Gesellschaft Welt

Umstrittene NGO „Lifeline”: Wirbel um angeblichen Aufruf zu Scheinehen

Bild Lifeline: Hermine Poschmann / Mission Lifeline via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten) / Screenshot: Twitter / Collage: Die Tagesstimme.

Wieder gibt es reichlichen Aufregung rund um die umstrittene „Mission Lifeline” – diesmal aufgrund eines Tweets, der nach Ansicht zahlreicher Beobachter und Kommentatoren einen Aufruf zu Scheinehen darstellen könnte.

Dresden. – Wie mehrere Medien am Montag berichten – darunter die Bild und der Nordkurier – schalteten sich neben hunderten Twitter‐Nutzern in den vergangenen Tagen auch einzelne Politiker in die Debatte rund um einen Tweet der deutschen NGO vom vergangenen Mittwoch ein. „Mission Lifeline” selbst sieht diese Art der Berichterstattung als Ansammlung von ‚Falschmeldungen’ und überlegt rechtliche Schritte dagegen.

Vorwurf des Aufrufs zur Scheinehe

Stein des Anstoßes war eine Wortmeldung vonseiten der Gruppierung, die eigenen Angaben zufolge Seenotrettung im Mittelmeer betreibt, auf dem sozialen Netzwerk Twitter. Darin erinnert sie scheinbar unverfänglich an die Möglichkeit, sich in Personen ohne Bleiberecht zu verlieben. Im Wortlaut:

Daraufhin prasselten mehr als tausend Kommentare der Community ein. Viele davon kritisierten die Äußerung scharfzüngig, sahen darin unter anderem einen „unverhohlenen Aufruf zur Scheinehe”. Immer wieder sorgen Geschichten insbesondere von Frauen, welche einen illegalen Migranten ehelichen, um diesem eine Bleibeperspektive zu ermöglichen, für Schlagzeilen und Nachdenklichkeit.

CDU‐Amthor: „Linke Ideologie hintertreibt Ausländerrecht”

In weiterer Folge sorgte die vermeintliche Aufforderung, fingierte Ehen einzugehen, auch in der deutsche Politik für hohe Wogen. Besonders deutliche Worte der Ablehnung fand der CDU‐Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor aus Vorpommern. Dieser „absurde Aufruf” zeige seiner Ansicht nach „überdeutliche”, dass sogenannte „Seenotretter” tatsächlich eine „größere Agenda verfolgen” würden. Mit einer „linken Ideologie” wollten diese das Ausländerrecht „hintertreiben” und den Rechtstaat „an der Nase herumführen”.

FDP‐Theurer sieht Beschädigung der NGO‐Glaubwürdigkeit

Scharfe Kritik kam auch vom stellvertretenden FDP‐Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Michael Theurer. Dieser findet, dass die Organisation sich mit dem „Quasi‐Aufruf zur Scheinehe” nicht nur sich selbst, sondern insbesondere auch andere Hilfsorganisationen diskreditiere. Außerdem zeige der Tweet, dass Lifeline eine „extreme politische” und „keine rein humanitäre Zielsetzung” verfolge.

NGO möchte Medienanwalt einschalten

Die NGO selbst weist entsprechende Vorwürfe von sich. Man kündigte – erneut auf Twitter – deshalb die Einschaltung eines Medienanwalts insbesondere bezüglich der Bild-Berichterstattung an. Schon zuvor veröffentlichte die Asyl‐NGO ein Faksimile eines Schriftwechsels mit der Bild. Bei „Lifeline” ist man der Ansicht, dass der getätigte Tweet keinerlei Rückschlüsse auf vermeintliche Werbung für Scheinehe abgäbe. Es gehe ihnen vielmehr „um Liebe”.

