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Meinung

Verfassungsschutz: Diese drei Fehler muss die AfD nun vermeiden

Julian Schernthaner

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Die beiden Fraktionsvorsitzenden der AfD im 19. Bundestag: Alice Weidel (li.) und Alexander Gauland (re.). Bild (Bundesparteitag 2017): Olaf Konsinsky / kosinsky.eu via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten)

Am Dienstag zückte das Establishment seine letzte große Waffe gegen die einzige ernsthafte Oppositionspartei im Land. Die Erklärung der AfD zum ‚Prüffall’ durch den Verfassungsschutz ist ebenso unfassbar, wie sie absehbar war. Wenn sie geschickt agiert, kann sie dieses Mittel der Repression allerdings sogar für sich nützen. 

Kommentar von Julian Schernthaner

Vor wenigen Tagen entschied das an seiner Spitze umgestaltete Bundesamt für Verfassungsschutz, einen näheren Blick auf die patriotische AfD zu werfen. Teilorganisationen der Partei, insbesondere deren Jugendgruppe, werden sogar zum sogenannten ‚Verdachtsfall’ – das heißt, sogar der Einsatz einzelner nachrichtendienstlicher Mittel ist möglich. Will die Partei dieses offensichtlich politische Manöver möglichst unbeschadet überstehen, muss sie Vorsicht walten lassen – und bestimmte Spielregeln befolgen.

Vorsicht vor der Republikaner‐Falle!

Nicht zum ersten Mal versucht das Establishment, eine aussichtsreiche patriotische Jungpartei durch das Damoklesschwert einer Beobachtung auszuschalten. In den 80ern tauchte mit den Republikanern wie aus dem Nichts rechts der Union eine dynamische Partei ohne den Makel rechtsextremer Umtriebe auf. Bei Europawahlen sowie ersten Landtagswahlen erzielten sie einige Achtungserfolge – eine Revolution des politischen Spektrums war absehbar.

Dann drohten die Altparteien mit dem Verfassungsschutz. Bereits damals gewannen neutrale Beobachter den Eindruck, es stünden nicht tatsächlich verfassungsfeindliche Bestrebungen, sondern Wahlerfolge Pate. In der Hoffnung, diese abwenden zu können, brachen schwere Richtungsstreitigkeiten aus. Ein Ruck in die Mitte vergraulte rechts‐konservative Kräfte. Als die Beobachtung dennoch eintrat, bekamen die ‚Gemäßigten’ das Unterwasser. Übrig blieben unerfahrene Funktionäre, einige Radikalinskis, eine beschädigte Glaubwürdigkeit – Wahlerfolge blieben daraufhin aus.

Erstens: Kein Reinfall auf Bonbons

Keinesfalls darf die AfD also denselben Fehler nachmachen und hoffen, durch einen Ruck in die weit nach links verschobene ‚Mitte’ irgendwelche Bonuspunkte sammeln zu können. Selbst wenn Altparteien mit Bonbons in angeblicher Aussicht einer ausbleibenden Beobachtung locken sollten – dies geschähe nur mit politischem Kalkül. Beteiligungen an Koalitionen wären weiterhin tabu, dafür stünden interne Spaltungen wohl an der Tagesordnung.

Viel gewichtiger wäre allerdings, dass der Souverän dies nicht goutieren würde. Die Menschen erwarten sich eine echte, patriotische Alternative – keine Kohl‐CDU, keine bundesweite CSU und keinen nationalliberalen FDP‐Flügel. Wenn der politische Gegner die Maßstäbe nach Belieben verschieben und Fürsprecher nach Gutdünken abservieren kann, hilft einzig inhaltliche Treue. Übrigens: Auch in der Linken stehen zahlreiche Teilorganisationen weiterhin im Fokus des Verfassungsschutzes – und diese gilt vielfach sogar als koalitionsfähig.

Zweitens: Radikalisierung wäre Todesurteil

Auch aus diesem Grund darf sie allerdings keinesfalls nach dem Prinzip des ruinierten Rufes vorgehen. Denn sobald beobachtete Teilorganisationen für die Gesamtausrichtung maßgeblich sind, könnte es problematisch werden. Genau hier liegt der Unterschied zwischen der kaum wirksamen Beobachtung des Linken‐Umfelds und dem sehr wirksamen KPD‐Verbot. Eine Radikalisierung würde die Vorwürfe bestätigen – ein gefundenes Fressen für linke Experten und Politiker, um die wirklich repressiven Hämmer auszupacken und den tatsächlichen Untergang einzufädeln.

