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Kultur

Deutscher Liederforscher hält Gabalier-Lieder für „reaktionären Kitsch”

Julian Schernthaner

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am

Bild (Gabalier 2017): Flickr [CC0]

Im Nachlauf der Verleihung des Karl-Valentin-Preises an „Volks-Rock’n’roller” Andreas Gabalier hört die Debatte rund um die Inhalt der Lieder des Steirers nicht auf.

Freiburg im Breisgau. – Gegenüber dem Spiegel-Jugendportal Bento bezeichnete der Freiburger Theologe, Historiker und Hymnologe Michael Fischer einzelne Passagen der Gabalier-Liedtexte als „gefährlich”. Insbesondere stößt sich der Leiter des Zentrums für Populäre Kultur und Musik an vermeintlich „politischen” Liedtexten.

Freiheit” als Begriff aus „rechtspopulistischem Umfeld”

Als Beispiel für diese Bewertung nennt Fischer die Verwendung der Wörter „Freiheit”, „Kameraden” oder „Heimatsöhne”. Damit benutze Gabalier „bewusst Begriffe aus einem rechtspopulistischen Umfeld”. Solche Bilder würden ihn an Soldatenlieder erinnern.

Wenn Gabalier in „Mein Bergkamerad” von eisernen Gipfelkreuzen, welche dem Sturmwind widerstehen sänge, sei dies „kein Zufall”. Er hält diesen Liedtext deshalb für eine „gewollte Provokation”. Obendrein sei dessen Musik „reaktionärer Kitsch” und nahe an der „Selbstparodie der volkstümlichen Musik”.

Gesang über frühere Bestrafung „skandalös”

Geradezu skandalös” findet er allerdings eine Passage im Liedtext von „Kleine Steile Heile Welt”, welche die antiquierte Bestrafung des Holzscheitlkniens referenziert. Dies sei insbesondere der Fall, weil es im gleichen Atemzug mit dem Vaterunser erwähnt würde. Fischers Ansicht nach müssten solche „Foltermethoden […] jeden religiös empfindenden Menschen […] empören.

Gabalier kein „naiver Lausbub in Lederhosen”

Dem nicht genug – einen Ausschnitt des Liedes „Mein Großvater hat gesagt” empfindet Fischer als Darstellung „überholter Rollenbilder”. Seine Kritik an der Emanzipation bleibe gezielt vage, so Fischer, wenn Gabalier offen eine Rückkehr der Frauen an den Herd fordere, würde er weibliche Fans vergraulen. Die Rolle des „naiven Lausbuben in Lederhosen” kaufe er dem Musiker jedenfalls nicht ab.

Regelmäßige Aufregung um Gabalier

Immer wieder versuchen insbesondere linksgerichtete Akteure des öffentlichen Lebens den beliebten Musiker in ein vermeintlich „rechtes Eck” zu stellen. Im Mai 2017 äußerte der Leiter des Wiener Konzerthauses die Meinung, wonach die Einladung von Musikern wie Gabalier „nicht so harmlos” sei.

Auch ist der mediale Vorwurf, dass Gabalier auf einem Albumcover ein Hakenkreuz darstellen würde nicht neu – sondern entstammt originär einem linksradikalen Blogeintrag aus dem Jahr 2012. Zwei Jahre später führte sein Festhalten an der ursprünglichen österreichischen Hymne zu eine Empörungswelle feministischer Politikerinnen – Gabalier zufolge ein Grund, weshalb linke Zeitungen gegen ihn seien.


