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Deutschland

Wirbel um Scherz von Kramp-Karrenbauer über “drittes Geschlecht”

Julian Schernthaner

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Symbolbild (Kramp-Karrenbauer 2014): Olaf Kosinsky via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten)

Bei einer Faschingsrede am vergangenen Donnerstag witzelte die CDU-Vorsitzende auch über die Genderpolitik in Berlin – und erntete nun Kritik von mehreren Seiten.

Stockach. – Die Unionschefin war in diesem Jahr der Stargast des traditionsreichen Stockacher Narrengerichts, welches bereits seit dem 14. Jahrhundert jährlich stattfindet und zu den wichtigsten Fasnachtsveranstaltungen in Baden-Württemberg. In ihrer Büttenrede als ‘Angeklagte’ – zeigte sich Kramp-Karrenbauer bestens gelaunt von einer humorvollen Seite – allerdings nicht zur Freude aller.

Witz über Berliner “Latte-Macchiato-Fraktion”

Insbesondere ein vermeintlicher Witz über Intersexuelle rückt die gebürtige Saarländerin nun ins Zentrum der Kritik. Unter anderem spottete sie bei ihrem satirischen Auftritt über die gesellschaftlichen und politischen Zustände in der Bundeshauptstadt Berlin. Unter tosendem Beifall witzelte sie dabei über die Einführung von Toiletten für das mittlerweile rechtsgültig eingeführte “dritte Geschlecht”:


„Wer war denn von euch vor Kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.”

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beim Stockacher Narrengericht

Obwohl die Äußerungen während einer Live-Sendung des SWR fielen, dauerte es zumindest bis Samstag, dass erste Reaktionen aus der Politik folgten. Diese fielen dafür dann umso deutlicher aus – und zwar sowohl aus Berlin als auch auf Bundesebene.

Berliner Bürgermeister moniert fehlende “Haltung”

So äußerte sich etwa Michael Müller (SPD), der regierende Bürgermeister von Berlin, auf Twitter ablehnend. Seiner Ansicht nach zeige der Auftritt, dass die Unionsvorsitzenden “in Diskriminierungsfragen eine dem Amt und der Funktion angemessen Haltung” vermissen lasse.

Berliner Kultursenator: “Stammtischniveau”

Noch schärfer schoss dessen Stellvertreter Klaus Lederer (Die Linke). In seiner Funktion als Kultursenator steht dieser derzeit wegen einer als pauschalisierend geltenden Broschüre über den Umgang mit angeblichen “rechten Störern” selbst im Zentrum öffentlicher Kritik – Die Tagesstimme berichtete.

Dennoch teilte Lederer nunmehr kräftig gegen Kramp-Karrenbauer aus. Ihre humoristische Darbietung sei ein “Trauerspiel”, sie denunziere damit Menschen “auf Stammtischniveau”, weil diese nicht der “geltenden Machonorm” entsprächen.

Auch Bundespolitiker empören sich

Auch in der Bundespolitik sorgte der Witz der Unionschefin für einigen Unmut. So twitterte etwa Jens Brandenburg, der FDP-Fraktionssprecher für die Anliegen von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen (LSBTI), über seine Fremdscham. Es müsse möglich sein eine humorvolle Narrenrede zu halten “ohne platt auf Minderheiten einzudreschen”.

Grünen-Politiker fordert Entschuldigung

Sven Lehman, Sprecher für Queer-Politik der Grünen-Bundestagsfraktion schrieb überhaupt einen offenen Brief an die Unionschefin. Darin fordert er sie dem RBB zufolge zu einer öffentlichen Entschuldigung auf. Er erinnerte darin an die hohe Selbstmordrate unter Trans- und Intersexuellen.

Insgesamt habe ‘AKK’ seiner Ansicht nach die “Möglichkeit und Verpflichtung”, sich für eine “diskriminierungsfreie Gesellschaft” einzusetzen. Er empfindet ihre Äußerung als “herablassend, diskriminierend und “verächtlich machend” und sei mit dieser Bewertung nicht alleine.

Rückendeckung aus AfD und Union

Naturgemäß wenig Verständnis für den Aufruhr hatte man im eigenen Lager. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger erinnerte etwa, ebenfalls auf Twitter, an den Rahmen der Äußerungen bei einer Faschingsveranstaltung.

Auch bei der AfD sprang man der sonst ungeliebten Mitbewerberin zur Seite. Gleich mehrere Spitzenpolitiker der patriotischen Partei bekundeten ihre Verwunderung über den Aufschrei. Am kreativsten betätigte sich dabei der sachsen-anhaltische Landesgruppensprecher im Bundestag, Martin Reichardt. In Gedichtform echauffierte er sich über die “heilige Kuh” der “queergrünen Blockwarte”.


