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Gesellschaft

Standard’-Journalist bedankt sich bei linksextremer Gruppe für Recherche

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild Akademikerball (WKR-Ball 2002, Vorgängerveranstaltung): Wikimedia Commobs [CC0] / Screenshot: Twitter / Collage: Die Tagesstimme.

Am Sonntagabend lobte Fabian Schmid, ein auf Extremismus spezialisierter Journalist des linksliberalen Standard, die Arbeit linksextremer Antifagruppen im Bezug auf ihre Recherchetätigkeiten.

Wien. – Schmid bedankte sich auf Twitter für die „kostenfreie Arbeit antifaschistischer Netzwerke”. Ohne deren Zuarbeit wäre ein „Großteil der Berichterstattung nicht möglich”. Er verwies – wohl in Anspielung auf das Gutachten zur Einstufung der patriotischen AfD als Prüffall – dass in Deutschland sogar bereits der Verfassungsschutz auf diese Quellen vertraue. Schmid outete sich in der Vergangenheit bereits als Leser des Experten zufolge als „einschlägiges Publikationsorgan” des deutschen Linksextremismus geltenden Antifaschistisches Infoblatt.

Schmid lobt Antifa‐Recherchen

Anlässlich seiner Wortmeldung teilte er einen Beitrag der linksextremen autonomen antifa [w]. Diese wies darin mehrere patriotische Akteure
verschiedenster Gruppen oder Parteien – ihrer Ansicht undifferenziert als Teil einer „rechtsextremen Szene” – als Besucher des Wiener Akademikerballs am Freitag.

Antifa‐Gruppe sorgte unlängst mehrfach für Aufregung

Brisant: Erst vergangene Woche schafften es zwei Tweets der gewaltbereiten linksextremen Gruppe, die in der „Radikalen Linken” organisiert ist, in die Schlagzeilen. In einem Fall bejubelten sie den Beschuss eines Verbindungshauses mit Pyrotechnik und dokumentierten diesen filmisch – Die Tagesstimme berichtete.

Weiters bezichtigten sie einen Studenten ebendieser Verbindung, an einem Fenster einen Hitlergruß getätigt zu haben. Der vermeintliche Übeltäter beteuert hingegen, er habe lediglich den Demonstranten gewunken.

SPÖ‐Schatz plant „Anfrage”

Dem nicht genug – auch die SPÖ‐Abgeordnete Sabine Schatz stieß sich an einer Auswahl von Besuchern der Veranstaltung. Nur wenige Minuten nach der Aussage Schmids – welche sie in der Folge retweetete – äußerte sie sich besonders kritisch über einen Teilnehmer. Sie meinte dabei, einen als Wachmann im Innenministerium durch angebliche personelle Verstrickungen zu neonazistischen Kadern in die öffentliche Diskussion geratenen Besucher, zu erkennen. In diesem Zusammenhang kündigte sie gleich eine „Anfrage” an.


Am Dienstag legte Schatz nach und retweetete eine Wortmeldung von Markus Sulzbacher, einem weiteren Standard-Redakteur. Dieser wunderte sich, ob Auftritte von „Neonazis, Identitären und rechtsextremen Putin‐Fanboys” am Ball als „Einzelfall” gelten würden. Anhaltspunkte, weshalb er ausgerechnet diese drei Personenkreise gemeinsam erwähnt, bleibt er dabei allerdings schuldig.

Schatz‐Anfrage zu patriotischen Medien ohne Aufschlüsse

Unbekannt ist, ob Schatz mit ihrer Ankündigung eine offizielle parlamentarische Anfrage meint. Unabhängig der Natur ihres Begehrens drohen die Erkenntnisse einer solchen Erhebung relativ dürftig zu werden. Denn aufgrund freien Kartenverkaufs ist es tatsächlich jedem Bürger möglich, unabhängig seiner eine Karte für den Akademikerball zu erwerben.

