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Trotz Fristablauf: Journalist Six weiter ohne Anklage in Venezuela inhaftiert

Julian Schernthaner

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am

Obwohl die Frist, in welcher die Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen ihn hätte formulieren müssen, am Mittwoch ablief, befindet sich der Journalist Billy Six weiterhin im venezolanischen Geheimdienstgefängnis El Helicoide.

Caracas. – Bereits seit dem 17. November sitzt der Reporter der konservativen Jungen Freiheit in der berüchtigen Haftanstalt El Helicoide. Die Vorwürfe drehen sich um ein vermeintlich unautorisiertes Foto und ein Treffen mit Rebellengruppen im Zuge seiner Recherchen – und lauten auf Spionage und Rebellion. Nach venezolanischem Recht muss der Militärstaatsanwalt binnen 45 Tagen eine Anklage formulieren – diese Zeit verstrich eigentlich am 2. Jänner. Dennoch befindet sich Six weiter im Geheimdienstgefängnis in der Hauptstadt des sozialistischen Krisenlandes.

Ohne Anklage weiter in Geheimdiensthaft

Wie der Vater des inhaftierten Journalisten gegenüber der Jungen Freiheit angab, sei dies jedoch bislang nicht erfolgt. Daher hätte es spätestens am gestrigen Donnerstag zu einer Freilassung des 32-Jährigen kommen müssen – auch das geschah nicht. Vielmehr muss er weiterhin in einem Gefängnis darben, welches so brutal ist, dass in jüngster Vergangenheit sogar zwei Häftlinge starben. Weil man ihm offenbar notwendige Medikamente vorenthält, ist sein Gesundheitszustand nach Aussage seines Vaters „besorgniserregend”.

Reporter ohne Grenzen fordern Freilassung

Auch die Vereinigung Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Haftbedingungen des jungen Deutschen scharf. Gerade die „hanebüchenen Vorwürfe” gegen Six seien ein „deutliches Zeichen”, dass dieser aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit in Haft sitze. Weiters sieht ROG-Geschäftsführer Christian Mihr „keine Grundlage”, weshalb er als Zivilist vor einem Militärgericht erscheinen solle.

Hiermit würde Venezuela nicht nur seine internationalen Verpflichtungen sondern auch seine eigenen Gesetze grob verletzen. Auch insgesamt beklagt das Netzwerk bedrohliche Einschränkungen der Pressefreiheit im lateinamerikanischen Land. Im Fall Six fordert ROG die sofortige Freilassung des deutschen Reporters aus der Haft.

Schleppendes Interesse der deutschen Öffentlichkeit

Für Unverständnis sorgt weiterhin auch das scheinbare Desinteresse der deutschen Öffentlichkeit an diesem Fall. Insbesondere die Betreuung durch das zuständige Auswärtige Amt ist offenbar dürftig. Der Jungen Freiheit zufolge hat er weiterhin keinen Anwalt, keinen Kontakt zur Außenwelt und ebenfalls noch keinen Besuch eines deutschen Botschaftsmitarbeiter erhalten. Zahlreiche deutsche Medien berichten ebenfalls erst allmählich über Six’ Tortur in Venezuela.

Dies steht im starken Kontrast zur Behandlung des linksgerichteten Journalisten Deniz Yücel. Als dieser in einem türkischen Gefängnis saß, solidarisierten sich über 160 Bundestagsabgeordnete in einem offenen Brief mit ihm, forderten eine Freilassung. Einer der damaligen Unterzeichner, Andrej Hunko (Linke), sorgte im gegenständlichen Fall hingegen unlängst für helle Empörung. Auf Twitter bezeichnete er die Haftbedingungen in ‚El Helicoide’ nämlich als „vergleichsweise komfortabel” und bezweifelte sogar Six’ journalistischen Auftrag – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen: 

Fall Six: Linken-Politiker empört mit Tweets über inhaftierten Journalisten (3.1.2019)

Six und Zirngast: Pressefreiheit darf keine Gesinnungsfrage sein! (25.12.2018)

Weihnachten im Gefängnis: Patriotische Journalist in Venezuela inhaftiert (24.12.2018)

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Zickenschulze

    5. Januar 2019 at 11:36

    Lebt endlich in der Realität.
    Kommentare dazu hier überflüssig, weil ihr nur das durchlässt was eurem Weichergebaren konform geht.
    Hebt ihr euch von den anderen hervor?
    Mitnichten.

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Welt

Bewaffnete schwarze NFAC-Miliz marschiert in Georgia auf

Stefan Juritz

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am

Die schwarze NFAC-Miliz demonstrierte am US-Unabhängigkeitstag gegen das Südstaaten-Denkmal in Stone Mountain. Ein Anführer forderte ein Gebiet für den Aufbau einer eigenen schwarzen Nation.

Atlanta (Georgia). – Am vergangenen Samstag ist eine schwer bewaffnete schwarze Miliz in Stone Mountain, einem Vorort von Atlanta, aufmarschiert, um gegen das dortige Konföderierten-Denkmal zu demonstrieren. In den sozialen Medien wurden mehrere Videos veröffentlicht, die den Aufmarsch der Miliz, die als „Not Fucking Around Coalition” (NFAC) bekannt ist, zeigen. Zu sehen sind darin zahlreiche bewaffnete Männer und Frauen in schwarzer paramilitärischer Kleidung, wie sie eine Straße entlang marschieren. Die Demonstration wurde von der Polizei begleitet, es kam zu keinen Zwischenfällen.

