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Österreich

Salzburg: Aufregung um türkische Wahlwerbung für FPÖ-Kandidatin

Julian Schernthaner

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Symbolbild Salzburg: Pxhere / Symbolbild Türkeifahne: Pixnio / Bild FPÖ-Logo: Wikimedia Commons [alle CC0] / Collage: Die Tagesstimme.

Im Vorfeld der Salzburger Gemeinderatswahlen sorgt eine private Chatnachricht, welche zur Wahl der türkischstämmigen FPÖ-Kandidatin Canan Brenner aufruft, für Diskussionsstoff – und einigen Unmut bei der Basis.

Salzburg. – Wie die Kronen Zeitung am Dienstag berichtet, handelt es sich dabei um Werbung für die Gemeinderatsambitionen bekannte Unternehmerin, welche auf Listenplatz 9 kandidiert. Übersetzt lautet die WhatsApp-Botschaft wie folgt: „Macht ein Zeichen bei der FPÖ, schreibt daneben Canan Brenner rein, damit unsere Schwester einen Schritt näher zum Gemeinderat ist.“

FPÖ bekennt sich zur deutschen Sprache

Die ersten Reaktionen freiheitlicher Funktionäre fiel zunächst gelassen aus. Spitzenkandidat Andreas Reindl wies etwa darauf hin, dass es keine offizielle Wahlwerbung in Fremdsprachen gäbe – “unsere Sprache bleibt Deutsch”. Hier handle es sich allerdings um einen privaten Versuch, nicht-deutschsprachige Wähler zu erreichen.

Daraufhin entlud sich auf sozialen Medien und im Krone-Leserforum einiger Unmut über die Neuigkeit. Landesparteichef Marlene Svazek reagierte und beteuerte, man lehne türkischsprachige Wahlwerbung “vehement” ab. Auch sie plädierte allerdings dafür, dass die Sprachwahl in privaten Nachrichten grundsätzlich “Privatsache” sei. Die betroffenen Kandidatin beteuert ebenfalls, nicht auf türkisch geworben zu haben.

Salzburg: Viele Wähler mit Migrationshintergrund

Die Botschaft ist auch deshalb pikant, weil die Parteien in der multikulturellen Stadt um die Gunst von 17.000 EU-Bürgern und 12.000 wahlberechtigten Eingebürgerten, darunter 1.500 Türkischstämmigen, buhlen.

Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl kritisierte Spitzenkandidat Reindl den SPÖ-Kandidaten Bernhard Auinger für einen Brief an die türkische Community in deren Muttersprache. Auinger spöttelte nach Bekanntwerden deshalb auch über “blankes Chaos” bei den Freiheitlichen.

Patriotische Akteure üben scharfe Kritik

Teils noch weitaus drastischer fiel die Reaktion patriotischer Akteure in sozialen Medien aus. Identitären-Chef Martin Sellner sah darin etwa ein Musterbeispiel für die sogenannte “ethnische Wahl”. Dort fänden sich “kandidatenzentrierte, lokale Wahlkämpfe”, welche sich “in der Sprache der Parallelgesellschaft anbiedern” würde. Dass die FPÖ nun auch diesen Mechanismus bediene, sei “unfassbar”

Auch Michael Scharfmüller, Redakteur des oberösterreichischen Magazins INFO-Direkt, äußerte sich ablehnend. Seiner Ansicht nach passe das Wording “nicht zu den Werten einer sozialen Heimatpartei”. Zwar solle man nicht “das Kind mit dem Bade ausschütten”. Die Freiheitlichen würden mit solchen “sinnlosen Geschichten” aber ihre “Glaubwürdigkeit untergraben”.

Patriotischer Maler zeichnet Satire-Wappen

Mit einigem ironischen Humor reagierte unterdessen der Maler Odin Wiesinger auf die Diskussion. Der Innviertler, der als Lieblingsmaler von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) gilt, zeichnet mit einigem Augenzwinkern ein Mock-Wappen für die Salzburger Stadt-Freiheitlichen. Dieses zeigt neben der Festung Hohensalzburg auch Minarette.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Geheim

    13. Februar 2019 at 18:52

    Übertrieben! SWJs von Rechts

  2. Avatar

    Herr Mannelig

    16. Februar 2019 at 16:17

    Frau Canan Brenner möchte unbedingt ( Listenplatz 9 ) in den Gemeinderat der Stadt Salzburg.
    Warum ihre Wahlwerbung ( in türkischer Sprache ) via WhatsApp auch an die Kronen Zeitung
    gelangt ist ein Rätsel.
    Aufgrund des medialen Interesses ist Kritik angebracht- d.h. eine Aussprache mit der Kandidatin
    unter vier Augen.
    Allerdings ist auch die Kritik von patriotischen Gruppierungen an der “Ethnischen Wahl” durchaus
    legitim-siehe Wählerimport und Strategie der Multikultiparteien.
    Wichtig ist, dass sich das Lager der vernünftigen Realisten durch solche Blödheiten nicht spalten läßt !!!
    P.S. Auch Exponenten des Attersee Kreises sollen sich besinnen : Türkischer Ehrenkodex bedeutet NICHT
    Ehre im Sinne der DB !!!
    Bei diesbezüglichen Zweifeln empfehle ich das Band abzunehmen und darin Kebap einzuwickeln.

