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Kultur

Prophet der Gelbwesten? Neuer Roman von Michel Houellebecq

Redaktion

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Im Bild: Michel Houellebecq // Stefán Bianka [CC BY-SA 4.0], from Wikimedia Commons

Heute erscheint der neue Roman „Serotonin“ des umstrittenen französischen Schriftstellers Michel Houellebecq. Bereits vor Veröffentlichung gerät das Feuilleton in Unruhe, es erwarte uns ein Buch, das die Gelbwesten prophezeit haben soll.

Michael Houellebecq ist dafür bekannt, kontroverse und polarisierende Bücher zum richtigen Zeitpunkt zu veröffentlichen. Heute vor genau vier Jahren erschien der Roman „Unterwerfung“, der das Szenario einer islamischen Republik in Frankreich entwirft, die die laizistische Verfassung Frankreichs überwindet. Am selbigen Tag fand auch der Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo statt, das Houellebecq sein Titelbild gewidmet hatte. Houllebecq wurde dafür ein unvergleichliches Gespür für die Zeichen unserer Zeit attestiert.

Sprachrohr des peripheren Frankreichs?

Im Zentrum von „Sorotonin“ steht ein alter, frustrierter und depressiver Mann der mitten in einer tiefen Lebenskrise steckt. Eine solche Figur kennt man bereits aus Houellebcqs Debutroman „Ausweitung der Kampfzone“ aus dem Jahr 1994. Typisch für Houellebecq ist, dass die Krise, die die verschiedenen Individuen erfasst, nicht individuell‐psychologische Gründe hat, sondern Konsequenz der modernen, entwurzelten Lebensweise ist.

Zugleich konfrontiert uns „Sorotonin“ mit dem peripheren, ländlichen Frankreich, in das der Protagonist flieht. Seine Abneigung trifft Homosexuelle ebenso, wie von der EU verordnete Tempolimits. Das ist typisch, denn diese Motive sind von Houellebecq durchaus bekannt.  Letztlich radikalisiert sich der Protagonist aber auch politisch, was als die Folge der politischen Misere im ländlichen Frankreich zu verstehen ist. Hier lässt sich also durchaus eine Parallele zu den Gelbwesten ziehen.

 „Donald Trump der Literatur“

Die Rezensionen in den Feuilletons fallen erwartungsgemäß scharf aus. In der NZZ heißt es „Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq ist für die Literatur, was Donald Trump für die Politik ist.“ Die taz hingegen meint, man könne in dem Protagonisten des Romans sowohl einen „Feministen“, als auch einen „Sexisten“ sehen. Der Rezensent der Süddeutschen warnt hingegen davor, in die „Falle der Empörung“ zu tappen, die Houellebecq aufgestellt habe. Wie weit die Deutungen auseinandergehen, zeigt bereits, welche politische Sprengkraft der Roman mitbringt.

Houellebecq und seinem Verlag ist also definitiv gelungen, das Buch medial optimal zu inszenieren und bereits vor dem Erscheinungsdatum eine politische Debatte loszutreten. Auch wenn „Sorotonin“ mit keiner großen Überraschung aufwartet, so ist davon auszugehen, dass die Diskussionen um das Buch noch weiter anhalten werden.

Michel Houellebecq, Sorotonin, DuMont 2019. 336 Seiten, 24,00€.

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Kultur

Werner Olles zeigt „Grenzgänger des Geistes” im Porträt

Redaktion

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ASDF Symbolbild. Hintergrund Bibliothek (CC0) / Buch: privat / Collage: Die Tagesstimme

Unter dem Buchtitel „Grenzgänger des Geistes – Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20.Jahrhunderts“ versammelt der Autor Werner Olles in 66 Beiträgen 68 Kurzbiografien.

In der kurzen Einleitung betont der Autor, dass die Auswahl der Schriftsteller bewusst auf subjektiven Gründen beruht und eine große Vielfalt gegeben ist. So reicht die Auswahl vom Nationalbolschewisten Ernst Niekisch über den antibürgerlichen „Kirchenvater“ Léon Bloy oder den Dadaisten Johannes Theodor Baargeld bis zum Pazifisten Erich Kästner.

Nonkonformisten gegen das System

Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf „den linken Leuten von rechts“ und auf Autoren, die zum Katholizismus konvertiert sind. Die große Gemeinsamkeit aller Autoren findet sich jedoch in ihrem Nonkonformismus und Widerstand gegen das jeweils herrschende System.

Die Beiträge sind in den Jahren 1993 bis 2018 entstanden und wurden größtenteils in der Junge Freiheit veröffentlicht. Weiter Publikationsorte waren die sedisvakantistische römisch‐katholische Zeitschrift Einsicht, die Wochenzeitung Zur Zeit und die mittlerweile eingestellten Zeitschriften Criticón und Gegengift. Es handelt sich somit um einen Sammelband bereits zuvor publizierter, wenn auch überarbeiteter Artikel.

