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Bundeswehr: Technik weiterhin in desolatem Zustand

Symbolbild Bundeswehr: By ©Bundeswehr/S.Wilke (originally posted to Flickr as Panzergrenadiere) [CC BY 2.0 ], via Wikimedia Commons [Bild zugeschnitten]

Bereits seit mehreren Jahren hat die Bundeswehr mit mangelhafter Ausrüstung und nicht einsatzbereiter Technik zu hadern. Laut einem neuen Bericht hat sich an der Situation bis zum heutigen Tag nur wenig verbessert – vieles hat sich weiter verschlechtert.

Berlin. – Wie „Die Welt“ berichtet, ist ein großer Teil der Bundeswehrfahrzeuge defekt und somit zumindest nur bedingt einsetzbar. Dies geht aus dem „Bericht zur Materiallage der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr“ hervor. 

Besonders Hubschrauber betroffen

Von den Kampfhubschraubern des Typs Tiger waren laut Bericht im letzten Jahr von 53 nur durchschnittlich 11,6 einsatzbereit. Ähnlich sieht es bei den Transporthubschraubern aus: Von 71 NH90‐Hubschraubern waren lediglich 17,5 in einem Zustand, welcher als einsatzbereit gilt. 

Der Bericht wurde dem Bundestag vom Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, vorgelegt. Im genannten Papier steht weiter, dass sich von allen Waffensystemen zusammengenommen nur knapp unter drei Viertel in einem technisch annehmbaren Zustand befinden. 

Zu geringe Ausgaben für Verteidigung

Erst letzten Donnerstag wurde bekannt, dass Deutschland in Sachen Verteidigungsausgaben weiterhin das gesetzte Ziel verfehlt. 

Das 2014 beschlossene Ziel der Nato besagt, dass mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Verteidigungsmaßnahmen investiert werden müssen. Die aktuellen Ausgaben liegen bei etwa 1,23 Prozent, also bei nur knapp über der Hälfte des gesetzten Ziels. Dieses wurde von Deutschland maßgeblich mitformuliert. 

Probleme mit der Ausrüstung

In der Vergangenheit war die Bundeswehr immer wieder wegen ihrer unzureichenden Ausrüstung in den Schlagzeilen. Aufgrund mangelnder Neuanschaffungen von Munition wurde beispielsweise noch 2008 mit Granaten aus den Achtzigerjahren geübt, wobei es fast zu einem schwerwiegenden Unfall kam. Seitdem gibt es vor allem mit den Flugzeugen und Hubschraubern Probleme.

1 Kommentar

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  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ausschließlich am knappen Geld liegt. Vielmehr glaube ich, dass es einen ungeheuren Bürokratiesumpf und zu viele Beschaffer gibt, die von dem zu beschaffenden Material keine Ahnung haben und denen der Bleistift ohnehin Punkt halb fünf aus den Fingern fällt.
    Bedauerlicherweise werden auch die Zulieferfirmen nicht hart genug in die Pflicht genommen.
    Hier muss eine Task‐Force ins Leben gerufen werden, die sich um nichts anderes kümmert, als jeden verschlungenen Pfad erst einmal gerade zu biegen – und: es müssen Köpfe rollen…!

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