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Gesellschaft

Kein Hitlergruß: Burschenschafter weist Vorwürfe zurück

Monika Šimić

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Bild: Screenshot / Twitter autonome antifa [w]

Der FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker fordert eine „lückenlose Aufklärung” und betont, dass Bewegtbilder notwendig seien, um im gegenständlichen Fall „eine objektive Einschätzung treffen zu können”.

Wien. Am gestrigen Donnerstag fand in Wien erneut eine Demonstration statt, deren Route wegen des Protests gegen den Akademikerball aber an mehreren Häusern von schlagenden Studentenverbindungen vorbeiführte. Bei einem der Verbindungshäuser, nämlich bei dem der Burschenschaft Gothia, kam es im Zuge der Demonstration zu einem Zwischenfall mit pyrotechnischen Mitteln (Die Tagesstimme berichtete). Aktuell sorgt in den sozialen Netzwerken auch ein Bild für Aufregung, das offenbar gestern aufgenommen wurde. Zu sehen ist eine Person, die an einem der Fenster des Gothenhauses steht und angeblich den Hitlergruß zeigt. Wie der Standard berichtet, wollte der Fotograf Daniel Weber, der die Bilder aufgenommen hatte auf APA-Anfrage aber nicht beurteilen, ob es sich bei der Geste um einen Hitlergruß gehandelt hat oder nicht. Das Landesamt für Verfassungsschutz prüft nun die Bilder.

Es handelt sich um eine Momentaufnahme”

Die betroffene Person erklärte heute in einer Stellungnahme, dass sie den Gruß nicht gezeigt hatte. „Das Foto entstand, als ich – durch die Schmähungen und Angriffe auf das Haus der Burschenschaft provoziert – den Demonstranten zugewunken habe. Es handelt sich um eine Momentaufnahme dieses Zuwinkens, ausgesucht mit dem offensichtlichen Ziel, mich in dem beschriebenen Sinn zu diskreditieren.”

Bewegtbilder notwendig

Da die beschuldigte Person Mitglied der FPÖ sein soll, meldete sich auch Christian Hafenecker, Generalsekretär der Freiheitlichen zu Wort. In einer Presseaussendung fordert er eine „lückenlose Aufklärung” bezüglich des gestern aufgenommenen Fotos. Er betont dabei auch, dass Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, „dass bei Standbildern oftmals ein komplett konträres Bild erzeugt wird”. Auch in diesem Fall seien daher Bewegtbilder notwendig, „um eine objektive Einschätzung treffen zu können”, so Hafenecker. Sollten sich die Anschuldigungen allerdings bewahrheiten, so würde „selbstverständlich ein sofortiger Parteiausschluss erfolgen”.

Denzunzierungsversuch „grandios gescheitert”

Hafenecker verweist außerdem auch auf die Anschuldigung, die diesen Monat gegen einen Teilnehmer des FPÖ-Neujahrstreffen erhoben wurde. Dieser wurde beschuldigt, den Hitlergruß gezeigt zu haben. Der „Denunzierungsversuch gegen die FPÖ” sei letztlich aber „grandios gescheitert”, erklärt Hafenecker. Mittels Video- und Tonmaterial konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass es sich um keinen Hitlergruß gehandelt hatte. „Es ist widerwärtig, wie Fake-News verbreitet und damit nicht nur die betreffende Person, sondern die gesamte Partei in Misskredit gebracht werden”. Bezüglich der Vorwürfe beim Neujahrstreffen fordert die FPÖ eine „umgehende Richtigstellung und Entschuldigung von allen Medien und Personen, die die Vorwürfe verbreitet haben”.

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Gesellschaft

Grazer Volkskundemuseum sucht Objekte aus dem Corona-Alltag

Monika Šimić

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Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und die verschiedensten Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen.

Graz. – Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat, merkt man schon an der von diesem Thema dominierten medialen Berichterstattung. Weil der Einfluss so groß ist, hat sich das Grazer Volkskundemuseum dazu entschlossen, seine Dauerausstellung neu zu konzipieren. Das Museum will nun Dokumente und Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten des Coronavirus sichtbar machen.

Notizen, Tagebücher, Fotos

Corona erfordert von uns allen neues Alltagshandeln und auch Strategien, mit dieser schwierigen und sich tagtäglich ändernden Situation zurechtzukommen. Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und sammelt deshalb Notizen und Objekte, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen”, beschreibt Kuratiorin Birgit Johler den Aufruf. Es sei ein wichtiges Anliegen, auch Veränderungen und Einschnitte in die Gesellschaft zu dokumentieren, wie es auf der Website des Volkskundemuseums heißt. Gesucht werden daher die unterschiedlichsten Dinge, die den neuen Alltag der Menschen wiederspiegeln. Laut Beschreibung auf der Website fällt eine Aufmunterung für Mitbewohner ebenso darunter wie ein Zeichen nachbarschaftlicher Unterstützung, eine Dankesbekundung für geleistete Hilfe, ein Tagebuch oder Auszüge davon, ein Foto von getroffenen Schutzmaßnahmen in der Arbeit oder ein Familienvideo an die Großeltern.