Demonstration gegen Südstaaten-Denkmal

Ein Video zeigt weiters den Anführer der Miliz, wie er über Lautsprecher eine Ansage an weiße Nationalisten macht und zur Konfrontation herausfordert: „Ich sehe keine weiße Miliz”, betonte er. „Wir sind hier. Wo zum Teufel seid ihr? Wir sind in eurem Haus. Los geht’s!”

In Stone Mountain befindet sich ein riesiges Denkmal für die Konföderation des amerikanischen Bürgerkriegs. Das Relief an der Nordseite des Felsens zeigt den ehemaligen Südstaaten-Präsident Jefferson Davis und die Generäle Thomas Jackson und Robert E. Lee. Aus diesem Grund, und weil auch der Ku-Klux-Klan (KKK) dort immer wieder Versammlungen abhielt, steht das Denkmal bereits seit längerer Zeit in der Kritik. Im Zuge der landesweiten „Black Lives Matter”-Proteste wurden die Rufe nach Entfernung des Denkmals wieder lauter.

„We’ll take Texas”

In einem weiteren Video klärt der Anführer der schwarzen Nationalisten, der sich „Grand Master Jay” nennt, über die Ziele der Miliz auf: Von der Regierung verlangt er u.a. ein eigenes Gebiet in den USA, um eine eigene schwarze Nation gründen zu können.

Weitere Videos zur Demonstration der schwarzen NFAC-Miliz:


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Black Lives Matter”-Aktivisten reißen Kolumbus-Statue nieder

Stefan Juritz

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Der Bildersturm in den USA scheint kein Ende zu nehmen. Am US-Unabhängigkeitstag wurde die Statue des berühmten Entdeckers Christoph Kolumbus gestürzt.

Baltimore. – „Black Lives Matter”-Demonstranten haben am Samstagabend in der US-Stadt Baltimore (Maryland) eine Kolumbus-Statue niedergerissen und anschließend im Hafen versenkt. Die Statue war 1984 von US-Präsident Ronald Reagan als Denkmal für die Bewohner der italoamerikanischen Community eingeweiht worden.

US-Präsident Donald Trump kritisierte am Feiertag erneut die „Black Lives Matter”-Demonstranten. Man werde niemals zulassen, dass ein wütender Mob die Statuen niederreiße oder die Geschichte des Landes auslösche, sagte er laut „Deutschlandfunk”-Bericht.

Zerstörungen in den USA

Bereits zuvor hatten Demonstranten in den USA Statuen beschmiert oder zerstört. In Richmond etwa wurde ebenfalls eine Kolumbus-Statue niedergerissen, besprüht, in Brand gesetzt und anschließend ins Wasser geworfen. Außerdem soll ein Fotograf des Nachrichtensenders CNN angegriffen worden sein.


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Der Indianer soll weg: Konzerne setzen Redskins unter Druck

Stefan Juritz

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Das US-Footballteam Washington Redskins soll Name und Logo ändern. Sponsoren erhöhen dazu den Druck.

In den USA setzt sich die Rassismus-Debatte im Zuge der „Black Lives Matter”-Proteste auch im Sport fort. Speziell geht es um angeblich diskriminierende Logos und Namen von Sportmannschaften mit Indianer-Bezug. Dazu gehört etwa das Footballteam der Washington Redskins. Bereits seit Jahrzehnten fordern Vertreter der amerikanischen Ureinwohner eine Namensänderung und ein neues Logo.

Doch bisher hatte sich die Mannschaft stets geweigert, Änderungen vorzunehmen. Klubbesitzer Dan Snyder betonte immer wieder, dass der Name in Wirklichkeit „Ehre” und „Respekt” bedeute und man positiven Bezug auf die Ureinwohner nehme. Außerdem sagte er vor mehreren Jahren noch: „Wir werden das Team niemals umbenennen. So einfach ist das. Dafür können Sie Großbuchstaben benutzen: NIEMALS.”

Nike, FedEx & Co fordern Änderung

Das könnte sich nun rasch ändern. Denn jetzt kommt der Druck von Großunternehmen. Beispielsweise nahm der Sportartikelhersteller Nike, offizieller Ausrüster der National Football League (NFL), alle Fanartikel der Redskins aus seinem Onlineshop. Und auch das Logitikunternehmen FedEx, das die Namensrechte am Heimstadion besitzt, erklärte öffentlich: „Wir haben dem Team unseren Wunsch mitgeteilt, dass es den Namen ändern möge.”

Laut Bericht von ESPN seien Nike, FedEx und PepsiCo von Investoren dazu gedrängt worden, die Redskins erst wieder nach der geforderten Namensänderung zu unterstützen.

Redskins prüfen Namensänderung

Der Druck zeigte offenbar Wirkung: Noch am Freitag teilten die Washington Redskins auf Twitter mit, eine Namensänderung intern zu diskutieren.


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