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Wiener Akademikerball

Eine Chronik linksextremer Gewalt

Am Freitag fand der traditionsreiche Wiener Akademikerball in den Prunksälen der Wiener Hofburg statt. Diesmal blieben am Veranstaltungstag selbst die großen Ausschreitungen der Ballgegner weitgehend aus – das war nicht immer so.

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<p>Bild: Demo der &#8222;Offensive gegen Rechts&#8220; gegen den Akademikerball 2015 / Haeferl [<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wien_-_Anti-Akademikerball-Demo_der_Offensive_gegen_rechts_-_III.jpg">from Wikimedia Commons</a> (Bild zugeschnitten)</p>

Bild: Demo der „Offensive gegen Rechts“ gegen den Akademikerball 2015 / Haeferl [CC BY-SA 3.0], from Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Wien. – Nur etwa 1.500 Demonstranten beteiligten sich an den Protesten gegen die mittlerweile von der Wiener FPÖ ausgerichtete Ballveranstaltung in der Wiener Hofburg. Die beinahe traditionellen Ausschreitungen linksextremer Veranstaltungsgegner fanden diesmal bereits im Rahmen der Donnerstagsdemo am Vortag statt, als es zum Beschuss eines Verbindungshauses in der Josefstadt kam – Die Tagesstimme berichtete.

Linksradikale zünden Pyrotechnik

Dass sich die Krawalle diesmal eher in Grenzen hielten, ist sicherlich auch einem großräumigen Platzverbot seitens der Exekutive zu verdanken. Dieses fiel angesichts laufend fallender Zahlen linker Demonstranten diesmal wenigstens kleiner aus, Staatsoper und Ring waren diesmal ausgenommen. Beim zwischen 16 und 22 Uhr stattfindenden Marsch der linksradikalen „Offensive gegen Rechts“ kam es insbesondere neuerlich zu unerlaubtem Zündens von Pyrotechnik und Beschimpfungen von Ballteilnehmern.

Enthüllungen über die ÖVP

Heftige Krawalle, Protestverbot

Bereits seit 2008 finden regelmäßige Demonstrationen gegen die Veranstaltung statt. Nach ersten Zusammenstößen mit der Polizei, untersagte diese die Proteste ab 2010 zweimal hintereinander. Nachdem der Verfassungsgerichtshof das Verbot im Jahr 2011 nachträglich als ‚verfassungsfeindlich‘ wertete, kam es 2012-2014 zu schwersten Ausschreitungen. Beinahe 10.000 Menschen demonstrierten damals 2012, im letzten Jahr der Organisation unter dem einstigen Wiener Korporations-Ring (WKR), gegen die Veranstaltungen – darunter Gewerkschafter und Politiker dreier linker Parteien (KPÖ, SPÖ, Grüne).

Dabei blockierten linksautonome Akteure teilweise die Busse und erschwerten die Anreise der Ballteilnehmer. Auch in der Innenstadt versuchten Personen nach einem vorzeitigen Demoende, die Teilnahme einzelner Besucher zu verhindern. Es kam zu einer Reihe von Festnahmen, unter anderem wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Gefährdung durch Sprengmittel – ein Linksextremist hatte offenbar einen Sprengsatz in Dosensatz dabei.

Verletzte Ballgäste

Trotz der Erfahrungswerte dieser nie dagewesenen Gewalt, kam es im Folgejahr neuerdings zu unschönen Szenen, aufgrund derer die FPÖ als neue Ausrichterin der Polizei ein „Totalversagen“ bescheinigte. Der freiheitliche Politiker Andreas Mölzer wurde dabei von einem Farbbeutel getroffen, zwei weitere Ballgäste verletzt. Ekelhafter Höhepunkt war die Spuckattacke eines Demonstranten in das Gesicht einer Besucherin. Patriotische Akteure erinnerten auch im Vorfeld der diesjährigen Veranstaltung in sozialen Medien an diese widerliche Szene.

Randale und 500.000 Euro Sachschaden

Auf die Szenen von 2013 hin gab es 2014 dann erstmals ein Platzverbot rund um die Ballveranstaltung, sowie ein Vermummungsverbot für sämtliche Bezirke innerhalb des Gürtels. Dies hielt Linksextreme unter den Demonstranten jedoch keineswegs von Randalen ab. Mehreren hundert Leuten gelang es sogar, eine Polizeiblockade zu umlaufen und in die Sperrzone zu gelangen. Es kam zu schwersten Sachbeschädigungen: Schaufenster wurden eingeworfen, Polizeiautos und Übertragungswagen des ORF wurden demoliert.

Insgesamt bezifferte die Staatsanwaltschaft den alleine an diesem Tag entstandenen Sachschaden auf über 500.000 Euro. Ein deutscher Demonstrant aus Thüringen wurde aufgrund seiner identifizierbaren Teilnahme an den Ausschreitungen im Juli 2014 wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt. Ein anderer Demonstrant erreichte in diesem Vorwurf einen Freispruch, war jedoch gleichzeitig der schweren Körperverletzung schuldig.


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