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Welt

Norweger nominierten Klimaaktivistin Thunberg für Friedensnobelpreis

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild Klimaprotest: Wikimedia Commons [CC0] / Bild Thunberg: Jan Ainali via Wikimedia Commons [CC BY-SA 4.0] (umrandet) / Collage: Die Tagesstimme.

Drei norwegische Abgeordneter nominierten die 16-jährige Schwedin, deren Beispiel europaweite Schülerstreiks auslöste, fristgerecht für den Friedensnobelpreis.

Oslo. – Der norwegische Abgeordnete Freddy Andre Østvegard von der sozialistischen Linken gab am Donnerstag bekannt, noch rechtzeitig im Jänner mit zwei Parteikollegen die Nominierung abgegeben zu haben. Dies berichtet die Welt unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP.

Thunberg als Inspiration einer „Massenbewegung”

Østvegard begründete den Vorstoß damit, dass das Beispiel von Thunberg eine „Massenbewegung” inspiriert hätte. Wenn man nichts unternehme, um den Klimawandel zu stoppen, würde er „für Kriege, Konflikte und weitere Flüchtinge sorgen”. Damit bedient der norwegische Parlamentarier auch die auch unter Experten umstrittene Vorstellung von ‚Klimaflüchtlingen’.

Thunberg selbst fasste die unerwartete Nominierung für einen „derart großen Preis” als „unglaublich und ein wenig sonderbar” auf. Es sei allerdings „sehr nett” und eine „große Ehre”. Bei der Vergabe im Dezember konkurriert sie allerdings gegen 303 weitere Mitbewerber.

Wöchentliche Streiks gegen Klimawandel

Die von Thunberg beeinflussten „Fridays for Future”-Proteste polarisieren die öffentliche Debatte seit mehreren Monaten. Seit August schwänzt das Mädchen jeden Freitag die Schule, um für die Einhaltung des Pariser Übereinkommens durch Schweden zu protestieren. Für Aufsehen sorgte außerdem eine Brandrede beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz).

Ihre Idee fand Nachahmer in zahlreichen europäischen Ländern, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Deutschland fungiert die im Näheverhältnis zu den Grünen stehende Geographiestudentin Luisa Neubauer als Gesicht der Bewegung. Als deren regelmäßigen Flugreisen auf mehreren Kontinenten an die Öffentlichkeit gelangten, sahen ihre Kritiker die Glaubwürdigkeit der Aktivistin beschädigt.

Hochdotierte Auszeichnung

Der Friedensnobelpreis wird seit 1901 jeweils am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Oslo vergeben. Vorschläge können neben aktuellen und ehemaligen Komitee-Mitgliedern und früheren Preisträgern unter anderem auch Abgeordnete jedes souveränen Staates abgeben. Die derzeitige Dotation des Preises beträgt 9 Millionen schwedische Kronen (knapp 854.000 Euro).

Wenn es in einem Jahr keinen geeigneten Kandidaten gibt, entfällt die Verleihung, dies geschah zuletzt im Jahr 1972. Sollte Thunberg tatsächlich den Nobelpreis erhalten, würde sie die Pakistanerin Malala Yousafzai als jüngste Preisträgerin ablösen. Die Kinderrechtsaktivistin war 2014 bei ihrer Auszeichnung 17 Jahre alt.

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    christian

    14. März 2019 at 19:42

    Bitte passt auf eure Kinder auf das sie dieser RattenfängerIn nicht ins verderben folgen!

  2. Avatar

    Rainer Seifert

    15. März 2019 at 0:57

    Früher handelten sich notorische Schulschwänzer Tadel ein, flogen schlimmstenfalls von der Schule. Heute werden sie für den Nobelpreis vorgeschlagen. Welch irre zeit, in der wir leben.

    Aber ich würde ihn dieser Greta trotzdem gönnen. Obama hat ihn ja auch gekriegt. Un d irgendwann wird selbst Merkel an der Reihe sein.

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Welt

Wir wollen unsere Inseln zurück“: Griechen demonstrieren gegen Migrantenlager

Joshua Hahn

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ASDF Bild (Mauer des Aufnahmelagers Moria): Cathsign [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild zugeschnitten)

Aufgrund der teilweise stark überfüllten griechischen Migrantenlager auf den Mittelmeerinseln gab es am Mittwoch Proteste unter dem Motto „Wir wollen unsere Inseln zurück“.