Jeder kann mitmachen

Auch wenn das Museum seit 7. Jänner geschlossen hat, schlafen die für die neue Ausstellung Verantwortlichen nicht. Man baue bereits um und eröffne im Frühjar 2021, heißt es auf der Seite weiter. Themenbereiche der Ausstellung sollen zunehmender Wohlstand, steigender Konsum, Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration (in die und aus der Steiermark), Umwelt, Gegenkultur und Gegentrends oder etwa „richtig wichtig ‚Steirisches” sein.

Wer dem Museum Objekte für die „Corona-Ausstellung” zur Verfügung stellen möchte, kann über ein Webformular Kontakt mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter aufnehmen und dabei auch gleich Objektvorschläge einreichen. Hier geht’s zum Formular!

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Gesellschaft

BKA-Chef nennt Attentat von Hanau „eindeutig rechtsextremistisch”

Stefan Juritz

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hält das Attentat von Hanau doch für rassistisch motiviert. Medienberichte über einen anderslautenden BKA-Abschlussbericht wies der Chef der Behörde zurück.

Berlin/Hanau. – Vor wenigen Tagen hatten mehrere deutsche Medien wie die Süddeutsche Zeitung und der NDR unter Berufung auf einen Abschlussbericht des Bundeskriminalamts (BKA) berichtet,  dass die Ermittler den Anschlag von Hanau nicht als rechtsextremistisch bewerten. Demnach hätte der Schütze Tobias R. seine Opfer so ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Verschwörungstheorien über Geheimdienste zu bekommen, Rassismus sei jedoch nicht das Hauptmotiv gewesen. Auch die Tagesstimme übernahm diese Informationen in ihrer Berichterstattung.

BKA-Chef dementiert

Am Dienstag wies BKA-Chef Holger Münch entsprechende Meldungen zurück. Auf Twitter dementierte er, dass einen solchen Abschlussbericht derzeit gebe und betonte, dass die Ermittlungen weiter andauerten. Trotz der laut Münch weiter laufenden Ermittlungen ist für ihn jedoch klar: „Das BKA bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch. Die Tatbegehung beruhte auf rassistischen Motiven.“

Attentat von Hanau

Mitte Februar hatte Tobias R. an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später fand die Polizei ihn und seine Mutter tot in seiner Wohnung auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zuerst seine Mutter und dann sich selbst erschoss. In einem 24-seitigen Bekennerschreiben fanden sich fremdenfeindliche Passage und verschwörungstheoretische Ansichten, die auf eine psychische Störung hindeuten. So glaubte Tobias R., er werde von einem Geheimdienst überwacht, der sogar Gedanken lesen („mind controll”) und Menschen steuern könne.

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Wegen Coronavirus: Islamrat fordert Geld für Moscheegemeinden

Joshua Hahn

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Aufgrund der anhaltenden Krise hat der Islamrat in Deutschland die finanziellen Folgen für seine Gemeinden bemängelt und Hilfe von der Regierung gefordert.

Berlin. – Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, gegenüber der „Islamischen Zeitung“, dass die gegenwärtig geltenden Einschränkungen des Alltagslebens die Moscheegemeinden hart treffen würden: „Sie brauchen jetzt finanzielle Unterstützung, um die nächsten Wochen und Monate zu überstehen“. Trotzdem unterstütze man die Ausgangsbeschränkungen „uneingeschränkt“. Man habe bereits vor der offiziellen Einführung eigene Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus getroffen, denn „der Schutz des Lebens und die Gesundheit sind uns von Allah anvertraut und genießen höchste Priorität“.

Kein Geld mehr wegen ausbleibenden Gebeten

Seitdem die Gemeinden geschlossen sein müssen und somit auch die Freitagsgebete entfallen, sei ein „beträchtlicher Teil der Spenden“ weggefallen. Folglich sorge man sich um die künftige Finanzierung der Imame und die Bezahlung von Mietkosten. Um größeres Übel abzuwenden, solle nun die Bundesregierung handeln: „Viele Moscheegemeinden leisten einen unschätzbar wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft, tragen zum Zusammenhalt bei und engagieren sich in Städten und Kommunen“. Die muslimische Gemeinde nun finanziell alleine zu lassen, wäre „fatal“.

Kesici ist seit 2015 Vorsitzender des Islamrates für Deutschland. Außerdem ist er tätig im Beirat für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen.

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