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Ex‐Grüner Gewerkschafter beschimpft FPÖ‐Abgeordnete wüst

Anlass für die unflätigen Bemerkungen durch Samir Kesetovic (kl. Bild) war eine Veranstaltung zum politischen Islam in seiner Heimatstadt Wilhelmsburg. Symbolbild (Hauptplatz Wilhelmsburg): Grubernst via Wikimedia Commons [CC0] / Bild Kesetovic (2012): AleXXw via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0] (umrandet) / Collage: Die Tagesstimme.

In Niederösterreich musste die aus Serbien stammende blaue Landtagsabgeordnete Vesna Schuster eine Schimpftirade des ex‐grünen AK‐Rates Samir Kesetovic, die weit unterhalb der Gürtellinie schlug, über sich ergehen lassen.

Wilhelmsburg/St.Pölten. – Die blaue Politikerin berichtet laut Heute von „Telefonterror, übelsten sexistischen Beschimpfungen und aggressiven Drohungen”. Diese seien vonseiten des ursprünglich aus Bosnien stammenden Kesetovic über mehrere Tage hinweg abgesondert worden,

Wüste Beschimpfungen gegen Schuster

Unter den Nachrichten befand sich auch eine besonders geschmacklose Botschaft. Darin unterstellt er ihr unter anderem sich die österreichische Staatsbürgerschaft erschlafen zu haben. Im Wortlaut: „Chauvinistisches Dreckstück… dumme Kuh… du bist nur mit deiner Fut Österreicherin geworden…“

Vortrag über politische Islam als Auslöser

Anlass für die ausfallenden Kommentare war offenbar ein gemeinsamer Vortrag Schusters mit der Islamexpertin Laila Mirzo zum politischen Islam. Sie sei ein „Bauerntrampel” und solle sich aus seiner Heimatstadt „verpissen”.

Er drohte damit, der Veranstaltung am gestrigen Donnerstag beizuwohnen – sie würde dann „schon sehen”. Deshalb prüft auch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) einen möglichen Tatbestand.

Scharfe Kritik von FPÖ‐Schnedlitz

FPÖ‐Landesparteisekretär Michael Schnedlitz sprach angesichts der unflätigen Bemerkungen von einer „Schande”. Es sei „skandalös”, dass die Grünen mit solchen „unterträglichen Typen […] im Boot” sitzen würden. Wer „für den Islam ausreitet”, habe „in der Politik nichts verloren”. Vielmehr müsse, so Schnedlitz, die Bevölkerung „vor diesen grünen Islam‐Freunden geschützt werden”.

Kesetovic sieht Schuster als „Hetzerin”

Kesetovic ist zwar fromell kein Mitglied der Grünen mehr, darf seine Liste aber mit Einverständnis der Landespartei den Namen „Grüne Gewerkschafter” verwenden. Die Grünen selbst organisieren sich in der AUGE/UG NÖ = Grüne, Alternative und Unabhängige Gewerkschafter NÖ.

In einer ersten Stellungnahme verteidigte er die Äußerungen als seine „persönliche Meinung”. In seinen Augen handle es sich bei Schuster um eine „Hetzerin”, er wehre sich lediglich gegen „jeden Akt des Rassismus”. Er selber empfindet ihre Position als „reine Hetze” und wolle nicht, dass etwa sein Sohn „so etwas” hören könne.

AK‐Vorstand und Grüne distanzieren sich

Der Vorstand der AK Niederösterreich distanzierte sich mittlerweile mit Nachdruck von den Aussagen. Ein derart „unwürdiges Verhalten” eines Kammerrates würde „nicht geduldet” – und „Frauenfeindlichkeit schon gar nicht”, so AK Niederösterreich‐Präsident Markus Wieser. Er habe Kesetovic außerdem in einem persönlichen Telefonat zur Zurücklegung seiner Funktion als Kammerrat gebeten.

Auch der Spitzenkandidat der ‚regulären’ Grünen‐Liste AUGE/UG, Stefan Taibl verurteilt die Aussagen. „Sexistische und widerwärtige Beschimpfungen” seien „keine tauglichen Mittel” im Umgang mit dem politischen Gegner.

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