Gesellschaft Kultur

Wien: Forderung nach „sofortiger Wiederfreigabe” für Sobieski‐Denkmal

Selbst die abgebildete zweisprachige Erinnerungstafel wurde entfernt - angeblich aus Sicherheitsgründen. Bild Sockel: Herzi Pinki via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (Bild zugeschnitten)

Im Streit rund um das einstweilig verhinderte Denkmal für den polnischen König Jan III. Sobieski reichten die Initiatoren des Standbilds nun eine Petition bei der Stadt Wien ein.

Wien. – Es war der Aufreger im Spätsommer 2018: Wie sich herausstellte, sperrte sich die Stadt Wien gegen den Entwurf des fertigen Denkmals, das eigentlich am 12. September des Vorjahres hätte feierlich enthüllt werden sollen. Polnische Medien nannten damals als angeblichen Grund für die plötzliche Ablehnung des Denkmals, dass dieses angeblich „anti‐türkische Untertöne” transportiere – Die Tagesstimme berichtete.

Petition fordert „sofortige Wiederfreigabe”

Auch ein offener Brief des Präsidenten der polnischen Sportvereinigung PAKA‐s, Emil Dyrcz, an Bürgermeister Michael Ludwig konnte die einstweilige Nichtaufstellung nicht verhindern. Dutzende Polen ließen sich ihr Gedenken dennoch nicht nehmen – und erinnerten vorerst ohne das Denkmal.

Nachdem einige Monate später immer noch keine Bewegung in die Sache gekommen ist, wendet sich derselbe nun in einer Petition an die Stadtverantwortlichen. In dieser fordert er nun stellvertretend für die polnische Gemeinde in Wien die „sofortige Wiederfreigabe” für Aufstellung und Enthüllung des Denkmals nach der Genehmigung von 2013.

Die patriotische Initiative Gedenken 1683 teilte ein Faksimile des Schreibens auf Facebook:

Nachträgliche Ablehnung durch Beirat „unverständlich”

Man stützt dieses Begehren auch darauf, dass eine Kommission der Stadt Wien das vorliegende Modell offenbar bereits im Jahr 2014 „mit absoluter Zufriedenheit” absegnete. Außerdem moniert man, dass ein erst im Jahr 2017 ins Leben gerufener Denkmalbeirat für die negative Bewertung zuständig sei. Dass dieser es „ohne ersichtlichen Grund” ablehnte, sei „unverständlich”. Man kritisiert auch die Entfernung der zweisprachigen Gedenktafel

Die Schlacht am Kahlenberg, welche die Zweite Türkenbelagerung Wiens beendete, zähle jedenfalls zu den „zwanzig wichtigsten Schlachten der Geschichte”, das Denkmal ehre all jene, welche sich aus ganz Europa an der Verteidigung beteiligt habe. Mitwirkende aus mehreren Ländern hätten viel Zeit, Energie und Geld in die Realisierung gesteckt.


Weiterlesen:

Kahlenberg: Polnische Gedenkfeier fand vorerst ohne Denkmal statt (14.9.2018)

Wien: Offenbar doch kein Sobieski‐Denkmal auf Kahlenberg (31.8.2018)

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