich erinnert das an Weimarer Verhältnisse. Wir weichen einer Gewalt, aber es gibt auch keinen eleganten Weg, der Gewalt nicht zu weichen.“

Mittlerweile veröffentlichten auch die Betreiber des „Nochtspeichers” eine Erklärung zur Causa. Laut Bericht der FAZ begrüße man darin, „dass die Ausladung Lisa Eckharts vom Harbour Front Literaturfestival zu einer öffentlichen Debatte führt, diese gesellschaftliche Debatte ist überaus wichtig, um der bedrohlich um sich greifenden ‚Cancel Culture’ Einhalt zu gebieten”. Es sei „alarmierend”, wenn Veranstaltungen „gesprengt oder gewaltsam verhindert werden”, betonten die Betreiber.

Debatte entfacht

Kritiker werfen der Kabarettistin vor, in ihren Stücken rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen. Die Ausladung vom Festival führte nun zu regen Diskussionen über Kunstfreiheit und die sogenannte „Cancel Culture”.

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Kritik an Absage: Dieter Nuhr stellt sich hinter Lisa Eckhart

Stefan Juritz

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Die Kabarettistin Lisa Eckhart darf bei einem Literaturfestival nicht auftreten. Für ihren Kollegen Dieter Nuhr ist das ein „Skandal”. Auf Facebook zeigt er sich „fassungslos” über die Absage der Veranstalter.

Die politisch unkorrekte österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart wurde vom „Harbour Front Literaturfestival” in Hamburg ausgeladen. Die Veranstalter hatten Sicherheitsbedenken wegen möglicherweise gewalttätigen Protesten der linken Szene (Die Tagesstimme berichtete). „Was für ein Skandal! Der Protestmob auf der Straße entscheidet also darüber, wer hier bei uns seine Kunst ausüben darf”, kritisierte der deutsche Kabarettist Dieter Nuhr daraufhin auf Facebook.

Nuhr: „Sie ist nur nicht links genug”

Seiner Ansicht nach müsse man nun „endlich” darüber diskutieren, was „Freiheit der Rede” heute noch bedeute. „Der linke und der rechte Mob wünscht sich offenbar nun eine Kunst, die linientreu den eigenen Ideologien folgt. Wer da nicht reinpasst, wird mundtot gemacht”, so Nuhr. Das „Auftrittsverbot” sei eine „klare Entscheidung” gegen die künstlerische Freiheit. Heute schrecke man selbst vor solch „totalitären Maßnahmen” nicht mehr zurück. „Dem muss entgegengesteuert werden. Die Absage macht mich fassungslos.”

Zudem verteidigte Nuhr seine Kollegin gegen Antisemitismus-Vorwürfe. „Sie steht als Künstlerin mit einer verstörenden Kunstfigur auf der Bühne, die eine Performance abliefert, die an Relevanz und Irritation nichts zu wünschen übrig lässt”, betonte er. Doch die Künstlerin Eckhart sei keine Antisemitin: „Sie ist nur nicht links genug.” Der Vorwurf des Antisemitismus sei „lediglich der perfide Versuch, eine politisch verdächtig eigenständig denkende Person zu diskreditieren”, betonte Nuhr.

Alf Poier zeigt Solidarität

Solidarisch zeigte sich indes auch der steirische Kabarettist Alf Poier. Einen Nachrichtenartikel über die Absage kommentierte er auf Facebook mit den Worten „Alles Gute Lisa!” und fügte ein Zitat aus seinem Programm „Humor im Hemd” hinzu: „Obwohl die Zeiten angeblich immer offener und toleranter werden, muss man immer mehr aufpassen, was man sagt! Früher hat man gelegentlich einen Regisseur gebraucht, wenn man auf die Bühne gegangen ist, heute braucht man einen Anwalt!”

Provokante Kabarettistin

Mit ihrem provokanten, zynischen und politisch unkorrekten Humor zählt die gebürtige Steirerin Lisa Eckhart aktuell zu den umstrittensten Kabarettisten im deutschen Sprachraum. Kritiker werfen ihr vor, in ihren Stücken rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen.

Ursprünglich hätte Eckhart am 14. September im Rahmen des „Harbour Front Literaturfestival” aus ihrem kommenden Buch „Omama” lesen sollen. Doch der Klub „Nochtspeicher”, wo die Lesung hätte stattfinden sollen, legte sich plötzlich quer. Wie interne Mails zeigen, sieht sich der Klub außerstande, die „Sicherheit der Besucher und der Künstlerin” zu gewährleisten. „Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind”, zitiert der Spiegel. Man habe aus der Nachbarschaft – „im bekanntlich höchst linken Viertel” – gehört, „dass sich der Protest schon formiert”.

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