Verbinde Dich mit uns

Deutschland

Faschingswitz-Debatte: Ex-SPD-Chef Gabriel will keine „Humorpolizei”

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild (Gabriel 2015): SPD Schleswig-Holstein via Flickr [CC BY 2.0] (Bild zugeschnitten)

Die gesellschaftliche Debatte rund um einen Witz der CDU-Chefin bei einer Büttenrede im baden-württembergischen Stockach ist um eine Facette reicher. Rückendeckung bekam sie nun aus unerwarteten Gefilden.

Stockach/Berlin/Augsburg. – Gegenüber der Augsburger Allgemeinen (Freitagsausgabe) verteidigte der frühere SPD-Außenminister und ex-Vizekanzler die Parteichefin des Koalitionspartners im Bund. Ein Witz, der nach Ansicht der Kritiker über das sogenannte „dritte Geschlecht” spottete, sorgte kürzlich für Kritik aus mehreren Lagern, einschließlich Vertretern aus Gabriels Partei – Die Tagesstimme berichtete.

Gabriel will keine „Humorpolizei”

Der langjährige sozialdemokratische Spitzenpolitiker wundert sich, ob der „Begriff Narrenfreiheit” in Vergessenheit geraten sei. Wen man anfangen würde „im Fasching jedes Wort auf die Goldwaage zu legen”, dann wäre „vor zehn, zwanzig Jahren die Hälfte der Politiker in Haft genommen worden”.

Zwar räumte er das Recht ein, darüber zu streiten, ob man den Witz gut oder schlecht finde. Einer „Humorpolizei” kann der ex-SPD-Chef allerdings nichts abgewinnen. Die Debatte spiele sich weit von der Lebensrealität der Menschen ab. Wenn man sich über solche Dinge aufregen könne, müsse man offenbar ein „superglückliches Land” sein.

Debatte über Narrenwitz und Kostüme „Quatsch”

Mit diesen klaren Aussagen bleibt Gabriel seiner stilistischen Linie treu. Der gebürtige Niedersachse war bereits während seiner Zeit als Minister für seine direkte Art von allen Seiten gefürchtet. Impulsive und wenig diplomatische Kommentare brachten ihm regelmäßige Kritik von Genossen und Gegnern gleichermaßen ein. Besonders umstritten war seine Bezeichnung von Asylkritikern in Sachsen als „Pack”.

Obwohl er kein Comeback in der Spitzenpolitik plant, versucht er sich beim Interview mit Bürgernähe. Wenn Politik anfange, sich „völlig anders zu benehmen als der Rest der Leute”, dann müsse sie sich „nicht wundern”. Gerade die Debatten über Faschingsscherze und vermeintlich ‚diskriminierende’ Verkleidungen seien „Quatsch”.

AKK: Deutsche als „verkrampftestes Volk”

Wie der ORF berichtet, äußerte sich mittlerweile auch Kramp-Karrenbauer zur Skandalisierung ihres Narrenwitzes. Die Unionschefin äußerte im Zuge ihrer Aschermittwoch-Rede ihr Unverständnis an der Kritik. Sie habe sich nicht über ein drittes Geschlecht echauffiert, sondern „Emanzen” veralbert.

Damit habe sie das Verhältnis von Mann und Frau persifliert. Angesichts der Aufregung darüber beschleiche sie allerdings das Gefühl, bei den Deutschen handle es sich um das „verkrampfteste Volk, das auf der Welt rumläuft”.


Weiterlesen:

Fasching: Hamburger Kita verbietet „diskriminierende“ Kostüme (6.3.2018)

Wirbel um Scherz von Kramp‐Karrenbauer über „drittes Geschlecht” (4.3.2019)

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Rainer Seifert

    8. März 2019 at 12:39

    Hat Gabriel auch das Wort ergriffen, als auf einer Faschingsveranstaltung der AfD Türken als Eselstreiber bezeichnet wurden?

  2. Avatar

    Ulv J. Hjort

    9. März 2019 at 9:13

    Hier ist nur eine verkrampft : AKK !

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deutschland

Hessische Landesregierung will Meldesystem für „Hass-Kommentare“ etablieren

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Pixabay [CC0]

Das System solle dabei helfen, „Hetze“ öffentlich zu „ächten“, so der Ministerpräsident Hessens, Volker Bouffier (CDU).

Wiesbaden. – Die hessische Landesregierung hat bekannt gegeben, ein Meldeportal für die Bekämpfung von „Hass-Kommentaren“ einführen zu wollen.

Hass gehört nicht zur Meinungsfreiheit“

Am Donnerstag erklärte Bouffier gemeinsam mit seinem Vertreter von den Grünen, Tarek Al-Wazir, dass „Hass-Kommentare“ nicht durch die Meinungsfreiheit gedeckt seien. Bouffier sagte laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Auch im Netz ist die Würde des Menschen zu bewahren.“

Nun soll ein Portal etabliert werden, auf welchem Nutzer vermeintliche „Hass-Postings“ und Gewaltaufrufe melden können. Das Netzwerk solle die strafrechtliche Verfolgung der Kommentatoren erleichtern. Beide forderten die „Ächtung“ solcher Kommentare. Al-Wazir betonte, dass er die Menschen generell dazu ermutigen wolle, „für ein weltoffenes und vielfältiges Hessen aufzustehen“. Die Meldung von Kommentaren sei dabei ein „klares Stopp-Signal“ gegenüber den Kommentatoren.

