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Kultur

Deutscher Liederforscher hält Gabalier-Lieder für „reaktionären Kitsch“

Julian Schernthaner

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Im Nachlauf der Verleihung des Karl-Valentin-Preises an „Volks-Rock’n’roller“ Andreas Gabalier hört die Debatte rund um die Inhalt der Lieder des Steirers nicht auf.

Freiburg im Breisgau. – Gegenüber dem Spiegel-Jugendportal Bento bezeichnete der Freiburger Theologe, Historiker und Hymnologe Michael Fischer einzelne Passagen der Gabalier-Liedtexte als „gefährlich“. Insbesondere stößt sich der Leiter des Zentrums für Populäre Kultur und Musik an vermeintlich „politischen“ Liedtexten.

„Freiheit“ als Begriff aus „rechtspopulistischem Umfeld“

Als Beispiel für diese Bewertung nennt Fischer die Verwendung der Wörter „Freiheit“, „Kameraden“ oder „Heimatsöhne“. Damit benutze Gabalier „bewusst Begriffe aus einem rechtspopulistischen Umfeld“. Solche Bilder würden ihn an Soldatenlieder erinnern.

Wenn Gabalier in „Mein Bergkamerad“ von eisernen Gipfelkreuzen, welche dem Sturmwind widerstehen sänge, sei dies „kein Zufall“. Er hält diesen Liedtext deshalb für eine „gewollte Provokation“. Obendrein sei dessen Musik „reaktionärer Kitsch“ und nahe an der „Selbstparodie der volkstümlichen Musik“.

Gesang über frühere Bestrafung „skandalös“

„Geradezu skandalös“ findet er allerdings eine Passage im Liedtext von „Kleine Steile Heile Welt“, welche die antiquierte Bestrafung des Holzscheitlkniens referenziert. Dies sei insbesondere der Fall, weil es im gleichen Atemzug mit dem Vaterunser erwähnt würde. Fischers Ansicht nach müssten solche „Foltermethoden […] jeden religiös empfindenden Menschen […] empören.

Gabalier kein „naiver Lausbub in Lederhosen“

Dem nicht genug – einen Ausschnitt des Liedes „Mein Großvater hat gesagt“ empfindet Fischer als Darstellung „überholter Rollenbilder“. Seine Kritik an der Emanzipation bleibe gezielt vage, so Fischer, wenn Gabalier offen eine Rückkehr der Frauen an den Herd fordere, würde er weibliche Fans vergraulen. Die Rolle des „naiven Lausbuben in Lederhosen“ kaufe er dem Musiker jedenfalls nicht ab.

Regelmäßige Aufregung um Gabalier

Immer wieder versuchen insbesondere linksgerichtete Akteure des öffentlichen Lebens den beliebten Musiker in ein vermeintlich „rechtes Eck“ zu stellen. Im Mai 2017 äußerte der Leiter des Wiener Konzerthauses die Meinung, wonach die Einladung von Musikern wie Gabalier „nicht so harmlos“ sei.

Auch ist der mediale Vorwurf, dass Gabalier auf einem Albumcover ein Hakenkreuz darstellen würde nicht neu – sondern entstammt originär einem linksradikalen Blogeintrag aus dem Jahr 2012. Zwei Jahre später führte sein Festhalten an der ursprünglichen österreichischen Hymne zu eine Empörungswelle feministischer Politikerinnen – Gabalier zufolge ein Grund, weshalb linke Zeitungen gegen ihn seien.


Mehr zum Thema ‚Andreas Gabalier‘:

Gabalier kritisiert Standard und Falter vor 14.500 Menschen (16.12.2018)

Konzerthaus-Affäre: OGH weist Gabalier-Klage zurück (26.2.2018)

12 Comments

12 Comments

  1. Avatar

    klasube

    11. Februar 2019 at 13:35

    Lieber Herr Fischer,
    die deutsche Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel, sondern ein über Jahrhunderte gewachsenes Kulturgut. Sie ist recht präzise und deutlich. Wer Zweifel an verschiedenen Worten und deren Bedeutung hat, kann notfalls im Duden nachschlagen. Falls Sie also Anstoß nehmen an der Verwendung der Wörter „Freiheit”, „Kameraden” oder „Heimatsöhne”, dann sollten Sie entweder eine andere Sprache wählen, oder gar keine benutzen. Letzteres wäre mir auch recht, denn auf Ihre absurde Meinung lege ich nach diesem Ihrem Kommentar keinen Wert.
    So weit kommt es noch, dass Menschen wie Sie die deutsche Sprache nach Ihrem Empfinden von „political correctness“ umformen – lächerlich!
    Alles hat Grenzen…!

  2. Avatar

    Alexander Uhlig

    12. Februar 2019 at 8:58

    Rock’n’Roll war schon immer so.
    Egal in welcher Präsentation
    oder Interpretation.
    Wem das nicht passt braucht
    ja nicht zuhören.

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    Andi

    12. Februar 2019 at 14:25

    Was für ein niveauloser Artikel faschistoider Gesinnung. Das sind unsere Wissenschaftler?
    Ach wie groß ist das Genie, ONANIE

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    Dominik Heil

    12. Februar 2019 at 15:28

    Ob die Aussagen des Liederforschers stimmen, oder nicht; warum wird überhaupt so ein Wirbel um Andreas Gabalier gemacht? Vielleicht sind die Texte konservativ; und wenn schon.