Weiterlesen:

Deutschland: Drittes Geschlecht soll “divers” heißen (16.08.2018)

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Avatar

    Klasube

    4. März 2019 at 16:15

    Jesses Maria und Josef…! S’ist Karneval – schon vergessen, ihr Spaßbremsen?
    Wie mir dieser Empörungs- und Gesinnungsterrorismus auf den Senkel geht…!

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Deutschland

AfD-Bystron: “Kurz hat sein Land und seine Regierung verraten!”

Julian Schernthaner

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ASDF Bild Petr Bystron (AfD): privat

Scharfe Kritik übte der Obmann der patriotischen Alternative für Deutschland (AfD) im Auswärtigen Ausschuss, Petr Bystron, anlässlich der österreichischen Regierungskrise am dortigen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Berlin. – Auch in Deutschland beschäftigen die derzeitigen Geschehnisse in Österreich die Politiker aller Fraktionen. Deutliche Worte fand mit Petr Bystron auch ein hochrangiger Vertreter der mit den Freiheitlichen verbündeten AfD. Er sieht die Schuld für das Scheitern der türkis-blauen Koalition vordergründig bei Kurz.

Bystron: “Kurz hat Land und Regierung verraten”

Gegenüber der Tagesstimme sagte Bystron: “Sebastian Kurz hat sein Land und seine Regierung verraten”. Zuerst habe er Strache versprochen, es bei dessen Rücktritt auf sich beruhen lassen. Nur Stunden später habe er dann jedoch auch den Rückzug von Innenminister Kickl gefordert.

Hier zeichne sich Kurz durch dieses Vorgehen zwar als “eiskalter Parteipolitiker” aus. Er habe allerdings gleichzeitig unter Beweis gestellt, dass er seine Partner “bei erster Gelegenheit über Bord” werfe und die Interessen seines Landes verrate. Dies qualifiziere ihn, so Bystron, als Kanzler eines Landes ab.

“Abzuwarten, wie sehr Schuss nach hinten losgeht”

Auch inhaltlich hinterfragte Bystron den Ablauf der Geschehnisse. Das Ziel sei hier offenbar gewesen, “eine erfolgreiche und beliebte Regierung in Misskredit zu ziehen”, Österreich habe zuvor gezeigt “wie erfolgreiche konservative Politik funktionieren kann”, so der patriotische Politiker weiter.

Auffallend ist für Bystron insbesondere, dass der “Saubermann Kurz” seinen Erfolg dem freiheitlichen Partner zu verdanken habe, indem er “deren Politik kopiert” hätte. Gerade vor diesem Hintergrund hätte Kurz durch die Aufkündigung des Koalitionspakts “sein Land schwer beschädigt”. Es bleibe also “abzuwarten, wie sehr dieser Schuss nach hinten losgeht”.

Bystron über Video: “Methoden erinnern an KGB-Zeiten”

In einer Aussendung ging der patriotische Politiker dabei außerdem hart mit dem Zustandekommen der Aufnahmen auf Ibiza ins Gericht. Man habe Strache dort in eine “sorgsam präparierte Falle” gelockt – und zwar mit “illegalen Methoden, die an düsterste KGB-Zeiten erinnern”. Es handle sich hier um eine “künstlich inszenierte Affäre”, welche zudem “rechtwsidrig publiziert” worden sei.

Er erinnerte dabei außerdem, dass mit den Spiegel eines der beiden veröffentlichenden Medien erst kürzlich durch “zwei jüngste Skandale die Reste der Glaubwürdigkeit verloren” habe. Das Magazin habe zuletzt etwa auch seiner Partei mit einer “abenteuerlichen Geschichte” über angebliche russische Steuerung zugesetzt, dafür aber “keine belastbaren Beweise” aufbringen können.

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Deutschland

Wegen FPÖ: Söder warnt vor Bündnis mit AfD

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Söder Dezember 2018): Michael Lucan via Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0 DE] (Bild zugeschnitten)

Nach dem Skandal um Österreichs Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) versuchen nun deutsche Unionspolitiker, die AfD zu attackieren.

Berlin. – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich vor dem Hintergrund der sogenannten “Ibiza-Affäre” in einem Interview mit der Rheinischen Post gegen sämtliche Annäherungsversuche an „Rechtspopulisten“ aus.