Die Partei braucht klare rote Linien – und muss konsequent gegen deren Übertretung vorgehen. Alleine schon der Versuch eines Parteiausschlusses negiert eine Billigung solcher Auswüchse. Entsprechende Abweichler gereichen danach mit rechtsstaatlichen Mitteln kaum zum Vorwurf. Zum Segen könnte hier sogar die Poggenburg‐Abspaltung werden. Denn die Kernpartei könnte Wackelkandidaten ohne inhaltliche Gedankenakrobatik in diese Richtung ‚abschieben’. Diese wiederum könnte Überresten altrechter Parteien in den neuen Bundesländern das Wählerpotential abgraben – und bei Einzug in Landesparlamente trotzdem als Verbündeter agieren.

Drittens: Das Volk mag keine Streithähne

Freilich wird all dies nicht einfach – und insbesondere die mögliche Verbauung einer Beamtenlaufbahn für AfD‐Mitglieder könnte Bessergestellte abschrecken. Insbesondere im Lager ehemaliger CDU‐Funktionäre und deren Wähler könnte dies einigen Unmut hervorrufen. Eigentlich zu vermeidende Grabenkämpfe sind im Tagesgeschäft also vorprogrammiert. Allerdings braucht die AfD einige Besonnenheit und muss diese, wenn nötig, hinter verschlossenen Türen austragen. Nach außen hin gilt hingegen das Gebot, Geschlossenheit zu demonstrieren.

Denn linksgerichtete Schreibstuben – also die Mehrheit der Medienlandschaft – geiern nur auf solche Gelegenheiten. Eine Geschichte, welche neben guten Verkaufszahlen noch einen politischen Zweck erfüllt, ist schnell auf allen Titelseiten. Und wenn der Souverän etwas noch mehr verabscheut als Wendehälse, dann sind es Streithähne. Die Geschichte ist voll von visionären Wahlprogrammen, die aufgrund öffentlicher Streitigkeiten zur Dezimierung an der Urne führten. Die mediale Deutungshoheit hingegen würde es als vermeintlich klare Absage an die AfD‐Forderungen einordnen.

Ernst nehmen – aber nicht verbiegen

Die AfD darf die Bestrebungen des Verfassungsschutzes also keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen – sich aber ebenso wenig ins Bockshorn jagen lassen. Denn am Weg zur Volkspartei hilft eben nur inhaltliche Treue und Besonnenheit. Je lächerlicher die Anschuldigungen, je offensichtlicher die Lügengeschichten, desto wahrscheinlicher die Empörung und Solidarisierung der Bürger. Und je aufrichtiger und unbeugsamer, desto größer deren Anerkennung.

Auch die Hauptakteure der linken 68er‐Bewegung standen einst unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Etablierte Medien verunglimpften und verleumdeten die demonstrierenden Studenten mitunter recht grob. Die Inhaber der damaligen politischen Hegemonie erließen sogar Notstandsgesetze, die teilweise bis heute gelten. Aber durch Befolgung einfacher Spielregeln gelang ihnen später der Marsch durch die Institutionen. Heute sitzen ihre geistigen Erben an den wichtigsten Schalthebeln der Republik und bestimmen den Zeitgeist.

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Meinung

Kolumne: Heiko Maas und der Terrorismus von rechts

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Heiko Maas): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Vor dem Hintergrund des Mordes am CDU‐Politiker Walter Lübcke verfasste Heiko Maas einen Gastbeitrag bei der „Bild“ (Die Tagesstimme berichtete). Es folgen einige Betrachtungen zu den Ausführungen des Außenministers.

Kommentar von Joshua Hahn.

Maas eröffnete seinen Aufsatz mit einem für ihn typischen Dritte‐Reich‐Vergleich, welcher der Thematik wohl zusätzlich Gewicht verleihen sollte. So würden nun, 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, Politiker wieder Opfer rechter Terroristen. Liest man die ersten Zeilen des Aufsatzes, scheint es, als wären Ermordungen von Politikern durch Rechtsextremisten an der Tagesordnung. In Wirklichkeit liegt die letzte derartige Tat drei Jahrzehnte zurück – und geht vielmehr aufs Konto der RAF.