    Viel eher sollten diese Liederforscher mal die Musik forschen, die unsere Jugend hört.

    Lieder, in denen sexuelle Gewalt, Antisemitismus und Kriminalität idealisiert werden. Lieder, die eine komplette Sexualisierung fördern. Pornos aus den 90er Jahren wirken geradezu fromm und keusch, im Vergleich zu diesen Liedern.

    Darüber sollten sich die Liederforscher mal Gedanken machen. Aber da heißt es ganz groß: „Kunstfreiheit“.

    Im Vergleich zu den Liedern, die unsere Jugend hört, ist Andreas Gabalier wirklich nur ein unschuldiger Lederhosenjodler.

    Ist schon witzig, dass man bei uns von „ficken“, „blasen“, „wixxen“, „sperma“ und „muschis“ singen darf, aber wenn ein Mann von Familie und Kultur singt, regt sich die ganze Republik auf.

    • Avatar

      Friedrich

      27. April 2019 at 19:27

      Finde Gabalier als Deutschsprachigem Elvis immer besser . Nach seinen bewegten Auftritten am Anfang bringt er jetzt sehr gute Songs. So gut wir wir sie aus den 70er Jahren kennen. Verdankt lang her.

    • Avatar

      Brigitte

      17. Juli 2019 at 19:45

      Das ist wirklich sehr gut zusammen gefaßt . Da erkennt man doch das politische Hintergrundziel und die diesbezügl. Einstellung des sogen. Wissenschaftlers . Und was so einer sich in seinem Kopf zusammenspinnt um seine Ziele zu erreichen soll dann für alle gelten . Furchtbar !

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    Rainer Seifert

    13. Februar 2019 at 16:34

    Bislang dachte ich, „Rechtsextremismus-Experte“ wäre der „Beruf“ der Stunde, in dem man es ohne großes Wissen und viel Aufwand zu großem Ansehen und bester Bezahlung in Nachrichten Sendungen der ÖR und talk-shows schafft.

    Nun gesellt sich also auch noch der Beruf (?) des „Liederforschers“ hinzu. Musik und Mammon, welch schöne Verbindung.

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    Patty A.

    14. Februar 2019 at 11:11

    Es ist langsam wirkliche beängstigend, wie Menschen versuchen durch schwachsinnige Kommentare uns nicht nur zu diktieren was wir zu denken haben… Nein! Jetzt will man uns auch noch vorschreiben, wie wir uns zu artikulieren haben. Ich bin ein riesen Gabalier Fan. Aus seinem Hirn entspringen großartige Texte mit Sinn und Verstand. Leider kann man das heute nicht von jedem sagen!

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    Rainer Seifert

    30. Juli 2019 at 20:43

    Nun ja, Freiburg und Theologe, wir sollten wirklich nicht zuviel erwarten.

    Was mag dieser Herr wohl, sollte er auch Sprachforschung außerhalb der Musikszene betreiben, zum Namen der schönen Stadt Wolfsburg sagen?

    Das sit doch wohl klare Nazisprache, oder? Von den Nazis für das KdF Werk gegründet und mit Hitlers Vorliebe für „Wolf“ versehen. Siehe Wolfsschanz – übrigens nannte er sich privat auch gerne Wolf.

    Aber das ist für solche Herrschaften wahrscheinlich nicht erkennbar. Dabei denke ich auch noch an diesen komischen Professor, der damals kräftig mithalf, zusammen mit der armen Steuergeschädigten Schreynemakers und „Staatsschauspielerin“ Berben, Eva Herman fertig zu machen.

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    WernerJ

    10. November 2019 at 19:22

    Empfehle eine Auseinandersetzung und Analyse der Texte von „Feine Sahne Fischfilets.“ Dort werden sie reichhaltig fündig an widerwertigen, hetzerischen und zur Gewalt aufrufenden Texten. mein Herr…man kann sie einfach nicht ernst nehmen. Wer gibt so etwas eine Plattform? Na ja…jeder blamiert sich so gut er kann.

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    Betti

    14. November 2019 at 12:25

    Freiheit? Es gibt Menschen, die haben diesen Wert!

    Und die sind jetzt gar alle reaktionär oder werden noch schlimmer als Nazi bezeichnet?
    Was ein Schwachsinn, sorry

    Vielleicht ist dieser Herr auch schon zu alt, aber wenn man ein wenig forscht, findet man heute so viele moderne Blogs, die sich mit dem Finden der eigenen Werte, nach denen jeder Mensch handelt, beschäftigt

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    Armin

    4. Februar 2020 at 19:38

    Zum Thema „Mein Großvater hat gesagt” und der angeblichen Darstellung „überholter Rollenbilder” fällt mir spoantan ein Lied unserer kroatischen Nachbarn ein.

    Anscheinend sind auch in diesem Land „überholte Rollenbilder” weit verbretet. Da hat der gute Herr Fischer ja noch einiger zu tun …

    Ja da gibt es eine Menge in diesem Musikvideo…. Hier, falls es jemanden interessiert:

    https://www.youtube.com/watch?v=LXsIw4EF7io

    Moj dida i ja – Mein Großvater und ich

    engl. Übersetzung:

    https://lyricstranslate.com/de/moj-dida-i-ja-my-grandpa-and-me.html

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