Gesellschaft

Attentat auf Politiker: Bremer AfD‐Chef Magnitz krankenhausreif geprügelt

Symbolbild Rettungswagen: Pixabay [CC0] / Bild Magnitz: Facebook-Seite Frank Magnitz / Collage: Die Tagesstimme.

Am Montag ereignete sich in der Hansestadt Bremen eine unfassbare Szene: Unbekannte Vermummte attackierten Frank Magnitz, einen Bundestagsabgeordneten der Alternative für Deutschland (AfD), und verletzten diesen dabei schwer. 

Bremen. – Der sechsfache Familienvater und Sprecher der bremischen AfD‐Landespartei, Frank Magnitz, verließ gerade den Neujahrsempfang des Weser‐Kuriers im Theater am Goetheplatz. Wie die Partei in einer Aussendung kommunizierte, lauerten drei vermummte Personen diesem offenbar auf und prügelten mehrmals mit einem Kantholz auf den Kopf. Nicht einmal, als der 65‐Jährige bereits am Boden liegt, lassen die Angreifer von ihm ab, so die Partei. Die Behörden gehen von einer politischen Tat aus.

AfD: „Schwarzer Tag für Demokratie”

Angaben der Partei zufolge habe Magnitz sein Leben nur dem „couragierten Eingriff” eines Bauarbeiters zu verdanken. Der Angriff auf ihren Mandatar stelle einen „schwarzen Tag für die Demokratie in Deutschland” dar. Ihrer Ansicht nach würden nicht die Linkspartei, sondern auch SPD und Grüne die „Antifa und ihre Angriffe” unterstützen. Deshalb möchte man die Reaktion der Politiker anderer Fraktionen in den kommenden Tagen „genau beobachten”.

Ihrem Communique fügte die AfD Bremen auf Facebook auch ein Foto von Magnitz’ Krankenhausbett bei. Dieses zeigt das wüst zugerichtete Gesicht des Unternehmers und patriotischen Politikers. Man weist weiters auf den polizeilichen Zeugenaufruf hin:

Wirbel um Reaktion von Ex‐Grünen‐Chef

Eine erste solche Reaktion kam vom früheren Grünen‐Bundesvorsitzenden Cem Özdemir. Dieser schrieb auf Twitter, es gäbe „auch gegenüber der AfD […] keinerlei Rechtfertigung für Gewalt”. Weil er diesem Statement allerdings auch ein Plädoyer für eine rechtsstaatliche Bekämpfung der AfD mitgab, sorgte die Wortmeldung für helle Aufregung in sozialen Medien. Gerade seine Feststellung, wer „Hass mit Hass” bekämpfe, ließe den „Hass gewinnen” sorgte für Kopfschütteln. Zahlreiche Kommentatoren wollten darin eine Relativierung der Schwer der Tat erkennen.

Beispiellose Gewaltwelle gegen AfD‐Politiker

Der schockierende Vorfall ereignete sich weniger als eine Woche nach dem Bombenanschlag auf ein Bürgerbüro der AfD im sächsischen Döbeln – Die Tagesstimme berichtete. Bereits in den Vormonaten häuften sich die Angriffe auf Vertreter der Partei. Während sich die meisten der Attacken vor allem gegen das Privateigentum von AfD‐Mitgliedern oder Veranstaltungsorte der Partei richtete, ist auch körperliche Gewalt kein Neuland.

Im September kam es zu einem veritablen Wochenende der Gewalt mit insgesamt fünf Angriffen gegen Politiker und Infoveranstaltungen der Partei. Auch einer dieser Angriffe endete mit einem Krankenhausaufenthalt eines Bundestagsabgeordneten. Damals war der mittlerweile aufgrund inhaltlicher Differenzen aus der Fraktion und Partei ausgeschiedene Uwe Kamann der Leidtragende einer physischen Attacke durch mutmaßliche Linksextremisten.


Weiterlesen (Auswahl):

Gewalt gegen Patrioten eskaliert: Bombenanschlag auf AfD‐Büro in Döbeln (4.1.2019)

Vor Kreisparteitag der Leipziger AfD: Anschlag auf Gasthof (10.11.2018)

Wochenende der Gewalt: Mehrere Angriffe auf AfD‐Politiker (10.9.2018)

Einschusslöcher: Mutmaßlicher Anschlag auf AfD‐Wahlkreisbüro in Magdeburg (18.6.2018)

2 Kommentare

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  • Ich erlebe diesen Hass von linker Seite bei Diskussionen um politische Themen. An sich harmlose Hausfrauen mutieren zum Ausgrenzungs‐ und Diskriminierungsmonster. Es wird der Eindruck vermittelt, dass nicht‐Linke, Menschen niederer Kategorie sind, die man mit allen Mitteln, (auch mit Kanthölzern) bekämpfen müsse. Dabei wird der Eindruck vermittelt, dieser Kampf wäre etwas Ehrenhaftes und es ginge um eine gute Sache.
    Gerade die, die Demokratie für sich einfordern, handeln somit zutiefst undemokratisch. Das sollte klar artikuliert werden. Schon bei beginnenden Ausgrenzungen Anderdenkender ist obacht geboten, und sollte aufmerksam gemacht werden, dass es so etwas in einer Demokartie nicht geben darf. NIEMAND darf wegen seiner Meinung bestraft, benachteiligt oder sonst wie sanktioniert werden.

  • Es gehört schon sehr viel dazu, so zu dritt auf einen 64‐Jährigen Familienvater loszugehen und ihn so zuzurichten. Das Wort „verprügeln” ist da viel zu schwach. Das zeigt schon klar auf, um was für Gemüter es sich bei diesen Exemplaren der „Verteidiger der Demokratie” handelt.
    Diese Extremisten schlagen zu für Shareholder Value, sie sind aber zu dumm um das zu verstehen.

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