Konferenz für Demokratie geplant

Des Weiteren ist laut Angaben der beiden Politiker eine „Konferenz für Demokratie und Respekt, gegen Gewalt und Hetze“ in Planung. Dies berichtet unter anderem die „Junge Freiheit“. Neben der Polizei und verschiedenen Medienvertretern soll auch das hessische „Demokratiezentrum“ bei der Veranstaltung mitwirken. Mitglied des Zentrums ist unter anderem ein Antifa-Verband, die „Antifaschistische Bildungsinitiative“.

Zu den genauen Maßstäben äußerte sich der Ministerpräsident nicht. So ließ er die Frage, ab wann ein „Hass-Kommentar“ ein solcher ist, unbeantwortet. 

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Deutschland

Sassnitz: SPD plant Zusammenarbeit mit AfD

Stefan Juritz

Veröffentlicht

am

ASDF Symbolbild: Tacachie [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Die angekündigte Zusammenarbeit mit der AfD sorgt innerhalb der SPD für einen Eklat.

Sassnitz. – Die SPD lehnt bekanntlich jegliche Kooperation mit der AfD ab. Doch in Sassnitz auf der Ostseeinsel Rügen ist dies ein wenig anders. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV will die SPD in der Stadtvertretung mit der AfD zusammenarbeiten. Dabei sind für kommenden Dienstag sieben gemeinsame Anträge von SPD, AfD und zwei Wählergruppen geplant.

SPD-Barlen: „Wir akzeptieren keine Kooperation”

Im eigenen SPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern sorgte dies nun für einen Eklat. SPD-Generalsekretär Julian Barlen forderte umgehend eine Kehrtwende: „Unsere Haltung als SPD ist klar. Wir akzeptieren keine Kooperation mit der AfD. Die sieben gemeinschaftlichen Anträge für die Sassnitzer Stadtvertretung müssen schnell zurückgezogen werden. Inhaltliche und auch Personalfragen müssen – wie gehabt – im Schulterschluss mit den anderen Fraktionen gesucht und gefunden werden.”

Unverständnis in Sassnitz

Bei der SPD in Sassnitz sieht man die Dinge ein wenig anders. Dem NDR 1 Radio MV zufolge erklärte der SPD-Abgeordnete Norbert Benedict auf Anfrage des Senders, er habe kein Problem, mit Menschen zu sprechen, die sachorientiert seien. Auch seien die AfD-Vertreter nicht durch „rechtsradikale Parolen” oder „Hetze” aufgefallen.

Die AfD wiederum versteht die Kritik des SPD-Landesverbandes überhaupt nicht. „Dass die Führung der Landes-SPD jetzt ihre eigenen Mitglieder einschüchtert und auffordert, die Anträge zurückzuziehen, zeigt das ganze Elend dieser ehemaligen Volkspartei”, zitiert Zeit Online den AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm.

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Deutschland

Gauland (AfD) ruft Teile der CDU zur Distanzierung von Merkel auf

Joshua Hahn

Veröffentlicht

am

ASDF Bild (Gauland 2014): blu-news.org via Wikimedia Commons [CC BY-SA 2.0] (Bild zugeschnitten)

Kurz vor der anstehenden Landtagswahl in Thüringen hat der AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland Teile der CDU dazu aufgerufen, sich von der Bundeskanzlerin Merkel zu distanzieren.

Arnstadt. –Dies erklärte Gauland beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt. Auch Björn Höcke äußerte sich zu den thüringischen Christdemokraten. 

Gauland kritisiert Mohring (CDU)

Bei seiner Rede kritisierte der AfD-Bundesvorsitzende den Thüringer CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring, wie der „Merkur“ berichtet. Er sagte, dass Mohring seiner Meinung nach prinzipiell dem „bürgerlich-konservativen“ Lager angehöre. Deswegen könne er nicht verstehen, warum dieser den Weg gehe, den die Kanzlerin vorgebe. Gauland forderte die Thüringer Christdemokraten schlussendlich dazu auf, sich inhaltlich von Angela Merkel zu distanzieren: „Aber diese Menschen müssen sich endlich von der Kanzlerin emanzipieren“.

Unlängst beschwerte sich Mohring über einen Mangel an Unterstützung von der Bundespartei. In einem Interview sagte er: „Ich hoffe sehr, dass aus Berlin mehr Rückenwind kommt für die Thüringer Landtagswahlen im Oktober als zuletzt“.

Kein merklicher Unterschied zwischen CDU und anderen Parteien“

Der Spitzenkandidat der AfD in Thüringen, Björn Höcke, kritiserte die CDU ebenfalls. Laut der „Welt“ sagte Höcke in seinem Redebeitrag: „Die CDU ist längst keine bürgerliche Partei mehr“. Sie unterscheide sich nur noch „in Nuancen“ von der restlichen rot-rot-grünen Politik in der BRD.

Mike Mohring schloss bereits mehrfach aus, mit der Alternative für Deutschland zusammenarbeiten zu wollen. Die Landtagswahl in Thüringen findet am 27. Oktober statt. 

Ihnen gefällt dieser Artikel? Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weitermachen und die Menschen in unserem Land aufklären!

Oder klassisch per Überweisung:
Verein für unabhängige Medien‐ und Informationsarbeit
IBAN: AT066000080310238922
BIC: BAWAATWW

Weiterlesen

Journalismus für Patrioten

Die Tagesstimme ist Journalismus für Patrioten! Wir sind unabhängig und ausschließlich unseren Lesern verpflichtet. Um die Menschen im Land aufzuklären, brauchen wir allerdings deine Hilfe.

Verein für unabhängige Medien- und Informationsarbeit
IBAN: AT06 6000 0803 1023 8922
BIC: BAWAATWW

Paypal: [email protected]

Oder » hier Förderer werden! «

Werbung

Schwerpunkt

Beliebt