„Selbstüberschätzung, Wut und Destruktivität“

Es sei eine Illusion zu glauben, dass “Rechtspopulisten” ihr Verhalten oder gar ihren Charakter ändern würden, wenn sie sich in Machtpositionen befinden, so Söder im Interview. Primär gehe es ihnen nie um konstruktive Lösungsvorschläge, sondern vielmehr um „[…] Selbstüberschätzung, Wut und um Destruktivität“.

Wörtlich sagte er: „Die Hoffnung wird enttäuscht. Denn die politischen Methoden der Rechtspopulisten bleiben überall die gleichen, ob in Italien, Großbritannien, Österreich oder Deutschland.“ 

Weiter behauptete der CSU-Politiker, dass die Lage mit der AfD in Deutschland „noch schärfer“ sei, wie die „Junge Freiheit“ berichtet.

Auch Merz (CDU) fordert Konsequenzen

In einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen sprach sich der CSU-Politiker Friedrich Merz ebenfalls gegen eine Zusammenarbeit mit „derartigen Parteien“ aus. So stelle die AfD keinen „[…] Koalitionspartner für irgendeine bürgerliche Partei“ dar.

AfD steht weiter hinter FPÖ

Laut Bericht der Welt zogen auch diverse andere Politiker Parallelen zwischen den Freiheitlichen und der Alternative für Deutschland. AfD-Chef Alexander Gauland zeigte sich jedoch gelassen: „Es handelt sich um ein österreichisches Problem, das für Deutschland oder Italien keine Rolle spielt und mit dem wir nichts zu tun haben.“

Der andere AfD-Chef, Jörg Meuthen, hatte sich bereits zuvor demonstrativ hinter die FPÖ gestellt. “Die FPÖ ist uns ein enger Partner”, so Meuthen am Rande der EU-Wahlkampfveranstaltung in Mailand.

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Deutschland

Berliner Jusos provozieren mit Baseballschläger-Motiv

Stefan Juritz

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ASDF Symbolbild EU-Parlament in Straßburg (CC0) / Bild Jusos-Grafik: Facebook-Seite "Jusos Berlin" / Collage: Die Tagesstimme

Die Berliner Jusos wollen “Nationalismus eiskalt abservieren” und posieren dafür mit Baseballschläger. Kritik kommt deswegen sogar aus der eigenen Partei.

Berlin. – Die Jugendorganisation der SPD hat am Sonntag mit einem Bild auf Facebook für reichlich Aufregung und einige Kritik gesorgt.

“Nationalismus eiskalt abservieren!”

Auf dem Bild zu sehen ist eine Frau im Kapuzenpullover mit EU-Motiv, die einen Baseballschläger in der Hand hält. Dazu die Worte: “Nationalismus eiskalt abservieren!” Die Grafik diente als Mobilisierungsaufruf für die “Ein Europa für Alle – Deine Stimme gegen Nationalismus”-Demonstrationen in Deutschland. Viele Facebook-Nutzer sahen hinter der Grafik einen versteckten Aufruf zur Gewalt.

SPD geht auf Distanz

Auch aus der eigenen Partei kamen kritische Stimmen. So distanzierte sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller laut Bericht des Neuen Deutschlands von dem Sujet seiner Parteijugend: “Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Form des Wahlkampfs. Das vorliegende Motiv kann als Aufruf zur Gewalt missverstanden werden.”

CDU: “Teil des Problems, nicht der Lösung!”

Kritik kam auch vom parlamentarischen Geschäftsführer der CDU im Abgeordnetenhaus, Stefan Evers. Auf Facebook schrieb er am Montag: “Liebe Jusos Berlin, ich halte nichts von Nationalisten – aber noch weniger davon, politische Debatten mit dem Baseballschläger zu führen! Wer so martialisch auftritt, tut Europa keinen Gefallen und ist Teil des Problems, nicht der Lösung!”

Jusos weisen Vorwürfe zurück

Auf Anfrage des deutschen Tagesspiegel wies die Jusos Landesvorsitzende Annika Klose die Vorwürfe zurück: “Wir wenden uns mit dem Bild und unserem Aufruf gegen die Ideologie des Nationalismus, welche für ein geeintes, solidarisches und friedliches Europa die größte Gefahr darstellt.”

Das Bild sei “auf den ersten Blick” zwar eine “Provokation” und lasse “zunächst Interpretationsspielräume” offen und werfe Fragen auf. Doch in Verbindung mit der Bildüberschrift sei die Botschaft des Beitrags “eindeutig” und lasse “keine Zweifel offen”: “wir rufen zur Teilnahme an der Demonstration ‘Ein Europa für alle’, sowie zur Wahl am 26. Mai auf”, so Klose gegenüber dem Tagesspiegel.

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