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Gesellschaft

Identitären-Experten’ publizierten Standardwerk bei linksradikalem Verlag

Julian Schernthaner

Veröffentlicht

am

Symbolbild: Sympathisanten der Identitären Bewegung bei einer Demonstration in Wien. Bild: Identitäre Bewegung Österreich.

Immer wieder gilt das Buch „Die Identitären” des Autorenkollektivs Natascha Strobl, Julian Bruns und Kathrin Glösel als Ausgangspunkt für Einschätzungen über die Identitäre Bewegung (IBÖ). Dabei handelt es sich um keine neutrale Expertise.

Wien/Münster. – Das Werk der drei Autoren erschien im Jahr 2014 im deutschen Unrast Verlag aus Münster. Seitdem gerieren sich die Urheber dieses „Handbuches” als Kenner der Identitären, auch renommierte Extremismus-Experten wie Armin Pfahl-Traughber stützen sich in ihrer Einschätzung der Identitären und der Neuen Rechten maßgeblich auf deren Vorarbeit.

Verlagsgründung aus „revolutionärer Ungeduld”

Was allerdings wenige wissen: Das Buch erschien seinerzeit in einem Verlag, er politisch kein unbeschriebenes Blatt ist. Der vor 30 Jahren gegründete Unrast Verlag pflegt ein linksradikales Selbstverständnis. Seine erste Publikation war einst der Antifa-Kalender 1990, sein erster öffentlicher Auftritt schließlich beim Radikale Linke-Kongress in Hamburg in ebendiesem Jahr.

Als Beweggründe für dessen Errichtung erwähnt die Verlagsseite eine „revolutionäre Ungeduld”. Man begreift sich weiterhin als „politisches Kollektiv”, der Trägerverein besitze eine „politisch-kulturelle Stoßrichtung”. Das frühe Portfolio reichte demnach „von anarchistischen Klassikern und autonomen Szenediskussionen über Internationalismustitel bis zu Texten zur Geschlechterpädagogik und belletristischen Titeln.”

Verlag stand in Verfassungsschutzbericht

Dem nicht genug: Während man sich zusehends einen Namen als Sachbuchverlag machte, veröffentlichte man dem Jura-Magazin zufolge weiterhin Bücher, welche „dem diskursorientierten Linksextremismus zuzurechnen” sind.

Anhand dessen fand der Verlag 2008 sogar im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen eine Erwähnung. Bereits 1995 sah auch das deutsche Bundesinnenministerium in dessen Bericht einen linksextremen „Szene-Verlag”.

Experten mit linksradikalen Sympathien

Auch das für die Identitären-Expertise verantwortliche Autorenkollektiv soll unterdessen starke Sympathien für den linken Rand hegen. Die Politikwissenschaftlerin Strobl etwa beteiligte sich im Jänner 2014 als Sprecherin der ‘Offensive gegen Rechts’ (OGR) federführend an Protesten gegen den Wiener Akademikerball.

Bei jener Gruppierung handelt es sich um einen Zusammenschluss aus sozialdemokratischen Jugendstrukturen, sowie marxistischen und trotzkistischen Organisationen. Im Laufe der Proteste kam es zu teils schweren Krawallen mit Sachschäden in Höhe von etwa 500.000 Euro. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Strobl übereinstimmenden Informationen zufolge sogar im Landesparteivorstand der SPÖ Wien.

Dieses Buch eignet sich zum Entglasen von Geschäften”

Strobl und Bruns selbst signierten in der Vergangenheit außerdem Exemplare ihres Werkes mit der Widmung: “Im Zweifelsfall eignet sich dieses Buch zum Entglasen von Geschäften.” Bereits im Zuge einer Einladung zur ZiB24 im Vorfeld des Identitären-Prozess sorgte dieser Umstand für einige Aufregung:

Bruns sieht Verbindung zwischen Identitären und FPÖ

Am Montag durfte Bruns nun zum wiederholten Mal in der ZiB24 seine Einschätzung über die patriotische Jugendgruppe der Identitären abgeben. Diesmal attestierte er angeblichen Verbindungen zwischen diesen und der FPÖ eine Kontinuität, welche sich „wie ein roter Faden durch die letzten Jahre” ziehe.

Neben einzelnen weiterbestehenden Verbindungen sieht Bruns im ORF-Interview eine „politische Zusammenarbeit […] wie man den Diskurs in Österreich nach rechts verschiebt”. Als Beispiel nennt er die Kampagne, welche in der heimischen Nicht-Unterschrift des UN-Migrationspaktes gipfelte.

Strobl verweist auf Antifa-Recherchen

Seine Kollegin Strobl empfahl unterdessen auf Twitter in diesem Zusammenhang Recherchen teils auch linksradikaler und linksextremer Portale. Darunter befanden sich auch jene der autonomen antifa [w] und der Rosa Antifa Wien (RAW):

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Gesellschaft

Grazer Volkskundemuseum sucht Objekte aus dem Corona-Alltag

Monika Šimić

Veröffentlicht

am

Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und die verschiedensten Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen.

Graz. – Dass die Corona-Krise Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat, merkt man schon an der von diesem Thema dominierten medialen Berichterstattung. Weil der Einfluss so groß ist, hat sich das Grazer Volkskundemuseum dazu entschlossen, seine Dauerausstellung neu zu konzipieren. Das Museum will nun Dokumente und Objekte sammeln, die den Alltag in Zeiten des Coronavirus sichtbar machen.