Maas: „Deutschland hat ein Terrorproblem“

Deutschland, so Maas weiter, habe ein Terrorproblem. Worte, die man von deutschen Politikern vermisste, als beispielsweise 2016 12 Menschen am Breitscheidplatz ermordet wurden. Zu den Hochzeiten des IS‐Terrors in Europa gab es für die Bürger vor allem schlecht vorgetragene Floskeln. Von einem „Terrorproblem“ sprachen die wenigsten, und schon gar nicht ein Heiko Maas. 

Wenn der Außenminister erklärt, es gäbe 12.000 gewaltbereite Rechtsextremisten im Land, möchte man ihn fragen, ob es denn nicht auch hier deutlich wahrscheinlicher sei, beim Essen zu ersticken, als von einem Rechtsextremisten ermordet zu werden – dieser Vergleich wurde 2016 von der ARD in Bezug auf die vermeintlich übertriebene Angst vor islamistischen Terroranschlägen gezogen.

Hass und Hetze“ als Buzzwords

Der Grund für die laut Maas abnehmende Hemmschwelle für Gewalt seien „Hass und Hetze“. Was genau er darunter versteht, erklärt er zwar nicht, ich nehme jedoch an, dass er sich im Fall Lübcke vor allem auf die Kritik an einer seiner Aussagen bezieht. Lübcke erklärte nämlich einst gegenüber Asylkritikern:  „Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“

Dafür wurde er völlig zurecht kritisiert, unter anderem von Erika Steinbach, welcher deswegen von Tauber (CDU) auch kurzerhand eine Beihilfe zum Mord unterstellt wurde – durch eine angebliche „Enthemmung” der Sprache. Steinbach konterte: Für einen Kommentar sei derjenige verantwortlich, der ihn abgebe – nicht jener, welcher darauf reagiere. Die Wortmeldung Lübckes hält sie weiterhin für kritikwürdig.

Wöchentliche Protesttage für alle?

Als entschlossener Demokrat wolle Maas nun klare Grenzen ziehen. Damit bin ich grundsätzlich einverstanden, an Grenzen fehlt es Deutschland tatsächlich schon lange. 

Zum Schluss wird im Artikel neben den „Fridays for Future“ ein weiterer Demonstrationstag gefordert: Der „Donnerstag der Demokratie“. Nun – weil immer noch fünf Tage zum Demonstrieren übrig bleiben, könnte man ja vielleicht in diesem Sinne auch mal über einen „Dienstag für dichte Grenzen” nachdenken? 

Was Heiko Maas tut, ist übrigens genau das, was er jedem Kritiker der Masseneinwanderung unterstellt, wenn jener auf die täglichen Vergewaltigungen und anderen Gewaltverbrechen hinweist, welche mit ebenjener einhergehen: Er instrumentalisiert die Tat in seinem eigenen Interesse.

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Meinung

Wort zum Sonntag: Papst gegen Kommunismus und für die Seele der Völker

Gastautor

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ASDF Christoph Wagener [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Papst Franziskus hat in Rumänien sieben Bischöfe seliggesprochen, die unter dem linken Terrorregime den Märtyrertod fanden. Bei seinen Auftritten fand er klare Worte, verurteilte die Schrecken des Kommunismus und forderte dazu auf, die Seele der Völker zu stärken.

Kolumne von Raphanus

Linke Ideologie führt zu wirtschaftlicher Stagnation und zum Versiegen kreativer Kräfte, attestierte der Papst bei seinem Besuch in Rumänien, das noch immer mit den Folgen kommunistischer Herrschaft zu kämpfen hat. Die Seliggesprochenen haben gelitten und ihr Leben hingegeben, weil sie sich einem unfreien ideologischen System entgegengestellt und gegen die Unterdrückung des Kommunismus aufgetreten sind.

Linker Terror zwischen 1950 und 1964

Historikern zufolge wurden in Rumänien unter dem linken Terror zwischen 1950 und 1964 mehr als 2.000 Priester ins Gefängnis geworfen, wo auch Bischöfe unter nie geklärten Umständen gestorben sind. Insgesamt inhaftierten die linken Machthaber 600.000 Menschen, wovon knapp 100.000 in Arbeitslagern ums Leben gekommen sind.