Mehr zum Thema ‚Andreas Gabalier’:

Gabalier kritisiert Standard und Falter vor 14.500 Menschen (16.12.2018)

Konzerthaus-Affäre: OGH weist Gabalier-Klage zurück (26.2.2018)

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11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    klasube

    11. Februar 2019 at 13:35

    Lieber Herr Fischer,
    die deutsche Sprache ist nicht nur Kommunikationsmittel, sondern ein über Jahrhunderte gewachsenes Kulturgut. Sie ist recht präzise und deutlich. Wer Zweifel an verschiedenen Worten und deren Bedeutung hat, kann notfalls im Duden nachschlagen. Falls Sie also Anstoß nehmen an der Verwendung der Wörter „Freiheit”, „Kameraden” oder „Heimatsöhne”, dann sollten Sie entweder eine andere Sprache wählen, oder gar keine benutzen. Letzteres wäre mir auch recht, denn auf Ihre absurde Meinung lege ich nach diesem Ihrem Kommentar keinen Wert.
    So weit kommt es noch, dass Menschen wie Sie die deutsche Sprache nach Ihrem Empfinden von „political correctness” umformen – lächerlich!
    Alles hat Grenzen…!

  2. Avatar

    Alexander Uhlig

    12. Februar 2019 at 8:58

    Rock’n’Roll war schon immer so.
    Egal in welcher Präsentation
    oder Interpretation.
    Wem das nicht passt braucht
    ja nicht zuhören.

  3. Avatar

    Andi

    12. Februar 2019 at 14:25

    Was für ein niveauloser Artikel faschistoider Gesinnung. Das sind unsere Wissenschaftler?
    Ach wie groß ist das Genie, ONANIE

  4. Avatar

    Dominik Heil

    12. Februar 2019 at 15:28

    Ob die Aussagen des Liederforschers stimmen, oder nicht; warum wird überhaupt so ein Wirbel um Andreas Gabalier gemacht? Vielleicht sind die Texte konservativ; und wenn schon.

    Viel eher sollten diese Liederforscher mal die Musik forschen, die unsere Jugend hört.

    Lieder, in denen sexuelle Gewalt, Antisemitismus und Kriminalität idealisiert werden. Lieder, die eine komplette Sexualisierung fördern. Pornos aus den 90er Jahren wirken geradezu fromm und keusch, im Vergleich zu diesen Liedern.

    Darüber sollten sich die Liederforscher mal Gedanken machen. Aber da heißt es ganz groß: „Kunstfreiheit”.

    Im Vergleich zu den Liedern, die unsere Jugend hört, ist Andreas Gabalier wirklich nur ein unschuldiger Lederhosenjodler.

    Ist schon witzig, dass man bei uns von „ficken”, „blasen”, „wixxen”, „sperma” und „muschis” singen darf, aber wenn ein Mann von Familie und Kultur singt, regt sich die ganze Republik auf.

    • Avatar

      Friedrich

      27. April 2019 at 19:27

      Finde Gabalier als Deutschsprachigem Elvis immer besser . Nach seinen bewegten Auftritten am Anfang bringt er jetzt sehr gute Songs. So gut wir wir sie aus den 70er Jahren kennen. Verdankt lang her.

    • Avatar

      Brigitte

      17. Juli 2019 at 19:45

      Das ist wirklich sehr gut zusammen gefaßt . Da erkennt man doch das politische Hintergrundziel und die diesbezügl. Einstellung des sogen. Wissenschaftlers . Und was so einer sich in seinem Kopf zusammenspinnt um seine Ziele zu erreichen soll dann für alle gelten . Furchtbar !

  5. Avatar

    Rainer Seifert

    13. Februar 2019 at 16:34

    Bislang dachte ich, „Rechtsextremismus-Experte” wäre der „Beruf” der Stunde, in dem man es ohne großes Wissen und viel Aufwand zu großem Ansehen und bester Bezahlung in Nachrichten Sendungen der ÖR und talk-shows schafft.

    Nun gesellt sich also auch noch der Beruf (?) des „Liederforschers” hinzu. Musik und Mammon, welch schöne Verbindung.

  6. Avatar

    Patty A.

