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Gesellschaft

Aktion an „taz”-Gebäude: Identitäre widersprechen medialer Darstellung

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Bild: Identitäre Bewegung Deutschland via Twitter (geringfügige Bearbeitung)

Die Identitäre Bewegung Deutschland fuhr am Montag in mehreren deutschen Städten eine Aktion mit dem Namen „Schreibtischtäter benennen”. Dafür plakatierten Sie an Redaktionsgebäuden und Parteizentralen. Ein Zwischenfall bei der Aktion in Berlin sorgt nun für Diskussionen.

Berlin. – Das Ziel der Aktion war nach Aussagen der Aktivisten „linke Gewalt symbolisch darzustellen”. Dafür brachten sie Plakate, darunter solche mit dem Konterfei des kürzlich durch einen mutmaßlich linksextremen Angriff schwer verletzten Bremer AfD‐Landeschefs Frank Magnitz, an Fassaden an und deponierten mehrere typische Utensilien der linksautonomen Szene vor den Gebäuden. Als sie um ca. 7:50 Uhr morgens am Neubaugebäude der linken taz in der Friedrichstraße ankommen, kommt es zu einer Auseinandersetzung mit einer Mitarbeiterin der Zeitung.

Wirbel um angeblichen Angriff auf taz-Mitarbeiterin

Diese entfernte die Materialien der Aktion und verwickelte zumindest einen Aktivisten in ein Handgemenge. Kurz darauf berichtete die taz, die Mitarbeiterin sei beim Versuch das Anbringen von Plakaten zu behindern, attackiert worden. Ein Aktivist habe sie „am Hals angegriffen”. Mehrere Medien wie die Welt und RBB griffen diese Meldung auf und berichteten über den Vorfall.

Die Behörden ermitteln aufgrund dieser Geschehnisse wegen gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruch. Außerdem steht der Verdacht eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz im Raum. Da die Polizei ein politisches Motiv für möglich hält, übernahm der Staatsschutz unterdessen die Ermittlungen gegen drei Verdächtige. In Frankfurt verhinderten Beamten eine ähnliche Plakataktion am Redaktionsgebäude der Frankfurter Rundschau.

Identitäre widersprechen medialer Darstellung

In einer Stellungnahme kritisierten die Identitären diese Darstellung. Die Presseorgane würden durch Missachtung des „Zwei Quellen”-Prinzips ihre eigenen Qualitätsstandards konterkarieren. Um die mediale Behandlung weiter zu widerlegen, teilten die Aktivisten auf Twitter einen Videomitschnitt des gesamten Vorfalls. Tatsächlich zeichnet dieser ein gänzlich anderes Bild der Geschehnisse.

Man sieht wie die taz-Mitarbeiterin in aggressiver Manier die Materialien beseitigt und möglicherweise dabei sogar eine Aktivistin bedrängt. Daraufhin schiebt ein männlicher Aktionsteilnehmer die Mitarbeiterin des Blattes weg – allerdings ohne sichtbaren Angriff im eigentlichen Sinn. Diese wiederum packt diesen daraufhin kräftig am Schal und schreit ihn unentwegt an. Nachdem sie noch einige weitere Materialien beseitigt, geht sie ins Gebäude.


Dennoch änderte sich die Berichterstattung in der Folge nur unmerklich – auch wenn die taz die Stelle des angeblichen körperlichen Angriffs änderte. Weiter war etwa in der FAZ die Rede davon, dass die Aktivisten das Redaktionsgebäude „attackiert” hätte.

SPD‐Fraktionschef: „Widerlich und kriminell”

Auch die Lokalpolitik reagierte mittlerweile auf die Aktion. Raed Saleh, der Berliner SPD‐Fraktionschef verurteilte der Jungen Freiheit die Aktion scharf. „Angriffe” auf politische und journalistische Einrichtungen durch eine „rechtsextreme Clique” seien „widerlich und kriminell”. Weiters würden derartige Aktionen eine „rote Linie” überschreiten, der Rechtstaat möge sich „mit allen Mitteln wehren”.

