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Kultur

Prophet der Gelbwesten? Neuer Roman von Michel Houellebecq

Redaktion

Veröffentlicht

am

Heute erscheint der neue Roman „Serotonin“ des umstrittenen französischen Schriftstellers Michel Houellebecq. Bereits vor Veröffentlichung gerät das Feuilleton in Unruhe, es erwarte uns ein Buch, das die Gelbwesten prophezeit haben soll.

Michael Houellebecq ist dafür bekannt, kontroverse und polarisierende Bücher zum richtigen Zeitpunkt zu veröffentlichen. Heute vor genau vier Jahren erschien der Roman „Unterwerfung“, der das Szenario einer islamischen Republik in Frankreich entwirft, die die laizistische Verfassung Frankreichs überwindet. Am selbigen Tag fand auch der Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo statt, das Houellebecq sein Titelbild gewidmet hatte. Houllebecq wurde dafür ein unvergleichliches Gespür für die Zeichen unserer Zeit attestiert.

Sprachrohr des peripheren Frankreichs?

Im Zentrum von „Sorotonin“ steht ein alter, frustrierter und depressiver Mann der mitten in einer tiefen Lebenskrise steckt. Eine solche Figur kennt man bereits aus Houellebcqs Debutroman „Ausweitung der Kampfzone“ aus dem Jahr 1994. Typisch für Houellebecq ist, dass die Krise, die die verschiedenen Individuen erfasst, nicht individuell-psychologische Gründe hat, sondern Konsequenz der modernen, entwurzelten Lebensweise ist.

Zugleich konfrontiert uns „Sorotonin“ mit dem peripheren, ländlichen Frankreich, in das der Protagonist flieht. Seine Abneigung trifft Homosexuelle ebenso, wie von der EU verordnete Tempolimits. Das ist typisch, denn diese Motive sind von Houellebecq durchaus bekannt.  Letztlich radikalisiert sich der Protagonist aber auch politisch, was als die Folge der politischen Misere im ländlichen Frankreich zu verstehen ist. Hier lässt sich also durchaus eine Parallele zu den Gelbwesten ziehen.

 „Donald Trump der Literatur“

Die Rezensionen in den Feuilletons fallen erwartungsgemäß scharf aus. In der NZZ heißt es „Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist für die Literatur, was Donald Trump für die Politik ist.“ Die taz hingegen meint, man könne in dem Protagonisten des Romans sowohl einen „Feministen“, als auch einen „Sexisten“ sehen. Der Rezensent der Süddeutschen warnt hingegen davor, in die „Falle der Empörung“ zu tappen, die Houellebecq aufgestellt habe. Wie weit die Deutungen auseinandergehen, zeigt bereits, welche politische Sprengkraft der Roman mitbringt.

Houellebecq und seinem Verlag ist also definitiv gelungen, das Buch medial optimal zu inszenieren und bereits vor dem Erscheinungsdatum eine politische Debatte loszutreten. Auch wenn „Sorotonin“ mit keiner großen Überraschung aufwartet, so ist davon auszugehen, dass die Diskussionen um das Buch noch weiter anhalten werden.

Michel Houellebecq, Sorotonin, DuMont 2019. 336 Seiten, 24,00€.

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Kultur

Gerichtsentscheid: Hagia Sophia soll wieder Moschee werden

Monika Šimić

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Sie war eine Kirche, dann Moschee, schließlich Museum. Jetzt soll die Hagia Sophia wieder eine Moschee werden.

Ankara/Istanbul. – Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat am Donnerstag entschieden, dass eine Kabinettsentscheidung von 1934, mit dem die ursprünglich als Kirche errichtete Hagia Sophia von einer Moschee in ein Museum umgewandelt wurde, ungültig ist. Diese sei ungesetzlich gewesen.

Erdogan für Umwandlung in Moschee

Die Regelung hatte damals die Regierung von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk erlassen, dessen Kernideologie neben dem türkischen Nationalismus die Trennung von Kirche und Staat war. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der seit Jahren gegen den Laizismus kämpft, hat bereits mehrfach den Wunsch geäußert, aus dem Bauwerk wieder eine Moschee zu machen. Laut dpa hatte er die Umwandlung in ein Museum zuletzt als „großen Fehler” bezeichnet. Die säkulare türkische Opposition und die USA als wichtigster Verbündeter der Türkei sind allerdings gegen eine Nutzung als Moschee.

Die Hagia Sophia, die im 6. Jahrhundert nach Christus erbaut wurde, war fast ein Jahrtausend lang das größte Gotteshaus der Christenheit und Hauptkirche des Byzantinischen Reiches. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen wandelte Sultan Mehmet II. die Hagia Sophia in eine Moschee um und fügte als äußeres Kennzeichen vier Minarette hinzu. Das Bauwerk ist derzeit ein Museum und als solches Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Status als Museum annulliert

Bereits früher hatte die türkische Denkmalschutzvereinigung Vorstöße unternommen, um eine Rückumwandlung der Hagia Sophia zu erreichen, diese waren bisher aber immer erfolglos geblieben. Nun hat das Gericht den Status des Gebäudes als Museum aber annulliert. Die Hagia Sophia könne jetzt stattdessen für muslimische Gottesdienste genutzt werden, hieß es in der Gerichtsentscheidung. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Wann das Gebäude zum ersten Manl als Moschee genutzt wird, ist noch unklar.

