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Fridays for Future“: Kritik an Schülerdemonstrationen

Leonhard Lenz [CC0], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Die Schülerproteste für einen verstärkten Klimaschutz weiten sich aus. Nachdem die Demonstrationen zuerst vereinzelt stattfanden, wird nun jeden Freitag vermehrt in diversen Städten vor allem durch Schüler mobilisiert. 

Berlin. – Die Tatsache, dass vermehrt Schüler den Bildungseinrichtungen fernbleiben, um an der wöchentlich stattfindenden Demonstration teilzunehmen, ruft Kritik hervor.

Lindner (FDP): „Sache für Profis“

Der Bundesvorsitzende der Freien Demokraten, Christian Lindner, erklärt in einem Tweet, dass das Thema Klimaschutz eine „Sache für Profis“ sei. Schüler seien nicht dazu in der Lage, die umfassenden globalen Zusammenhänge und das „ökonomisch Machbare“ zu sehen. 

Weiter kritisiert er das Fernbleiben des Unterrichts. So sollten die Schüler sich lieber „[…] über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren.“

Amthor (CDU): „Auch in der Freizeit“

Philipp Amthor, Bundestagsabgeordnete der CDU, lobt das politische Engagement der Schüler. Auch er kritisiert jedoch den dadurch entfallenden Unterricht. So erklärte er wörtlich: „Politisches Interesse der Schüler finde ich immer gut. Dem können sie aber auch in ihrer Freizeit nachgehen.“

Er stellt die These auf, dass sich Schüler vor allem dann für die Demonstration entscheiden würden, wenn die andere Option die Schule sei. Anders würde es sich verhalten, wenn sich die Jugendlichen zwischen den Demonstrationen und ihrer Freizeit entscheiden müssten. 

Außerdem bemängelt Amthor die Doppelmoral der Eltern. So würden dieselben Eltern, welche sich für die wöchentlichen Klimaproteste ihrer Kinder einsetzen, anders reagieren, würden sie sich mit anderen Themen befassen. 

Altmaier (CDU): „Ganz neue Durchschlagskraft“

Nach Ansicht des Wirtschaftsministers Peter Altmaier (CDU) hätten die Demonstrationen eine „ganz andere Durchschlagskraft“, wenn sie außerhalb der Schulzeit stattfänden. Auch er kritisiert den Schulentfall und empfiehlt den Schülern, ihre politischen Aktivitäten auf den unterrichtsfreien Nachmittag zu verlegen. Dies hätte nebenbei den Effekt, „[…] ihr ernsthaftes Engagement [zu] unterlegen“. 

Die Demonstration war ursprünglich von Greta Thunberg etabliert worden. Nachdem sie sich vorerst langsam verbreitete, erfreut sie sich mittlerweile in vielen europäischen Städten großer Beliebtheit. Thunberg wurde unlängst für den Friedensnobelpreis nominiert.

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