    14. Februar 2019 at 11:11

    Es ist langsam wirkliche beängstigend, wie Menschen versuchen durch schwachsinnige Kommentare uns nicht nur zu diktieren was wir zu denken haben… Nein! Jetzt will man uns auch noch vorschreiben, wie wir uns zu artikulieren haben. Ich bin ein riesen Gabalier Fan. Aus seinem Hirn entspringen großartige Texte mit Sinn und Verstand. Leider kann man das heute nicht von jedem sagen!

  7. Avatar

    Rainer Seifert

    30. Juli 2019 at 20:43

    Nun ja, Freiburg und Theologe, wir sollten wirklich nicht zuviel erwarten.

    Was mag dieser Herr wohl, sollte er auch Sprachforschung außerhalb der Musikszene betreiben, zum Namen der schönen Stadt Wolfsburg sagen?

    Das sit doch wohl klare Nazisprache, oder? Von den Nazis für das KdF Werk gegründet und mit Hitlers Vorliebe für „Wolf” versehen. Siehe Wolfsschanz – übrigens nannte er sich privat auch gerne Wolf.

    Aber das ist für solche Herrschaften wahrscheinlich nicht erkennbar. Dabei denke ich auch noch an diesen komischen Professor, der damals kräftig mithalf, zusammen mit der armen Steuergeschädigten Schreynemakers und „Staatsschauspielerin” Berben, Eva Herman fertig zu machen.

  8. Avatar

    WernerJ

    10. November 2019 at 19:22

    Empfehle eine Auseinandersetzung und Analyse der Texte von „Feine Sahne Fischfilets.” Dort werden sie reichhaltig fündig an widerwertigen, hetzerischen und zur Gewalt aufrufenden Texten. mein Herr…man kann sie einfach nicht ernst nehmen. Wer gibt so etwas eine Plattform? Na ja…jeder blamiert sich so gut er kann.

  9. Avatar

    Betti

    14. November 2019 at 12:25

    Freiheit? Es gibt Menschen, die haben diesen Wert!

    Und die sind jetzt gar alle reaktionär oder werden noch schlimmer als Nazi bezeichnet?
    Was ein Schwachsinn, sorry

    Vielleicht ist dieser Herr auch schon zu alt, aber wenn man ein wenig forscht, findet man heute so viele moderne Blogs, die sich mit dem Finden der eigenen Werte, nach denen jeder Mensch handelt, beschäftigt

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Kultur

Muslima beschwerte sich: St.-Martin-Darsteller bekommt Auftrittsverbot

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild (Laternen bei einem Martinsumzug): HDValentin via Flickr [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Im nordrhein-westfälischen Niederkassel ziehen Aussagen, wonach es sich beim Martinsumzug um ein „christliches Fest” handle, harte Konsequenzen nach sich.

Niederkassel. – Die Geschichte spielten sich am 6. November im Stadtteil Rheidt in Niederkassel nahe Bonn ab. Wie der General-Anzeiger berichtet, fühlte sich eine muslimische Frau benachteiligt, weil der Martinsdarsteller den Umzug als „christliches Fest” darstellte. Ihre Schwägerin beschwerte sich daraufhin in sozialen Medien über den Umstand – mit Folgen für den Mann. Dieser darf nun künftig diese Position nicht mehr ausfüllen.

Vorfall bei traditionellem Martinsumzug

Die vermeintlich anrüchige Aussage fiel beim traditionellen Umzug an der Rheidter-Werth-Schule, welchen der Mann bereits seit Jahren ohne Beanstandung anführte. Bei der Ausgabe der Weckmänner – eine Art Hefegebäck – erinnerte der St.-Martin-Darsteller dann an den christlichen Charakter des Festes.

Unter den Anwesenden befand sich auch eine muslimische Mutter mit drei Kindern. Nachdem angeblich weder Direktorin noch Bezirkspolizei zum Vorfall eine Stellung beziehen wollten, äußerte die Angehörige der Teilnehmerin auf Facebook ihren Unmut. Und tatsächlich – mehrere Akteure distanzierten sich in der Folge von den Geschehnissen.