Athen. – Seit einiger Zeit nimmt die Zahl neu eingetroffener Asylanten auf den Inseln vor der türkischen Küste erneut zu. Mehrere tausend Bewohner der Inseln protestieren dem ZDF zufolge vorrangig gegen die griechische Regierung.

Schließung von Migrantenlager Moria gefordert

Ursprünglich plante diese nämlich, die Lager auf den Inseln zu räumen. Der Premier Kyriakos Mitsotakis gab damals an, vermehrt Migranten abschieben zu wollen. Außerdem sollten Bewerber mit besseren Chancen auf Asyl ans Festland geholt werden. Getan hat sich an der Situation seit dem Versprechen jedoch wenig.

Die Demonstranten fordern nun unter anderem die Schließung des Lagers Moria auf Lesbos, welches für seine ausufernde Kriminalität bekannt und medial präsent ist. Wie die Welt berichtet, ist auf den Transparenten beispielsweise zu lesen: „Wir wollen unsere Inseln zurück, wir wollen unser Leben zurück“.

Behörden auf Inseln überfordert

Derzeit sind die Inseln mit der enormen Masse an Asylanträgen schlicht überfordert. Auf den Inseln Chios, Kos, Leros und Lesbos sind aktuell circa 42.000 Migranten untergebracht – bei einer Einwohnerzahl von nur 210.000.Ein Großteil der Asylbewerber stammt aus Afghanistan sowie Syrien. Täglich kommt es innerhalb der Lager zu Ausschreitungen, Gewalttaten sind an der Tagesordnung.

Besonders das Lager auf Lesbos ist berüchtigt für die in ihm herrschende Gewalt. Vor einigen Monaten musste die Polizei beispielsweise einen Aufstand mit Tränengas unterbinden, nachdem Beamte von Asylbewerbern attackiert wurden, weil diese ans Festland verlegt werden wollten – Die Tagesstimme berichtete.


Weiterlesen:

Lesbos: Migranten attackieren Polizisten bei Protesten in Aufnahmelager (5.9.2019)

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Einwanderung als ‚Invasion’ bezeichnet: Philosoph Camus verurteilt

Monika Šimić

Veröffentlicht

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ASDF Bild: Renaud Camus / Bild: Renaud Camus [CC BY] (Bild zugeschnitten)

In einer Rede bezeichnete der Rechtsintellektuelle Renaud Camus die Masseneinwanderung als „Invasion” und wurde dafür nun verurteilt.

Der französische Philosoph und Schriftsteller Renaud Camus wurde dem Nachrichtenportal Summit News zufolge zu zwei Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er die Masseneinwanderung nach Europa in einer Rede als „Invasion” bezeichnet hatte. Zusätzlich muss er eine Geldstrafe in Höhe von 1.800 Euro an die zwei Anti-Rassismus-Organisationen SOS Racisme und LICRA (Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus) leisten.

Inhalt einer Rede als Grundlage für Anklage

Dem Urteil war eine Anklage vorausgegangen, die auf „Anstiftung zu Hass oder Gewalt aufgrund von Herkunft, Ethnie, Nationalität, Rasse oder Religion” lautete. Im Jahr 2017 erklärte Camus in einer Rede: „Einwanderung ist zur Invasion geworden”. Der Autor sagte weiter, dass die unumkehrbare Kolonisierung die demographische Kolonisierung durch den Austausch der Bevölkerung sei.

Er fügte hinzu: „Der ethnische Austausch, der große Austausch, ist das einschneidendste Ereignis in der Geschichte unserer Nation seit ihrem Bestehen; wenn dieser Austausch fortdauert, wird es, wie auch schon bei anderen Völkern, keine französische Geschichte mehr sein.”

Camus rief weiters zu einem „nationalen Widerstandskonsens” auf, um sich der Islamisierung „im Kampf um die Rettung unserer gemeinsamen Zivilisation, also der keltischen, slawischen, germanischen, griechisch-lateinischen und jüdisch-christlichen Zivilisation”, entgegenzustellen. Der Teil der Rede, welcher die Aufmerksamkeit der Richter jedoch besonders auf sich zog, war jener, in dem er über den Austausch der europäischen Völker gesprochen hatte.