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Österreich

Identitäre: SPÖ Kärnten fordert “sofortige Offenlegung” von Namenslisten

Julian Schernthaner

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am

ASDF Bild: ehem. Facebook-Seite Identitäre Bewegung Österreich

Der Landesgeschäftsführer der SPÖ Kärnten, Andreas Sucher, will sich damit ein Bild über die Situation und Vernetzung der Identitären im Bundesland machen.

Klagenfurt. – Wie die Kärntner Sozialdemokraten in einer Presseaussendung darstellt, hätten die Bürger ein Recht zu erfahren, wie viele Identitäre es in Kärnten gäbe. Außerdem sei erheblich, ob diese im öffentlichen Dienst oder bei einer Partei beschäftigt seien, weiters sei deren Finanzierung zu klären.

SPÖ-Landesgeschäftsführer will “sofortige Offenlegung”

Aus diesem Grund fordert Sucher das Innenministerium und die FPÖ auf, in der Causa “mit offenen Karten” zu spielen. Dies gelte insbesondere im Zusammenhang mit einer “ominösen Namensliste”, welcher der freiheitliche Landesparteiobmann Gernot Darmann offenbar nach Wien übermittelt hätte, hier plädiert er auf eine “sofortige Offenlegung”.

Außerdem interessiert sich Sucher für angebliche Verbindungen der Kärntner Freiheitlichen zur patriotischen Gruppierung. Die “Litanei” von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), wonach es solche nicht gäbe, hält er für unglaubwürdig. Diese spiele vielmehr ihr “übliches Spiel [..] abstreiten, Kopf einziehen, abwarten und ablenken”. Dies werde im gegenwärtigen Fall allerdings “nicht funktionieren”.

Sucher: Geht um “Sicherheit Kärntens und Österreichs”

Seiner Ansicht nach gehe es hier nämlich um nicht weniger als die “Sicherheit Kärntens und Österreichs.” Man dürfe auf keinen Fall “zulassen, dass diese Bedrohung verharmlost oder verkleinert” würde. Worin die konkrete Bedrohung durch Identitäre bestünde, führte er nicht näher aus. Allerdings behauptete er, dass diese “in anderen Bundesländern […] auffällig oft bewaffnet” wären.

Mit letzterer Aussage spielt Sucher auf einen kürzlich an Medien geleakten BVT-Anlassbericht mit 364 angeblich “ausgeforschten Mitgliedern” der patriotischen Protestgruppe. Der Umstand, dass etwa ein Fünftel der dort benannten Personen im legalen Besitz von Waffen wären sorgte daraufhin ebenso für einige Aufregung wie die Behauptung, dass 32 Personen auf der Liste rechtskräftige Verurteilungen aufweisen würden.

Identitäre dementierten Vorwürfe

Die Identitären selbst dementierten daraufhin derartige Darstellungen – Die Tagesstimme berichtete. Man verwies dabei auf die Unbescholtenheit seiner etwa 300 Aktivisten und dass der eigentliche Trägerverein lediglich eine Handvoll Mitglieder besäße. Der Charakter der Liste sei aus Sicht der Gruppierung “nicht erklärlich”.

Gleichzeitig könne man nicht die “Vita und Lebensgeschichte” seiner Förderer, Spender und Rundbriefempfänger eruieren. Man sieht in jener – mit Darmanns Dossier mutmaßlich unverwandten – “konstruierten Liste” einen “durschaubaren und billigen Versuch, die IBÖ medial zu diffamieren”.

BVT-Liste: Zusammenstellung offenbar willkürlich

Mittlerweile tauchten im Falle der BVT-Liste auch erste Berichte von Personen auf, die jenseits eines Rundbriefempfangs offenbar gar keine nähere Involvierung mit den Identitären hatten. Die Tiroler Tageszeitung berichtete über das Auftauchen eines bei einer Innsbrucker Burschenschaft korporierten ORF-Stiftungsrates auf dieser als vermeintlicher Sympathisant.

Jener gab daraufhin zu Protokoll, weder Spenden geleistet zu haben, noch an Veranstaltungen oder Aktionen der Identitären teilgenommen zu haben. Von der Tagesstimme mit der Personalie konfrontiert, bestätigten sowohl Identitäre aus Tirol als auch ein Sprecher der betroffenen Burschenschaft diesen Befund.


Weiterlesen:

Verwirrung um angebliche Identitären-Mitgliederliste (12.04.2019)

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Gesellschaft

Wien: Identitäre demonstrierten für Meinungsfreiheit

Redaktion

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von

ASDF Bild der Kundgebung: Identitäre Bewegung Österreich

Nach den gehäuften Diffamierungen gegenüber der Identitären Bewegung Österreich lud diese am Samstag zu einer Kundgebung vor dem Justizministerium ein, um gegen die Repressionsversuche Gesicht zu zeigen.