Die UNESCO hatte die Türkei zuvor noch vor der eigenmächtigen Umwandlung des historischen Gebäudes in eine Moschee gewarnt. Mit dem Status als Weltkulturerbe seien „eine Reihe von Zusagen und rechtlichen Verpflichtungen verbunden”, erklärte die UN-Kulturorganisation und rief die Türkei vor einer Entscheidung zum Dialog auf. Ein Staat dürfe „keine Veränderung an dem herausragenden universellen Wert” eines Welterbe-Monuments vornehmen, unterstrich die UNESCO. Die Hagia Sophia gehört als Teil der Istanbuler Altstadt zum Welterbe.


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Gesellschaft

Sachsen: Sprachschützer üben Kritik an Gender-Beschluss für Gesetze

Julian Schernthaner

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Die schwarz-rot-grüne Regierung in Dresden beschloss am Dienstag, künftig all seine Gesetze und Verordnungen zu gendern. Dies ruft den renommierten Sprachverein Deutsche Sprache (VDS) auf den Plan. 

Berlin/Dresden. – Eigentlich ist es ein Entschluss, den man dem ebenso konservativen wie widerständigen Sachsen nicht unbedingt hätte zugetraut. Aber seit die Kenia-Koalition im Amt ist, ticken die Uhren anders. Die grüne Justizministerin Katja Meier (Grüne) freute sich über den Beschluss: Die Sprache der Gesetze stammte aus einer Zeit, in der Frauen und Männer nicht dieselben Rechte hätten, die sprachliche Sichtbarmachung dieser Gleichberechtigung sei ihr ein „besonderes Anliegen”.

Sprachverein äußert scharfe Kritik am Vorstoß

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) sieht dies ganz anders: „Wer die Sprache so entstellen muss, ist weit von der Lösung echter Geschlechterprobleme entfernt”. Nach Ansicht seines Vorsitzenden Walter Krämer sei Deutsch bereits geschlechtergerecht, das biologische und grammatikalische Geschlecht stünden in keinem Zusammenhang. Und: „Wer so etwas glaubt, sollte sich mit der deutschen Sprache und Grammatik beschäftigen”, zitiert die Junge Freiheit den obersten Sprachschützer.

Dass ausgerechnet ein Justizministerium sich über „Regeln der amtlichen Rechtschreibung hinwegsetzt”, hält Krämer für ein „starkes Stück”. Dabei müsse gerade ein solches Ressort wissen, „dass man sich Regelungen nicht zurechtbiegen kann, wen sie einem nicht gefallen”. Bislang führte der Freistaat Sachsen in Gesetzestexten das sogenannte generische Maskulinum, Frauen waren mitgemeint.

Junge Freiheit startete Petition gegen „Gender-Sprech”

Mit der verstärkten Berichterstattung über Stimmen, welche sich gegen Gendersprache aussprechen, will die Junge Freiheit als Wochenzeitung auch eine eigene Petition in diese Richtung bewerben. Wie die Tagesstimme in der Vorwoche berichtete, sehen die Initiatoren im ‚Gender-Sprech’ eine „Gefahr für die deutsche Sprache”, alles im Sinne eines „ideologischen Umerziehungsauftrags”. Man richtete sich damit an öffentlich-rechtliche Redaktionen, Kirchen, Bildungseinrichtungen und Behörden.

All diese Einrichtungen sollen nach Ansicht der Petenten „zum altbewährten Deutsch zurückkehren”. Bis Mittwochnachmittag waren beinahe 15.000 Bürger dem Aufruf gefolgt und unterzeichneten den Appell gegen die umstrittenen, vermeintlich geschlechtergerechten Sprachvarianten.


Weiterlesen:

Junge Freiheit startet Petition gegen Gender-Sprache (04.07.2020)


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Gesellschaft

Spotify löscht alle Lieder des rechten Rappers Chris Ares

Stefan Juritz

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Die Streaming-Plattform Spotify beugt sich dem Druck von Antifa und Medien.

Vor wenigen Tagen erschien das erste Album des patriotischen Rappers Chris Ares, mit dem er auch umgehend auf Platz drei der iTunes-Albumcharts einstieg (Die Tagesstimme berichtete). Neben iTunes konnte man das Album „Ares” auch auf der Streaming-Plattform Spotify hören. Doch damit ist nun vorerst Schluss. Das schwedische Unternehmen löschte am Montag alle Lieder des Rappers.

Antifa und Medien

Zuvor hatten Antifa-Aktivisten und Linke auf Twitter eine Kampagne gestartet, damit Spotify die Musik von Chris Ares von der Seite nimmt. Auch die Bild-Zeitung skandalisierte diesen Umstand. „Spotify hat ein Nazi-Problem”, lautete der wenig subtile Angriff der Zeitung.

Doch Chris Ares hat nicht nur Probleme mit dem Spotify. Nur einen Tag vor Erscheinen des Albums hatte Amazon mitgeteilt, die neue CD doch nicht zu vertreiben. Mittlerweile hat der US-Konzern alle Produkte des Rappers aus dem Sortiment gestrichen.


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