Bereits im Sommer blamierte sich Schatz mit einer Anfrage zu den allfälligen Ausgaben der Bundesregierung für Google‐Werbung auf 23 patriotischen Medien. Daraufhin stelle sich heraus, dass aus einem Topf von über 40.000 Euro lediglich insgesamt 31,90 Euro – davon 2,72 Euro an die Tagesstimme – an sechs Projekte flossen. Dennoch versuchte die Jungparlamentarierin diesen Umstand später zu skandalisieren.


Weiterlesen:

Kein Hitlergruß: Burschenschafter weist Vorwürfe zurück (25.1.2019)
Wien: Linksextreme beschießen Verbindungshaus mit Pyrotechnik (25.1.2019)
Kolumne: Der Standard will kein „linkes Medium” mehr sein (3.1.2019)

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    29. Januar 2019 at 17:02

    Welch Glück für Deutschland, dass dieser Schatz anderswo zu finden ist.

  2. Avatar

    Adler der Welten

    29. Januar 2019 at 22:08

    Das sich der Verfassungsschutz in Deutschland schon auf AntiFa Berichte stützt, zeigt schon wie schwachsinnig das alles ist. Die Berichte einer Gruppierung, die in anderen Ländern (USA) als (linke) Terrororganisation zählt, zu verwenden um eine rechtspopulistische Partei zum Prüffall zu machen ist schon fragwürdig.

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Gesellschaft

Theaterverband erfand Meuthen‐Zitat

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Meuthen beim Bundesparteitag der AfD im Jahr 2017): Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

In einem Interview mit der „dpa“ führte der Bühnenvereinspräsident ein Zitat an, welches angeblich von Jörg Meuthen (AfD) getätigt wurde. Nun stellte sich heraus, dass die Worte so nie benutzt wurden.

Berlin. – Trotz des falschen Zitats wurden die Leser zum Großteil nicht auf den Fehler hingewiesen.

Linksversiffter Kunstkadaver“

Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon gegenüber der „dpa“, dass die „Neue Rechte“ lediglich ein „Gesinnungstheater“ wünsche, welches ihren Idealen entspräche. So habe Jörg Meuthen beispielsweise die Worte „linksversiffter Kunstkadaver“ benutzt. Diese Wortwahl gleiche der der Nationalsozialisten und ähnele dem Propagandabegriff der „entarteten Kunst“.

Ein Pressesprecher der Alternative für Deutschland intervenierte damals und erklärte, dass das Zitat so nie getätigt wurde. 

Der Bühnenverein sagte daraufhin aus, Khuon habe sich „geirrt“.

Keine weitreichenden Richtigstellungen

Obwohl der Bühnenverein dem AfD‐Politiker mit dem falschen Zitat und dem daraus resultierenden Vorwurf, Meuthen würde dem Nationalsozialismus nahestehen, erheblich hätte schaden können, fand keine umfassende Richtigstellung statt.

Die Nachrichtenagentur „dpa“ schickte zwar eine neue Fassung inklusive eines Korrekturhinweises an die Abonnenten und Kunden. 

Da allerdings nicht erwähnt wurde, dass ein inkorrektes Zitat gestrichen worden war, wurde zwar von den gängigen Medien die korrigierte Fassung übernommen, jedoch ohne den Hinweis, um welchen Fehler es sich handelte. 

Für den Leser war der Fehler also nicht ersichtlich. 

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Gesellschaft

Joachim Gauck fordert „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Ex-Bundespräsident Joachim Gauck):Tohma (Diskussion) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Ex‐Bundespräsident Joachim Gauck warnte in einem Interview mit dem „Spiegel“ vor dem Erstarken des Nationalismus. Trotzdem plädierte er für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“.

Berlin. – Gauck sprach sich außerdem gegen den laut ihm vorherrschenden „Antipluralismus“ aus.