Kurze Porträts

Die Porträtbeiträge sind mit durchschnittlich vier Seiten sehr kurz gehalten und bieten in ihrer essayistischen Form nur einen ersten Einblick in Leben und Werk der Schriftsteller. Werner Olles hat bewusst auf einen lexikalischen Charakter verzichtet und erhebt auch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Es geht ihm in erster Linie „um die Verteidigung von Idealen, Überzeugungen, Ideen, Werten und Träumen.“

Das Buch ist im Mai 2019 im Bublies‐Verlag erschienen und kann hier für 19,80 Euro bestellt werden: „Grenzgänger des Geistes. Vergessene, verkannte und verfemte Schriftsteller des 20. Jahrhunderts” (Werner Olles)

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Kultur

Zur Tyrannei der Werte”: Eberhard Straub spricht in Marburg

Stefan Juritz

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ASDF Eberhard Straub bei einem Vortrag. © Simon Kaupert

Eberhard Straub und der Jungeuropa Verlag setzen am Wochenende ihre Lesereise in Marburg fort.

Marburg (Lahn). – Am kommenden Samstagabend veranstaltet der Jungeuropa Verlag einen Vortragsabend mit Eberhard Straub. Der Historiker und langjährige FAZ‐Redakteur wird in der Villa der Marburger Burschenschaft Germania über sein neu aufgelegten Buch „Zur Tyrannei der Werte” sprechen.

Mit dem Wert beginnt die Herrschaft der Moral”

Eberhard Straub wird in Marburg zu einem Thema referieren, das angesichts der Ausfälle von Peter Tauber, Katrin Göring‐Eckardt und der generellen Instrumentalisierung des Mordes an Walter Lübcke aktueller kaum sein könnte: die ‚Tyrannei der Werte’ und die Herrschaft der Moralisten. Das Wörtchen ‚Wert’ hat dabei nicht nur Konjunktur, es ist die inflationär genutzte Waffe der Etablierten zur Erhaltung der eigenen Macht. Mit dem Wert beginnt die Herrschaft der Moral”, heißt es im Veranstaltungshinweis des Jungeuropa Verlags.

Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr in der Lutherstraße 3, 35037 Marburg (Lahn). Anmelden kann man sich mit vollständigem Namen unter [email protected] Der Eintritt ist frei.

Dritte Station der Lesereise

Der Vortrag in Marburg ist die nun dritte Station der Lesereise. Davor sprach Straub bereits in Berlin und Dresden. Doch noch ist die Veranstaltungsreihe nicht vorbei. Wie die Tagesstimme erfuhr, können sich Veranstalter – auch aus Österreich -, die einen Vortrag mit Eberhard Straub organisieren wollen, beim Jungeuropa Verlag melden.

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Kultur

Neue „Herr der Ringe”-Serie soll „Game Of Thrones” übertreffen

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild "Der Herr der Ringe" (CC0)

Die erste Staffel der „Herr der Ringe”-Vorgeschichte wird voraussichtlich im Jahr 2021 starten.

Amazon Prime will eine eigene Serie produzieren, die es mit dem Fantasy‐Epos „Game Of Thrones” aufnehmen oder diesen gar übertreffen kann. Insgesamt 250 Million Dollar hat der US‐Konzern deshalb für die Rechte an der neuen „Herr der Ringe”-Serie auf den Tisch gelegt. Der größte Konkurrent Netflix hatte das Nachsehen.

Aufstieg und Fall Saurons

Geplant sind laut Medienberichten fünf Staffeln aus der Fantasywelt von J.R.R. Tolkien. Die Dreharbeiten müssen laut Focus-Bericht spätestens Ende November 2019 beginnen, ansonsten verliere Amazon die Rechte an der Serie wieder. Die erste Staffel wird voraussichtlich im Jahr 2021 starten.

Die Handlung der Serie spielt im Zweiten Zeitalter – also noch vor der „Herr der Ringe”-Trilogie und dem „Hobbit”. Genaue Details zum Inhalt sind aber noch kaum bekannt. Jedoch behandelt das Zweite Zeitalter in Tolkiens Werk den Aufstieg und Fall des Dunklen Herrschers Sauron.

Prime heizt Spekulationen an

Auf dem Twitter‐Profil „The Lord of the Rings on Prime” veröffentlichen die Macher nach und nach neue Details und heizen damit die Spekulationen weiter an. So ist etwa auf der letzten veröffentlichten Landkarte die Insel Númenor, die zwischen Mittelerde und den Unsterblichen Landen lag, neu aufgetaucht – ein Zeichen dafür, dass das Inselreich in der Serie vorkommen wird.

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