Immer wieder Aufregung um „Mission Lifeline”

Gleichwohl handelt es sich nicht um das erste Mal, dass die Gruppierung aufgrund einer provokanten Aktion in die Schlagzeilen gerät. Im Oktober etwa sorgte ein Hemd‐Design mit den Aufschriften „Team Umvolkung” (hinten) und „Schlepperkönig” (vorne) für helle Aufregung im Netz. Das Frontdesign spielte angeblich humoristisch auf die zeitweise Verhaftung des Lifeline‐Masterminds Claus‐Peter Reisch im Frühsommer 2018 aufgrund einer fehlerhaften Registrierung des Schiffes an. Zuvor hatte sich die ‚Lifeline’ mit 234 Migranten tagelang auf Irrfahrt im Mittelmeer befunden, ehe sie doch in Malta einlaufen durfte.

Im Nachlauf dieser Episode erklärten sich zahlreiche Kulturschaffende mit den Aktivitäten der NGO solidarisch. Sie überwiesen in der Folge teils hohe Summen an die umstrittene Hilfsorganisation. Auch katholische Würdenträger schlossen sich diesem Echo an. Die Erzbischöfe von Paderborn und München‐Freising spendeten jeweils 50.000 Euro aus kirchlichen Mitteln an „Mission Lifeline” – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Nächster Bischof spendet 50.000 Euro an umstrittene NGO „Lifeline” (18.10.2018)

Team Umvolkung”: Deutsche NGO sorgt mit Hemddesign für Aufregung (9.10.2018)

Lifeline” & Co.: Weiter Streit um Anlegeerlaubnis für Schiffe mit Migranten (26.6.2018)

4 Kommentare

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  • Dass man mit diesem dreisten Gedanken an einheimische Frauen und Mädchen auch das eine oder andere zukünftige Todesopfer schafft, stört diese angebliuchen Menschenfreunde wohl nicht im geringsten. Leider gibt es noch immer genügend naive Frauen, die meinen, hier Gutes tun zu müssen und die zudem die fremde Kultur reizt. Das böse Erwachen folgt fast immer und spätestens dann, wenn der ehemals so heiß geliebte Gatte mit den Kindern in Richtung Heimat entschwindet. Und wenn er sie auch nur seiner Familie zur Verwahrung und Erziehung überlässt. Gerade eben dort, wo er so schlimm verfolgt wurde.

    Wenn die Herren Bischöfe aus ihrer vom Steuerzahler reich gefüllten Privatschatulle Geld spenden, so ist das ja nocj ihre Sache. Dafür aber Kirchengelder aus dem Topf des größten Land‐ und Immibilienbesiters der Welt und dem kapitalkräftigstem Unternehmen zu „spenden” ist schier unglaublich.

    Warum wird dann nicht die segensreiche und hoch anerkennenswerte Arbeit zahlreicher Nonnen und Padres in der Dritten Welrt gefördert? Hier müssen die Betreffenden mit der Sammelbüchse betteln gehen. Widerlich.

  • Die Ertrunkenen im Mittelmeer sind weder in italienischer noch europäischer Verantwortung. Die politische Verantwortung dafür tragen alleine die afrikanischen Eliten in Politik und Wirtschaft. Diese Eliten zeichnen sich allerdings vor allem aus durch Korruption, Korruption und nochmals Korruption. Danach kommt lange nichts.
    Ein erster notwendiger Schritt durch Europa wäre der sofortige Stopp aller Zahlungen im Rahmen der Entwicklungshilfe. Ausschliesslich Sachleistungen in Verbindung mit Ausbildungsmassnahmen in den Bereichen Landwirtschaft und Kleingewerbe wären tolerabel. Dazu flächendeckende Projekte zur Geburtenkontrolle.

  • Beim besten Willen kann man sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass die Aufgegriffenen später anfangen eine neue Sprache und einen Beruf zu lernen und dann morgens pünktlich um sieben, auch im Winter in der Dunkelheit bei Glatteis, anfangen acht bis zehn Stunden am Arbeitsplatz diszipliniert, freundlich eine Arbeit zu leisten in Europa…
    Das wird nie Realität werden. Die Bürger hier werden das aber tun müssen, damit die auf dem Mittelmeer aufgegriffenen Migranten hier weiterhin mit reichlich Sozialhilfe finanziert werden können.

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