Auch der Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD) schlug ähnliche Töne an. Die Identitären würden seiner Ansicht nach ein Deutschland wollen, in dem „Freiheiten und Grundrechte nicht mehr gelten”. Deshalb müssten sich „Demokraten quer durch alle Parteien und gesellschaftlichen Gruppen” dem entgegenstellen. Anhand welcher Anhaltspunkte er die Aktionen der patriotischen Aktivisten dementsprechend interpretierte, ließ Müller allerdings nicht anklingen.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    DieParty

    14. Januar 2019 at 21:06

    Herrlich, wie sie vor Wut aufheulen, diese Heuchler. Wo kann man die Plakate runterladen? Jeder sollte die Möglichkeit haben, diese Aktion fortzusetzen.

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    14. Januar 2019 at 22:11

    Gut, dass vom Vorfall bei der taz ein Video existiert. Sonst würden die Lügen der gefühlt Anständigen wieder mal in den Himmel wachsen.

    Und was Berlins BM Müller betrifft: Der frühere Druckereibesitzer lässt sich in einer gepanzerten 325000€ teuren geleasten S‐Klasse fahren und schwärmt bei passender Gelegenheit immer so gern von der Tapferkeit der Berliner und ihrem Durchhaltewillen, sich nicht vom Terror unterkriegen zu lassen.

    Nachdem ich von 1943er alliierten Bombenangriffen an über die Sowjetblockade Westberlins mit Hungern und Frieren , Chrustchows Berlin Ultimatum und dem Mauerbau meines Ermessens lange genug durchhielt – mit kurzer Abwesenheit wegen der Bomben und dann folgender Vertreibung aus der schlesischen Heimat meiner Eltern – denke ich, genügend Durchhaltewillen bewiesen zu haben, um ehrlichen Herzens bereits vor Jahren nach Bayern zu emigrieren.

    In Berlin hat der Austausch der Bevölkerung insofern bereits stattgefunden, dass viele alte Westberliner nach der Wende ins Umland zogen. Mit den türkischen Gastarbeitern der 60er und späterer Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab es so gut wie keine ernsten Probleme.

    Die heutige Bevölkerungsstruktur sowie die damit verbundenen Veränderungen setze ich mal als bekannt voraus.

    Es kamen bis zur deutschen Einheit mehr und mehr Wehrdienstverweigerer in die Stadt (Viermächte‐Status), wodurch sich schnell ein linkes Umfeld, besonders an den Unis , bildete.

    Nun, da auch die ehemaligen Arbeiter‐ und Armeleute‐Viertel in West‐ und Ostberlin fest in der Hand der neuen Schickeria sind, mit zu zahlenden Mieten, die, hätte diese damals wer prophezeit, denjenigen Menschen mit Sicherheit in die Anstalt gebracht hätten, ist das nicht mehr meine Stadt. Lieber einen alten Baum verpflanzen als sich ständig über das aufzuregen, was um ihn herum heranwächst.

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Gesellschaft

Theaterverband erfand Meuthen‐Zitat

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Meuthen beim Bundesparteitag der AfD im Jahr 2017): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit der „dpa“ führte der Bühnenvereinspräsident ein Zitat an, welches angeblich von Jörg Meuthen (AfD) getätigt wurde. Nun stellte sich heraus, dass die Worte so nie benutzt wurden.

Berlin. – Trotz des falschen Zitats wurden die Leser zum Großteil nicht auf den Fehler hingewiesen.

Linksversiffter Kunstkadaver“

Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon gegenüber der „dpa“, dass die „Neue Rechte“ lediglich ein „Gesinnungstheater“ wünsche, welches ihren Idealen entspräche. So habe Jörg Meuthen beispielsweise die Worte „linksversiffter Kunstkadaver“ benutzt. Diese Wortwahl gleiche der der Nationalsozialisten und ähnele dem Propagandabegriff der „entarteten Kunst“.

Ein Pressesprecher der Alternative für Deutschland intervenierte damals und erklärte, dass das Zitat so nie getätigt wurde. 

Der Bühnenverein sagte daraufhin aus, Khuon habe sich „geirrt“.

Keine weitreichenden Richtigstellungen

Obwohl der Bühnenverein dem AfD‐Politiker mit dem falschen Zitat und dem daraus resultierenden Vorwurf, Meuthen würde dem Nationalsozialismus nahestehen, erheblich hätte schaden können, fand keine umfassende Richtigstellung statt.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ schickte zwar eine neue Fassung inklusive eines Korrekturhinweises an die Abonnenten und Kunden. 