Christliches Fest”: Alle distanzieren sich

So bezeichnete etwa der Beigeordnete im Stadtrat, Sebastian Sanders (CDU), die Aussage als „völlig deplatziert“. Immerhin handle es sich um „eine gute Schule und zwar für alle Kinder“. Auch der Jugendausschuss der Stadt beschäftigte sich mit dem Vorfall. Der örtliche Kinderschutzbund schrieb den zuständigen Ortsring an, rang dem Vorstand eine Entschuldigung ab.

Dieser bekräftigte öffentlich sein Bedauern: „Wir sind froh, dass Menschen aller Religionen und Länder an unseren Veranstaltungen teilnehmen”. Hätte man den Vorfall mitbekommen, hätte man die Äußerungen „vor Ort richtiggestellt”, so Ortsring-Sprecher Markus Thüren. Der Darsteller vom Vorfall wiederum darf künftig nicht mehr am Umzug mitwirken.

Betroffene Muslima über Entwicklung froh

Gerade diese Entwicklung stellt die Muslima, welche sich angegriffen gefühlt hatte, zufrieden: „Es gab eine öffentliche Entschuldigung und der Sankt Martin wird nie wieder in Rheidt auf dem Pferd sitzen.“ Gleichzeitig empfindet sie im Nachlauf der Geschichte ein Unbehagen – mehrere Nutzer ergriffen nämlich auch Partei für den vermeintlichen Übeltäter.

Martinstag: Debatte um Brauchtum ewig jung

Die ewig junge Debatte rund um den Martinsumzug erreicht damit einen neuen Höhepunkt. Die Sorge, Kinder mit anderem Glauben zu verschrecken ist auch nicht neu: In manchen Orten versuchte man den Tag zum Beispiel als „Lichterfest” umzudeuten. Der Laternenumzug geht auf das frühe 20. Jahrhundert zurück, und hat seine Wurzeln wohl in älteren Feuerbräuchen.

Die Darstellung des frühchristlichen Heiligen erinnert wiederum an eine Tat, welche als Musterbeispiel für christliche Nächstenliebe gilt. Dieser teilte einst bei Ankunft im französischen Amiens seinen Mantel, um einen armen Mann im Ort zu wärmen. Die Ausgabe von Gebäck geht ähnlich dem verbreiteten Martinisingen auf einen alten Heischebrauch zurück.

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Kultur

Wegen Gleichbehandlung: Autobahnmeisterei bekommt Christbaumverbot

Julian Schernthaner

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ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Das Regierungspräsidium in Freiburg untersagte einer Autobahnmeisterei die Fortführung der Tradition, einen Weihnachtsbaum an der Schweizer Grenze aufzustellen.

Freiburg im Breisgau. – Es galt seit vielen Jahren als nette Tradition bei der Autobahnmeisterei Efringen-Kirchen: Alljährlich stellte man nahe des Grenzüberganges auf der A5 einen Weihnachtsbaum auf, um zur besinnlichen Zeit aus der Schweiz ankommende Autofahrer zu begrüßen. Nun folgte die Unterbindung von offizieller Stelle.

Ende der Tradition wegen „Gleichbehandlung”

Wie die Junge Freiheit am Freitag berichtet, sei der Behörde „bewusst geworden, dass es solche Wünsche von Religionsgemeinschaften auch zu anderen Feiertagen geben könnte“. Dies wäre nach Ansicht des Regierungspräsidiums allerdings mit der Verkehrssicherungspflicht nicht vereinbar.

Daher, so ein Sprecher der Behörde, habe man entschieden, „aus Gründen der Gleichbehandlung” keinen Baum mehr aufstellen zu lassen. Die Verordnung beträfe dabei nicht nur nur das aktuelle Jahr. Auch künftig soll es keine Weihnachtsbäume bei der Gemeinschaftszollanlage im Dreiländereck geben.