Notizen, Tagebücher, Fotos

Corona erfordert von uns allen neues Alltagshandeln und auch Strategien, mit dieser schwierigen und sich tagtäglich ändernden Situation zurechtzukommen. Das Volkskundemuseum möchte den aktuellen Umgang mit der Pandemie dokumentieren und sammelt deshalb Notizen und Objekte, die den Alltag in Zeiten von Corona sichtbar machen”, beschreibt Kuratiorin Birgit Johler den Aufruf. Es sei ein wichtiges Anliegen, auch Veränderungen und Einschnitte in die Gesellschaft zu dokumentieren, wie es auf der Website des Volkskundemuseums heißt. Gesucht werden daher die unterschiedlichsten Dinge, die den neuen Alltag der Menschen wiederspiegeln. Laut Beschreibung auf der Website fällt eine Aufmunterung für Mitbewohner ebenso darunter wie ein Zeichen nachbarschaftlicher Unterstützung, eine Dankesbekundung für geleistete Hilfe, ein Tagebuch oder Auszüge davon, ein Foto von getroffenen Schutzmaßnahmen in der Arbeit oder ein Familienvideo an die Großeltern.

Jeder kann mitmachen

Auch wenn das Museum seit 7. Jänner geschlossen hat, schlafen die für die neue Ausstellung Verantwortlichen nicht. Man baue bereits um und eröffne im Frühjar 2021, heißt es auf der Seite weiter. Themenbereiche der Ausstellung sollen zunehmender Wohlstand, steigender Konsum, Herkunft, Veränderungen in der Arbeitswelt, Mobilität und Migration (in die und aus der Steiermark), Umwelt, Gegenkultur und Gegentrends oder etwa „richtig wichtig ‚Steirisches” sein.

Wer dem Museum Objekte für die „Corona-Ausstellung” zur Verfügung stellen möchte, kann über ein Webformular Kontakt mit dem dafür zuständigen Mitarbeiter aufnehmen und dabei auch gleich Objektvorschläge einreichen. Hier geht’s zum Formular!

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BKA-Chef nennt Attentat von Hanau „eindeutig rechtsextremistisch”

Stefan Juritz

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Das Bundeskriminalamt (BKA) hält das Attentat von Hanau doch für rassistisch motiviert. Medienberichte über einen anderslautenden BKA-Abschlussbericht wies der Chef der Behörde zurück.

Berlin/Hanau. – Vor wenigen Tagen hatten mehrere deutsche Medien wie die Süddeutsche Zeitung und der NDR unter Berufung auf einen Abschlussbericht des Bundeskriminalamts (BKA) berichtet,  dass die Ermittler den Anschlag von Hanau nicht als rechtsextremistisch bewerten. Demnach hätte der Schütze Tobias R. seine Opfer so ausgewählt, um größtmögliche Aufmerksamkeit für seinen Verschwörungstheorien über Geheimdienste zu bekommen, Rassismus sei jedoch nicht das Hauptmotiv gewesen. Auch die Tagesstimme übernahm diese Informationen in ihrer Berichterstattung.

BKA-Chef dementiert

Am Dienstag wies BKA-Chef Holger Münch entsprechende Meldungen zurück. Auf Twitter dementierte er, dass einen solchen Abschlussbericht derzeit gebe und betonte, dass die Ermittlungen weiter andauerten. Trotz der laut Münch weiter laufenden Ermittlungen ist für ihn jedoch klar: „Das BKA bewertet die Tat als eindeutig rechtsextremistisch. Die Tatbegehung beruhte auf rassistischen Motiven.“

Attentat von Hanau

Mitte Februar hatte Tobias R. an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Später fand die Polizei ihn und seine Mutter tot in seiner Wohnung auf. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zuerst seine Mutter und dann sich selbst erschoss. In einem 24-seitigen Bekennerschreiben fanden sich fremdenfeindliche Passage und verschwörungstheoretische Ansichten, die auf eine psychische Störung hindeuten. So glaubte Tobias R., er werde von einem Geheimdienst überwacht, der sogar Gedanken lesen („mind controll”) und Menschen steuern könne.

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Wegen Coronavirus: Islamrat fordert Geld für Moscheegemeinden

Joshua Hahn

Veröffentlicht

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Aufgrund der anhaltenden Krise hat der Islamrat in Deutschland die finanziellen Folgen für seine Gemeinden bemängelt und Hilfe von der Regierung gefordert.

Berlin. – Wie die „Junge Freiheit“ berichtet, erklärte der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, gegenüber der „Islamischen Zeitung“, dass die gegenwärtig geltenden Einschränkungen des Alltagslebens die Moscheegemeinden hart treffen würden: „Sie brauchen jetzt finanzielle Unterstützung, um die nächsten Wochen und Monate zu überstehen“. Trotzdem unterstütze man die Ausgangsbeschränkungen „uneingeschränkt“. Man habe bereits vor der offiziellen Einführung eigene Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus getroffen, denn „der Schutz des Lebens und die Gesundheit sind uns von Allah anvertraut und genießen höchste Priorität“.

Kein Geld mehr wegen ausbleibenden Gebeten

Seitdem die Gemeinden geschlossen sein müssen und somit auch die Freitagsgebete entfallen, sei ein „beträchtlicher Teil der Spenden“ weggefallen. Folglich sorge man sich um die künftige Finanzierung der Imame und die Bezahlung von Mietkosten. Um größeres Übel abzuwenden, solle nun die Bundesregierung handeln: „Viele Moscheegemeinden leisten einen unschätzbar wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft, tragen zum Zusammenhalt bei und engagieren sich in Städten und Kommunen“. Die muslimische Gemeinde nun finanziell alleine zu lassen, wäre „fatal“.

Kesici ist seit 2015 Vorsitzender des Islamrates für Deutschland. Außerdem ist er tätig im Beirat für islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen.

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