Da allerdings nicht erwähnt wurde, dass ein inkorrektes Zitat gestrichen worden war, wurde zwar von den gängigen Medien die korrigierte Fassung übernommen, jedoch ohne den Hinweis, um welchen Fehler es sich handelte. 

Für den Leser war der Fehler also nicht ersichtlich. 

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Gesellschaft

Joachim Gauck fordert „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Joshua Hahn

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am

ASDF Bild (Ex-Bundespräsident Joachim Gauck):Tohma (Diskussion) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Ex‐Bundespräsident Joachim Gauck warnte in einem Interview mit dem „Spiegel“ vor dem Erstarken des Nationalismus. Trotzdem plädierte er für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“.

Berlin. – Gauck sprach sich außerdem gegen den laut ihm vorherrschenden „Antipluralismus“ aus.

Wir verlieren uns selbst“

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, sagte Gauck bereits in der Vergangenheit mehrmals, dass der Umgang mit der AfD nicht optimal gewesen sei. Es habe eine mediale Tendenz gegeben, „zu früh Stoppschilder zu setzen“. 

Zwar lehne er selbst die Positionen der Alternative vehement ab, trotzdem sei es ein Fehler, permanent „das Höllentor von Auschwitz“ ins Spiel zu bringen. 

In einem Interview kritisierte er nun erneut den Umgang mit dem rechts‐konservativen Lager. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“.

Regierung hat Themen nicht ausreichend versorgt“

Man müsse einräumen, dass die Regierung durchaus Versäumnisse bei bestimmten Themen zu verzeichnen habe. 

Gauck plädierte dafür, nicht jeden, der konservativ ist, „für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“. Generell solle es mehr Toleranz gegenüber dem rechten Lager geben.

Wie die „Zeit“ berichtet, erklärte Gauck jedoch im gleichen Interview, dass man ebenfalls lernen müsse, „mutiger intolerant zu sein“. Gegenüber Personen, welche das Gesetz missachten, dürfe keine falsche Toleranz gezeigt werden – egal, „ob sich diese politisch links oder rechts verorten oder dem islamischen Fundamentalismus angehören“.

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Gesellschaft

Abdullah‐Zentrum: Vertreter wirft Österreich „Heuchelei” vor

Monika Šimić

Veröffentlicht

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ASDF Bild: Das umstrittene König-Abdullah-Zentrum am Wiener Schottenring / Thomas Ledl [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Rabbiner David Rosen kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen.

Wien. Erst vor wenigen Tagen stimmten im Angesicht der Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien alle Parteien außer der ÖVP für einen Entschließungsantrag, das maßgeblich vom arabischen Staat finanzierte und umstrittene Internationale König Abdullah bin Abdulahziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien sperren zu lassen (Die Tagesstimme berichtete). Nun wirft der britische Rabbiner David Rosen Österreich „unglaubliche Heuchelei” vor.

Kontroversen rund um das Zentrum

Das KAICIID‐Direktoriumsmitglied kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen. Doch das KAICIID sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. FPÖ‐Chef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Freiheitlichen dem saudischen Zentrum stets „mit großer Skepsis” begegnet seien.

Das im Herbst 2012 von Saudi‐Arabien, Österreich und Spanien eröffnete Zentrum wird größtenteils von Riad mit rund 15 Millonen Euro pro Jahr finanziert.

Zentrum hat zur „Öffnung der Gesellschaft” beigetragen

Seit Jahren steht die Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien in der Kritik – und diente bereits in der Vergangenheit als Katapult für Diskussionen über das König‐Abdullah‐Zentrum. Vorwürfe, wonach das KAICIID sich nicht zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi‐Arabien äußere und von saudischem Geld abhängig sei, wies der britische Rabbiner zurück. Man habe von den Gründungsstaaten nicht den Auftrag bekommen, sich zu politischen Fragen zu äußern, verteidigte sich Rosen. Das KAICIID habe seiner Ansicht nach zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi‐Arabien beigetragen.

Österreich keinen „Gefallen” tun

Mittlerweile zweifelt Rosen die Entscheidung, die internationale Organisation in Wien anzusiedeln, an. Er sprach sich für eine Umsiedelung etwa nach Spanien oder Saudi‐Arabien aus: „Wenn Österreich den Wert des Zentrums nicht erkennt, sollten wir dem Land nicht auch noch den Gefallen tun, zu bleiben”, so Rosen. Diese Entscheidung obliegt jedoch den Gründungsstaaten.

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