Wir verlieren uns selbst“

Wie unter anderem die „Welt“ berichtet, sagte Gauck bereits in der Vergangenheit mehrmals, dass der Umgang mit der AfD nicht optimal gewesen sei. Es habe eine mediale Tendenz gegeben, „zu früh Stoppschilder zu setzen“. 

Zwar lehne er selbst die Positionen der Alternative vehement ab, trotzdem sei es ein Fehler, permanent „das Höllentor von Auschwitz“ ins Spiel zu bringen. 

In einem Interview kritisierte er nun erneut den Umgang mit dem rechts‐konservativen Lager. Wörtlich sagte er: „Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde“.

Regierung hat Themen nicht ausreichend versorgt“

Man müsse einräumen, dass die Regierung durchaus Versäumnisse bei bestimmten Themen zu verzeichnen habe. 

Gauck plädierte dafür, nicht jeden, der konservativ ist, „für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen“. Generell solle es mehr Toleranz gegenüber dem rechten Lager geben.

Wie die „Zeit“ berichtet, erklärte Gauck jedoch im gleichen Interview, dass man ebenfalls lernen müsse, „mutiger intolerant zu sein“. Gegenüber Personen, welche das Gesetz missachten, dürfe keine falsche Toleranz gezeigt werden – egal, „ob sich diese politisch links oder rechts verorten oder dem islamischen Fundamentalismus angehören“.

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Gesellschaft

Abdullah‐Zentrum: Vertreter wirft Österreich „Heuchelei” vor

Monika Šimić

Veröffentlicht

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ASDF Bild: Das umstrittene König-Abdullah-Zentrum am Wiener Schottenring / Thomas Ledl [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Der Rabbiner David Rosen kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen.

Wien. Erst vor wenigen Tagen stimmten im Angesicht der Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien alle Parteien außer der ÖVP für einen Entschließungsantrag, das maßgeblich vom arabischen Staat finanzierte und umstrittene Internationale König Abdullah bin Abdulahziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID) in Wien sperren zu lassen (Die Tagesstimme berichtete). Nun wirft der britische Rabbiner David Rosen Österreich „unglaubliche Heuchelei” vor.

Kontroversen rund um das Zentrum

Das KAICIID‐Direktoriumsmitglied kritisiert, dass sich ÖVP und SPÖ, die das Zentrum vor sieben Jahren in Wien ansiedelten, nun dagegenstellen. Doch das KAICIID sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. FPÖ‐Chef Norbert Hofer verwies darauf, dass die Freiheitlichen dem saudischen Zentrum stets „mit großer Skepsis” begegnet seien.

Das im Herbst 2012 von Saudi‐Arabien, Österreich und Spanien eröffnete Zentrum wird größtenteils von Riad mit rund 15 Millonen Euro pro Jahr finanziert.

Zentrum hat zur „Öffnung der Gesellschaft” beigetragen

Seit Jahren steht die Menschenrechtslage in Saudi‐Arabien in der Kritik – und diente bereits in der Vergangenheit als Katapult für Diskussionen über das König‐Abdullah‐Zentrum. Vorwürfe, wonach das KAICIID sich nicht zu Menschenrechtsverletzungen in Saudi‐Arabien äußere und von saudischem Geld abhängig sei, wies der britische Rabbiner zurück. Man habe von den Gründungsstaaten nicht den Auftrag bekommen, sich zu politischen Fragen zu äußern, verteidigte sich Rosen. Das KAICIID habe seiner Ansicht nach zur Öffnung der Gesellschaft in Saudi‐Arabien beigetragen.

Österreich keinen „Gefallen” tun

Mittlerweile zweifelt Rosen die Entscheidung, die internationale Organisation in Wien anzusiedeln, an. Er sprach sich für eine Umsiedelung etwa nach Spanien oder Saudi‐Arabien aus: „Wenn Österreich den Wert des Zentrums nicht erkennt, sollten wir dem Land nicht auch noch den Gefallen tun, zu bleiben”, so Rosen. Diese Entscheidung obliegt jedoch den Gründungsstaaten.

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