In seiner Rede in Rumänien warnte der Papst auch vor neuen Ideologien, die auf subtile Weise Macht gewinnen und von reichen kulturellen und religiösen Überlieferungen entfremden wollen. Ideologien, die die menschliche Person, das Leben, die Ehe und Familie verachten und mit ihren entfremdeten Lebensentwürfen, die genauso atheistisch wie eh und je sind, vor allem unseren Jugendlichen und Kindern Schaden zufügen.

Seele des Volkes stärken

In herausfordernden Zeiten genüge es daher nicht nur Wirtschaftstheorien zu aktualisieren, sondern zusammen mit den materiellen Bedingungen muss auch die Seele des Volkes gefördert werden, so der Papst. All das was ein Volk voranschreiten lässt, das führe immer über die Rückkehr zur Seele des Volkes. Der Papst scheint damit auch die Kraft einer solidarischen und starken Gemeinschaft zu meinen, die vehement gegen falsche Propheten auftritt.

Die sieben seliggesprochenen Bischöfe sind jedenfalls eine brandaktuelle Mahnung an alle freiheitsliebenden und gläubigen Menschen.

Quelle: L’Osservatore Romano, 7. Juni 2019 / Nummer 23 und 14. Juni 2019 / Nummer 24

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Kultur

Rezension: „Die Neue Rechte” von Alexander Markovics

Tino Taffanek

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ASDF Foto: privat

In der 235‐bändigen Taschenbuchreihe der Österreichischen Landsmannschaft ist eine Ausgabe über die Neue Rechte von Alexander Markovics erschienen. Er beleuchtet Geschichte, Idelogie und Akteure dieser politischen Strömung. Kann die Einführung in die Thematik überzeugen?

Rezension von Tino Taffanek

In der Reihe Eckartschriften der Österreichischen Landsmannschaft, welche bisher 235 Bände umfasst, erschien zuletzt eine Ausgabe über die Neue Rechte. Autor dieser Ausgabe ist der Historiker Alexander Markovics, Mitbegründer und ehemaliges Mitglied der Identitären Bewegung Österreich und zeitweiliger Obmann derselben. Aktuell ist Markovics beim sogenannten Suworow Institut, einer bisher eher unbekannteren Organisation mit eurasischer Ausrichtung, tätig.

Das kompakte Taschenbuch gliedert sich in vier Abschnitte. Der erste Abschnitt ist ein kurzer Abriss der Vorgeschichte der Neuen Rechten. Die beiden umfangreichsten Abschnitte befassen sich mit Entwicklung und Ideologie der Neuen Rechten und geben einen Überblick über die verschiedenen Akteure, die ihr zugerechnet werden können. Schließlich folgt noch ein Fazit des Autors über die Neue Rechte und ihre Zukunft.

Absage an die „alte” Rechte

Als Anstoß für die Neue Rechte sieht Markovics die Gefängnisschrift des gegen Ende des Algerienkriegs inhaftierten Dominique Venner. In dieser rechnet Venner mit der „Alten Rechten“ ab und erteilt den damaligen Putsch‐ und Gewaltphantasien der Rechten eine klare Absage, um neue Wege zur „Macht im Staat“ zu finden. Damit liegt bereits im Wesenskern der Neuen Rechten ein Element vor, welches den häufigen Vorwürfen von Bürgerkriegsfantasien und dergleichen zuwiderläuft.

Die Neue Rechte in Frankreich

Der zweite Teil beginnt mit dem ersten tatsächlichen Akteur der Neuen Rechten: Alain de Benoist und der mit ihm verknüpften Organisation GRECE (aus dem Französischen: „Forschungs‐ und Studiengruppe für die europäische Zivilisation”). Hier wurden zahlreiche theoretische Grundlagen der Neuen Rechten ausgearbeitet, wie die Bezugnahme auf die Metapolitik, die Anerkennung von Vielfalt und die Ablehnung von Rassismus, Liberalismus und Egalitarismus. Auch der Dreiklang von Region, Nation und Europa (der sich übrigens auch in der Blattlinie der Tagesstimme wiederfindet) spielt eine zentrale Rolle.

