Kultur Welt

Riesige Kathedrale für christliche Minderheit nahe Kairo eröffnet

Bild: Der ägyptische Präsidet Abdel Fattah al-Sisi / Bundesministerium für Europa, Integration und Äusseres [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

In Ägypten kommt es seit Jahren immer wieder zu islamistischen Anschlägen auf koptische Gemeinschaften. Für die christliche Minderheit wurde nun rund 45 Kilometer von Kairo die „Christi Geburt” Kathedrale eröffnet.

Vatikanstadt/Kairo. Gestern hat Ägyptens Präsident Abdel Fattah al‐Sisi eine neue riesige Kathedrale für die christliche Minderheit im Land eröffnet. Dort sollen nach Abschluss der letzten Bauarbeiten mehr als 8.000 Gläubige Platz finden. Im Nahen Osten wäre sie damit die größte Kirche. Zur Einweihung der neuen koptisch‐orthodoxen Kathedrale sendete das katholische Kirchenoberhaupt Papst Franziskus am Sonntag eine Videobotschaft. „Mit Freude grüße ich euch zu der freudigen Gelegenheit der Einweihung der neuen Kathedrale Christi Geburt, die in der neuen Verwaltungshauptstadt erbaut worden ist”. Von der neuen Kathedrale möge ein Friedenssegen für alle Menschen ausgehen, so Franziskus.

Ägyptens Präsident sichert Solidarität zu

Auch US‐Präsident Donald Trump äußerte sich zur Eröffnung der neuen Kathedrale und schrieb auf Twitter: „Präsident Al‐Sisi bewegt sein Land in eine inklusivere Zukunft.“ Der ägyptische Staatschef sagte in einer kurzen Weihnachtsansprache vor der Messe, diese neue Kathedrale sei „eine Botschaft an die Welt, eine Botschaft des Friedens und eine Botschaft der Liebe”. Weiters wünschte er den Kopten frohe Weihnachten und sicherte ihnen seine Solidarität zu: „Ihr seid unsere Familie, Ihr gehört zu uns, wir sind eins und niemand wird uns auseinander bringen“, versicherte al‐Sisi. Seine Regierung werde die Dschihadisten, die immer wieder auch Anschläge auf Ägyptens christliche Minderheit begehen, besiegen.

Kopten nach wie vor benachteiligt

Aus Angst vor Terroranschlägen hat Ägyptens Regierung zum koptischen Weihnachtsfest die Sicherheitsmaßnahmen für Kirchen massiv verschärft, wie der ORF berichtet. Mit 10 Prozent Bevölkerungsanteil stellen die Kopten die größte religiöse Minderheit in Ägypten dar. Immer wieder wird ihre Gemeinschaft Ziel blutiger Anschläge durch Islamisten. Seit 2016 wurden bei zahlreichen Anschlägen mehr als Hundert Menschen getötet.

Trotz des neuen Symbols für religiöse Toleranze sehen Experten in Ägypten tiefgreifende Probleme für die Freiheit der Millionen Kopten. So gebe es weiterhin Benachteiligungen der Gläubigen durch den Sicherheitsapparat und ungesetzliche Kirchenschließungen, schrieb das „Project on Middle East Democracy“ (Pomed) im Dezember.

1 Kommentar

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  • Seltsam, für die Christen im Nahen Osten wird anscheinend nur etwas von angeblichen oder tatsächlichen Diktatoren getan. Abgesehen natürlich von den Golfstaaten und der Türkei Erdogans.

    In Syrien, Lybien, dem Irak waren Christen unter der Diktatur aber sicherer als heute.
    Wären sie es im Ägypten der Moslembrüder auch? Wohl kaum. Aber protestieren konnte der Westen gar nicht genug gegen die Entfernung dieser – leider gewählten – mittelalterlichen Clique.

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