Österreich Politik

Österreich: 47 Prozent mehr Abschiebungen im vergangenen Jahr

Symbolbild Flugzeug (CC0)

Die Zahl der Asylanträge hat sich im letzten Jahr fast halbiert. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Abschiebungen stark angestiegen. Dennoch gab es im Jahr 2018 weiterhin mehr neue Asylanträge als Ausreisen.

Wien. Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) hat am Donnerstag die Bilanz für das Jahr 2018 präsentiert. Demnach ist die Zahl der Asylanträge im vergangenen Jahr stark gesunken. Waren es im Jahr 2018 noch 24.735 Anträge, verringerte sich die Zahl im Folgejahr auf nur noch 13.400.

Nur noch 6.800 offene Asylverfahren

Darüber hinaus konnte das Asylamt die Zahl der offenen Asylverfahren deutlich abbauen. Von den 170.000 Asylanträgen, die seit 2015 gestellt wurden, sind Ende 2018 „mehr als 95 Prozent erledigt”, berichtete Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) bei einer Pressekonferenz im BFA. Derzeit sind nur noch knapp 6.800 Asylverfahren offen. Grund dafür dürfte auch sein, dass sich die durchschnittliche Verfahrensdauer auf unter drei Monate deutlich verkürzt hat.

Mehr negative Entscheidungen

„2018 wurden vor dem BFA rund 40.000 Asyl‐Entscheidungen getroffen, davon waren 35 Prozent schutzgewährende und 57 Prozent negative Entscheidungen, die restlichen acht Prozent waren sonstige Entscheidungen”, so Kickl weiter.

Die Zahl der negativen Entscheidungen ist im Jahr 2018 damit um elf Prozent gestiegen, während die positiven Asylverfahren um acht Prozent gesunken sind.

Wolfgang Taucher, Leiter der Gruppe V/C (Asyl und Rückkehr) im Innenministerium, sprach daher von einer „Fortsetzung der Trendumkehr des Vorjahres, weg von positiven, hin zu mehr negativen Entscheidungen”.

Deutlich mehr Abschiebungen

Im Jahr 2018 gab es insgesamt 12.611 freiwillige und zwangsweise Ausreisen. Während bei den freiwilligen Ausreisen ein Anstieg von neun Prozent zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Abschiebungen um einiges deutlicher – um insgesamt 47 Prozent.

Im Jahr 2018 gab es 72 Charterflüge in 17 Destinationen. Das waren 14 Flüge mehr als im Jahr davor. Außerdem konnten die Charterflüge mit Bosnien, Aserbaidschan und Bangladesch um drei neue Destinationen erweitert werden.

Endgültige Zahlen im März

Wie das Innenministerium in seiner Aussendung betont, handelt es sich bei der BFA‐Jahresbilanz 2018 „um eine Darstellung der Arbeitsergebnisse des BFA”. „Die erstinstanzlichen Entscheidungen des BFA haben keine Aussagekraft über die Anerkennungsquote.” Die endgültigen Daten will das Ministerium im März 2019 veröffentlichen.

1 Kommentar

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  • Gute Nachrichten!
    Man könnte glauben, unsere Politiker hätten ihren Verstand im Urlaub in Österreich gelassen – jetzt haben die Österreicher die Vernünftigen und wir die Deppen…

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