Camus im Interview mit Sezession

Der Name Camus ging vor allem im März des vergangenen Jahres durch die Medien, nachdem Brenton T. beim Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen getötet und 50 weitere verletzt hatte, einige davon schwer. Weil T. damals ein Manifest unter dem Titel „Der große Austausch” im Internet veröffentlichte, zog man hier Parallelen zum französischen Autor.

In einem im April 2019 veröffentlichten Interview auf Sezession kommentierte Camus das Attentat. Nachdem er von dem Anschlag auf die Moscheen gehört hatte, waren seine Gefühle dieselben „wie nach all jenen schrecklichen Massakern, bei denen Muslime die Mörder und nicht die Opfer waren: Entsetzen über das Verbrechen, Mitgefühl mit den Opfern. Dass der Täter sein Manifest „The Great Replacement” („Der große Austausch”) betitelt hatte, fügte nur ein kleines persönliches Desaster der größeren Katastrophe hinzu: dem Gemetzel selbst”.

Das gesamte Interview kann man hier nachlesen.

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Politik

Einwegplastik: China startet umfassendes Plastikverbot

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

ASDF Bild: Einweg-Plastik-Verbot in China kommt / Bild: flickr CC BY 2.0

Verboten werden etwa Plastiksackerl und Einwegstrohhalme. In den kommenden Jahren sollen aber weitere Produkte, Branchen und Regionen von dem Plastikverbot erfasst werden.

Peking. – In China werden Plastiksackerl und andere Einwegprodukte aus Kunststoff verboten. Damit will China dem Plastik den Kampf ansagen. Das Umweltministerium und die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) in Peking kündigten an, dass das Verbot mit Ende des Jahres in Kraft treten soll. Danach dürfen Supermärkte und andere Geschäfte in größeren Metropolen keine Plastiksackerl mehr herausgeben.

Auch Einwegstrohhalme verboten

Wie die Deutsche Welle (DW) berichtet, soll das Verbot in allen übrigen Orten dann ab 2022 gelten. Märkte, auf denen frische Produkte verkauft werden, sollen noch bis 2025 von der Regelung ausgenommen bleiben. Bis Jahresende werden zudem landesweit Einwegstrohhalme in der Gastronomie verboten. Auch andere Plastikutensilien sollen in den kommenden Jahren aber verboten werden, darunter eben solche, die im Lebensmittelhandel und im Kurierdienst verwendet werden. Nach dem Plan darf die Gastronomie in großen Städten ab Ende 2020 kein Plastikbesteck mehr einsetzen, in kleineren Städten ab Ende 2022.

Restriktionen für Hotels

Ebenfalls ab 2022 dürfen Hotels, die mit Sternen ausgezeichnet sind, ihren Gästen nicht mehr aktiv Produkte wie Zahnbürsten oder Kämme anbieten. Vielmehr sollen diese über Automaten verkauft werden. In den Badezimmern der Hotels soll Seife etwa in auffüllbaren Behältern zur Verfügung stehen. Eine weitere Maßnahme zur Reduktion von Einwegprodukten aus Plastik. Ab Ende 2025 folgen alle Hotels und Unterkünfte im Land. Bis 2025 müssen Städte und Gemeinden in ganz China den Verbrauch von Einwegartikeln aus Plastik im Gastgewerbe um 30 Prozent reduzieren.

China hat ein Müllproblem

In China, dem bevölkerungsreichsten Land der Welt, werden riesige Mengen unbehandelter Kunststoffabfälle in Deponien vergraben oder in Flüsse gekippt. Die Volksrepublik hat Kunststoffabfälle sogar jahrelang in großem Stil aus Europa und den USA importiert, bis die Regierung in Peking dies Anfang 2018 untersagte. Stattdessen werden nun die heimischen Recyclingbetriebe dazu aufgefordert, heimischen Abfall zu verarbeiten. China steigert bereits die Recyclingraten. Dazu werden Dutzende Zentren für eine „umfassende Ressourcennutzung” aufgebaut, um mehr Produkte wiederverwertbar zu machen. Die Vereinten Nationen haben Einwegkunststoff als eine der größten Umweltherausforderungen der Welt identifiziert.

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