Österreich Politik

Kurz bekennt sich zu Plänen für einheitliche Herbstferien

Bild (Sebastian Kurz 2014 / Ausschnitt): Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres via Wikimedia Commons [CC BY 2.0]

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bekräftigte am Mittwoch im Ministerrat die Absicht der türkis‐blauen Regierung, österreichweit einheitliche Herbstferien für alle Schüler einzuführen.

Wien. – Zuvor hatte Bildungsminister Heinz Faßmann (ebenfalls ÖVP) in Aussicht gestellt, dass ab dem Schuljahr 2020/21 österreichweite Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November entstehen sollen. In seltener Einigkeit erachten sowohl Regierung als auch Opposition den Vorstoß als sinnvoll – lediglich in Detailfragen scheiden sich die Geister.

Herbstferien auf Kosten anderer schulfreier Tage

Die neuen Ferien erstrecken sich somit vom Nationalfeiertag bis Allerseelen und enthalten mit Allerheiligen einen zweiten Feiertag. Ebenfalls in diesen Zeitraum fällt der Reformationstag, welcher für evangelische Kinder und Jugendliche bereits derzeit schulfrei ist. Im Regelfall bedeutet das, dass vier schulfreie Tage eingeschoben werden müssen – mindestens aber drei, höchstens fünf.

Damit sich die Gesamtanzahl schulfreier Tage nicht erhöht, müssten dafür die bisher schulfreien Dienstage nach Ostern und Pfingsten weichen. Außerdem kommt es zur Streichung der beiden bislang zentral festgelegten schulautonomen Tage. Die übrigen zwei (Pflichtschule) bzw. drei (AHS/BHS) sollen ORF.at zufolge bleiben und weiterhin nach Ermessen der Bildungseinrichtung einsetzbar sein.

Mehr Planungssicherheit für Eltern

Seit Jahren ächzen Schüler und Lehrer unter der langen, ununterbrochenen Lernperiode zwischen Sommer‐ und Weihnachtsferien. Zahlreiche Schulen schufen sich in der Vergangenheit bereits eigene Herbstferien, etwa durch Bündelung der schulautonomen Tage. Andere Gemeinden und/oder Schulen ließen die Sommerferien früher enden, und ermöglichten somit eine freie Woche im Herbst auf Konsensbasis.

Allerdings führte dies bei Eltern mit Kindern in verschiedenen Schulen oder gar unterschiedlichen Orten zu erschwerter Urlaubsplanung. Denn aufgrund der beschränkten Anzahl schulautonomer Tage mussten Einrichtungen oftmals wählen, ob sie diese etwa für Brücken‐/Zwickeltage nach Donnerstagsfeiertagen im Frühjahr – oder eben für Herbstferien aufwendeten.

Schülerunion fürchtet Ende der Schulautonomie

Längst nicht alle Akteure sind allerdings mit den angedachten Modalitäten einverstanden. So warnt etwa die Schülerunion vor einer weiteren Beschneidung der schulautonomen Tage. Der neue Konsens dürfe „kein erster Schritt zur Verringerung der Schulautonomie” sein, so Bundesschulsprecher Timo Steyer.

SPÖ will Ausbau der Ferienbetreuung

Auch die Opposition sieht noch Nachbesserungsbedarf. SPÖ‐Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid plädiert etwa für einen damit einhergehenden Ausbau der Ferienbetreuung. Wichtig ist ihr auch, dass das Übereinkommen in Absprache mit den Schulpartnern zustandekommt.

Sie pocht außerdem auf weitere notwendige Herausforderungen im Bildungsbereich. Diese fänden sich ihrer Ansicht nach etwa beim Förderunterricht, bei Ganztagsangeboten und bei der Digitalisierung.

NEOS wollen lieber Sommerferien kürzen

Die NEOS wiederum machen sich für eine Lösung stark, welche stattessen die Sommerferien von neun auf sechs Wochen verkürzt. Viele Eltern stünden in den langen Sommerferien ohnehin vor unklaren Betreuungssituationen. Die freiwerdenden fünfzehn Tage sollten demnach teilweise schulfrei sein, teilweise aber Schultage werden.

Der pinke Bildungssprecher Douglas kann sich dabei etwa vorstellen, dass acht dieser Tage für Herbstferien und verlängerte Osterferien zur Verwendung kommen. Die übrigen sieben möchte er zur Vermittlung digitaler Kompetenzen im laufenden Schulbetrieb eingesetzt sehen.

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