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Kardinal Marx kritisiert Begriff „christliches Abendland“

Der Kardinal, der vor einigen Monaten mit einer Spende in Höhe von 50.000 Euro an eine Mittelmeer-NGO für Aufregung sorgte, kritisiert aktuell den Begriff „christliches Abendland“. Dieser sei „vor allem ausgrenzend“.

2 Minuten Lesezeit
<p>Bild: Kardinal Reinhard Marx / Botulph [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Reinhard_kardinal_marx.jpg">von Wikimedia Commons</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Kardinal Reinhard Marx / Botulph [CC BY-SA 3.0], von Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Berlin. Kardinal Reinhard Marx hat sich in einer Rede gegen den Begriff „christliches Abendland“ gewandt. „Davon halte ich nicht viel, weil der Begriff vor allem ausgrenzend ist“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz laut der Nachrichtenagentur KNA am Donnerstagabend in Berlin. Der Begriff verkenne die „große Herausforderung, in Europa dafür zu sorgen, dass verschiedene Religionen mit jeweils eigenen Wahrheitsansprüchen friedlich zusammenleben“, betonte Marx bei einer Diskussion mit dem Publizisten Michel Friedman im Theater „Berliner Ensemble“. Ein friedliches Europa sei kein Selbstläufer.

„Instrumentalisierung“ der Religion

Weiters kritisierte Marx eine angeblich weltweite „Instrumentalisierung“ der Religion. „Das beunruhigt mich sehr“, sagte der Erzbischof von München und Freising. Er hoffe, dass Juden, Christen und Muslime so stark seien, dass sie ihren Glauben an einen Gott nicht missbrauchen lassen. Jede Religionsgemeinschaft müsse bereit sein, sich kritisieren lassen, sofern dies „auf einem vernünftigen Niveau“ geschehe. „Sonst führt der Glaube in Fundamentalismus, Dogmatismus und Enge.“ Der Kardinal räumte ein, dass auch die katholische Kirche eine „stärkere Machtkontrolle“ brauche. Für ein „faszinierendes, aber auch schwieriges Gebilde wie die Weltkirche“ sei dies aber nicht einfach. Die gegenwärtigen Spannungen in der Kirche seien in dieser Frage „wie Gärungsprozesse“, die Weichen für die kommenden Jahrhunderte stellten. Sie seien zugleich aber auch „große Chancen“.

50.000 Euro-Spende an „Mission Lifeline“

Bereits vor einigen Monaten sorgte Kardinal Marx für Schlagzeilen. Damals stellte er 50.000 Euro aus Mitteln seiner Erzdiözese für die Dresdner „Mission Lifeline“ zur Verfügung. Kritik kam dann vor allem vom kirchenpolitischen Sprecher der AfD, Volker Münz (Die Tagesstimme berichtete). Er bezeichnete eine derartige Verwendung der Kirchensteuer etwa als „Unding”.

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