Bürger wollte zusätzlichen Chanukka-Leuchter

Auslöser der nunmehrigen Entscheidung war dabei die Anfrage eines Bürgers, welcher beantragt hatte, einen Chanukka-Leuchter neben dem Baum aufzustellen. Bereits im Vorjahr gab es einen ähnlichen Antrag, der aber zu kurzfristig eintraf. Da er diesmal aber mit entsprechendem Vorlauf eintraf, musste sich die Behörde damit befassen.

Das jüdische Fest, das an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im zweiten vorchristlichen Jahrhundert erinnert, fällt diesmal zeitlich mit Weihnachten zusammen (22.–30. Dezember). Beide Feste teilen sich einen familiären Charakter, die Darbietung von Liedern, gemeinsamen Verzehr von Köstlichkeiten und den Austausch von Geschenken.

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Kultur

Nach Zensurwunsch: Nuhr wirft Sonneborn totalitäre Tendenzen vor

Julian Schernthaner

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ASDF Bild (Nuhr 2017): Euku via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (Bild zugeschnitten)

Dieter Nuhr reagierte auf die Forderungen von Martin Sonneborn (Die PARTEI), den beliebten Kabarettisten aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verbannen mit einem gepfefferten Konter.

Hannover. – Die Wurzeln der Fehde gehen auf den Europawahlkampf des früheren Herausgebers des Satiremagazins Titanic zurück. Damals bezeichnete Sonneborn seinen Branchenkollegen als „Scheinkabarettisten”. Nach den Witzen Nuhrs über Greta Thunberg legte er dann nach und sagte in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen, er würde Nuhrs Auftritte im Rundfunk verbieten, wenn er etwas zu sagen hätte.

Nuhr: „Der Deutsche neigt zum Totalitären”

Nun, zweieinhalb Wochen später, nützt Nuhr die Gelegenheit, ebenfalls in einem HAZ-Interview, für einen Konter. Er nehme die Aussage von Sonneborn als „sehr ehrlich” wahr. Denn sie sage viel über das Verhältnis des seit 2014 im Europaparlament sitzenden Satirikers zur Meinungsfreiheit aus. „Der Deutsche neigt ja immer mal wieder zum Totalitären, das ist ja nichts Neues”, so Nuhr.

Auch Sonneborns früherer Aussage, er sei nur ein „Schein-Kabarettist”, hielt er eine direkte Gegenbewertung entgegen. Er habe nämlich „zahlreiche Therapiestunden benötigt”, um zu erkennen, dass es sich bei Sonneborn auch nur um einen „Scheinpolitiker” handle. Dadurch sei für sein Dafürkönnen nun „alles wieder gut”, so der vielfach preisgekrönte Nuhr.

Kritik an „politischer Angepasstheit” im Kabarett

Auch zur breiten Aufregung – Die Tagesstimme berichtete – über seine Witzeleien auf Kosten der schwedischen Klimaaktivistin Thunberg äußerte sich Nuhr. Diese habe ihn nicht überrascht: „Da ich den geistigen Horizont der Kollegen ganz gut einschätzen kann, bin ich selten verwundert“, so die gelassene Antwort des Humor-Urgesteins. Früher hingegen sei es im Kabarett ganz üblich gewesen, den Zeitgeist infrage zu stellen.

Heute würden dies allerdings nur mehr wenige Komiker tun. Vielmehr wäre „politische Angepasstheit und Ausgrenzung von Andersdenkenden” heutzutage ein „gutes Geschäftsmodell” unter seinen Kollegen. Seiner Ansicht nach seien abweichende Meinungen hingegen lediglich eine „Herausforderung” – und kein „auszumerzendes Übel”.


Weiterlesen:

Komiker Nuhr erntet Kritik von Twitter-Nutzern wegen Thunberg-Witzen (1.10.2019)

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