Folge uns auch auf Telegram!Zum Telegram-Kanal 

Kaufe im Freilich-Buchladen

SPÖ-Abgeordneter sorgt mit Kurz-Dollfuß-Vergleich für Eklat

Ein Nationalratsmandatar der SPÖ teilte kürzlich eine Fotomontage, welche Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit dem austrofaschistischen Diktator Engelbert Dollfuß verglich.

2 Minuten Lesezeit
<p>Symbolbild SPÖ-Zentrale Löwelstraße: Wikimedia Commons [CC0] / Screenshot Dollfuß-Kurz: Facebook / Collage: Die Tagesstimme.</p>

Symbolbild SPÖ-Zentrale Löwelstraße: Wikimedia Commons [CC0] / Screenshot Dollfuß-Kurz: Facebook / Collage: Die Tagesstimme.

Wien. – Wie der Kurier am Dienstag berichtet, teilte Robert Laimer, für die Sozialdemokraten seit dieser Legislaturperiode im Nationalrat, am Samstag eine Fotomontage. Dabei setzte der Ersteller des Sujets den Kopf von Kanzler Kurz in eine Briefmarke aus der Zeit des Machthabers im christlich-sozialen Ständestaat, Engelbert Dollfuß.

Vergleiche Dollfuß-Kurz und Mussolini-Kickl

Innerhalb des Bildes stehen das Original und die Bearbeitung nebeneinander und stellen einen Vergleich zwischen den beiden Politikern her. Das mittlerweile gelöschte Bild unterstellte möglicherweise außerdem vermeintliche Parallelen zwischen Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und dem italienischen Faschistenführer Benito Mussolini.

Screenshot: Facebook

VP-Nehammer: „Geschmacklos und untergriffig“

Die Volkspartei reagierte mit Empörung auf diese Nebeneinanderstellung. ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer bezeichnete das Bild als „geschmacklos und untergriffig“. Es handle sich nicht um den ersten „völlig inakzeptablen Austrofaschismus-Vergleich“ der SPÖ. Man lehne „diesen bösartigen Stil“ jedenfalls ab.

Pikanter Vergleich

Der Vergleich gilt aufgrund der Geschichte der Partei als besonders pikant. Denn zu den Gründervätern der Volkspartei gehörten 1945 auch hochrangige Christlichsoziale, die nach den Erfahrungen des Ständestaates autoritären Machtfantasien abgeschworen hatten.

Dollfuß regierte nach der sogenannten „Selbstausschaltung des Parlaments“ bis zu seiner Ermordung durch nationalsozialistische Putschisten im Juli 1934 ein Jahr lang Österreich in autoritärem Stil. Bis zum Anschluss an Deutschland im März übernahm anschließend dessen vormaliger Justizminister Kurt Schuschnigg die Amtsgeschäfte.

Cover der Freilich-Ausgabe #10
Freilich Nr. 11 "Schlecht gerüstet" erschienen!
Der Soldat allein ist längst kein freier Mann mehr. Und um den Zustand der heimischen Armeen steht es schlecht. Dabei drohen uns immer mehr Gefahren. Wie die Zukunft des Krieges aussieht und ob wir dafür gerüstet sind, lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe des FREILICH Magazins.
Jetzt abonnieren