Als nächstes widmet sich Markovics dem Einfluss der Konservativen Revolution und des Staatsrechtlers Carl Schmitt auf die Neue Rechte. Ob Schmitt selbst der Konservativen Revolution zugerechnet werden kann, ist zwar umstritten, aber sein Einfluss auf die Neue Rechte ist nicht zu leugnen. Da sich insbesondere auch Alain de Benoist mit Carl Schmitts „Land und Meer“ ausführlich beschäftigt hat, widmet Markovics dem Werk ebenfalls ein Kapitel. Es basiert auf einem Beitrag Markovics‘ für den Jungeuropa Verlag, der gleichsam als Leseprobe für das rezensierte Buch dienen kann.

Deutschland, Russland und die USA

Weiters wird die Geschichte der Neuen Rechten in Deutschland beleuchtet. Ausgehend von deren ersten Vertretern, über die Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) bis zum Bruch zwischen dem JF‐Gründer Dieter Stein und dem Verleger Götz Kubitschek. Nach einem kurzen Exkurs zum Islam widmet sich Markovics der Neuen Rechten in Russland und ihrem wichtigsten Vertreter Alexander Dugin. Dabei geht er vor allem auf Dugins Werk „Die vierte politische Theorie“ ein, die auch von Vertretern der deutschsprachigen Neuen Rechten rezipiert wurde.

Ausgehend von der Dissertation des Politikwissenschaftlers Tomislav Sunić, dem ersten englischsprachigen Übersichtswerk über die Neue Rechte, widmet sich Markovics einigen US‐amerikanischen Vertretern derselben bis hin zur „Alt‐Right”, die den Wahlkampf von Donald Trump maßgeblich beeinflusste. Über den Einfluss der Wahl von Trump zum Präsidenten der USA auf Europa wird der Bogen zurück in die „Alte Welt” gespannt.

Neue Rechte und Demokratie

Zu guter Letzt entkräftet der Autor den Vorwurf, die Neue Rechte sei grundsätzlich antidemokratisch. Hierzu werden Thesen des bereits erwähnten Alain de Benoist herangezogen, die zwar nicht repräsentativ für die gesamte Neue Rechte, aber äußerst einflussreich in derselben sind, und dem Vorwurf der Demokratiefeindlichkeit diametral gegenüberstehen.

Aktuelle Akteure und ein Blick in die Zukunft

Im dritten Teil des Buches findet sich ein Überblick über neurechte Autoren, deren Werke und Ideen, sowie über diverse neurechte Organisationen. Darunter befinden sich beispielsweise der Verleger Götz Kubitschek, die Identitäre Bewegung, aber auch zahlreiche medial weniger bekannte Akteure. Die Einordnung und Bewertung dieser Akteure gelingt nicht immer, und ist teilweise auch nicht nachvollziehbar. Als Übersicht ist dieses Kapitel aber durchaus geeignet.

Im letzten Teil sagt Markovics der Neuen Rechten als „Denkrichtung“ eine blühende Zukunft voraus. Sie habe sowohl auf die „soziale“ Frage als auch auf die „nationale“ Frage nach Identität und demographischer Entwicklung Antworten parat. Da weder der Liberalismus noch die Neue Linke in der Lage seien, auf diese Fragen adäquate Antworten zu geben, prophezeit er einen „kommenden Frühling der Neuen Rechten in Europa“. Um schließlich auf die lagerübergreifenden Tendenzen der Neuen Rechten aufmerksam zu machen, beendet Markovics sein Buch mit einer Abwandlung eines Zitats von „linker Politik mit rechten Menschen“ aus der Feder von Pierre Drieu la Rochelle.

Geeigneter Einstieg in die Neue Rechte

Für Kenner der Neuen Rechten bietet dies Buch freilich wenig Neues. Es ist aber ein gelungener Überblick über Geschichte, Ideen und Akteure der Neuen Rechten. Die wichtigsten Positionen dieser politischen Strömung werden kurz und bündig erklärt sowie häufige Vorwürfe entkräftet. Auch der Überblick über die aktuellen Akteure erweist sich trotz der Schwächen einiger Bewertungen als hilfreich. Die Prognose des Autors, dass der Neuen Rechten in Europa ein kommender Frühling bevorstehe, wäre eine Weiterführung der Entwicklung der letzten Jahre. Die Neue Rechte konnte sich mit zukunftsweisenden Herangehensweisen für die Entwicklung Europas etablieren. Dieses Buch kann als Einstieg vor allem jenen Lesern empfohlen werden, die noch nicht mit der Thematik vertraut sind und sich auf knappen 108 Seiten einen Überblick verschaffen möchten.

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