Wien. – Bei der gut besuchten Kundgebung waren insgesamt circa 300 Demonstranten anwesend. Nachdem es anfangs kleinere organisatorische Schwierigkeiten bei der Einlasskontrolle gab, füllte sich der Platz vor dem Ministerium bis zum Beginn der Veranstaltung jedoch schnell.

Hohes mediales Interesse

Neben den Besuchern der Kundgebung kamen auch zahlreiche Reporter vor das Justizministerium. So waren neben den klassischen österreichischen Medien auch Vertreter einer französischen Rundfunkeinrichtung sowie ein Reporter der deutschen „Jungen Freiheit“ anwesend, welche ebenfalls berichtete.

Diese Vielfalt spiegelte sich auch bei den Besuchern wider. Neben Österreichern waren teilweise Teilnehmer aus dem Norden Deutschlands angereist, auch Aktivisten der Identitären Bewegung aus Dänemark und Ungarn waren vor Ort.

Von den insgesamt sechs angemeldeten Gegendemonstrationen bekamen die Teilnehmer der Kundgebung nicht viel mit. Die von der Polizei errichtete Sperrzone verhinderte ein direktes Aufeinandertreffen der verschiedenen Parteien. Lediglich vereinzelte Parolen der linken Demonstranten waren zu vernehmen. Durch die gute Organisation der Veranstalter und der Polizei beeinträchtigten diese den Ablauf jedoch nicht. 

Auch die anwesenden Fotografen der Antifa, welche teilweise Portrait-Fotografien der Teilnehmer anfertigten, störten die Kundgebung durch den relativ großen Abstand nur indirekt. 

„Ich klage an. In diesem Staat geschieht ein Unrecht.“

Mit diesen Worten kündigte Martin Sellner den Protest in einem Video an. Das Thema wurde in seinem Redebeitrag aufgegriffen und vertieft. Sellner kritisierte die „Diffamierungskampagne“ gegen den friedlichen patriotischen Aktivismus der Identitären Bewegung.

Diese sei in diesem Ausmaß nur möglich, weil Österreich ein „tief linker Staat“ sei, in welchem eine großflächige “Mediengleichschaltung” vorherrsche. Diese bezeichnete der Leiter der IBÖ auch als „Medienmafia“.

Immer wieder ertönten während der Rede Sprechchöre der Teilnehmer. Es wurden Parolen wie „Heimatliebe ist kein Verbrechen“ und „Heimat, Freiheit, Tradition – Multikulti Endstation“ skandiert. 

Eine weitere Rede wurde von einem jungen Aktivisten aus Salzburg vorgetragen. Dieser ermutigte die Teilnehmer der Protestkundgebung dazu, trotz der Repressionsversuche standhaft zu bleiben. Sowohl Sellner als auch der zweite Redner bedankten sich bei sämtlichen Unterstützern, welche trotz dieser erschwerten Bedingungen geschlossen hinter der IBÖ stehen. 

Kurz verkleidet

Für Lacher sorgte zuletzt der Gastauftritt eines als Sebastian Kurz verkleideten Aktivisten, welcher im Dialog mit Sellner seine Beziehung zu den Identitären darstellte. Zwar sei der IBÖ thematisch nichts vorzuwerfen, die Dämonisierungen wie beispielsweise im “Falter” müssten aber stimmen, denn – Medien berichteten ja bekanntlich immer die Wahrheit.

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Österreich

Misstrauensantrag abgelehnt: Eustacchio (FPÖ) bleibt Vizebürgermeister

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Grazer Rathaus (CC0)

Der Grazer Gemeinderat spricht dem freiheitlichen Vizebürgermeister Mario Eustacchio weiterhin das Vertrauen aus.

Graz. – Am Donnerstagabend kam es in einer Sondersitzung des Gemeinderats zur Abstimmung über den von der Opposition angestrengten Misstrauensantrag gegen Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ). Mit 27 zu 19 Stimmen wurde der Antrag erwartungsgemäß klar abgelehnt – alle Gemeinderäte von ÖVP und FPÖ stellten sich hinter den Vizebürgermeister.

Koalition bleibt bestehen

Die Opposition aus KPÖ, Grünen, SPÖ und NEOS forderten den Rücktritt Eustacchios, weil dieser sich vor einer Woche hinter die Identitäre Bewegung gestellt und vor einer Vorverurteilung der patriotischen Gruppe gewarnt hatte (Die Tagesstimme berichtete). Dass Eustacchio kurz darauf doch auf Distanz zu den Identitären gehen musste, nahm der Koalitionspartner ÖVP mit Bürgermeister Siegfried Nagl dann zwar positiv auf, änderte aber nichts mehr an der Haltung der Opposition.

“Danke, es ist alles gesagt”

In der Debatte vor der Abstimmung des Misstrauensantrag wiederholte die Oppositionsparteien ihre Kritik an Eustacchio. Er selbst äußerte sich hingegen nicht mehr. Für die FPÖ meldete sich nur Gemeinderätin Claudia Schönbacher zu Wort: “Danke, es ist alles gesagt.”

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